Jobcenter will Arbeitsvertrag haben, warum?

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Pferdekuss

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Moin moin zusammen, ich hab da mal ne Frage bezüglich der Relevanz bestimmter Daten die das Jobcenter unbedingt von mir haben möchte.

Sachverhalt:
Ich bin vor 2 jahren in H4 gerutscht und habe seit dem die ganz normalen Regelleistungen erhalten, keine extras.
Soweit keine unlösbaren Probleme ausser dem üblichen "Post kommt nicht an, Mitwirkungspflichen, EGV ect.".

Jetzt habe ich anfang November eine Stelle angeboten bekommen für die ich absolut ungeeignet bin, was ich auch mehrfach gesagt habe. Ich habe die Stelle trotzdem Mitte Nov. angenommen und wie erwartet auch nur bis anfang Dez. durchgehalten. Jetzt bin ich bis Jahresende AU geschrieben und in Behandlung.

Die Stelle/Projekt ist zeitlich auch nur bis Jahresende befristet. Mein Vermittler (Vermittlungsgutschein spielt hier mit) und mein Arbeitgeber sind sich nach Rücksprache auch einig gewesen das eine Beendigung des Beschäftigungsverhältnis zum Jahresende das beste ist um weitere Probleme zu minimieren da wohl kaum ein Folgeprojekt in aussicht ist. Die Kündigung habe ich NOCH NICHT Schriftlich erhalten.
Danach lande ich, sofern ich keine andere Stelle finde wieder in H4. Der aktuelle Bewilligungsbescheid läuft noch bis 05/12.

Den Lohn gibts immer mitte des folgemonats, sprich mitte Dezember den ersten. Das Jobcenter hat inzwischen auch alle für meine Begriffe relevanten Daten wie Arbeitsbeginn, Laufzeit, Arbeitsstunden, Stundenlohn und erste Einkommensbescheinigung erhalten.

Jetzt kam von denen letzte Woche direkt noch die Mitteilung "Da Sie ein Arbeitsverhältnis aufgenommen haben, habe ich bis zur Klärung der Hilfsbedürftigkeit und Neuberechnung die Leistungen EINGESTELLT."
Ausserdem wollen die unbedingt noch eine Kopie des Arbeitsvertrags haben. Mit der Begründung der Mitwirkungspflichten...

Für mich ist nicht ersichtlich WARUM ich diesen einreichen sollte da alle RELEVANTEN DATEN zur BERECHNUNG und Prüfung der Hilfsbedürftigkeit bereits eingereicht wurden. Zudem steht im Vertrag auch noch "...der Inahlt des Vertrags ist vertraulich zu Behandeln."


So viel Text kurze Fragen:
Wie gehe ich jetzt am besten vor?
Ist es wirklich nötig den Arbeitsvertrag in Kopie Einzureichen?

Im Vertrag steht wie gesagt das der Inhalt vertraulich ist, ausserdem ist eine Probezeit bis 05/12 eingetragen, das aktuelle Projekt geht aber nur bis zum 31.12.11 und zu dem Zeitpunkt endet vorausichtlich auch mein Arbeitsverhältnis.


Grüße vom Pferdekuss :icon_smile:
 

gila

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Hallo!

Dem JC geht es sicherlich wegen dem Vermittlungsgutschein um irgendwelche Lohnkostenzuschüsse, die der Arbeitgeber erhält.

Wenn aber alle zur Berechnung relevanten Daten vorliegen, sehe ich persönlich keine Veranlassung, einen Arbeitsvertrag, der in der Regel IMMER vertraulich ist, vorzulegen.

Schon gar nicht über die Drohung über die Mitwirkungspflicht!

Ich würde kurz entgegnen:

Alle zur Berechnung der Bedürftigkeit relevanten Unterlagen liegen Ihnen bereits vor.
Den Arbeitsvertrag selbst kann ich jedoch nicht einreichen.
Er beinhaltet den Passus der "Vertraulichkeit des Inhaltes", was ich mit meiner Unterzeichnung rechtswirksam bestätigte.
Insofern kann Ihrerseits auch nicht auf eine Mitwirkungspflicht hingewiesen werden,
da die Weitergabe des Vertrages samt vertraulichem Inhalt eine Vertragsverletzung durch meine Person bedeuten würde und diese geahndet werden kann.

