Jobcenter muss höhere Wohnkosten übernehmen - Besuche der erw. schwerstbehinderten Tochter (1 Betrachter)

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P

Pichilemu

Gast
Auch wenn ich die Entscheidung an sich begrüße, frage ich mich wirklich, wo das noch hinführen soll, wenn jetzt schon der Besuch von erwachsenen behinderten Kindern zu einer temporären BG führt. Dann wird man sich in Zukunft vor den Sozialgerichten darum streiten, wie behindert man sein muss, um noch als "Kind" im Sinne der Regelungen zur temporären BG zu gelten und ab wieviel Tagen Besuch im Jahr eine temporäre BG gerechtfertigt ist. Das wird nur zu unendlichem Chaos führen.

Da sollte eine klare und eindeutige gesetzliche Regelung her.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Da sollte eine klare und eindeutige gesetzliche Regelung her.
Wann macht der Gesetzgeber denn schon klare und eindeutige Gesetze, außer bei seinen Geldeinnahmen?
Da ist überall ermessen und schwammige Formulierungen drin. Keiner weiss genaues.
 

gila

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Auch wenn ich die Entscheidung an sich begrüße, frage ich mich wirklich, wo das noch hinführen soll, wenn jetzt schon der Besuch von erwachsenen behinderten Kindern zu einer temporären BG führt. Dann wird man sich in Zukunft vor den Sozialgerichten darum streiten, wie behindert man sein muss, um noch als "Kind" im Sinne der Regelungen zur temporären BG zu gelten und ab wieviel Tagen Besuch im Jahr eine temporäre BG gerechtfertigt ist. Das wird nur zu unendlichem Chaos führen.

Da sollte eine klare und eindeutige gesetzliche Regelung her.
Eigentlich "schade", dass du als selbst wohl (wie du hier immer wieder erzählt hast) "beeinträchtigter" Mensch so VORSCHNELL urteilst, statt FROH zu sein, dass gewisse Rechte und "Vorteile" durchgesetzt werden konnten.

Dieser Sachverhalt ist - wie alle Sachverhalte - immer SEHR GENAU zu lesen.

Die Tochter ist SCHWERSTBEHINDERT - das möchte keiner von uns sein oder haben ...
sie benötigt einfach dann ein eigenes Zimmer - dieses ist DA - nur dass eben die Miete der Wohnung über der Richtlinie liegt und die Mutter bei Fehlen des Betrages dann umziehen müsste.
Auch müsste das JC dann den Umzug und alles bezahlen - wo sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellt.

Ich finde, man kann froh sein über so ein Urteil, und hoffen, dass hier noch mehr Ausweitung auf derart
"prekäre" und schwierige Verhältnisse stattfindet.
Wenn sich der Staat schon nicht zu einem vernünftigen Regelsatz oder auch bedingungslosem Grundeinkommen entschließen kann - muss man auf andere Weise alles nur erdenkliche tun, um mehr "soziale Gerechtigkeit" zu erlangen.

Schließlich stellt sich (vielleicht auch für dich?) die Frage: WIESO müssen unsere behinderten Mitmenschen, erwachsene Kinder, die eben NICHT erwerbsfähig sein KÖNNEN noch damit "bestraft" werden, dass sie IHR GANZES LEBEN mit einem unzureichenden "Existenzminimum" ihr Dasein fristen müssen?

Ist doch nicht einzusehen, dass die das gleiche bekommen, wie erwerbs-FÄHIGE, gesunde Menschen, für die aber nur keine Jobs vorhanden sind - die sich jedoch teilweise auf verschiedene Art und Weise eher "behelfen" können.

Also "ich" hole für meine Tochter mit psych. Beeinträchtigung alles raus, was geht, damit sie ein selbstbestimmtes Leben führen kann UND auch TEILHABEN kann am "normalen" Leben - nicht zu Hause sitzen und den Regelsatz "abfeiern".
 
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