Jobcenter gibt mir keinen Bescheid mit dem ich zur Tafel Essen holen gehen könnte. Was jetzt?

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Wasdennnun

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Ich war gerade beim JC und habe um einen vorläufigen Beleg zur Vorlage bei der Tafel gebeten, damit ich mir dort etwas zu Essen holen kann.
Die meinten die können mir so etwas nicht geben, da erst mein Bedarf geprüft werden muss.

Ist das wahr? Im Internet steht überall, wenn man auf Leistungen wartet und Vorschuss beantragt und Kontoauszüge zeigt, kriegt man WENIGSTENS einen Wisch für die Tafel angeboten. War bei mir vor 2 Jahren auch schon mal so.
Aber jetzt wollten sie mir nicht mal einen Zettel für die Tafel geben - ist das so korrekt - oder ver*arschen die mich?

Hintergrund:
Mein Bewilligungszeitraum für ALG 2 lief am 28.02.2019 aus. Ich habe den Weiterbewilligungsbescheid erst heute abgegeben (ja, selbst verschuldet, ich kenne die Konsequenzen, darüber beschwere ich mich nicht.)
Gleichzeitig habe ich einen Antrag auf Vorausleistungen/Vorschuss und tag-aktuelle Kontoauszüge eingereicht. (Stempel bekommen)

Danach bat ich noch darum, mit jemandem sprechen zu können, da ich aktuell keine Leistungen erhalte und zumindest eine Art Beleg für die Tafel brauche.
Nach 2 Stunden warten konnte ich dann mein Anliegen bei einer Frau an einem Schreibtisch (SB?) äußern.

Die hat sofort gesagt: "das geht nicht! erstmal muss ihr Anspruch jetzt geprüft werden!"
Ich habe dann erklärt, dass mir das aber in einem anderen Fall auch schon mal angeboten wurde, nämlich bei Erstantragsstellung, als dann 2 Wochen kein Geld kam, und mir ein Vorschuss verweigert wurde, bot man mir damals zumindest einen Wisch für die Tafel an! und ich brauche ja wirklich nur irgendwas für die Tafel. (miete is auch sehr dringend, aber da muss ich wohl aus eigenverschulden paar tage/wochen warten)

Das einzige, was sie raus rücken wollte, ist ein Schreiben, in dem steht, dass ich heute den WBA Antrag eingereicht habe ...
Übrigens hat sich in meiner Wohnsituation etc NICHTS geändert also keine neuen Umstände oder so



Also ich verstehe das nicht.
(Extrainfos)
Mein Konto ist im minus, ich habe bar nur noch 20 Cent Stücke und esse die letzten Wochen aus Mülltonnen hinter Supermärkten. (psychisch krank + selbst verschuldet)
Ich gehe seit ein paar Monaten wenn ich es schaffe 1x / W zur Tafel (ist weit weg, und manchmal schaffe ich es selbst zu sehr dringenden Terminen nicht das Haus zu verlassen)
Die letzten Wochen habe ich es nicht geschafft, sehr schlecht mit meinem Geld gewirtschaftet und obendrein noch den WBA viel zu spät abgegeben.
So. Das sind die Gründe.
Jetzt möchte ich gerne zumindest die Chance haben, zur Tafel zu können, auch wenn das schwierig wird, da mein Bus-Abo Ticket heute abgelaufen ist, da mein Bescheid ja vorbei ist.

Dazu brauche ich zumindest einen aktuellen Bescheid vom JC !!!

