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Jobcenter-Termin am Freitag - Wer hat Tipps, wie ich in das Gespräch gehen sollte

HintermHorizont

Elo-User/in
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#1
Hallo,

ich stehe vor folgender Situation. Ich bin jetzt im 3ten Halbjahr ALG2 angekommen, bisher hatte ich mehr oder weniger "Glück" mit meinem Sachbearbeiter, inklusive Ausblick, was mir hätte blühen können, als ich eine Vertretung kennenlernen durfte. Bis zu dieser Bekanntschaft war ich ein wenig im Glauben, dass viele Menschen doch arg übertreiben, mit ihren Sachbearbeitern... Nun, man wird ja klüger.

Jene Dame hat mir damals in der "Eingliederungshilfe", was an für sich ein gewaltiger Witz anfür sich war, die Hölle heiß machen wollen, war äußerst frech, unfreundlich, arrogant und überheblich und drohte mir sofort mit einem 1-Euro-Job, weil ich in den ersten Wochen jener "Wir-lernen-Bewerbungen-Schreiben" nicht täglich 5 Bewerbungen rausgeschickt hatte. Das endete damit, dass sie mir erklärte, dass ich keinerlei Eingliederungsvereinbarung hätte und sie mir dort (wohlmerklich hatte ich jene Maßnahme noch am gleichen Tag aufs Auge bekommen, als ich den ALG2 bescheid unterschrieb!) mindestens 4 Bewerbungen pro Monat schreiben müsste.
Es war offensichtlich, dass jener neue Vertrag das Ergebnis meines "Widerstands" ihr gegenüber war und dass ich mich nicht habe Einschüchtern lassen. Sie beharrte darauf, dass ich keinerlei EGV hätte. Ich zog die ausgedruckte EGV aus der Tasche, die mir mein regulärer SA (zu dem Zeitpunkt ohne Zwangs-Bewerbung) gegeben und die ich unterschrieben hatte, schob sie ihr herüber. Das Gesicht der Dame (die noch u30 war) wurde zu einer Maske des "Oh Shit" woraufhin sie fast leise ihren Ausdruck zurückzog und vor meinen Augen zerriss. "Na wenn sie nicht wollen."
Ich erklärte ihr daraufhin, dass ich solche Verträge mit meinem regulären SA machen möchte.

Im Übrigen kam ich mir in jener Maßnahme vor, wie in der versteckten Kamera. Es hing ein Schild mit "Unsere Erfolge" an der Tür, in der mehr "Leute, die wir in Arbeit gebracht haben" Striche waren, als man glauben konnte. Wäre das der Schnitt, müssten wir wohl Leute mit Frachtschiffen importieren, um die fehlende Arbeitskraft in Deutschland zu stemmen... Gleichwohl waren jene Erfolge dann natürlich Spektakulär. So hatte ein Mitarbeiter der Maßnahme laut eigener Erzählung eine junge, verzweifelte Dame zu einem Blumenladen begleitet, dieser konnte ihr keinen Job geben, hat sie an Konkurrent X verwiesen, der an Konkurrent Y. Y war eine arme, kranke Dame, die die junge Frau sofort supernett fand, ihr einen Job gab und nach einem Jahr ihren Laden an die junge Frau wegen Frührente / Krankheit übergab / verkaufte. Vom Arbeitslosen zum Besitzer eines gut gehenden Geschäfts! Wow!

