Kann das Amt mich zwingen, Unterhalt für meine Freundin zu zahlen, wenn sie ALG 2 bekommt?

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Hallo,

meine Freundin bekommt bald ALG 2 da wir ein Kind erwarten.
Wir Wohnen offiziell nicht zusammen. Das ich Kindesunterhalt zahlen muss weiß ich,
darf das Arbeitsamt von mir aber Unterhalt für sie verlangen, was ja normal "freiwillig" bzw von ihr beantragt werden muss und nur bis das Kind 3 ist gezahlt werden muss soweit ich weiß, und ihr ALG kürzen bzw den Unterhalt anrechnen?

Zum verständnis, sie beantragt garnichts, wollte nur wissen ob das Amt das von alleine macht um Geld zu sparen?

lg
 

avrschmitz

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Du musst Betreuungsunterhalt zahlen, sofern Du Leistungsfähig bist. Das Jobcenter wird sich bei Dir melden und von Dir Gehaltsnachweise fordern und ausrechnen, wieviel Kindes- und Betreuungsunterhalt Du zahlen muss. Deine Freundin braucht gar nichts zu machen, das Jobcenter wird aktiv werden. Grundlage ist § 33 SGB II.
 

ZynHH

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Zum verständnis, sie beantragt garnichts, wollte nur wissen ob das Amt das von alleine macht um Geld zu sparen?
Ja, das macht das Jobcenter, weil es deine Aufgabe ist, für den Unterhalt der Mutter deines Kindes aufzukommen und weil der Staat sparen muss. Von den vom Staat gezahlten Unterhaltsvorschüssen, schafft er es gerade mal, diesen bei einem Drittel der Unterhaltspflichtigen einzutreiben.
 

Lucky Luke

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Zum verständnis, sie beantragt garnichts, wollte nur wissen ob das Amt das von alleine macht um Geld zu sparen?
Das Amt macht das, um Geld zu sparen?!?

Mit Verlaub, da wird aber andersherum ein Schuh draus - damit du Geld sparst, soll das Jobcenter ALG 2 zahlen... Sorry, aber da kann frau nur mit dem Kopf schütteln.
 

Helga40

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Und das jetzt mehrfach erwähnte "offiziell" im Zusammenhang mit "wohnen" lässt erahnen, dass da noch mehr geplant ist, um Geld zu sparen...
 

Birt1959

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Das Amt macht das, um Geld zu sparen?!?

Mit Verlaub, da wird aber andersherum ein Schuh draus - damit du Geld sparst, soll das Jobcenter ALG 2 zahlen... Sorry, aber da kann frau nur mit dem Kopf schütteln.
Geht mir auch so - warum sollen Paare, die getrennt wohnen, anders gestellt werden als diejenigen, die sich eine Wohnung teilen. Ob die das finanziell wuppen können, ein Kind zu haben, müssen die sich das doch genauso überlegen wie die getrennt wohnenden. Heute wird frau in der Regel nicht mehr wie die Vorfahrin aus dem Kaiserreich ungewollt schwanger, egal in welcher Form der Partnerschaft sie lebt.
 

ela1953

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Auch wenn die Freundin kein ALG II beziehen würde, müsste der Vater Unterhalt an Mutter und Kind zahlen. Auch, bzw. Vor allem mit getrennten Wohnungen.

Vermutlich würde die Mutter aber ohne ALG II Bezug ganz offiziell beim Freund/Vater wohnen.
 

Christian_S

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Es werden auch heute noch sehr viele Frauen ungewollt schwanger.

Und auch für die gesetzlichen Unterhaltsansprüche kennen wir die Situation nicht genügend. Da sollte man vielleicht Spekulationen und Behauptungen einschränken.


Zur Frage:

Es kommt dabei auf vieles drum herum an. § 33 SGB II wenn ich das richtig lese sagt, wenn ihr nicht zusammen wohnt und du Unterhaltspflichtig bist, holt sich das Amt deinen Anteil von dir ab.

Unterhaltspflichtig bist du aufjedenfall gegenüber deines Kindes sobald es geboren ist. Eine Schwangerschaft allein macht noch kein Kind.
Ob du Unterhaltspflichtig gegenüber deiner Freundin bist kommt darauf an, ob sie einen Einkommensausfall hat durch die Schwangerschaft (soweit ich das verstehe) und ihr weitere Voraussetzungen einer Bedarfsgemeinschaft erfüllt.

Wenn sie vorher Einkommen hatte und jetzt durch die Schwangerschaft daran gehindert wird dieses zu erzielen, steht ihr von dir Unterhalt aufgrund der differenz zu.

Gemeinsames Wirtschaften (z.B. zahlt ihr Dinge füreinander, leiht ihr euch öfter einfach mal so gegenseitig Geld, wascht Wäsche gemeinsam und besitzt Dinge gemeinsam) würde zeigen das ihr füreinander einsteht und daher über die reine Partnerschaft hinaus ein Unterstützungswille existiert.