:icon_twisted:

Und dann schau, dass du schleunigst die schriftliche Kündigung bekommst, damit dein Geld weiter läuft!!
 

Claus.

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Ist das ein Vollzeit-Arbeitsverhältnis (gewesen), von dem man leben könnte? Oder hättest du weiterhin noch ein bischen Geld vom Amt bekommen?

In ersterem Fall müsste man sich informieren, ob da dann ein kompletter Neuantrag auf AlgII fällig wäre; und in zweiterem Fall wird wohl zwar gerne sofort komplett eingestellt, was sie meinem SGBII-Verständnis nach aber auch nicht tun dürften.

Arbeitsvertrag vorlegen? ... Schwierig. Alle relevanten Daten daraus sollten auch anderweitig nachweisbar sein.
Und wenn sie den wollten um ihn zu überprüfen, dann werden sie dir sicher nicht helfen, wenn da was im Argen sein sollte. Wenn sie dagegen versuchen wollten, deinem AG was reinzuwürgen, dann sollen sie sich gefälligt an diesen direkt wenden.
Z.b. Lohnzuschüsse und befristeter Arbeitsvertrag würde sich gegenseitig ausschließen. Lohnzuschuss, unbefristeter Arbeitsvertrag, gleichzeitig ein befristetes Projekt und kein Folgeprojekt :icon_kinn:.

Die schriftliche Kündigung brauchst du natürlich äußerst schnell (wenn dich der AG tatsächlich kündigen will - dazu drängen darfst du ihn selbstverständlich nicht) (ist hier evtl. auch noch eine Kündigungsfrist zu beachten?). Ansonsten evtl. einen Antrag stellen auf Auszahlung von AlgII in der vermuteten Höhe (unter Anrechnung eines geschätzten Einkommens) oder hilfsweise als Darlehen i.H. der vermutlichen Höhe.
Dein Vermittler hat ja schon mündlich von der Kündigung erfahren, oder?
 

Pferdekuss

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Moin moin, endlich wieder zuhause. :icon_smile:

@gila
Danke für die Info. Werde das mal als Grundlage nehmen.

@Claus.
Ja es war ein VZ-Arbeitsverhältnis. Lohn ist höher gewesen als der Regelsatz + Miete ect., ob man davon hätte leben können ist ne andere Sache :frown:. Jedenfalls wäre für die Zeit kein Anspruch auf Hilfe möglich gewesen.

Das Jobcenter wusste von Anfang an, hab die Arbeitsaufnahme ja gleich gemeldet, das das Projekt für das ich eingestellt wurde nur bis Jahresende läuft.

Von Lohnzuschüssen für den AG weiß ich nichts, das einzige was da vorher lief war der Vermittlungsgutschein bei meinem Vermittler.
Dieser sagte zu mir auch noch in einem persönlichen Gespräch das er sich mit dem AG (hat selber mal dort gearbeitet und sich dann Selbständig gemacht, von daher kennen die sich gut genug) in Verbindung gesetzt hat um die Lage zu besprechen. Beide sind dann wohl, vorerst mündlich, zu dem Schluss gekommen das eine Kündigung das beste wäre.
Normalerweise gibts die üblichen 6-8 Monate Probezeit, wie Vertraglich festgelegt. In dieser Zeit sollte immer am Ende eines Projektes ein Folgeprojekt anstehen, so das man keine Lücken hat. Da ich aber für die Hauptarbeit untauglich bin wird das nix.
 

Solanus

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Ich würde sagen:

Arbeitsvertrag: Es gibt keine rechtliche Grundlage für die Vorlage. Wenn das JC darauf besteht, lass Dir die Rechtsgrundlage schriftlich nennen.

Die Lohnzuschüsse beim AG sind für dich uninteressant und auch nicht der Anspruch von dir zu beweisen.

Antrag H4: Neuantrag ist notwendig, da mit der Arbeitsaufnahme der aktuelle Bezug beendet wird.

Frage, wann wurde das erste Gehalt gezahlt. Im Monat der Arbeitsaufnahme oder im Nächsten. Danach bestimmt sich Dein Anspruch auf H4 bei Arbeitsaufnahme.