(es kann sein, dass die bei der Tafel mich auch so in die Schlange einreihen lassen, da die mich seit paar Monaten kennen und was das angeht eiglt kulant sind/nicht jedes mal auf neue einen Bescheid sehen wollen/ich meinen alten Bescheid + aktuellen Antrag inklusive Stempel mitnehmen kann)


Also es geht mir hier eher allgemein darum, ob das normal ist, dass das JC in solchen Härtefällen wie meinen nicht zumindest einen Beleg mit dem man dann zur Tafel gehen kann raus rückt?
Das wurde mir wie gesagt schon mal angeboten, sogar als ich noch nicht im laufenden Bezug war, und
wenn man zum Thema "Vorschuss" liest, steht dort oft, dass die JC's sich oft erst mal lange weigern Bar-Checks als Vorausleistungen etc raus zu rücken, selbst an alleinerziehende Mütter mit Kindern, die seit Wochen auf Geld warten, AAABER "Lebensmittelgutscheine" / "Verweis auf Tafel" geben die doch IMMER gerne raus, dachte ich!?
Bin ich da falsch informiert oder ist mein JC komisch?
 

Annie

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Zur Tafel muss man aber schon persönlich hingehen bevor man sich im Internet aufregt. Die Leute da arbeiten ehrenamtlich. Um welche Tafel handelt es sich denn die dich abweist?
 

Wasdennnun

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Zur Tafel muss man aber schon persönlich hingehen bevor man sich im Internet aufregt. Die Leute da arbeiten ehrenamtlich. Um welche Tafel handelt es sich denn die dich abweist?

Keine Tafel hat mich abgewiesen.
Sondern man braucht für die Tafel einen Bescheid über laufende Leistungen, den ich, wie ich hier erklärte, nicht habe(n) kann.

Realistisch betrachtet wird die Tafel mich nicht abweisen, mir geht es nur um's Prinzip, für den Fall der Fälle, oder eher gesagt, verwundert es mich,
dass, das Jobcenter mir keinen Bescheid oder ähnliches gibt, da man überall liest, dass sie einem so etwas hinterher werfen, wenn man einen Antrag gestellt hat - aber noch auf Leistungen wartet.

Diese Verwunderung ist der Grund dieses Threads, ich erhoffe mir Erfahrungen und Wissen, wie der Normalfall beim JC ist, ob sie vorübergehende Bescheide für die Tafel raus geben, oder ähnliches, ob sie so etwas raus geben müssen usw.

Denn die Ablehnung der Sachbearbeiterin beim Jobcenter hat mich doch ziemlich überrascht!
Dachte so etwas wäre kein Problem, wenn es nur um die Tafel geht.
Die klang so, als hätte sie noch nie etwas derartiges gehört, als wäre das völlig abwiegig.
 

Schmerzgrenze

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Willkommen im Forum. :welcome: Rezeption
Mein Bewilligungszeitraum für ALG 2 lief am 28.02.2019 aus. Ich habe den Weiterbewilligungsbescheid erst heute abgegeben
(ja, selbst verschuldet, ich kenne die Konsequenzen, darüber beschwere ich mich nicht.)
Wie sollen wir Dir denn helfen, wenn Du die Konsequenzen zwar kennst, aber keine Schlüsse daraus ziehst?
Die letzten Wochen habe ich es nicht geschafft, sehr schlecht mit meinem Geld gewirtschaftet und obendrein noch den WBA viel zu spät abgegeben.
Das sind wohl die Ursachen für Dein Problem und daran kannst nur Du selbst etwas ändern.
Also es geht mir hier eher allgemein darum, ob das normal ist, dass das JC in solchen Härtefällen wie meinen
nicht zumindest einen Beleg mit dem man dann zur Tafel gehen kann raus rückt?
Den Härtefall hast Du selbst herbeigeführt. Nun die Behörde dafür verantwortlich zu machen, ist nicht gerechtfertigt.
Du könntest aber die gleiche Behörde um Hilfe ersuchen, Dich hinsichtlich wirtschaftlichen Verhaltens zu unterstützen.
 

vidar

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Moin @Wasdennnun, und :welcome:

Gehe zum Amt (Leistungsabteilung) und verlange einen Vorschuss auf deinen künftigen Leistungsanspruch. Da du ja bist zum 28.02.2019 bereits Leistungen bezogen hast, dürfte es auch kein Problem darstellen hier einen Vorschuss erhalten zu können, sofern sich an deiner Situation nichts geändert haben sollte.