In diesen Fällen könntest du wie hier beschrieben nicht erwarten die Kosten deiner Freundin auf den Staat abzuwälzen und der Staat käme auf dich zu.

Solltet Ihr zusammen wohnen und eine Bedarfsgemeinschaft bilden, geht der Staat nicht mehr direkt auf dich zu sondern zieht bei ihr einfach die Ansprüche ab und erwartet das du einfach so dafür einstehst, da es eben deine Schwangere Freundin ist und Gesellschaftlich erwartet werden kann das du diese Unterstützt.


Ist natürlich alles nur soweit ich es verstehe und keine Garantie.
 
Zuletzt bearbeitet:

Senseo

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Es werden auch heute noch sehr viele Frauen ungewollt schwanger.


Wie soll das denn möglich sein? Ungewollt? Jeder Geschlechtliche Akt ist mit einem Risiko verbunden Schwanger zu werden, egal wie gut man verhütet, von ungewollt kann man da nicht sprechen. Wer Sex hat, geht auch das Risiko ein Schwanger zu werden.
Kann ja auch nicht mit einem Porsche 200km/h über die Autobahn rasen und sagen ich werde definitiv keinen Unfall bauen, da ich ein sicherer Fahrer bin. Das Risiko fährt immer mit.
 

TazD

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Wie soll das denn möglich sein? Ungewollt?
In dem es eben nicht geplant war. Ist eigentlich nicht wirklich schwer.

Kann ja auch nicht mit einem Porsche 200km/h über die Autobahn rasen und sagen ich werde definitiv keinen Unfall bauen, da ich ein sicherer Fahrer bin. Das Risiko fährt immer mit.
Deiner Argumentation zufolge ist der Unfall dann gewollt, wenn er passiert. Denn "ungewollt" kann er ja dir zufolge nicht sein, was wäre also das Gegenteil von "ungewollt" ?

Wobei die Diskussion, ob gewollt oder nicht gewollt der TE nicht wirklich hilft.
 

TazD

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Wenn ich etwas nicht will, dann unterlasse ich gewisse Aktionen das dazu führen kann das etwas ungewolltes passiert.
Dann hör bitte auf zu existieren. Im Leben kann immer und überall etwas passieren und es gibt keinen 100% Schutz vor jeglichen "Unfällen". Dies dann auch auch noch als Vorwurf zu formulieren, ist nicht nur unverschämt, sondern charakterlich auch noch fragwürdig.

Bitte beantworte doch noch meine Frage und dann ist es auch genug mit dem OffTopic:
.... was wäre also das Gegenteil von "ungewollt" ?
 

Christian_S

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Aber ich muss eben damit rechnen, das Risiko ist immer vorhanden.
Wenn ich etwas nicht will, dann unterlasse ich gewisse Aktionen das dazu führen kann das etwas ungewolltes passiert.

Das jemand etwas nicht will, heißt nicht das es ihm nicht zustößt. Es bedeutet auch nicht das er jeglichem Risiko aus dem Weg geht.

Ungewollt bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eben alles getan wird um zu verhindern beim Sex schwanger zu werden. Sex selbst ist allerdings ein Grundbedürfnis. Gerade bei sozialen Tieren wie uns Menschen.

Ein paar mehr harmlose Beispiele zu ungewollten Ereignissen:

- Menschen die in einem Erdgebengebiet leben, möchten kein Erdbeben erleben, das heißt aber nicht das sie es sich leisten können einfach weg zu gehen / umzuziehen
- Menschen die auf dem Weg zur Arbeit sind, möchten nicht von einem anderen Menschen in einen Unfall verwickelt werden, das heißt aber nicht das sie einfach zu Hause bleiben können
- Niemand möchte ausgeraubt werden, ist mir persönlich dennoch schon passiert, erneut da ich nicht einfach zuhause bleiben kann und auch ganz sicher nicht möchte

Gewisse Risiken gehören zum Leben und lassen sich um ein Würdevolles Leben zu leben auch nicht völlig ausschließen. Das heißt nicht das man Sie will, sondern dass man mit diesen Risiken eben lebt, da ein Leben ohne diese Risiken oft nicht möglich ist.

Und bitte denk auch mal ein wenig drüber nach, ohne das ich das hier Ausschreiben muss, welche Möglichkeiten es vielleicht noch gibt ungewollt Schwanger zu werden obwohl jemand das nicht möchte. Ich wette dir fällt etwas ein, dass leider auch viel zu oft in der Welt passiert.
 

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Hey danke für eure Antworten.
Alles schön und gut aber das Kind war kein wirklicher Ausrutscher und wir wollen auch nicht Tricksen, wir ziehen bald zusammen
Wollen uns aber momentan den Stress sparen.

