Jobcenter genehmigt Umschulung um sie dann wieder abzulehnen (Rollstuhlfahrer GdB 90)

Schnuffma

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Guten Tag liebe Forengemeinde :bigsmile:

Kann mir bitte jemand einen Rat geben, wie ich mich verhalten soll?

Ich sitze im Rollstuhl und habe einen GdB 90, bin leider Langzeitarbeitsloser der ab und zu mal eine befristete Stelle bekommt. Aufgrund meiner Behinderung habe ich damals die Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert. Ein Held bin ich nicht darin, war auch nie mein Job. Aber das ist auch egal, da muss ich halt durch!?

Jedenfalls ist diese Ausbildung nun 10 Jahre her und ich habe bisher nur in 3 Stellen gearbeitet. Ich bewerbe mich regelmäßig, ich bewerbe mich korrekt und kann dies auch zu jeder Zeit 100% nachweisen. Das Jobcenter bekommt regelmäßig alle Nachweise von mir vorgelegt. Meine Bewerbungen sind ca. 12 pro Monat, da mir so langsam die Ideen ausgehen. Ich bewerbe mich aber auch für andere Jobs z.B. im IT-Bereich, da ich hobbymäßig sehr viel mit dem PC und Serversysteme arbeite.

Nun war ich im letzten Jahr nervlich ziemlich am Ende. Ich hatte Geldprobleme, mir fiel die Decke auf den Kopf und diese ganze unnütze Bewerberei hat mich fertig gemacht. Ich habe mit meiner SB über Weiterbildungen und einer Umschulung gesprochen und sie sagte mir, sie wäre offen für alles und kann auch viel selbst bestimmen.

Ich hatte ihr den Vorschlag gemacht, in einer Maßnahme diverse Zertifikate zu erwerben um mich dann im IT Bereich besser zu bewerben. Sie hat den Vorschlag angenommen und mich zu einer Schule geschickt, die solche Zertifikate und Kurse anbietet. Dort hat man mir davon abgeraten und mir eine Umschulung nahegelegt. Diese Umschulung habe ich meiner SB mitgeteilt und sie sagte mir am Telefon, dass sie das super findet! Ich soll bitte nochmal zur Schule fahren und mich auf die Liste setzen und sagen, dass der Bildungsgutschein in der nächsten Woche mir zugesandt wird. Das habe ich voller Freude getan. Nach einigen Wochen und drängeln der Schule fragte ich dann meine SB was denn nun mit dem Bildungsgutschein ist.
Die Antwort kam einige Tage später und komischerweise per E-Mail, dass sie sich Gedanken gemacht und ihre Kollegen gefragt hätte und man mir keine Umschulung zahlen kann, da ich bereits eine leidensgerechte Ausbildung habe. Die Probleme der Integration liegen nicht an meinen Kenntnissen sondern an der Barrierefreiheit der Arbeitgeber.

Danach hat sie sich nicht mehr gemeldet, die routinierten alle 2 Monate Termine gab es nicht mehr. Jetzt im neuen Jahr gab es nun endlich wieder einen neuen Termin und sie holt sich gleich einen Kollegen zum Gespräch dazu. Auf die Ablehnung angesprochen reagiert sie gar nicht.

Was kann man davon halten? Leider habe ich nur sehr wenig schriftlich über irgendwelche Zusagen usw. Ich habe mich mit meiner SB immer sehr gut verstanden und war so doof und habe mehr oder weniger ihr vertraut.
 

gizmo

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Was kann man davon halten? Leider habe ich nur sehr wenig schriftlich über irgendwelche Zusagen usw. Ich habe mich mit meiner SB immer sehr gut verstanden und war so doof und habe mehr oder weniger ihr vertraut.
Erstmal Herzlich Willkommen.

Mein Vorschlag wäre hier, das du erstmal alles notierst was dir noch so einfällt zu den Versprechen deines Mob`s.

Dann lese dich bitte ein im SGBIX ein und dann gibt es noch das persönliche Budget, hier kann du deine Förderungen selber bestimmen.
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Dann würde ich alles noch mal Schriftlich aufsetzen und nach dem Stand der Umschulung fragen.

Sollte dich der Mob dann einladen um schriftliche Antwort bitten.
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Wer ist den für dich dir Kostenträger?
 

Schnuffma

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Hallo und danke für die schnelle Rückmeldung.

Ich habe ehrlich gesagt keine Information darüber, wer für mich in dieser Angelegenheit verantwortlich ist. Das wissen die beim Jobcenter auch nicht so genau. Mal heißt es die Agentur für Arbeit also die spezielle REHA-Abteilung ist zuständig, dann sagt meine SB wieder das sie vom Jobcenter zuständig wäre. Das ist in solchen Fällen immer ein hin- und hergeschiebe bei denen.