Wurde Gehalt im gleichen Monat gezahlt wird angerechnet, wurde im Folgemonat gezahlt hast Du für den Monat der Arbeitsaufnahme noch Anspruch auf H4. Die sofortige Einstellung der Leistung wäre dann zu überprüfen.

Denke dran, du musst notfalls Fristen einhalten, gehe nur zum JC wenn gefordert, sonst alles schriftlich abwickeln.
 

gila

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Eine Rechtsgrundlage muss man hier m.E. nicht diskutieren.

Unterschreibe ich etwas mit dem Passus "vertraulich" muss ich mich an "Verschwiegenheitspflicht" halten.

Das ist im BGB geregelt (823, 826) sowie im UWG (17).

Da kann meiner Meinung nach der SB nichts verlangen oder eins drauf setzen, da er mich dann in die Bedrouille bringen würde und der AG hier ggf. Schadenersatz verlangen kann :biggrin:

Er KÖNNTE höchstens mit dem Arbeitgeber selbst verhandeln, ob dieser ihm in einen "Muster-Arbeitsvertrag" schauen lässt.

Aber wie gesagt: hier liegen alle relevanten Daten ja vor und mehr braucht der SB nicht wissen. Wozu auch? Ist er Gewerkschaft oder sonstwie kompetent, einen AV zu prüfen? Nö :icon_evil:
 

Pferdekuss

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Moin moin, danke für die vielen guten Antworten. Komme im Moment schlecht an einen PC mit Netzanschluss, darum dauerts immer etwas. :icon_smile:
Ich habe inzwischen die schriftliche Kündigung erhalten und werde die gleich mit der Erklärung wegen dem AV zusammen Eintüten.

Bin mal gespannt was dann noch von denen kommt.



OT:
Mal eben etwas Off-Topic, muss das grad mal Erzählen.
Gestern kam ein Freund von mir an und sagte zu mir das seine SB ihn ordentlich bedrängt hätte.
Sie ist eindeutig persönlich geworden und ist auf seiner Fettleibigkeit herumgeritten.
Sie sagte laut seiner Aussage "Warum sind sie eigentlich so Fett? Ist das was organisches oder psychisch? Sie sollten damit mal zu Ihrer Krankenkasse gehen und sich anständig Beraten lassen wie sie das wegbekommen. Dann steigen Ihre Chancen auch wieder eine Arbeit zu finden."
Die hätte das am liebsten gleich noch schriftlich festgehalten in irgendeiner Vereinbarung das er dünner wird...:icon_eek:
 

gila

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Hat sie F E T T gesagt? :icon_evil:

Das geht eindeutig alles zu weit. Er sollte sich überlegen, ob er sich nicht gewaltig "diskriminiert" fühlt und sich beschweren.

Schade, in solchen Situationen ist man oft so perplex, dass einem die Schlagfertigkeit glatt abhanden kommt.

Er hätte ja sagen können: Wissen Sie - mag sein, ich bin FETT - aber SIE sind hässlich ... und ICH kann abnehmen :biggrin:
 

Pferdekuss

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Hallo Leute, hoffe ihr hattet einen schönen Heiligabend und noch ein paar erholsame Festtage vor euch. :icon_party:

@gila:
Ja habe ihm auch geraten das nicht auf sich sitzen zu lassen. Leider ist er nicht ganz so stark bestückt was Selbstvertrauen an geht. :icon_sad:

------------------------------

So für mich ergibt sich grad aber noch ein neues Problem.
Dachte mir ja schon das da noch was kommt. Aber gleich so viel und noch vorm 24 ist schon ein Stimmungskiller.

Folgendes:
Habe gleich 4 Briefe auf einmal bekommen.

1) Bescheid einer Nachzahlung wegen einer Neuberechnung der Heizkosten für 2009/2010 von fast 200€.

2) Änderungsbescheid der Leistungen für 12/11. Es ergibt sich, aufgrund der von mir beschriebenen Arbeit und einer Mietkostenänderung, für den Zeitraum 11/11 - 12/11 eine Überzahlung von knapp über 400€.

3) Eine Zahlungsaufforderung über etwas mehr als 200€ da die o.g. Nachzahlung "mit der offenen Vorderung verrechnet" wird.

