Kann die Dauer des ALG1-Bezugs durch unbezahltes Praktikum verlängert werden? (1 Betrachter)

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45plus

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Hallo zusammen,

ich beziehe ALG1 und absolviere noch bis Ende Oktober ein unbezahltes vierwöchiges Praktikum zur Berufserprobung. Mein SB hat dieses Praktikum bewilligt - offiziell als sogenannte Maßnahmezuweisung. Meine tägliche Arbeitszeit beträgt 7 Stunden (inklusive 30 Minuten Pause), Ende Oktober ist das Praktikum beendet. Anshließend bin ich nur noch 3 Monate, bis Januar einschließlich, im ALG1-Leistungsbezug.

Nun meine Frage: Kann ich mir die Dauer des Praktikums irgendwie auf die Dauer meines ALG1-Anspruches anrechnen lassen? Ich habe mal gelesen, dass dies bei Weiterbildung / Umschulung usus ist und sich der Anspruch entsprechend verlängert ...

Vielen Dank vorab!
 

Fritz Fleißig

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1. Diese Maßnahme (vermutlich nach § 45 SGB III) ist, wie du schreibst, ein unbezahltes "Praktikum" zur Berufserprobung bei einem Arbeitgeber - in der Realität also sittenwidrige unbezahlte Arbeitsleistung. Da kein Lohn bezahlt wird, besteht während dieser Zeit auch keine Versicherungspflicht in der AV. Du bekommst lediglich dein normales ALG weiter gezahlt, und der Anspruch mindert sind entsprechend mit jedem Tag, an dem du ALG bekommst.

2. Bei beruflicher Weiterbildung nach § 81 SGB III würde das dann gezahlte ALG lediglich im zeitlichen Verhältnis 1:2 abgeschmolzen. Deine Maßnahme wird aber vermutlich keine berufliche Weiterbildung mit Bildungsgutschein sein.

3. Ansonsten wüßte ich nicht, wie eine "Anrechnung" dieses sogenannten "Praktiums" auf deinen ALG-Anspruch erfolgen könnte.
 

Doppeloma

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Hallo 45plus,

ich beziehe ALG1 und absolviere noch bis Ende Oktober ein unbezahltes
vierwöchiges Praktikum zur Berufserprobung. Mein SB hat dieses Praktikum
bewilligt - offiziell als sogenannte Maßnahmezuweisung.
Wie bist du denn zu diesem Praktikum gekommen und welchem Zweck sollte das (eigentlich) dienen, "Berufserprobung" kann ja so ziemlich alles sein ..., war es "Neuland" für dich oder hat man dir eine Einstellung in Aussicht gestellt ???

Klar hat die AfA das zur Maßnahme "gekürt", ansonsten darfst du ja auch unbezahlt und unversichert nicht arbeiten in einem Unternehmen ... ich vermute mal es ist/war ein privater AG und der hatte seine Freude an deiner "billigen" Mitarbeit, wirkliche Weiterbildung findet aber nicht bei regionalen AG statt, was hast du denn nun gelernt in diesem Praktikum für deine weitere berufliche Zukunft ... ???

Meine tägliche Arbeitszeit beträgt 7 Stunden (inklusive 30 Minuten Pause), Ende Oktober ist das Praktikum beendet. Anshließend bin ich nur noch 3 Monate, bis
Januar einschließlich, im ALG1-Leistungsbezug.
Dabei wird es ganz sicher auch bleiben, das war keine offizielle Maßnahme, die deinen Anspruch irgendwie verlängern könnte ... in einem Praktikum soll man was lernen und schaut überwiegend nur anderen bei der Arbeit zu ... ansonsten ist das richtige Mit-ARBEIT und die hat ein AG regulär zu bezahlen ...

Wie viele Stunden man dich dort ausgenutzt hat ist unerheblich für die Tatsache, dass dadurch kein längerer Anspruch auf ALGI entstseht.

NaJa, Mitarbeiter (selbst Aushilfen) müssen bezahlt werden und bekommen immerhin auch (anteilig) bezahlten Urlaub ... nur die "Verpackung als Maßnahme" der AfA hat dich davor bewahrt, auch noch als Schwarzarbeiter strafbare Handlungen zu begehen ...

Aber es läuft als "getarnte" AfA-Maßnahme "haarscharf" daran vorbei, warum wird eigentlich immer erst hinterher darüber nachgedacht und nachgefragt, ob so was in Ordnung sein kann ... du hast dort eigentlich nur deine Zeit verschwendet, in der du dich auf anständige / bezahlte Arbeit hättest bewerben können ...

Im Prinzip hast du dich noch selbst dafür bezahlt, aus den Beiträgen die früher für dein ALGI an die AfA gezahlt wurden ... :icon_neutral:

Nun meine Frage: Kann ich mir die Dauer des Praktikums irgendwie auf die Dauer meines ALG1-Anspruches anrechnen lassen? Ich habe mal gelesen, dass dies bei Weiterbildung / Umschulung usus ist und sich der Anspruch entsprechend
verlängert ...
Das wurde dir ja schon beantwortet und genau diese Fragen hättest du vielleicht VORHER mal deinem SB stellen sollen, anstatt dich als Praktikant vier Wochen "verbraten" zu lassen ... das kann man nämlich ablehnen, eben weil man nicht verpflichtet ist ohne Bezahlung zu arbeiten (nein, das ALGI ist KEIN angemessener Ersatz-Lohn dafür) ... :icon_evil:

Schlimm genug, dass solche Unsitten inzwischen auch schon bei der AfA Einzug halten ... und alles unter dem Deckmäntelchen der "Arbeitsförderung" und Arbeits-Vermittlung ... die haben alles Mögliche zu bieten, nur keine ARBEIT jedenfalls keine vernünftig bezahlte ...

Die umliegenden AG werden aber inzwischen gerne mal sehr kostengünstig von AfA und JC versorgt, um ihre zeitweisen Personal-Engpässe mit "Praktikanten" oder "Probe-Arbeitern" zu überbrücken ... möglicherweise bekam der AG sogar noch ein nettes "Betreuungsgeld" für dich obendrauf, so als "Pseudo-Maßnahmeträger" ... :eek:

Hier mal einige interessante Informationen zum Thema Praktikum (die AfA kommt darin allerdings nicht vor) ...

https://www.praktikum-und-thesis.de/praktikumsarten.html

Interessant auch dass freiwillige Praktikanten seit Anfang 2015 mit Mindestlohn zu bezahlen sind ...

MfG Doppeloma
 

Muzel

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