Lass dich dort nicht abwimmeln und beharre darauf die Teamleitung sprechen zu dürfen, falls du anderweitig nicht weiterkommen solltest. Gebe zu verstehen, dass du das Haus erst dann verlassen wirst, wenn es eine einvernehmliche Lösung für dich gibt. Wenn möglich nehme einen Begleiter (Beistand) mit zum Jobcenter. Stelle auch eindeutig klar, dass die Tafel kein verlängerter Arm des Jobcenters ist, damit du dich mit Lebensmittel eindecken kannst.

Wie auch immer, es stellt sich jetzt aber auch die Frage, wie du denn deine sonstigen Verbindlichkeiten (Miete, Telefon etc.) bedienen willst, wenn du momentan keine Unterstützung mehr erhältst.
 

romeo1222

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Hier noch der Gesetzesparagraph:

§ 42 SGB I Vorschüsse

"
§ 42 SGB I Vorschüsse

(1) Besteht ein Anspruch auf Geldleistungen dem Grunde nach und ist zur Feststellung seiner Höhe voraussichtlich längere Zeit erforderlich, kann der zuständige Leistungsträger Vorschüsse zahlen, deren Höhe er nach pflichtgemäßem Ermessen bestimmt. Er hat Vorschüsse nach Satz 1 zu zahlen, wenn der Berechtigte es beantragt; die Vorschußzahlung beginnt spätestens nach Ablauf eines Kalendermonats nach Eingang des Antrags.
"
 

Fabiola

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...(psychisch krank + selbst verschuldet)
Abgesehen von der aktuellen Situation:
Ist die psychische Erkrankung ärztlich bereits festgestellt? Selbstverschuldet oder nicht spielt erst mal keine Rolle. Bist Du deswegen in ärztlicher Behandlung?

Weiss Dein Sachbearbeiter (SB) von Deinen gesundheitlichen Einschränkungen? Du musst SB nicht erzählen, worin Deine gesundheitlichen Einschränkungen bestehen. Es reicht aus, wenn Du SB sagst, dass Du gesundheitliche Einschränkungen hast.

Dann muss SB laut Anweisung den ärztlichen Dienst (äD) des JC beauftragen, Deine gesundheitlichen Einschränkungen fest zu stellen.
Da Du Deinen WBA 'schuldhaft' zu knapp gestellt hast, gibt mir den Hinweis, dass Du möglicherweise manches nicht so dolle auf die Reihe kriegst. Sind da Drogen/Alkohol im Spiel? Wenn ja, dann gilt das vorher Gesagte dennoch. Krank ist krank, egal wegen welcher Ursachen. Darüber hat auch ein äD nicht zu urteilen - müsstest also auch keine Angst haben. Der äD untersteht übrigens auch der ärtzlichen Schweigepflicht.

Sei also mutig und erzähl mal was diesbezüglich Sache ist.
Sollte ich mich mit meinen Vermutungen irren, dann entschuldige ich mich hiermit.

Es schadet aber nicht, wenn Du die Frage, ob Du wegen Deiner psychischen Erkrankung dem JC-SB schon gesagt hast, dass bei Dir gesundheitliche Einschränkungen bestehen.

Ich schreibe Dir das alles, da es ja erneut vorkommen kann, dass Du Termine versäumst oder sonstiges und dadurch in Schwierigkeiten kommen könntest.
 

Wasdennnun

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Ist die psychische Erkrankung ärztlich bereits festgestellt? ... Bist Du deswegen in ärztlicher Behandlung?

Ja und Ja.
Ich habe Neurologen durch und seit 2 Monaten nun Therapie bei einem Therapeuten. Eine Diagnose habe ich, aber in wie fern ich Arbeitsfähig bin, und was die nächsten Schritte sind, ist noch offen.
Das schlimmste mit dem Amt habe ich durch - zu der Zeit, als ich nicht wusste, ob ich krank bin usw.
Mittlerweile kann ich das ganz gut neutral mit meiner SB kommunizieren, zur Zeit fordert sie keinen Krank-Bescheid nur, sondern einfach nur ein kurzes Schreiben von meinem Therapeuten, DASS ich in Therapie bin.
Amtarzt etc. wird nicht angedroht, hätte ich aber nichts dagegen.
Wie gesagt, ich habe das meiste mit dem JC schon durch.