4) Einstellung der Leistungen ab 01.01.2012 da Zitat:
"Sie erzielen ab dem 01.01.2012 Einkommen aus einer Beschäftigung.
Mit den nachgewiesenen Einkommensverhältnissen sind Sie nicht Hilfebedürftig im sinne des § 9 SGB II, so dass ein Anspruch auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht mehr besteht."



Jetzt bin ich aber platt... Wann habe ich denn nachgewiesen das ich ab dem 01.01.2012 eine Beschäftigung habe die mir regelmäßiges Einkommen garantiert? :confused:
Ich habe sogar noch 2 Tage vorher die Kündigung des Arbeitgebers eingeschickt!:icon_dampf:

Soll ich einfach gleich einen Neuantrag Stellen oder dagegen Einspruch erheben? Sind ja nicht gerade viele Tage bis zum 01.01 übrig.
 

Konstabler

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Hinweis:

Ein befristeter Arbeitsvertrag bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis durch Zeitablauf endet.

Die Folge daraus ist, dass der befristete Arbeitsvertrag anlässlich seines Auslaufes nicht gekündigt werden muss.

Wenn der Arbeitgeber dies trotzdem macht, ist das nur eine nette Geste.


Die im Arbeitsvertrag genannte umzusetzende Vertraulichkeit bezieht sich nicht auf Einsicht durch "Behörden", sondern bezieht sich auf Verschwiegenheit gegenüber Arbeitskollegen, um bei unterschiedlichen Konditionen keine Neiddebatten im Hause zu entfachen.

Die Vorlage des Arbeitsvertrages wurde verlangt und gleichzeitig wurde für die Nichtvorlage eine Leistungseinstellung nach § 66 SGB I in Aussicht gestellt.

Nun hat man die Leistungen eingestellt, aber auf der Basis des § 9 SGB II.

Hier wäre dann der Arbeitsvertrag vorzulegen und umgehend ALG II zu beantragen.

Unabhängig von der unnötigen Kündigung ist der befristete Arbeitsvertrag der Nachweis, dass das Arbeitsverhältnis ausgelaufen ist und Arbeitslosigkeit besteht.

Das Kündigungsschreiben ist aber insofern hilfreich, als dass es bestätigt, dass der Vertrag nicht verlängert wurde.
 

Konstabler

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Habe gleich 4 Briefe auf einmal bekommen.

1) Bescheid einer Nachzahlung wegen einer Neuberechnung der Heizkosten für 2009/2010 von fast 200€.

2) Änderungsbescheid der Leistungen für 12/11. Es ergibt sich, aufgrund der von mir beschriebenen Arbeit und einer Mietkostenänderung, für den Zeitraum 11/11 - 12/11 eine Überzahlung von knapp über 400€.

3) Eine Zahlungsaufforderung über etwas mehr als 200€ da die o.g. Nachzahlung "mit der offenen Vorderung verrechnet" wird.

.

Wenn diese Bescheide korrekt sind, kannst du Ratenzahlung beantragen.

Frage: wurde das Wort Vorderung wirklich mit "V" geschrieben?
 

ela1953

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2) Änderungsbescheid der Leistungen für 12/11. Es ergibt sich, aufgrund der von mir beschriebenen Arbeit und einer Mietkostenänderung, für den Zeitraum 11/11 - 12/11 eine Überzahlung von knapp über 400€.

Hat das Jobcenter § 40 (4) beachtet? Dadurch reduziert sich die Rückzahlungssumme

(4) ..sind 56 Prozent der bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes II ...
berücksichtigten Bedarfe für Unterkunft nicht zu erstatten.........

SGB 2 - Einzelnorm
 

Hartzeola

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Wenn der Arbeitgeber dies trotzdem macht, ist das nur eine nette Geste.

Wenn aber im Arbeitsvertrag nichts über die Möglichkeit der ordentlichen Kündigung vereinbart wurde, dann ist für beide Seiten gemäß § 15 Abs. 3 TzBfG während der gesamten Laufzeit des befristeten Arbeitsverhältnisses eine ordentliche Kündigung ausgeschlossen. Eingeschränkt ist dies lediglich durch § 15 Abs. 4 TzBfG. Für langdauernde Befristungen, die auf Lebenszeit einer Person oder für eine längere Zeit als fünf Jahre eingegangen sind. In diesen Fällen kann das Arbeitsverhältnis allein vom Arbeitnehmer mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt werden.

befristeter Arbeitsvertrag – Kündigung möglich? « Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin Blog


JC wird einfach den AG ansprechen und auf §57 SGB II hinweisen. Der wird sich dagegen kaum wehren wollen.