Ich bin zwar bei der Agentur für Arbeit registriert, habe aber keine weiteren Kontakte zu denen, da ich ja ALG II Empfänger bin.

Ich habe in meiner letzten kurzen Befristung mich dazu durchgeboxt einen Führerschein zu machen. Da hatte man sich erst quer gestellt, dann aber aufgrund meiner Argumentation zugesagt. Das aber auch nur weil mein Arbeitgeber mich belogen hat, denn es wurde versprochen das ich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werde. Die haben sich dann das komplette Büro ausstatten lassen und Monate später kam dann das sorry, aber wir können dich nicht verlängern. Das war das letzte mal das ich mit der Agentur für Arbeit kontakt hatte.
 

Pfeifenraucher

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Mit welchem Recht soll man dir eine Umschulung zahlen? Warum keine Weiterbildung?
 

gizmo

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Ich habe in meiner letzten kurzen Befristung
Es gibt da das schöne Wort Wiedereingliederung, wiedereingegliedert bist du aber erst dann wenn du nach deiner beruflichen Reha min. ein halbes Jahr Versichrungspflichtig gearbeitest hast ohne ihrgend welche Zuschüsse zu bekommen.

Wie lange haste denn gearbeitet nach der letzten beruflichen Reha?

mich dazu durchgeboxt einen Führerschein zu machen.
Denke der Schein sollte auch unter diese Förderung fallen.

denn es wurde versprochen das ich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werde. Die haben sich dann das komplette Büro ausstatten lassen und Monate später kam dann das sorry, aber wir können dich nicht verlängern.
Wie lang waren denn die Monate?

Wenn das so ist wie du das geschrieben hast gibt es eine Möglichkeit das das JC AA unter gewissen Umständen Rückforderungen stellt, liegt aber am JC AA.
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Zuständigkeit für dich liegt beim JC AA Rehaabteilung, diese sollte in Kontakt stehen mit dem Fallmanager(FM) des JC SGBII, der FM sollte dann alles für dich regeln.
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Weist du denn nun wer Kostenträger für dich ist?
 
Zuletzt bearbeitet:

Schnuffma

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@Pfeifenraucher ich habe nirgends geschrieben, dass ich ein Recht auf eine Umschulung hätte. Wenn das so rüber kommt tut es mir leid.

Natürlich habe ich kein Recht dazu, es gibt genug Leute die es eher nötig haben als ich keine Frage! Aber dann soll man mir doch nicht erst Honig ums Maul schmieren und mich zu dieser Schule schicken. Ich habe eine ziemliche Rennerei damit gehabt und mich total blamiert. Ich erzähle denen das alles klappt und muss danach das ganze wieder absagen. Ich kam mir vor wie ein ****. Die waren überhaupt nicht erfreut darüber, dass ich erst alles in die Wege leite und dann absage.

Ich war überwiegend Arbeitslos, die 2 1/2 Jahre die ich gearbeitet habe sind ein Witz. Ich habe somit keine Berufserfahrung. Weiterbildung in was denn? Mir konnte man bisher keinen Rat geben zu was ich mich weiterbilden soll. Ich hatte unzählige Gespräche mit Integrationberatern und auch die Leute wussten nicht weiter. Man könnte mich in der Buchhaltung weiterbilden, aber darin bin ich ein totaler Versager. Buchhaltung lag mir noch nie und ich möchte sowas auch gar nicht machen.

Das lustige ist, meine SB sieht selber kaum Chancen mich im Büro unterzubringen. Sie hat sogar selbst mit den Arbeitgebern telefoniert um nachzuhaken weshalb ich abgelehnt wurde. Es scheitert fast immer an der Barrierefreiheit. Sie sucht schon extra nach IT Berufe für mich, legt sogar ein weiteres Jobbörsenprofil dafür an. Nur eine Umschulung verwehrt man mir. Dabei ist ihr sogar klar, dass ich ohne Qualifikationen gar keine Chancen habe solche Stellen zu bekommen. Das widerspricht sich doch und zeigt, wie verzweifelt sie mit mir ist.

Jetzt bekomme ich Einladungen zu Jobbörsen mit Personaldienstleistern und täglich 5 Vermittlungsvorschläge von denen. Ich habe mich schon tierisch bei Ihr aufgeregt das ich es armselig finde. Das mir das Jobcenter keine Arbeitgeber vorschlagen kann und nur Persona Service und diese ganzen Läden.
 

RobbiRob

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Welcher IT-Bereich?