Die Realität sah so aus, dass z.B. eine Sicherheitsfirma vorstellig wurde und Jobs vergab. Zwei meiner Kollegen bekamen dann auch prompt einen Job bei jener Firma, was zwei Striche mehr bedeutet auf dem Plakat. Ein Erfolg? Nun: Die beiden hatten den wenig erbaulichen Job, Flüchtlinge, die unabwendbar zurück in ihr Land abgeschoben wurden, zu "bewachen" bzw. für Ordnung zu sorgen. Exakt jene Leute, die zurück in Bürgerkrieg, Armut und Anarchie zurückkehren müssen. Die beiden Personen, mit diesem tollen Job? Eine fast 60 jährige, superliebe "Omi" und ein gestylter, sympatischer offensichtlich schwuler türkischer, junger Mann. (Ich erwähne das mit dem schwul sein aus dem Grund, weil die Personen, die dort abgeschoben werden, zu einem nicht kleinen Teil in einer Gesellschaft sozialisiert wurden, in denen Homosexualität etwas böses, schlechtes ist) Kurzum, die beiden "in Arbeit gekommenen" hatten nichts zu lachen. Ich weiß nicht, was aus ihnen geworden ist, ich wünsche ihnen das Beste.

Nach Ende der Maßnahme, die ich immer noch für einen großen Witz mit zwar sehr sehr netten Dozenten aber völlig sinnfrei und nach 3,4 Tagen als "inhaltlich abgeschlossen" und 27 Tage rumsitzen und im Netz surfen sehen konnte, kam jedoch noch die Rache jener Dame. Mein SA sah mich an, als wäre er mein Bewährungshelfer und hätte die Empfehlung bekommen, mich zu teeren, federn und dann aus der Stadt zu jagen. Er hätte einen "sehr langen und ausführlichen und sehr negativen" Bericht erhalten von seiner Kollegin. Als ich anmerkte, dass ich mit ihr nicht klarkam, sie sehr unhöflich, laut und überheblich gewesen sei, erklärte er mit schiefem Grinsen: "Frau X ist eine unserer besten Mitarbeiter!" Bis heute weiß ich nicht genau, ob das sein Ernst war, oder Sarkasmus. Als ich ihn fragte, was sie gesagt hätte, erklärte er mir, dass die Frau gesagt hätte, ich hätte keinerlei Bewerbungen verfasst und es wohl auch nicht vor. Ich hatte in jener Zeit 15 Bewerbungen geschrieben. Offenkundig hat die Frau in ihrem Bericht eiskalt gelogen.

Jetzt muss ich in 4 Tagen zum Jobcenter, was insoweit nichts ungewöhnliches ist, da ja ein neuer Bewilligungszeitraum angefangen hat. Das letzte mal hatte ich ein recht normales Gespräch mit meinem SA, der teils hat durchblicken lassen, dass er nicht möchte, dass ich in 5 Jahren noch hier sitze, wie einige seiner Klienten.
Damals bekam ich eine neue EGV, mit moderaten 3 Bewerbungen pro Monat und der Vereinbarung, wenn ich ein Dutzend zusammenhabe, ihm per Post die Ablehnungen oder wenn keine da wären, die Anschreiben als "Beweis" zu schicken. Das habe ich getan, dafür bekam ich auch die postalische Quittung, mir die Unkosten dafür zu erstatten. Soweit, so gut.

Jetzt habe ich natürlich Panik, dass er mir nach dem ersten Jahr "Nicht-Erfolg", in dem jene "Sofortmaßnahme" die geradezu lächerlich sinnfrei in ihrer Länge war (im Sinne der realen Nutzbarkeit) das einzige war, wo sich die Arge um mich gekümmert hat, einen jener "Das-hast-du-davon" 1-Euro-Jobs zu bekommen.

Meine Frage(n) wären nun:
1. Wenn ich einen 1-Euro-Job Vertrag vorgelegt bekomme, muss ich ihn ja nicht sofort unterschreiben, sondern kann ihn in Ruhe mit nach Hause nehmen. Wie lange habe ich Zeit, darüber "nachzudenken" und ab wann kommt der Verwaltungsakt? Muss ich, wenn dort z.B. steht, dass es am 1.12.16 losgeht, auch dann antanzen, wenn ich noch nichts unterschrieben habe? Oder kann ich solange mit Antritt warten, bis der "Verwaltungsakt" einflattert?