Arbeitgeber haben der Agentur für Arbeit auf deren Verlangen Auskunft
über solche Tatsachen zu geben, die für die Entscheidung über
einen Anspruch auf Leistungen nach diesem Buch erheblich
sein können; die Agentur für Arbeit kann hierfür die Benutzung eines
Vordrucks verlangen. Die Auskunftspflicht erstreckt sich auch
auf Angaben über das Ende und den Grund für die Beendigung des
Beschäftigungsverhältnisses
 

gila

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Ich würde morgen zum SB UND zum Teamleiter wandern und mich auch einmal persönlich empären, denn ich empfinde einen derartigen Bescheid - zumal offensichtlich fehlerhaft, gerade zu Weihnachten auch einigermaßen pietätlos.

@Konstabler: Die im Arbeitsvertrag genannte umzusetzende Vertraulichkeit bezieht sich nicht auf Einsicht durch "Behörden", sondern bezieht sich auf Verschwiegenheit gegenüber Arbeitskollegen, um bei unterschiedlichen Konditionen keine Neiddebatten im Hause zu entfachen.

Das hört sich eher nach einer "Interpretation" an - jedenfalls geht aus keiner mir bekannten Gesetzesvorlage eine Differenzierung hervor, die besagt, dem einen gegenüber muss man verschwiegen sein - einer Behörde gegenüber nicht.

Da ich das als Arbeitnehmer nicht unterscheiden MUSS und nicht die Gesetzestexte studieren MUSS, kann ich mich sicherlich ganz einfach daran halten, was ich unterschrieben habe, um hier nicht in die Bedrouille zu geraten. Da kann der SB mit §§ drohen wie er mag. Zumal er alle relevanten Daten hat.

ER muss sich einer eventuellen Strafe nicht aussetzen, sondern ICH. Notfalls kann er den Arbeitgeber ja unter DRuck setzen :biggrin:

Verschwiegenheitsvereinbarung im Arbeitsvertrag, Vertragsstrafe Arbeitnehmer


Vertrauliche Angaben: Der Arbeitnehmer hat auch über vertraulich bezeichneten Angelegenheiten Stillschweigen zu bewahren. Der Mitarbeiter ist verpflichtet, Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse sowie betriebliche Angelegenheiten geheim zu halten und ohne ausdrückliche Genehmigung keinen dritten Personen zugänglich zu machen.

 

Pferdekuss

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@Konstabler und Hartzeola
Nein dieser Tippfehler ist auf meinem Mist gewachsen.
Habe eine Schreibschwäche bei GrOß uNd KlEiN, aber eigentlich nicht bei f/v den/n ect. :biggrin:

Der Arbeitsvertrag war in so fern Unbefristet das er vorläufig für die Probezeit bis 05/12 gilt und dann nach Absprache verlängert werden sollte.
Das Projekt in dem ich gearbeitet habe war nur bis 31.12.11 befristet. Danach sollte es "wenn möglich" in ein anderes fortlaufendes Projekt der gleichen Richtung gehen.
Da ich für diese Arbeit jedoch ungeeignet bin (was alle beteiligten Parteien vorher ja wussten) wurde ich halt gekündigt. Zusätzlich war ein Folgeprojekt für den direkten Anschluss vorerst nicht in Aussicht, so das ich eh Hilfebedürftig gewesen wäre.

Das ist jetzt auch nicht mehr das Problem, da ich glücklicherweise noch ein neues Jobangebot bekommen habe zu dem ich mich allerdings erst anfang Januar Vorstellen kann.

Das Problem ist jetzt ja einfach das ich ab Januar keine Leistungen mehr bekomme und dann blöd dastehe wenn es mit dem neuen Angebot nichts wird.