Sind da Drogen/Alkohol im Spiel?
Nein, aber womöglich "Internet/Computer-sucht".
Das Thema kam auch am Montag beim Erstgespräch beim externen Fallmanagement auf.

Meine SB ist mittlerweile einigermaßen verständnisvoll, im Rahmen ihrer Richtlinien. Zu Terminen muss ich trotzdem kommen, sonst Sanktion. Aber immer hin keine unnötigen Maßnahmen und mir wird informative Hilfe angeboten und ich werde soweit in Ruhe gelassen, solange ich angemessen mit dem JC kommuniziere.


Tafel: Stimmt, ich denke ein alter Bescheid reicht. Ich überlege zur nächsten Ausgabe zu Fuß zu wandern.

Erstmal danke für die ganzen Worte!

Und Verzeihung für mein meckern, eigentlich wollte ich nur fragen ob das JC in so einem Fall nicht Essensmarken oder einen Bescheid für die Tafel rausgibt, weil ich das überall nebenbei beim Thema Vorschuss gelesen hatte, und die Stimme im JC dann mal so 180grad dem Gegenteil entsprach.

Auch das Prozedere mit dem Vorschuss kenne ich. Hier wird behauptet, der stehe mir zu.
Im JC hingegen wird sogar die schiere Existenz dessen geleugnet, und die Antragsstellung verweigert (Erfahrung 2017)

Ich denke die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte? Der § sagt doch aus, dass man nach Antragsstellung auf Vorausleistungen nur noch maximal 1 Monat warten muss - richtig? (anstatt der in der Theorie möglichen 6 Monate bei gewöhnlichem Antrag)

Dh. das Jobcenter zur Auszahlung "zwingen" kann ich gar nicht. Menschlich gesehen kann man es versuchen, aber MÜSSEN tun die sofort, erstmal garnichts, richtig?
(die Schuldfrage spielt auch noch eine Rolle, nichtwahr? Zeitraum ist ja auch noch nicht lange)
Habe ich das soweit richtig verstanden?

Ich rechne jetzt im schlimmsten Fall mit 1 Monat Wartezeit, danach Sozialgericht, Einstweilige Anordnung etc. aber natürlich nur theoretisch.
In der Realität denke ich, dass ich die Leistungen in 1 - 1 1/2 Wochen auf dem Konto habe.

Essen habe ich dank containern, Vermieter Bescheid gegeben - was mir sehr leid tut, und andere Rechnungen stauen sich jetzt erstmal, was ich auf Eis legen kann, habe ich auf Eis gelegt.


Ich danke für die ganzen persönlichen Ratschläge, falls noch jemand was dazu zu sagen hat, in wie fern das JC zu einem Vorschuss und in welchem Zeitrahmen - verpflichtet ist - würde mich das sehr freuen.
(Insbesondere da die JC meiner Stadt zu denen gehören, gegen die am meisten Klagen vorm Sozialgericht geführt werden, und ich zusätzlich auch noch die als im Internet am mit Abstand schlechteste bewerteste JC Geschäftsstelle meiner Stadt erwischt habe)
wenn man dem Bedeutung zumessen möchte, kann man sich ein Bild davon malen, dass mündlich einen kurzfristigen Vorschuss bei denen zu beantragen wirklich absolut null Wirkung hat. - auch mit Beistand und Sturrheit.

