Jobcenter rechnet erst fiktives Einkommen an, setzt dann Frist - was kann ich noch tun? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Petite Biscuit

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Guten Abend,

kurz zur Fallschilderung:

Seit circa einem Monat habe ich einen Minijob auf 450 Euro-Basis. Gleich am selben Tag nach der Jobzusage habe ich persönlich meinem zuständigen Jobcenter per VÄM Bescheid gegeben. In der VÄM war nicht nur der Stundenlohn aufgelistet, sondern auch gleichzeitig ein Schreiben meines Arbeitgebers in Kopie hinzugefügt, in dem stand, dass eine Lohnabrechnung erst Anfang des nächsten Monats nachgereicht werden kann.

Danach machten die Leute in der Leistungsabteilung alles falsch, was man in dem Fall nur falsch machen kann:

1. Einige Tage danach wurde ich schriftlich aufgefordert, bis zu einem völlig unrealistischen Datum (nämlich fünf Tage vor Ende Oktober) eine Lohnabrechnung und meinen Arbeitsvertrag einzureichen.

2. Gleichzeitig mit dem in Punkt 1 genannten Schreiben wurde der aktuelle Bescheid aufgehoben, mir wurden die vollen 450 Euro angerechnet, anstatt die oben gesetzt Frist verstreichen zu lassen.

3. Ich gab den geschwärzten Arbeitsvertrag ab (Tipp aus dem Forum hier) und bat gleichzeitig um eine neue Frist, da ich erst Anfang November eine Lohnabrechnung bekam.

4. Gnädigerweise wurde mir eine Frist für den zweiten November gewährt.

Jetzt behalten die meinen Freibetrag ein und lassen sich mit der Auszahlung und dem geänderten Bescheid Zeit. Dadurch habe ich, trotz dass ich arbeiten gehe, 120 Euro zuwenig. Ich bin stocksauer. Da hat man endlich nach einigen Jahren und vielen hundert Bewerbungen Etwas gefunden und dann das. Inzwischen wollen die natürlich auch bei der Weiterbewilligung die Kontoauszüge haben, das Schreiben kam diese Woche.

Was ich bisher gemacht habe:
Gegen den Bescheid habe ich letzte Woche Widerspruch eingelegt, mit der Begründung, dass meines Erachtens erstmal die Frist verstreichen muss und dann entweder nach dem Zuflussprinzip oder ein fiktives Einkommen verrechnet wird.

Bin am Überlegen, jetzt diese Woche abzuwarten und denen in der Leistungsabteilung eine Frist zu setzen. Sollte diese Frist auch ergebnislos verstreichen, wende ich mich an deren Teamleitung, aber nur dann. Was kann ich, außer dem, noch machen? Bräuchte einen Denkanstoß, bin zurzeit eher ratlos und wütend über diese Sache.

Danke im Voraus, viele Grüße,

Petite Biscuit
 

ZynHH

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Gleich am selben Tag nach der Jobzusage habe ich persönlich meinem zuständigen Jobcenter per VÄM Bescheid gegeben
Warum?

Wann war arbeitsbeginn, wann hast du das erstemal gearbeitet, und wann hast du dem jc Mitteilung gemacht. Tag und Monat bitte .....

Warum verhaltet ihr euch so? Ihr seid kein Eigentum des jc...

Gab es bei Meldung ans jc einen unterschriebenen Arbeitsvertrag?
 

Petite Biscuit

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Wann war arbeitsbeginn, wann hast du das erstemal gearbeitet, und wann hast du dem jc Mitteilung gemacht. Tag und Monat bitte
Bescheid wusste ich am 04.10, da gab ich die Meldung raus (um unnötigen Ärger zu vermeiden). Arbeitsantritt war am 10.10.

Gab es bei Meldung ans jc einen unterschriebenen Arbeitsvertrag?
Nein, den hatte ich erst am 10.10.
 

Helga40

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Das JC handelt nach den Vorgaben der Bundesagentur. Danach hat nach Aufnahme einer Arbeit mit noch unbekanntem Einkommen oder Einkommen in wechselnder Höhe gem. § 48 SGB X eine Aufhebung der bis dato endgültigen Bewilligung für die Zukunft zu erfolgen und die Leistungen sind dann nach § 41a SGB II vorläufig (mit einem prognostizierten Einkommen) neu zu bewilligen.

Nach § 41a Abs. 2 Satz 2 SGB II kann dabei der Erwerbstätigenfreibetrag ganz oder teilweise unberücksichtigt bleiben. Der Grundfreibetrag ist aber zu berücksichtigen.

