Kann eine bewilligte Erwerbsminderungsrente nach einem Widerspruch zukünftig auch geringer ausfallen?

Strandmännchen

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Hallo Zusammen,

ich möchte erstmal sagen, dass ich das Forum klasse finde und mich auf den Austausch freue.

Kurz zu mir, ich bin Tommy (BJ 73) und habe seit >20 Jahren mit einer starken Persönlichkeitsstörung und Abhängigkeiten zu kämpfen. Ich habe seit meinem 16. Lebensjahr immer wieder gearbeitet aber nie länger als 3 Jahre durchgehalten. Stationäre Entgiftungen und generelle Klinikaufenthalte waren immer wieder dabei und kosteten mich den Arbeitsplatz. Aktuell bin ich seit 6 Jahren Drogen frei und trocken, habe aber mit massiven Ängsten, Depressionen und diversen psychischen Problemen zu Kämpfen.

Ich habe einen sehr guten Psychiater der mich jetzt schon 10 Jahre begleitet und mit dem ich Anfang 2019 einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt habe, da ich durch meine Erkrankung immer wieder stationäre und therapeutische Hilfe brauche.

Die Rente wurde nun in vollem Umfang und bis zum Übergang in die Altersrente 2040 mit 932€ mtl. Zahlbetrag bewilligt.

Im Bescheid stand aber auch, dass mir diverse Zeiten wegen mangelndem Nachweis nicht angerechnet wurden.

Ich denke ich sollte mich freuen, dass diese Last abfällt, habe aber das Gefühl das was bei der Höhe, bzw Berechnung nicht stimmt.

Nun die Fragen:
Macht es Sinn nur nach dem Bauch erstmal in den Widerspruch zu gehen?
Oder sollte ich die Sache genauer prüfen lassen durch Anwalt oder Rentenberater?
Und kann es passieren das im Zuge des Widerspruchs die Rente danach kleiner ausfällt? Oder gilt hier das Prinzip einmal bewilligt, wird es nicht weniger oder schlimmer?

Bitte nicht falsch verstehen, ich weiß wohl, daß viele weniger Rente für mehr Arbeitszeit beziehen, bin allerdings gerade sehr unsicher weil ich mit dem Bescheid ja mein restliches Leben klar kommen muss. Oder verstehe ich das falsch?

Danke für die Mühe

Tommy
 
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EM Rente bewilligt. Widerspruch folgenlos für die Höhe?

hansklein

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Mit fehlen auch 2 Jahre einer Umschulung, nach so 30 Jahren habe ich diverse Nachweise nicht mehr, der Träger hat keine Unterlagen mehr, weil die nur 10 Jahre aufbewahrt werden müssen. Wenn die Situation bei dir ähnlich ist, wird ein Widerspruch erfolglos bleiben. Der Nachweis, das die Zeiten die fehlen, unrichtig sind, musst du führen.

D.h. du suchst die angeblichen Fehlzeiten raus und schaust, ob du belegen kannst, das diese anerkannt werden müssen und schickst das'( Belege) an die DRV oder bringst es bei deiner Zweigstelle vorbei. Ein Rentenberater könnte schauen, ob alles richtig ist bzw. Seine Richtigkeit hat. Fehler kommen öfter vor.
 

Curt The Cat

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Lucky Luke

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Macht es Sinn nur nach dem Bauch erstmal in den Widerspruch zu gehen?
Oder sollte ich die Sache genauer prüfen lassen durch Anwalt oder Rentenberater.....
Hallo Strandmännchen,

ich bin kein Jurist und kann dir jetzt auch keine entsprechenden Paragraphen aus dem SGB zitieren, aber rein von der Logik her würde ich vermuten, dass ein "Widerspruch" hier nicht das passende Mittel der Wahl wäre.

Du möchtest ja nicht der EMR als solche widersprechen, sondern bezweifelst "nur", dass evtl.
dass mir diverse Zeiten wegen mangelndem Nachweis nicht angerechnet wurden.
Da würde ich an deiner Stelle erstmal eine Aufstellung machen, um welche Zeiten es genau geht und nachschauen, welche Nachweise du evtl. doch noch bei deinen Unterlagen findest bzw. wie und wo du entsprechende Nachweise vielleicht auftreiben könntest...

