Jobcenter verbietet mir, aus Wohngemeinschaft auszuziehen. Rechtens?

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Xio84

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Hallo,

ich habe studiert und mein Studium ist nun zu Ende. Da ich noch keinen Job habe, musste ich einen Hartz 4-Antrag stellen.

Ich hatte nun das Glück, im Studium in einer kostengünstigen 2er-WG zu wohnen, wobei ich natürlich auch entsprechend wenig Platz habe in diesen Räumlichkeiten. Mein Zimmer, abgesehen von Küche und Bad, die gemeinsam genutzt werden, ist 16m² groß. Ich fühle mich sehr beengt, habe kaum Platz, mein ganzes Leben in diesem einen Raum unterzubringen und hatte mich auch sehr gefreut, dass ich nun endlich aus dieser Bude ausziehen kann. Die Harmonie in der WG ist auch nicht mehr so prickelnd. (beide haben hier einen Separaten Mietvertrag)

Ich zahle momentan ca. 210€ Miete pro Monat. Der Jobcentermitarbeiter sagte mir, bis 465€ wäre für eine einzelne Person in dieser Stadt angemessen, aber ich dürfe nich in eine eigene Wohnung ziehen, das würde das Jobcenter nicht bewilligen, außer, ich würde für mich eine Wohnung finden, die NOCH billiger ist (was kaum möglich ist), oder ich würde freiwillig den Rest der neuen Miete (Differenz zu jetzt) selbst zahlen müssen.

Ich sagte ihm, dass es in der WG nicht mehr gut läuft und man mich doch nicht zwingen könne, mit dieser Person in einer Wohnung leben zu bleiben, worauf mir gesagt wurde, das Jobcenter würde dann sagen: "Bis jetzt hat das Zusammenleben in der WG doch auch geklappt." und daher gäbe es keinen triftigen Grund ausziehen zu können.

Nur, wenn es absolut notwendige Gründe gäbe, würde ein Umzug und die Miete einer neuen Wohnung bewilligt.

Ist das so korrekt? Darf ich mir wirklich keine Wohnung im angemessenen Kostenbereich für mich alleine suchen? Darf das Jobcenter mich zwingen, auf unbestimmte Zeit in einer WG leben zu müssen?

Ich meine, hätte ich jetzt vor dem H4-Antrag eine neue Wohnung im angemessenen Kostenbereich gemietet, hätte das Jobcenter ohne zu murren bezahlt. Aber da ich jetzt noch in der WG wohnte, bin ich hier gefangen, weil die weniger als halb so teuer ist, wie eine für eine Einzelperson angemessene Wohnung?

Vielen Dank schon mal für euere Hilfe.
 

romeo1222

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Meiner Meinung nach darf das JC einem Umzug nicht widersprechen, da es ja gute Gründe für den Umzug gibt, solange diese plausibel dargelegt werden und auch wirklich zutreffend sind.

... wie einer nachhaltigen Störung des Vertrauensverhältnisses in einer Wohngemeinschaft... (vgl. dazu Piepenstock in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB II, 4. Aufl. 2015, § 22 Rn. 186 m.w.N.).“

https://sozialberatung-kiel.de/2016/08/21/sh-lsg-zu-erforderlichkeit-eines-umzuges-nach-%c2%a7-22-abs-4-satz-2-sgb-ii/
 

Xio84

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Sehen das andere auch so? Also das hilft mir jetzt hier schon sehr, aber ich möchte mich ungern auf nur eine Meinung berufen, auch wenn der Beleg gut ist.

Wie kann ich dem Jobcenter, welches sich ja sträubt, klarmachen, dass der Umzug notwendig ist? Es ist schon so weit, dass mir mein Mitbewohner physische Gewalt androht wegen Lapalien. Ich bin in meiner eigenen Wohnung ständig auf der Hut deshalb. Kann kaum mehr richtig schlafen. Ich muss dringend da raus.
 

karuso

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Ich bin der Meinung da du mit der anderen Person weder eine Bedarfsgemeinschaft noch eine Haushaltsgemeinschaft hast stehen dir die vollen m² zu laut KDU für deinen Wohnort. Der andere wird hier garnicht gerechnet was die KDU angeht. Ich glaube das Jobcenter will nur Geld sparen.Ich würde auf jeden Fall einen Anwalt hinzuziehen und mein Recht versuchen durchzusetzen. Das Jobcenter wird hier freiwillig nicht zahlen wollen.:wink::wink:
 

romeo1222

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Neben dem genannten Anwalt würde es evtl. auch noch helfen, wenn du bei deinem Hausarzt vorsprichst. Da es dich gesundheitlich sehr belastet, besteht ja die Chance das der Arzt dir dann was schriftliches gibt (von wegen, "Die derzeitige Wohnsituation ist für meinen Patienten aus ärztlicher Sicht gesundheitlich nicht förderlich, daher wird zu einem Umzug geraten").

Dieses würde dir meiner Meinung nach auch enorm helfen. Habe auch schon etliche Umzüge aus gesundheitlichen Gründen hinter mir und konnte dieses auch mit kurzen ärztlichen Schreiben belegen.
 
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