»Jobcenter legen es bewußt darauf an, abzuschrecken«

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wolfmuc

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.. ging mir auch so - habe min. 1 Jahr zu spät angemeldet ....

lg
 

jockel

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Wie soll der freiwillige Leistungsverzicht funktionieren, wenn man als hilfebedürftig gemachter Erwerbsloser auf das Alg II und die KuG angewiesen ist?

Diese Simulationsrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zum freiwilligen Leistungsverzicht ist an den Haaren herbeigezogen.

Die Begründung Unwissenheit oder Scham ist lächerlich primitiv und wenig glaubwürdig.
 

Erolena

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Freiwilligen Verzicht gibt es bei vielen Sozialleistungen, beispielsweise auch beim Wohngeld, bei der Grundsicherung im Alter oder früher schon bei der Sozialhilfe.

Neben Unwissenheit und Scham habe ich noch etwas anderes erlebt. Inzwischen gibt es ja viele Menschen, die schon früher Erfahrungen mit dem HartzIV-System gemacht hatten. Einige Selbständige sagten mir, sie gehen um keinen Preis zurück zum Jobcenter (obwohl ihr Geld schon lange nicht mehr reicht). Ich war betroffen, zu sehen, wie sie sich aufreiben. Ich befürchte, wenn sie noch lange so weitermachen, werden sie sich seelisch völlig erschöpfen (noch bevor der Stress mit dem Jobcenter beginnt).
 
E

ExitUser

Gast
Ich habe auch schon verzichtet. Mir war mit drei Pflegefällen, zwei Jobs und die Aufnahme einer geschiedenen Verwandten das Theater mit dem JC dazu einfach zuviel geworden. Das hätte ich nicht mehr weiter gepackt....

LG von B.
 

BibiBlocksberg2009

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Schon bei der Antragsstellung wird vorausgesetzt, dass der eLb sich intensiv mit dem SGBII. und seinen Rechten auseinander gesetzt hat - sonst ist er verloren bzw. wird über den Tisch gezogen.
Vom Jobcenter ist nicht erwarten, dass sie den eLb vernünftig aufklären.
Die Devise heißt "Gelder sparen" und "Abwimmeln".
Und manche Jobcenter brüsten sich sogar mit diesen Einspar-Erfolgen in der Öffentlichkeit. :icon_twisted:
Menschenverachtender geht es wohl kaum noch !

Auch das Thema der sog. "Beratungspflicht" erzeugt ja bei mir regelmäßig Schaum vorm Mund.
Ich habe bisher kein einziges Gespräch erlebt, wo Fragen zufriedenstellend beantwortet werden konnten.
Da wird herumgedruckst, die Kollegin aus dem Nachbarzimmer geholt, auf den Teamleiter verwiesen und schlichtweg eingestanden: "Das wissen wir auch nicht!" oder "Sie erwarten zu viel von uns" :icon_eek:.
Die eigentliche Arbeit erledigen externe Beratungsstellen oder so etwas wie das ELO-Forum.

Und wie schreibt es z.B. der Sozialdezernent aus Münster heute Morgen?
"Unser Selbstverständnis muss es sein, den Menschen ihre Rechte zu vermitteln“, betont Sozialdezernent Paal den Anspruch an die eigene Verwaltung. „Das ist unser Job."
Studie zu Sozialleistungen : Westfälische Nachrichten (02.07.2013)

Da kann man doch nur wiehern. :icon_lol:
Auf den Ämtern passiert tagtäglich genau das Gegenteil.
 

spin

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Die Job-Center, ehemals ARGEn, ehemals Arbeitsagenturen, ehemals Arbeitsämter mutieren zu Leistungsverweigerungs-Centern. Mittlerweile sind die hochgradig darauf trainiert, lLeistungen abzuwehren. Wer mitspielt, behält seine Arbeit als Sachbearbeiter. So werden alle erpresst.
 

gelibeh

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Die Bezeichnung Arbeitslosengeld 2 ist bestimmt nicht zufällig gewählt worden. Denn ich wette, viele glauben, nur Unterstützung zu bekommen, wenn sie arbeitslos sind.
 

spin

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Gute Überlegung. Manipulation ist alles.
 

Anna B.

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Hallo,

mein Schwager ist kleiner selbständiger Handwerker...das Geld reicht kaum..
meine Schwester verdient knapp im Monat etwas dazu...als Aushilfe..knapp

sie haben einen Sohn, der Schwerbehindert ist und in einer Behindertenwerkstatt "arbeitet"...

eigentlich hätten sie auch Ansprüche auf Zuschuß aus ALG II...

aber sie weigern sich: bin doch nicht doof, die schikanieren doch eh nur..

also wird weiterhin sparsam gelebt, der Schwager arbeitet trotz 59 Jahren und Schwerbehinderung von GDB 40 sowie Anerkennung Berufskrankheit weiter...weil eine Rente nicht zum Leben reichen würde.....