Deswegen die Frage ob ich direkt einen Neuantrag stellen soll oder lieber Widerspruch gegen die Einstellung der Leistungen einlege.
Mit der Rückzahlung, sollte eine Überzahlung eintreten, habe ich keine Probleme. Aber zu sagen "nö bevor da zu viel gezahlt wird geben wir lieber gar nichts" ist einfach :icon_kotz:.



@ela1953
Ja die wurden anscheinend berücksichtigt. Die Zahlen sehen jedenfalls vernünftig aus und in der Berechnung wird auf einige § hingewiesen durch die sich der Betrag verringert.
 

Hartzeola

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Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses wirst du eine Arbeitsbescheinigung von deinem Arbeitgeber ausfüllen lassen müssen. Ohne diese kannst du weder einen neuen Antrag stellen noch wirst mit dem Widerspruch Erfolg haben. Sehr warscheinlich ist, dass bei Vorlage der Arbeitsbescheinigung wird das JC deinen Arbeitsvertrag nicht mehr sehen wollen.
 

Pferdekuss

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Sooo jetzt bin ich knapp einen Monat später wieder da und bringe neue Probleme/Fragen mit.

Die Anfangssituation vom Eröffnungspost hat sich soweit fast erledigt.
Jetzt ist folgende Situation eingetreten:

26.12.11 - Weiterbewilligungsantrag wird am Empfang eingereicht, Bestätigung erhalten
...
.....
11.01.12 - Verdienstabrechnung 12/11 wird nach Aufforderung am Empfang eingereicht, Bestätigung erhalten
...
.....
.......
13.01.12 - Anruf (WTF woher haben die meine Nummer???) von der Bearbeitenden Dame das die Verdienstabrechnung 12/11 "immernoch fehlt" und was ich mit dem Satz meinen würde den ich auf einem Zettel beigelegt habe: "Die Bearbeitung des Weiterbewilligungsantrags dauert für meinen geschmack zu lange, ich sitze hier seit fast 2 Wochen ohne Mittel weil PROVISORISCH, AUF VERDACHT die Leistungen eingestellt wurden!".
Es sei immerhin kein Antrag eingegangen...
...
.....
13.01.12 - Halb 12 Mittags, extrem Sauer ins Jobcenter gefahren, am Empfang darum gebeten mit der Frau persönlich zu Sprechen und gesagt bekomen "Die ist gar nicht mehr im Haus leider" (vor 20 min. war sie es noch...:icon_dampf: Sie ist die Tage später auch nicht Erreichbar...), kurz davor jemandem die Gurgel zuzudrücken, neuen Antrag ausgefüllt und Verdienstabrechnung kopieren lassen, erneute Schriftliche Bestätigung geben lassen mit dem Hinweis "Wenn das wieder im Nirvana landet gibts richtig Ärger".

17.01.12 - Einladung von der SB Trulla, mit Beistand hingegangen, wollte mir direkt wieder eine EGV Andrehen worauf ich gesagt habe das ich die nicht Unterschreiben werde. Zumal ich immernoch keinen Bewilligungsbescheid erhalten habe und im Januar auch keine Leistungen erhalten habe, daraufhin wird sie ungehalten und versucht mir was vonwegen "schnell Eingliedern blabla" aufzutischen.
Habe nochmal versucht ihr das begreiflich zu machen "keine Leistungen von euch = keine Leistungen von mir!".
Auf die bitte mir den Gesetzestext zu zeigen der mich Verpflichtet sofort zu unterschrieben auch wenn ich keine Leistungen erhalte hat sie da Gespräch SOFORT beendet, mir vorgeworfen ich wäre immernoch unkooperativ und uns rausgeworfen.
...
.....
19.01.12 - Briefkasten ist voll, eine EGV zum unterschreiben, diverse Belege/Bescheinigungen vonwegen Rentenbeiträge und Auszahlung an den Vermittler für den Vermittlungsgutschein UND DANN NOCH EIN Bewilligungsbescheid :eek: welcher mir für den Januar noch sagenhafte 10 Euro bewilligt...:icon_lol:



Jetzt geht mir voll die Galle über. Das haben die sich schön ausgedacht!
Ich vermute aber das die Rechnung auf dem Bescheid nicht richtig ist. Leider kommen diverse Online Rechner immer auf unterschidliche Ergebnisse, also wärs super wenn sich hier jemand findet der sich mit der Berechnung der Freibeträge ect. etwas besser auskennt.