Kannst du den neuen Bescheid mal einstellen?
 

Regensburg

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Ich habe exakt den gleichen Problem:

20.10.2017 - Fr. - Arbeitsvertrag bis max. 450 € unterschrieben
23.10.2017 - Mo. - Nebenjob dem JC gemeldet. Formlos ohne Arbeitsvertrag.
24.10.2017 - Die. - erstes mal gearbeitet.
27.10.2017 - Fr. - Vorläufiger Bescheid mit 280 € / Monat Aufrechnung bekommen.
30.10.2017 - Mo. - Widerspruch mit Fristsetzung bis 16.11.2017

17.11.2017 - Fr. - sollte es nix passieren bin ich beim SG
 

Hyena

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Das kann ich toppen:

Arbeitvertrag und Bescheinigung über Stücklohn von 0,20€ für Austragen von Flyern.

Obwohl ich mehrere Monate dem Jobcenter Nachweise über
a.) Menge im Monat höchstens 800 STÜCK
b.) Kontoauszüge zum Zufluss +/- 160€

wurde mir trotzdem 450€ berechnet satt der 160€.

Als ich dann gucken musste ich wie alles bezahle, und ich mehr als 1x angab, dass ich für 450€ an die 2250 Stück Flyer austeilen müsste - hab ich mich dann von meiner Teamleitung aufkündigen lassen. Weil nicht nur das Austragen mir auf die Gesundheit schlug, sondern das JC da noch kräfig einen drauf setzte -.-*

----
Zurück zum Thema:

Dann kann leider ein paar Tage dauern. Aktuell sind überall Leute krank. Man wird dir wahrscheinlich für 1/2-1 Jahr dann erst Mal einen "vorläufigen" Bescheid erteilen, mit nicht mehr ganz so hohen Einkommen.
es ist für die einfacher Geld nachzuzahlen als von dir zurück zu verlangen - zumindest macht das die Erfahrung bei denen.
 

Regensburg

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Das kann ich toppen:
Eigentlich nicht, weil in allen, inzwischen hier 3 Fällen gibt es nur ein Nenner: JC geht davon aus, das man die 450 € auch tatsächlich verdient.
wurde mir trotzdem 450€ berechnet
Wie uns auch....
hab ich mich dann von meiner Teamleitung aufkündigen lassen.
Dieses möchte ich mit meinem Widerspruch (eventuell mit aW) vermeiden.
Ich bin froh das ich etwas habe.
 

Petite Biscuit

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Kurzes Update:

Es hatte etwas gedauert, bis ich alles zusammengetragen habe. Daher kommt mein Beitrag/Update erst jetzt.

Die Fahrtkosten werden auf meiner Lohnabrechnung ausgewiesen (aus steuerrechtlichen Gründen für meinen AG), zusätzlich lasse ich mir nicht die vollen 450 Euro auszahlen, sondern davon gehen noch ein paar Euro für die Rentenversicherungsbeiträge ab (das habe ich so entschieden, für die Zukunft).

Die Leistungsabteilung verrechnet die Fahrtkostenerstattung deswegen als Einkommen an, da diese auf der Lohnabrechnung mit angegeben werden. Zusätzlich verwirrt es die Leute in der Abteilung, dass sie bei mir nicht die Pauschale ansetzen können, sondern durch die RV-Beiträge mit krummen Beträgen rechnen müssen. Weil sie aber trotzdem die 450 Euro voll anrechnen, habe ich gegen die falschen zwei Bescheide jeweils einen Widerspruch eingelegt.

Letzte Woche habe ich mich bei der Arbeitslosentelefonhilfe deswegen beraten lassen. An sich war das mit den Widersprüchen meinerseits richtig, ich hätte jedoch abwarten sollen, bis sich die richtige Arbeitsweise in der Leistungsabteilung auch bei den zuständigen Leuten einpendelt. Es sei eher unüblich, dass man als Elo die Fahrtkosten erstattet bekommt - genauso wie das mit den Rentenversicherungsbeiträgen. Das würde eher selten der Fall sein, deswegen bekomme ich im Moment weniger ALG II als wenn ich nicht arbeiten gehen würde.

Zwischendurch verlangte das Jobcenter für die Fahrtkostenerstattungen auch noch Kopien der Bar-Quittungen von meinem Arbeitgeber. Die haben sie auch bekommen. Natürlich ist über die Feiertage und den Jahreswechsel nicht zu erwarten, dass sich da noch etwas Großartig tun wird.

So muss ich also erstmal abwarten.
 
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