Dann würde ich mich an eine DRV-Beratungsstelle wenden und - ob man das so nennt weiss ich nicht - einen "Überprüfungsantrag bzgl. nicht oder falsch bewerteter rentenrelevanter Zeiten" stellen. Analog kannst du dich natürlich auch gleich an einen professionellen Rentenberater oder Sozialrechtsanwalt wenden, damit der das erst mal prüft - aber das kostet eben Geld...

Also einen "Widerspruch" würde ich im Moment nicht machen, evtl. hätte das Konsequenzen, die weder überschaubar noch von dir gewollt sind. Lass dich beraten!

Viel Erfolg und alles Gute - LG Lucky Luke
 
Zuletzt bearbeitet:

Larsson

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Da würde ich an deiner Stelle erstmal eine Aufstellung machen, um welche Zeiten es genau geht und nachschauen, welche Nachweise du evtl. doch noch bei deinen Unterlagen findest bzw. wie und wo du entsprechende Nachweise vielleicht auftreiben könntest...

Dann würde ich mich an eine DRV-Beratungsstelle wenden und - ob man das so nennt weiss ich nicht - einen "Überprüfungsantrag bzgl. nicht oder falsch bewerteter rentenrelevanter Zeiten" stellen.
Jepp, so würde ich das auch machen. Bei mir fehlten auch 6 Monate, eine Meldung zur Sozialversicherung hatte ich nicht, genau der fehlte. Aber ich hatte Gehaltsabrechnungen, diese wurden als Nachweis akzeptiert und die Rente neu berechnet.
 

Susanne42

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Du gehst dazu gar nicht in den Widerspruch.
Sondern, du schaust nach, welche Zeiten die nicht haben und versuchst, Nachweise zu erbringen.
Wenn du die Nachweise dann hast, schickst du es einfach dorthin.
Unter Umständen kann es sogar sein, das es durch diese Nachweise zu eine geringere Rentenhöhe kommt, insbesondere wenn es Tätigkeiten waren, wo du zb nur sehr wenig verdient hast, denn das beeinflusst die Hochrechnung.
Rentenrechtliche Zeiten nachzuweisen lohnt sich nur, wenn es Zeiten waren, mit einen recht hohen Verdienst.
 

Strandmännchen

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Vielen Dank @Lucky Luke @Larsson @Susanne42

Also lass ich den Widerspruch beiseite und sehe zu, dass ich zeitnah eine Beratung bei der Gewerkschaft oder einem Rentenberater bekomme. Wie Susanne bemerkte handelt es sich tatsächlich um Ausbildungszeit und Schulische Zeiten die weit zurück liegen und evtl die bewilligte Summe gefährden könnten.

Ich danke nochmals

Tommy
 

Susanne42

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Außerdem bleibt die Summe ja nicht gleich, du bekommst jedes Jahr eine Rentenanpassung, außer wohl in 2021.
Und du kannst ja auch versuchen, eine 450€ Tätigkeit nachzugehe, da findet man ja auch manchmal Tätigkeiten die man noch bewältigen kann
 

Ozymandias1

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In einem Widerspruch kann die Rente tatsächlich auch niedriger ausfallen, z.B. wenn drinsteht du hättest 5000 Euro im Monat verdient, es waren aber nur 500 Euro.

Wenn es nur um diese fehlende Zeiten geht, dann wird deine Rente wohl etwas höher ausfallen.

Was man bei einem Rentenbescheid immer überprüfen sollte:
Rentenart, Rentenbeginn, ob alle Zeiten stimmen (Fachschule und Berufsausbildung gibt u.a. mehr Geld), ob die Beträge stimmen und ob Ost/West stimmt.

Du kannst den Widerspruch jetzt machen oder später mit einem Überprüfungsantrag.
 

Strandmännchen

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Also nochmal vielen Dank an @Ozymandias1, @Susanne42 und @hansklein

Ich hab nächste Woche einen Termin bei einem Anwalt für Sozialrecht. Die Sekretärin fragte nur verdutzt weshalb ich überhaupt Widerspruch einlegen wollte, die Summe wäre doch super...

Ich kann es halt schlecht beurteilen, ob ich damit zukünftig auskomme, weil ich wenn ich in Beschäftigung war immer ganz gut verdient habe. Das Krankengeld vor der Aussteuerung sowie das anschließende Alg1 waren auch höher.