2. Muss / Sollte ich mich auf die Eventualität vorbereiten, indem ich z.B ein Dokument vorbereite, in dem ich den SA bitte, mir schriftlich zu erklären, was a) meine Tätigkeiten sein werden b) die Wochenstundenzahl c) die Unbedenklichkeitsbescheinigung dass es sich um einen zusätzlichen Job handelt? Oder sollte ich jenes Dokument nach Erhalt und "Ich muss mir das überlegen" per Post schicken?

3. Ab wann / welchem Zeitraum ist ein 1-Euro Job "angemessen"? Ich bin jetzt seit 1 Jahr in ALG2, mein drittes "Halbjahr" fängt nun an. Ich weiß, dass innerhalb von 5 Jahren nur 2 Jahre 1-Euro-Job erlaubt sind, aber ich habe bisher noch nichts gefunden, ab welcher Zeit im Bezug man so etwas aufgedrückt bekommen kann.

4. Mir ist bekannt, dass man in so einem Job nicht länger als 30 Stunden arbeiten darf. Gleichwohl wäre das für meine persönlichen Verhältnisse lange genug, um mich zu "schlauchen".
Das mag für die Vollzeitarbeitenden ein Treppenwitz sein, aber meine physische und psychische Konstitution ist nicht so "robust" wie bei anderen. Das habe ich in jenen 30 Tagen in der "Maßnahme" gemerkt, bei denen ich quasi Zombie-Mäßig heimkam, was gegessen habe, noch ein paar stunden auf der couch gelegen habe, um dann ins Bett zu kriechen, um früh aufzustehen.

Der Knackpunkt ist: Ich bin niemand, der faul zuhause sitzt und wartet, bis das nächste Geld auf dem Konto ist, um shoppen zu gehen. Ich bin Freiberufler im kreativen Bereich, was das Amt auch weiß. (Immerhin bekommen sie von mir eine Aufstellung meiner Einnahmen) Das war bisher knapp unter der "Das ist zu viel, wir verrechnen einen Teil" Grenze, meine neuste "Schätzung" war auch recht gering, was sich aber atm als "gottseidank viel zu pessimistisch" herausgestellt hat.
Kurzum, ich arbeite und ich schätze, dass von meinem ALG2 Bezug etwa 30-50% im nächsten "Abschnitt" mit meinen Einnahmen verrechnet werden wird. Bekomme ich einen drögen 1-Euro Job, seien es auch nur 6 stunden Arbeit, plus 2,3 Stunden Fahrt (ich wohne in einer Kleinstadt, wenn der Job nicht hier wäre, wäre es ziemlich aufwändig mit Bus+Bahn zu fahren) bin ich am Ende des Tages müde und kaputt und mein Nebenverdienst geht wohl steil nach unten. Ich brauche, um kreativ zu arbeiten, eine psychische Ausgeglichenheit, die ich nach anstrengender Arbeit, langem Stehen oder stumpfer Arbeit eben einfach nicht mehr habe.

Schlussendlich käme bei mir definitiv "weniger" Geld am Monatsende im Geldbeutel an, was also den "Aber dank dem 1-Euro-Job haben sie mehr Geld, wir tun ihnen damit was gutes!" Argument wohl hinfällig wäre. Auch wäre meine Eigenständigkeit damit wohl in Gefahr, weil wenn ich nicht weiterarbeite, sich die Sache natürlich erledigt und alle "Erfolge" dann müssig wären. Ich arbeite auch gerne Abends / Nachts, was ebenfalls hinfällig wäre, wenn ich um 6 Uhr aufstehen muss.

Kurzum: Gibt es ein paar Ratschläge oder Hinweise, wie ich am Freitag in das Gespräch gehen sollte? Was tun, wenn ich den 1-Euro-Job-Wisch über den Tisch geschoben bekomme?

lg & danke
 

yukiko

Elo-User/in

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#2
AW: 1-Euro Job möglich - Panik, Panik, Panik!

