Jobcenter-Logik

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derSchatten

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Hab seit dem 1.8. n Minijob. Bin halbwegs zufrieden damit, und hoff(t)e, so nach und nach in einen vernünftigen Arbeitstakt zu kommen.

Hatte nun am Donnerstag n Termin bei meiner neuen Sachbearbeiterin im Jobcenter, die nichts besseres zu tun hatte, als mich, ab 1.9. in ne Maßnahme (laut, mir nur gezeigter, Flyer-Kopie, überwiegend Bewerbungstraining) zu stecken; natürlich am anderen Ende der Stadt, mit einer Fahrzeit von 1 Std pro Strecke.
Das Ganze für 6 Monate (Teilzeit), und mit dem Ziel, mich wieder in eine sozialversicherungspflichtige (Teilzeit-)Arbeit zu bringen.
Problem nun: Beides gleichzeitig funktioniert nicht... (sieht das Aa, bzw die Sachbearbeiterin natürlich nicht so)

Also entweder tauch ich nach 1-2 Wochen völlig ausgebrannt bei meiner Psy-Doc auf, die mir bescheinigt, dass beides gleichzeitig mich überfordert bzw (für mich) nicht schaffbar ist, und ich somit aus der Maßnahme rauskomme, oder ich muss meinen Arbeitgeber bitten, mir zu kündigen (weiß nicht, ob ich n Minijob sanktionsfrei selbst kündigen kann) ^^

Dummerweise hab ich, doof wie ich bin, die EGV unterschrieben :icon_neutral:(doof bleibt doof); nach einem unauffällig platzierten "Wurden Sie eigtl schonmal sanktioniert?", als ich zögerte...
Allerdings zeigte sie mir dann auch indirekt n Ausweg: "Wenn Sie das irgendwie überfordert, brauch ich da was schriftliches... Gesundheit geht vor."

Habt ihr noch irgendwelche Tipps, nachdem das Kind nun schon in den Brunnen gefallen ist?
 

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Texter50

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Wie lang bissu vonner Haustür (Deinem Zuhause) bis zum MT-Hempel-Eingang unterwegs?
Da könnte, wenn ich mich nicht irre, die Zumutbarkeit greifen.
In dieser Richtung würde ich mal weiter forschen... :biggrin:

Zitat: SGB III § 121 Zumutbare Beschäftigungen

(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab.
 

gelibeh

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oder ich muss meinen Arbeitgeber bitten, mir zu kündigen (weiß nicht, ob ich n Minijob sanktionsfrei selbst kündigen kann) ^^
Natürlich nicht kündigen, denn das gibt eine Sanktion, weil Du Deine Bedürftigkeit erhöhst. Dann lass Dir mal schriftlich von dem SB geben, dass Du Deinen Minijob wegen der Maßnahme kündigen sollst und Dir deshalb keine Sanktion droht.
Fordere das Schreiben schriftlich an und sabbel Dich da nicht mit dem SB ab.

Edit:
Habt ihr noch irgendwelche Tipps, nachdem das Kind nun schon in den Brunnen gefallen ist?
Nichts sofort bei Tertia unterschreiben!!!!!! Steck die Unterlagen schnell ein und sage dann, dass Du alles in Ruhe prüfen wirst. Bleib da hartnäckig.
 

nightangel

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Ich häng mich mal rein da ich die Verhältnisse von DerSchatten auch kenne.
Arbeitszeiten sind wohl eher flexibel, ist ein Hausmeisterjob. Also immer dann wenn was anfällt muss es gemacht werden.

Aber es kann doch auch nicht richtig sein das weder in der EGV noch in der Zuweisung was steht was in der Maßnahme gemacht wird, wo der Sinn liegen soll und auch keine Uhrzeit wann er am 01.09. da erscheinen soll.
Die SB müsste doch zumindest was festgehalten haben was das für eine Maßnahme ist, was dort gemacht wird, an wievielen Tagen die Woche und zu welchen Uhrzeiten die stattfinden soll.
 

Dagegen72

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ok - EGV unterschrieben (das nächste Mal nicht mehr)

in einer EGV-VA würde die Maßnahme aber auch drin stehen, so man dem SB eine Maßnahme nicht ausreden konnte und sie entspr. nicht mehr erscheint, falls sowas je möglich ist - aber wo ist das Problem?

Maßnahme-Unterlagen einfach nicht unterschreiben, das ist nicht sanktionierbar und dann wollen die dich auch nicht mehr, Aufwand hat man halt trotzdem. Am besten du sagst gleich am ersten Tag: du nimmst teil aber unterschreibst nichts, kannst das Risiko nicht überblicken (= Mitwirkung, aber ohne Unterschrift = tschüss)


oder stehe ich gerade auf dem Schlauch?

im Fall des Falles: wenn du nicht magst, brauchst du einen Lebenslauf mit deinen persönlichen Daten NICHT vorlegen in der Spaßnahme, gibt ein Urteil zu

und: keine Schweigepflichtsentbindung vom Arzt an den SB = Sache vom ärztlichen Dienst, das zu erstellen ob du tauglich usw. - auch bei Drohungen nicht einschüchtern lassen, der Datenschutz ist auf deiner Seite
 

ZynHH

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Jobcenter und Logik widersprechen sich schon grundsätzlich....
 