Ich könnte es am Montag trotzdem nochmal energisch versuchen, dazu bitte ich nochmal um eine Einschätzung, ob die das "müssen" oder ob das in deren Ermessungsspielraum ist. (habe ich so verstanden)
 

Wasdennnun

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Gehe zum Amt (Leistungsabteilung) und verlange einen Vorschuss auf deinen künftigen Leistungsanspruch. Da du ja bist zum 28.02.2019 bereits Leistungen bezogen hast, dürfte es auch kein Problem darstellen hier einen Vorschuss erhalten zu können, sofern sich an deiner Situation nichts geändert haben sollte.

Habe ich gemacht. Hat nichts gebracht. Deswegen direkt noch der schriftliche Antrag parallel zum WBA.


Lass dich dort nicht abwimmeln und beharre darauf die Teamleitung sprechen zu dürfen, falls du anderweitig nicht weiterkommen solltest. Gebe zu verstehen, dass du das Haus erst dann verlassen wirst, wenn es eine einvernehmliche Lösung für dich gibt. Wenn möglich nehme einen Begleiter (Beistand) mit zum Jobcenter. Stelle auch eindeutig klar, dass die Tafel kein verlängerter Arm des Jobcenters ist, damit du dich mit Lebensmittel eindecken kannst.

Zum Teamleiter habe ich es damals auch geschafft, der war dann der erste, der zustimmte, dass es für solche Fälle Vorschussleistungen gibt.
Sobald der aber wieder aus dem Raum war, hat der SB das genaue Gegenteil geredet und die Diskussion ging weiter.
Beistand und Protokoll wären wirklich Zusatzmaßnahmen ...
Und es hat sich ja wirklich nichts an meinem Leistungsanspruch geändert, und die Miete ist halt das aller dringendste.

Was mache ich wenn die mich bitten das Haus zu verlassen?
bzw. sind die verpflichtet mir einen Check o.ä auszuhändigen - oder können die mich einfach wieder nach Hause schicken?
Welche Rechte habe ich da überhaupt?
Ich habe versucht mich zu informieren, und mir scheint, das liegt bis auf die Frist mit 1 Monat, in deren Ermessenspielraum, wann die eine Vorausleistungen bewilligen, liege ich da richtig?

Danke für die Antwort und würde mich über eine Einschätzung freuen :)
 

Kerstin_K

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Irgendwelche schreiben von deiner Therapeutin und ob du in Therapie bist und warum gehen deine SB übrigens nicht an. Und lass dich AU schreiben, dann musst du auch nicht zu Terminen.
 

gila

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Zu deinen Fragen wegen VORSCHUSS:

Der § sagt doch aus, dass man nach Antragsstellung auf Vorausleistungen nur noch maximal 1 Monat warten muss - richtig?

DAS sagt der entsprechende § 42 SGB I: (beachte die farbig hervorgehobenen Formulierungen!)

§ 42 Vorschüsse
(1) 1Besteht ein Anspruch auf Geldleistungen dem Grunde nach und ist zur Feststellung seiner Höhe voraussichtlich längere Zeit erforderlich, kann der zuständige Leistungsträger Vorschüsse zahlen, deren Höhe er nach pflichtgemäßem Ermessen bestimmt.

2Er hat Vorschüsse nach Satz 1 zu zahlen, wenn der Berechtigte es beantragt; die Vorschußzahlung beginnt spätestens nach Ablauf eines Kalendermonats nach Eingang des Antrags.


Ich könnte es am Montag trotzdem nochmal energisch versuchen, dazu bitte ich nochmal um eine Einschätzung, ob die das "müssen" oder ob das in deren Ermessungsspielraum ist. (habe ich so verstanden)


JA - wie du liest, MÜSSEN die in deinem Falle, wenn du es BEANTRAGST (am besten schriftlich, vielleicht auch zugeben, dass du aus Krankheitsgründen leider verspätet deinen WBA gestellt hast,
aber hierdurch OHNE ABSICHT in eine Notlage gekommen bist und die Mittel für Ernährung nicht einmal hast, ebenso sei deine Miete fällig.
Du bittest um einen VORSCHUSS nach § 42 SGB I (Achtung: nicht SGB II) - der AUSREICHEND genug sein soll, um deine Ernährung sowie auch die
Kosten deiner Unterkunft zu decken.
Weitere Argumentation: da deine Bedürftigkeit dem Grunde nach besteht und dies auch dem Jobcenter bestens bekannt ist, IST diesem Antrag
stattzugeben.
Du bist nicht in der Lage, weitere Folgen wie Ärger mit dem Vermieter zu tragen - dies ginge schon aus gesundheitlichen Gründen gar nicht.