Ich werde definitiv versuchen etwas hinzuzuverdienen allerdings muss ich dann erstmal jemanden finden, der meine stationären Aufenthalte toleriert und mich dann wieder zurück nimmt.

Also, ich danke euch allen und werde jetzt versuchen erstmal ganz unaufgeregt den Termin nächste Woche abzuwarten.

Grüße Tommy
 

Lucky Luke

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Ich hab nächste Woche einen Termin bei einem Anwalt für Sozialrecht. Die Sekretärin fragte nur verdutzt weshalb ich überhaupt Widerspruch einlegen wollte, die Summe wäre doch super...
Du sollst ja auch keinen Widerspruch einlegen, sondern eine Überprüfung vornehmen (lassen).

Denn @Susanne42 hat völlig recht, wenn sie schreibt:
Unter Umständen kann es sogar sein, das es durch diese Nachweise zu eine geringere Rentenhöhe kommt, insbesondere wenn es Tätigkeiten waren, wo du zb nur sehr wenig verdient hast, denn das beeinflusst die Hochrechnung.
Rentenrechtliche Zeiten nachzuweisen lohnt sich nur, wenn es Zeiten waren, mit einen recht hohen Verdienst.
U.U. kommt bei der Überprüfung dann tatsächlich raus, dass du bei der DRV die Füße doch eher stillhalten solltest...

Das Krankengeld vor der Aussteuerung sowie das anschließende Alg1 waren auch höher.
Wenn diese aus dem Entgelt für eine Vollzeitbeschäftigung errechnet wurde, ist das ganz normal.
 

hansklein

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Murmel266

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Ich kann es halt schlecht beurteilen, ob ich damit zukünftig auskomme
Das wäre schön, wenn die vorher jeden fragen würden, ob er denkt das er damit auskommt. Wenn nicht sagen sie uns einfach, was sie brauchen... ;_)))
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Nach knapp 38 Jahren Berufstätigkeit habe ich einen Anspruch auf 963 Euro, allerdings Teilzeit.
 

Strandmännchen

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@Murmel266 ich meinte damit eher, dass ich es schlecht beurteilen kann ob das nun viel oder wenig für eine EM Rente ist. Das ich im Zweifelsfall damit auskommen muss ist klar.

Habe mich mit dem Thema auch zuwenig auseinander gesetzt, da ich nicht mit dieser Entscheidung gerechnet hatte.

Vor Jahren wurde mal ein Antrag auf berufliche Reha abgelehnt und auch der Widerspruch blieb erfolglos. Deswegen hat mich dieser Bescheid, nach dem ersten Antrag auf EM überrascht.

Aktuell bin ich froh drüber, da ich nächstes Jahr alg2 hätte anmelden müssen. Mich beschäftigte halt die Frage ob es möglich ist, dass da Fehler drin sind und wie man diese korrigiert bzw. findet.

Und diese Fragen wurden ja nun ausreichend beantwortet.

Danke und Grüße Tommy
 

Murmel266

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Wo Menschen arbeiten geschehen auch Fehler, also auch bei der DRV.
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Natürlich ist es gut Bescheide überprüfen zu lassen bzw. Unterlagen nachzureichen.
 

saurbier

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Ob dir Wohngeld zusteht kannst du ja ganz leicht selbst überprüfen, schau nur mal hier


Auf der Seite kannst du auch viel interessantes zum Thema Wohngeld nachlesen. Ob und wieviel Wohngeld dir neben deiner EMR zusteht hängt natürlich auch davon ab, ich welcher gegend du wohnst (Großstadt oder ländlich).

Solltest du wohlmöglich noch einen SchwerB-Ausweis haben, kann der sich positiv auf die Wohngeldhöhe auswirken. Hier solltest du dann ggf. mal darüber nachdenken - sofern noch nicht vorhanden - ggf. einen Antrag diesbezüglich beim Versorgungsamt zu stellen.
 

Strandmännchen

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Um das mal zu beantworten, ja ich habe seit ein paar Jahren einen GdB von 70.
Ich glaube der Antrag wurde damals während der letzten Entgiftung bewilligt.
Antrag auf Wohngeld hab ich heute erstmal formlos gestellt, die Dame am Telefon meinte das es gut aussieht, ich aber den Anspruch wieder verliere wenn ich dazu verdiene, da es nicht so viel wird.

Grüße Tommy
 
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