Abschreckung pur...
 

spin

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Die ziehen die Schwellen ganz gezielt immer höher. Dazu kommt die Verhetzung von Leistungsbeziehern via "Arbeitsanreize", "motivieren" u. a.. Das machen die ganz geschickt und perfide hinterhältig. Resultat: "die wollen alle nicht und sind sowieso zu faul zum Arbeiten". Zwangsarbeit? Ja bitte!

Die Psychen der Menschen in unserer Gesellschaft sind momentan arg zerrüttet und man arbeitet an weiteren Verbesserungen.
 

Kleeblatt

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Solange es Menschen gibt die sich verschrecken / abschrecken lassen sind diese entweder nicht wirklich bedürftig genug oder eben dumm.

Das Ergebnis ist dasselbe, - es werden sowohl Gelder dadurch dann eingespart und natürlich auch die Statistiken "verbessert".

Hauptsache ist für die in der BA doch nur das es klappt. Und, naja, scheint wohl so zu sein.
 

spin

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Solange es Menschen gibt die sich verschrecken / abschrecken lassen sind diese entweder nicht wirklich bedürftig genug oder eben dumm.
Oder Abwägung Nutzen gegen Aufwand? Das ist durchaus nachvollziehbar. Man begibt sich in die Fänge einer durchgeknallten Brutalo-Institution.
 

Kleeblatt

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Oder Abwägung Nutzen gegen Aufwand? Das ist durchaus nachvollziehbar. Man begibt sich in die Fänge einer durchgeknallten Brutalo-Institution.
Wenn es sich nur um Beträge unterhalb der Schmerzgrenze handelt die bei Antragstellung fällig wären (wo dabei die Schmerzgrenze liegt muß natürlich Jeder für sich selbst entscheiden), dann wäre das eine vernünftige Entscheidung.

Zumal dann wenn man diese kleinen Beträge schnell mal durch gelegentlich Jobs "bar auf Tatze" ausgleichen kann. :biggrin:
 

sixthsense

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Wie soll der freiwillige Leistungsverzicht funktionieren, wenn man als hilfebedürftig gemachter Erwerbsloser auf das Alg II und die KuG angewiesen ist?

Beschaffungskriminalität für Nahrung ist keine Seltenheit mehr. Und mich würde es auch nicht wundern, wenn viele die JVA anstelle des ALG II bevorzugen sollten.

Wobei mir abgesehen davon auch aufgefallen ist, dass die Zahl der Menschen die in Mülltonnen wühlen oder betteln gehen sich mindestens verfünffacht haben muss in den letzten 10 Jahren.
 

Kleeblatt

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sixthsense;
Beschaffungskriminalität für Nahrung ist keine Seltenheit mehr. Und mich würde es auch nicht wundern, wenn viele die JVA anstelle des ALG II bevorzugen sollten.
Naja, also wenn ich das mal so vergleiche, - im heutigen deutschen Westknast hast du Freizeit, Arbeit, Einkommen zusätzlich, TV, Sportgeräte, kostenlose Arztversorgung, es wird auf eventuelle Unverträglichkeiten Rücksicht genommen = extra Essen, Pflegeprodukte
... keine blöden SB-Schreiben, keine Antragstellung für Alles und Jedes, keine miesen Maßnahmen, Psychospielchen von Laien ... dämliche 1 € -"Jobs", ...

Da kann man schon "in Versuchung" geraten.

Wobei mir abgesehen davon auch aufgefallen ist, dass die Zahl der Menschen die in Mülltonnen wühlen oder betteln gehen sich mindestens verfünffacht haben muss in den letzten 10 Jahren.
Selbst wenn ich dabei die sichtlichen Osteuropäer u.ä. rausrechne, - du hast leider recht.
Vor allem viele Menschen über Mitte 50 sammeln was immer sie können.

Aber die Liz Mohn, der Artbeitgeberverband, die Berthelsmann-Stiftung und wie sie doch alle heißen werden irgendwie eine Umfrage oder "Studie" aus dem Hut zaubern der Allen "nachweist"das dem natürlich nicht so ist, alles zusammenphantasiert.
Allen in D geht es gut, prima, super. Phanthasieland eben.
Weiterträumen !
 

hartaber4

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Solange es Menschen gibt die sich verschrecken / abschrecken lassen sind diese entweder nicht wirklich bedürftig genug oder eben dumm.

Das Ergebnis ist dasselbe, - es werden sowohl Gelder dadurch dann eingespart und natürlich auch die Statistiken "verbessert".

Hauptsache ist für die in der BA doch nur das es klappt. Und, naja, scheint wohl so zu sein.

Die Kehrseite ist aber auch, dass Leistungen mit Sicherheit weiter beschränkt werden.... oder meinst du der Wegfall des "Armutsgewöhnungszuschlags" nach § 24 SGB II a.F. zu 2011 war hier das Ende?