Hallo HintermHorizont,

wie du selbst deinen Beitrag betitelt hast PPP :icon_mrgreen: hör einfach auf damit, dir über ungelegte Eier das Hirn zu zermartern. Für jedes Mittel gibs ein Gegenmittel, wie meine Omma schon sachte..

Also das Wichtigste ist, dass du dir für Freitag nen möglichst seriös und ernst-guckenkönnenden Beistand besorgst, der einfach und ausführlich das ganze "Gespräch" genau mitprotokolliert. Hör dir "einfach" "interessiert" und mit großen Augen an, was dein Sbchen da am Freitag für ne Waschmaschine verkaufen möchte.

Zwischendurch darf dein Beistand sich auch mal "räuspern" und ab und zu sagen "wie bitte, können sie das nochmal wiederholen?" während er mitprotokolliert.

Und DU hörst einfach nur gespannt und nickend zu, so als ob dein SBchen da gerade die Erleuchtung der Welt gefunden hätte und du das alles ganz toll und aufregend finden würdest. Und sicherlich nimmst du alle Schriftstücke dankbar und freudig lächelnd entgegen - während du weiterhin lächelnd dein SB mit den Augen fixierst und blitzschnell sämtliche Zettel in deinen Rucksack wandern lässt.

Auf latent "irritierte" Blicke und Worte sagst du nur höflich, schön, vielen Dank, ich finde das sehr interessant. Und ich werde mir das in Ruhe zu Hause durchlesen und mich dann wieder bei Ihnen melden. PUNKT. Mehr nicht.

Wenn sie rumzetert "SIE MÜSSEN DAS JETZT UNTERSCHREIBEN SONST SANKTION" oder Ähnliches Bedrohungsszenario, bleibst du völlig ruhig und unterbrichst dein Lächeln NICHT sondern tust so, als hätte sich dein Hörgerät im Ohr zwischenzeitlich verabschiedet.

Dein Beistand protokolliert ja weiterhin fleissig still mit. Und du sagst einfach nur "danke, das ist schön, ich finde das sehr interessant". Also die Schallplatte mit Sprung :wink:

So gewappnet könnte der Freitag eine allseits erquickliche Erfahrung werden... :popcorn:

Und dann meldest du dich am Freitag mit deiner "Ausbeute" wieder hier im Forum :icon_smile:
 

0zymandias

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#3
AW: 1-Euro Job möglich - Panik, Panik, Panik!

3. Ab wann / welchem Zeitraum ist ein 1-Euro Job "angemessen"?
[...]
Kurzum: Gibt es ein paar Ratschläge oder Hinweise, wie ich am Freitag in das Gespräch gehen sollte? Was tun, wenn ich den 1-Euro-Job-Wisch über den Tisch geschoben bekomme?

lg & danke
Es geht nicht nach Zeit. Die AGH muss Dir helfen und es muss das letzte Mittel sein, dass Dir helfen kann, also muss vorher unbedingt etwas Anderes gemacht worden sein, z.B. eine Weiterbildung.
Die Dauer der Arbeitslosigkeit spielt dabei keine Rolle.

Pack nicht so viel in den Termin herein.
Schriftliches mitnehmen, hier einstellen, in Ruhe nachdenken. Nicht vor Ort entscheiden/unterschreiben.

Vor Ort bist Du nur zur Information, also viiiiele Fragen stellen, wie z.B. Dich das in Arbeit bringen soll, ob das wirklich zusätzlich ist oder man dann den Zoll auf den Fersen hat, ob mit der AGH nicht lokale Kleinunternehmen bzw. Arbeitsplätze gefährdet werden, ... :wink:
 

Curt The Cat

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#4
AW: 1-Euro Job möglich - Panik, Panik, Panik!

Moinsen HintermHorizont,

erstmal willkommen hier im Forum.

Aber auch Dir, als Newbie hier, möchte ich die Forenregel #11 ...

11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit Überschriften wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder 1-Euro Job möglich - Panik, Panik, Panik!, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
... für die Zukunft wärmstens ans Herz legen!

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 110! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 
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