Die Daten für Unterkunft u. Heizung sowie für das Netto-Erwerbseinkommen sind soweit i.O.
Das Brutto beläuft sich auf 1085,95€.


Danke schonmal fürs Lesen, wenn die mir da was vom Pferd erzählen wollen gibts n Pferdekuss! Ansonsten, Pech gehabt.

Grüße vom Pferdekuss
 

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gelibeh

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Vielleicht schaut biddy ja nochmal drüber. Was hast Du an monatlichen Aufwendungen? Also Fahrkosten, KFZ-Versicherung, Riesterrente. Liegt das über 100€?
 

Pferdekuss

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Habe eigentlich keine weiteren Kosten, bin recht genügsam. ^^
Ich Rauche, Trinke, "Konsumiere" nicht; habe kein Mobiltelefon, kein Auto ect.
Die einzigen Fixkosten die ich sonst noch habe sind Festnetz Telefon + Internet Flat von knapp 35€.
Wenn ich wo hin muss kauf ich mir ne Tageskarte oder laufe wenns nur n paar km sind.:icon_smile:
 

Claus.

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Eine EGV soll tatsächlich sofort "angeboten" werden. Unterschreiben musst du die aber natürlich nicht. Soll sie doch einen EGV-VA draus machen. Oder du machst noch ein paar Verbesserungsvorschläge.

Bei der Berechnung habe ich keine Ahnung, wie die auf einen Freibetrag von 288,60€ kommen.
Mein Taschenrechner sagt hier sogar lediglich 255,83€. Also 100€ Grundfreibetrag + 20% von den noch verbleibenden 779,16€.
Hast du wirklich keine Versicherungen? Und die Fahrtkosten waren auch wirklich nur sehr gering? Auch mit der 20ct-pro-Entfernungskilometer-Rechnung kommst du auf keine großartige Summe?

Und wenn ich das richtig verstanden habe, hast du zum 01. Dezember noch mal volles AlgII bekommen? Dann könnte da blöderweise auch noch eine Neuberechnung anstehen.
 

Pferdekuss

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Ich versuche tatsächlich so geringe Kosten wie möglich zu haben und meide alle unnötigen Versicherungen und Verträge wie die Pest.

Zum 01.12.11 habe ich noch volle Leistungen bekommen die inzwischen auch mit der Verdienstabrechnung abgerechnet wurden. Wodurch sich eine Überzahlung ergeben hat die auch schon beglichen ist. Ich vermeide Schulden genauso wie die Verträge ect.

Zum 01.01.12 wurden die Leistungen ja komplett Eingestellt eben wegen der "Neubrechnung"...

Komme bei meinen Rehnungen zum Freibetrag auch auf unterschiedliche Summen weil ich nicht genau weiß wie der mist berechnet wird.:icon_mad:
 

Pferdekuss

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@Hartzeola

Joa so könnte man drauf kommen. Ist der § 11b SGB II Absetzbeträge Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II) auf buzer.de denn auch aktuell?

Google spuckt auf diversen seiten immer neue mutmaßliche Berechnungswege aus.
Mal sind es:
100€ bis 800€ -> 20% + 1000€ bis 1200€ -> 10%

mal sind es:
100€ bis 800€ -> 20% + 1000€ bis 1200€ -> 20%.

Hier bei buzer.de steht jetzt:
100€ bis 1000€ -> 20% + 1000€ bis 1200€ -> 10%.
 

Hartzeola

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Google spuckt auf diversen seiten immer neue mutmaßliche Berechnungswege aus.
Mal sind es:
100€ bis 800€ -> 20% + 1000€ bis 1200€ -> 10%

mal sind es:
100€ bis 800€ -> 20% + 1000€ bis 1200€ -> 20%.

Falsch, nicht mehr aktuell.

Hier bei buzer.de steht jetzt:
100€ bis 1000€ -> 20% + 1000€ bis 1200€ -> 10%.

Richtig

Man nimmt 20% bzw. 10% vom Brutto,Freibetrag abgezogen.

Bei 1000€ 100€+ 180€(20% von 900)= 280€ Freibetrag

Dieser Freibetrag wird vom Netto abgezogen
 
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