Hier wird noch mehr gekürzt werden.... zum einen weil man sparen muss (wer weiß was Euro-Rettung....ähhhh Bankenrettung und Pensionen noch kosten werden?) und zum anderen um weiter den Druck zu erhöhen (nimm jeden Job an... am besten zwei oder drei Minijobs..).
 

hartaber4

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Naja, also wenn ich das mal so vergleiche, - im heutigen deutschen Westknast hast du Freizeit, Arbeit, Einkommen zusätzlich, TV, Sportgeräte, kostenlose Arztversorgung, es wird auf eventuelle Unverträglichkeiten Rücksicht genommen = extra Essen, Pflegeprodukte
... keine blöden SB-Schreiben, keine Antragstellung für Alles und Jedes, keine miesen Maßnahmen, Psychospielchen von Laien ... dämliche 1 € -"Jobs", ...

Da kann man schon "in Versuchung" geraten.


Wenn man mit der "räumlichen Einengung" und einem "fremdbestimmten Tagesablauf" zurecht kommt.... sicher eine Alternative...
 

Kleeblatt

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Wenn man mit der "räumlichen Einengung" und einem "fremdbestimmten Tagesablauf" zurecht kommt.... sicher eine Alternative...
Für mich die größte Strafe von allen.
Damit kam ich noch nie richtig klar und seit damals nicht einmal mehr ansatzweise.
Somit halte ich mich weiterhin strikt an das GG, das Strafrecht ect.

Aber für weniger "Empfindliche" eine Überlegung wert, sicherlich.
 

Kleeblatt

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hartaber4
Die Kehrseite ist aber auch, dass Leistungen mit Sicherheit weiter beschränkt werden.... oder meinst du der Wegfall des "Armutsgewöhnungszuschlags" nach § 24 SGB II a.F. zu 2011 war hier das Ende?
Bereits die letzte "Erhöhung" des regelsatzes war eine Kürzung, weil man erst einmal ein paar Positionen gestrichen hat um danach großmütig 5 € mehr zu zahlen und sich danach grinsend auf die so erfolgreichen Schultern gegenseitig zu klopfen.

Hier wird noch mehr gekürzt werden.... zum einen weil man sparen muss (wer weiß was Euro-Rettung....ähhhh Bankenrettung und Pensionen noch kosten werden?) und zum anderen um weiter den Druck zu erhöhen (nimm jeden Job an... am besten zwei oder drei Minijobs..).
Das sehe ich ebenso.
Allerdings wird auch diese Kürzungsorgie verschleiert werden.
Darin haben die doch Übung, - einmal s.o. und dann die Heraufsetzung des Rentenalters, wissend das die Leute vielfach körperlich / seelisch dem Belastungsdruck nicht länger als max. bis zun 62. Lebensjahr standhalten und somit die Mehrheit aufgrunddessen nur mit ABSCHLÄGEN für den Rest des Lebens ausscheiden kann.

Oder die Anrechnung von Elterngeld und Kindergeld auf den Regelsatz ect.pp.

Was möglich wäre, - eine Gesamtsumme für alle Leistungsbezieher, also ohne Rücksicht auf die jeweilige Höhe der KDU z.B.

Sagen wir mal, - Jeder bekommt dann 750,- €, und damit wäre dann sozusagen alles abgedeckt. (bei Einzelpersonen)
Dadurch spart man sich die teurer werdenden KDU, bekommt die Menschen aufs platte Land und damit raus aus den Städten mit den höheren Mieten, es werden Wohnungen frei dort, man spart sich Wohnungsbauprogramme ...

Na jedenfalls werden die sich ordentlich etwas einfallen lassen um im ALG II noch kürzen zu können ohne das es zu sehr auffällt.
Mit den Rentenaufstockern in der Grusi werden die auch noch was machen.
Berthelsmann und Co. helfen dabei sicherlich sehr gerne.
 

hartaber4

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Meine Prognose:

In 10 Jahren werden sich Betroffene die Finger nach den heutigen Zuständen lecken - nach dem Motto:


Man war das die "SGB-II-Luxus-Edition" damals....
 

Merkur

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Meine Prognose:

In 10 Jahren werden sich Betroffene die Finger nach den heutigen Zuständen lecken - nach dem Motto:


Man war das die "SGB-II-Luxus-Edition" damals....
Das kommt, umsonst sagen sie nicht die Arbeitslosenzahlen sinken.
Da braucht's keine H4 mehr oder nur auf Zeit.
 

hartaber4

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Ich wollte ja nur vor dem trügerischen Eindruck warnen, dass das in der Form weitergeht.... ab und zu € 5,00 drauf und gut ist.....

Nicht ohne Grund entstaube ich die Koffer.... zwecks Packaktion zum Jahresende....

Weil mir die Wahl zwischen Pest (SGB II / XII) und Cholera (schlecht bezahlte Jobs/Altersarmut) nicht so ganz zusagt.....
 

hemmi

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@ha4
Hast dich endlich entschlossen ?

Ich habs noch keine Minute bereut, auch wenn ich mich manchmal über die Franzosen ärgere.:icon_mrgreen:
 
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