Dann mit dem Teamleiter direkt verhandeln - und ihm auch sagen, dass TROTZ seines Eingreifens die SB hier keine Hilfe geleistet hat.
 

romeo1222

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Dann muss SB laut Anweisung den ärztlichen Dienst (äD) des JC beauftragen, Deine gesundheitlichen Einschränkungen fest zu stellen.
Da Du Deinen WBA 'schuldhaft' zu knapp gestellt hast, gibt mir den Hinweis, dass Du möglicherweise manches nicht so dolle auf die Reihe kriegst. Sind da Drogen/Alkohol im Spiel? Wenn ja, dann gilt das vorher Gesagte dennoch. Krank ist krank, egal wegen welcher Ursachen. Darüber hat auch ein äD nicht zu urteilen - müsstest also auch keine Angst haben. Der äD untersteht übrigens auch der ärtzlichen Schweigepflicht.

Ist aber nur in der Theorie so, zumindest mit dem psychologischen Dienst, der am ehesten bei psychischen Problemen in Frage kommt, als der äD. Hatte es ja auch hinter mir. Dem psychologischen Dienst wirklich alles erzählt, stand alles im Gutachten an meine SB. Habe daraufhin den Bundesdatenschutz eingeschaltet und der widerum bei der AfA Bund nachgefragt, ob alles so richtig ist. Bundes AfA meinte ja. Bundesdatenschutz meinte daraufhin, dass es nicht sowas wie Gutachten A und B beim psychologischen Dienst gibt und daher quasi alles an die SB geschrieben werden kann, auch wenn es bedenklich ist, was da alles an die SB im Gutachten stand. Hatte daraufhin dann immerhin eine Sperrung / Löschung des Gutachtens durchgesetzt. Bis dahin konnte aber meine SB und womöglich auch andere dieses lesen...
 

gila

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Das sind aber zwei vollkommen unterschiedliche Geschichten, der Berufspsychologische Dienst ist kein Ärztlicher Dienst.... Er stellt keine Diagnosen und macht auch keine medizinischen Gutachten sondern versucht bei Vermittlung und Berufsfindung zu unterstützen.

Der Ärztliche Dienst befasst sich jedoch mit der Erwerbsfähigkeit und der Einsetzbarkeit und erstellt ein medizinisches Gutachten. Hier gilt auch die ärztliche Schweigepflicht bezüglich Diagnosen etc. , daher auch Teil A und Teil B eines Gutachtens...
 

romeo1222

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Das sind aber zwei vollkommen unterschiedliche Geschichten, der Berufspsychologische Dienst ist kein Ärztlicher Dienst.... Er stellt keine Diagnosen und macht auch keine medizinischen Gutachten sondern versucht bei Vermittlung und Berufsfindung zu unterstützen.

Der Ärztliche Dienst befasst sich jedoch mit der Erwerbsfähigkeit und der Einsetzbarkeit und erstellt ein medizinisches Gutachten. Hier gilt auch die ärztliche Schweigepflicht bezüglich Diagnosen etc. , daher auch Teil A und Teil B eines Gutachtens...

Dann bist du falsch informiert. Ich war beim psychologischen Dienst wegen meiner nichtvorhandenen Erwerbsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Und natürlich wurde da ein Gutachten erstellt, das mir logischerweise auch vorlag. In dem wurde mitgeteilt, dass ich vorherst nicht arbeitsfähig bin.