Sowas wie „wenn sie kein alg2 bekommen würde würde sie wohl offiziell bei mir wohnen“,
Kann man sich auch gerne sparen
Wir sind beide unser Leben Lang am arbeiten
Und selbst wenn nicht sollte hier keiner urteilen.

im internet habe ich bzgl Betreuungsunterhalt gelesen das der betreuende Part diesen verlangen darf/muss und dachte deshalb das Amt kommt in dem Fall nicht alleine auf mich zu.

Soweit ich weiß muss man Kindesunterhalt zurückzahlen wenn man diesen nicht zahlen kann wenn man zu wenig verdient oder selber alg 1/2 bekommt.

ist das beim betreuungsunterhalt auch der Fall?
wenn man zb kindesunterhalt zahlen kann aber kein betreuungsunterhalt.
Da dieser ja auch nur bis zum 3 Lebensjahr gezahlt werde muss.

lg
 

Birgit63

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Ich verstehe den Satz nicht, meine Freundin bekommt bald ALG 2, weil wir ein Kind erwarten. Man bekommt nicht automatisch ALG 2 weil man ein Kind erwartet. Deine Freundin bekommt zurzeit keines, weil sie arbeitet oder warum? Wenn sie arbeitet, dann bekommt sie Mutterschaftsgeld und dann Elterngeld. Wenn das Kind ein Wunschkind ist, dann zieht zusammen, packt euer Geld zusammen und wenn dann noch was fehlt, könnt ihr gemeinsam ALG 2 beantragen.
 

avrschmitz

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Soweit ich weiß muss man Kindesunterhalt zurückzahlen wenn man diesen nicht zahlen kann wenn man zu wenig verdient oder selber alg 1/2 bekommt
Ich verstehe nicht was Du mit zurückzahlen meinst. Aber wenn Du nicht leistungsfähig bist, dann musst Du nicht zahlen. Das Argument "zu wenig verdient" reicht nicht. Beim Kindesunterhalt kann man von Dir sogar u. U. verlangen, dass Du einen Nebenjob annimmst. Auch wenn Du ALG2 beziehst, befreit Dich das nicht von den Unterhaltszahlungen. Bei mir wurde dann ein Betrag unterhalb des Mindestbetrags festgelegt. Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Befreiung erst nach einem halben Jahr des Bezugs von ALG2 möglich ist. Aber genaueres muss Dir eine/ein Fachanwältin/Fachanwalt für Familienrecht sagen.

Beim Betreuungsunterhalt wird das Einkommen Deiner Freundin gegengerechnet. Zum Einkommen zählt z.B. auch Elterngeld. Aber nicht ALG2, sofern sie es bezieht. Ob man beim Betreuungsunterhalt von Dir verlangen kann, dass Du einen Nebenjob annehmen musst, kann ich Dir nicht sagen. Auch hier solltest Du Dich zu allem ggfs. beraten lassen.
 

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Hey,

also ich werde ALG1 bekommen in Zukunft, da ich für den Umzug meinen Job Kündigen musste bzw meinen Vertrag hab auslaufen lassen.
Sie wird ALG2 bekommen, da sie vorher nicht garbeitet hat sondern ein Studium angefangen hat.

Es geht mir darum, wenn ich nicht Zahlungsfähig für den Kindesunterhalt wäre, würde es ja quasi vom Amt einen Vorschuss geben, den ich dann zurückzahlen muss sobald ich wieder Zahlungsfähig bin, soweit ich weiß.

Ist das beim Betreuungsunterhalt auch so? Also wenn ich zb den Kindesunterhalt zahlen kann, aber für den Betreuungsunterhalt nicht zahlungsfähig bin, muss ich diesen auch zurück zahlen sobald ich wieder Zahlungsfähig bin?
 

avrschmitz

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Es geht mir darum, wenn ich nicht Zahlungsfähig für den Kindesunterhalt wäre, würde es ja quasi vom Amt einen Vorschuss geben, den ich dann zurückzahlen muss sobald ich wieder Zahlungsfähig bin, soweit ich weiß.
Soweit wie mir bekannt ist, kommt dann erstmal Unterhaltsvorschuss in Frage. Dies zu beantragen, dazu wird Deine Freundin vom JC aufgefordert. Hierzu ist sie auch verpflichtet, ansonsten kann das JC die Leistungen einstellen. Du kannst Dir auch einen Titel über den Kindesunterhalt beim Jugendamt holen. Wenn da drin steht, dass Du nichts zahlen musst/kannst, dann ist das eben so. Aber Du musst Dich da beraten lassen, ich glaube nicht, dass das Forum dies leisten kann.

Sie wird ALG2 bekommen, da sie vorher nicht garbeitet hat sondern ein Studium angefangen hat.
Wenn sie vorher nicht gearbeitet hat, könnte ich mir vorstellen, dass ihr gar kein Betreuungsunterhalt zusteht. Aber ich bin kein Jurist. Auch hier solltest Du Dich beraten lassen. Selbst wenn Dir kein Beratungshilfeschein zusteht, scheinen mir 300€ für eine anwaltliche Beratung sinnvoll investiert zu sein.
 
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