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Mit Verpflichtung den Maßnahme-Wisch im Lebenslauf zu verankern - Wie zum Teufel kann man sowas unterschreiben?
 

AnonNemo

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Hallo derSchatten,

prüfe doch auch mal, ob die Maßnahme überhaupt wegen der benötigten Pendelzeit (deine Wohnungstür bis zum pünktlichen Schulungsbeginn & Schulungsende bis zu deiner Wohnungstür) zumutbar ist!
Ziehe in deine Prüfung auch den ÖPNV mit ein!!! Für eine schlechte Anbindung - mit den entsprechend notwendigen Wartezeiten :wink: - bist nicht du verantwortlich!!

@Texter50:
Wo hast du denn diesen "alten" Zumutbarkeitsparagrafen ausgegraben?
Der ist, schon seit einiger Zeit, als § 140 SGB III neu nummeriert worden.

AnonNemo
 

derSchatten

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ok - EGV unterschrieben (das nächste Mal nicht mehr)

in einer EGV-VA würde die Maßnahme aber auch drin stehen, so man dem SB eine Maßnahme nicht ausreden konnte und sie entspr. nicht mehr erscheint, falls sowas je möglich ist - aber wo ist das Problem?
Was ist eine EGV-VA?
Maßnahme-Unterlagen einfach nicht unterschreiben, das ist nicht sanktionierbar und dann wollen die dich auch nicht mehr, Aufwand hat man halt trotzdem. Am besten du sagst gleich am ersten Tag: du nimmst teil aber unterschreibst nichts, kannst das Risiko nicht überblicken (= Mitwirkung, aber ohne Unterschrift = tschüss)
^^ Da bin ich ja mal gespannt, ob das so funktioniert...
Was genau meinst du mit "Risiko nicht überblicken"?


und: keine Schweigepflichtsentbindung vom Arzt an den SB = Sache vom ärztlichen Dienst, das zu erstellen ob du tauglich usw. - auch bei Drohungen nicht einschüchtern lassen, der Datenschutz ist auf deiner Seite
Das ist wieder n Thema für sich... Die Vorvorgängerin meiner aktuellen SB hatte sowas schon... Bin seit Jahren auf 3 bis max 6 Std arbeitsfähig geschrieben (2 voneinander unabhängige Gutachten; letzteres mit Urteil: "voraussichtlich auf Dauer"); weshalb die zuletzt versucht haben, mich in ne teilweise Erwerbsminderungsrente zu schicken... Da spielte der Gutachter der Rentenversicherung aber nicht mit, der mich für "mindestens 6 Std täglich" arbeitsfähig hielt. Und natürlich folgte die RV deren Gutachter...
Na ja, und damit kam ich dann wieder in die Mühlen des Jobcenters... :(
 

derSchatten

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Hallo derSchatten,

prüfe doch auch mal, ob die Maßnahme überhaupt wegen der benötigten Pendelzeit (deine Wohnungstür bis zum pünktlichen Schulungsbeginn & Schulungsende bis zu deiner Wohnungstür) zumutbar ist!
Ziehe in deine Prüfung auch den ÖPNV mit ein!!! Für eine schlechte Anbindung - mit den entsprechend notwendigen Wartezeiten :wink: - bist nicht du verantwortlich!!
Inkl Umsteigewartezeiten und Fußwegen ne Std pro Strecke...
Den pünktlichen Schulungsbeginn muss ich da ja erstmal erfragen; SB konnte mir dazu nix sagen... Und, wie nightangel schon schrieb, für morgen gar keine Anfangszeit... ^^
 

AnonNemo

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Die Pendelzeit beinhaltet nicht nur die Umsteigewartezeiten sondern auch die Wartezeit bis zum Schulungsbeginn!

Falls du, durch einen schlechten Fahrplan, gezwungen bist 10-30 Min. vor dem "Schulungsraum warten" (wohl eher, um unnötigen Fragen auszuweichen, auf dem Weg von der Haltestelle zum Schulungsraum verbummeln) zu müssen ...

Zusätzlich musst du auch die kürzere Pendelzeit bei einer Teilzeitmaßnahme berücksichtigen. Vergleiche es mit dem Zitat im Beitrag #2 von @Texter50.

Dadurch könnte die Maßnahme, wegen zu hoher Pendelzeit, unzumutbar sein.

EGV-VA = Eingliederungsvereinbarung per Verwaltungsakt. D. h., ein vom Amt einseitig erlassener Bescheid/Akt.
 
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