Im Vorfeld war ich beim ärztlichen Dienst des Kreises, aber dort wurden nur die körperlichen Dinge untersucht, weil die bei psychischen Krankheiten / Problemen gar nicht zuständig waren (zumindest bei meinem äD ist es so). Nachdem ich dann eine andere SB hatte, meinte die auch, dass ich da falsch gewesen wäre und schickte mich zum psychologischen Dienst der AfA.
 

gila

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Ich bin ganz sicher nicht "falsch informiert"... Vielleicht läuft da bei euch was anders?
Kann ich mir aber schlecht vorstellen, die offizielle Unterscheidung kannst du hier nachlesen :
 

Fabiola

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Dann bist du falsch informiert.
Dann bin ich das wohl auch. Ich kenne das auch nur so, wie gila das geschrieben hat.
Und nebenbei: Der psychologische Dienst ist freiwillig - hatte Dich Deine SB darauf aufmerksam gemacht?
Möglicherweise bist Du bei einer Optionskommune, die auch gerne mal ihr eigenes Süppchen kochen.
 

romeo1222

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Ich bin ganz sicher nicht "falsch informiert"... Vielleicht läuft da bei euch was anders?
Kann ich mir aber schlecht vorstellen, die offizielle Unterscheidung kannst du hier nachlesen :

Man braucht es ja nur bei Google eingeben, um zu sehen, dass ich nicht die erste Person in Deutschland bin, die zum psychologischen Dienst der AfA geschickt wurde, um festzustellen ob arbeitsfähig oder nicht.

Und auch auf der verlinkten Seite steht es ja, dass es durchaus Gutachten geben kann:
"Die Psychologin oder der Psychologe erstellt nach der Dienstleistung ein Gutachten oder einen Bericht."

Aber ich stimme dir durchaus zu, dass es wohl eher der Normalweg ist, dass es beim äD auch auch Psychologen gibt die den geistigen Zustand untersuchen können.

@Fabiola

Nee, ganz normal JC. Laut Gesetz musste ich auch daran teilnehmen, auch wenn ich es selbst wollte.

"(1) Arbeitslose haben sich während der Zeit, für die sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erheben, bei der Agentur für Arbeit oder einer sonstigen Dienststelle der Bundesagentur persönlich zu melden oder zu einem ärztlichen oder psychologischen Untersuchungstermin zu erscheinen, wenn die Agentur für Arbeit sie dazu auffordert (allgemeine Meldepflicht). Die Meldung muss bei der in der Aufforderung zur Meldung bezeichneten Stelle erfolgen. "

§ 309 SGB III Allgemeine Meldepflicht

Eine psychologische Untersuchung war es ja wegen der Erwerbsfähigkeit, halt beim psychologischen Dienst der AfA, da der äD keine Fachkompetenz hatte.
 

gila

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Der Link ist selbst erklärend.
Es gibt den ärztlichen Dienst und den Berufspsychologische Service.
Beide ganz unterschiedliche Aufgaben.
Was man dir da serviert hat kann ich nicht beurteilen
 

romeo1222

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Der Link ist selbst erklärend.
Es gibt den ärztlichen Dienst und den Berufspsychologische Service.
Beide ganz unterschiedliche Aufgaben.
Was man dir da serviert hat kann ich nicht beurteilen

In der Regel wird auch der berufspsychologische Dienst eher für Tests oder ähnliches herangezogen. Aber es geht halt auch anders, sodass die Aufgaben doch schmelzend mit dem äD verbunden sind, da der psychologische Dienst eine Arbeitsfähigkeit feststellen kann, was laut BA auch so gewollt ist. Bis zu einem halben Jahr ist es allerdings nur möglich, bindend ist es natürlich nicht für den SB das Gutachten, aber das kann ja auch beim äD so sein. Der psychologische Dienst braucht sich komischerweise nicht an die ärztliche Schweigepflicht halten. Darum ging es ja ursprünglich. Und das ist sehr verwerflich finde ich.

Das war mein Erfahrungsberichts-Thread damals:

Bundesagentur für Arbeit sagt alles gut bei Übersendung vollständiges Gutachten an JC
 
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