Ich frage nur, weil ich aus Erfahrung berichten kann, dass alles was nur irgendwie online erledigt werden kann, mittlerweile ins Ausland ausgelagert wurde.

Ja, auch Dinge mit deutschsprachigem Kundenkontakt!
 

Schnuffma

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@gizmo ich war zuletzt 12 Monate im Büro als Krankheitsvertretung befristet eingestellt. Das ist nun 2 Jahre her.
Davor immer wieder mit 2-3 Jahren Arbeitslosigkeit dazwischen 12 Monate befristet und einmal nur 6 Monate mit Kündigung aus gesundheitlichen Gründen.

Ob eine Rückforderung gestellt wurde kann ich nicht sagen, darüber hab ich keine Infos erhalten. Ist mir auch egal, denn die Agentur für Arbeit will sich über solche Dinge nicht mit mir Unterhalten. Ich hatte mal einen potentiellen Arbeitgeber, der im Vorstellungsgespräch schon seine Interessen an den ganzen Zuschüssen gezeigt hat und mir klar gemacht hat, er stellt mich ein wenn er einen guten Zuschuss bekommt, aber nur für 1 Jahr dann nicht mehr. Der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter hat das wenig interessiert.

Den Führerschein habe ich von der Agentur für Arbeit finanziert bekommen aufgrund meiner befristeten Stelle. Das ging über den Rehaberater.

Lt. meiner REHA-SB vom Jobcenter ist sie verantwortlich für alle Fördermöglichkeiten. Sie fragt aber immer in der REHA-Abteilung der Agentur für Arbeit nach und wenn diese nein sagen, hört sie darauf. Ich weiß das ehrlich gesagt also nicht. Jeder erzählt mir was anderes und schiebt die Verantwortung zum anderen Team. Agentur für Arbeit sagt Jobcenter, Jobcenter sagt Agentur für Arbeit, SB sagt sie selbst darf entscheiden, dann wieder doch nicht. Wer soll da durchblicken? :bigsmile::bigsmile::bigsmile:

@RobbiRob ich möchte gerne Server administrieren oder Kundenservice machen. Also Fernwartung und evtl. auch an Computern schrauben. Also eigentlich die Aufgaben, die ein Fachinformatiker macht. In diesen Beruf wollte ich auch umschulen.
 

gizmo

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Lt. meiner REHA-SB vom Jobcenter ist sie verantwortlich für alle Fördermöglichkeiten.
Weist du denn nun wer dein Kostenträger ist?
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Ich habe das so gemacht das ich einfach einen neuen beruflichen A- REHA Antrag gestellt habe.

Habe dann die Aussage bekommen das noch ein berufliches Rehaverfahren läuft, Schriftlich.

Sprich dann gibt es auch Fördermaßnahmen.
 

Schnuffma

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Weist du denn nun wer dein Kostenträger ist?
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Ich habe das so gemacht das ich einfach einen neuen beruflichen A- REHA Antrag gestellt habe.

Habe dann die Aussage bekommen das noch ein berufliches Rehaverfahren läuft, Schriftlich.

Sprich dann gibt es auch Fördermaßnahmen.
Nein weiß ich nicht.

Mir ist das auch alles zu hoch mit den ganzen Reha verfahren usw. Ich weiß nur, dass ich ALG II Empfänger bin und ein REHA-team für mich zuständig ist.
 

gizmo

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@gizmo, was genau meinst Du mit "A- REHA Antrag"?
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_und_antraege/01_versicherte/03_reha/_DRV_Paket_Rehabilitation_Leistungen_zur_Teilhabe.html

Antragstellung:

in mündlicher, schriftlicher oder anderer Weise.

Einfach:

Hiermit beantrage ich eine berufliche Rehabilitation oder den Nachweis darüber das noch ein Reha Verfahren zu meiner beruflichen Eingliederung läuft.

Danach kann man dann Fördermaßnahmen schriftlich beantragen.
 

Doppeloma

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Hallo Schnuffma, :welcome:

Ich sitze im Rollstuhl und habe einen GdB 90, bin leider Langzeitarbeitsloser der ab und zu mal eine befristete Stelle bekommt. Aufgrund meiner Behinderung habe ich damals die Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert. Ein Held bin ich nicht darin, war auch nie mein Job. Aber das ist auch egal, da muss ich halt durch!?
Ein Held musst du auch nicht sein aber wenn du berufliche Förderung erreichen willst, darfst du dich NIEMALS auf mündliches "Gelaber" einlassen ... egal wie viel Vertrauen du zu deiner SB gerade hast ...:icon_evil:

Was mal so "gesagt" wurde kann man nicht einfordern und lässt sich genauso "praktisch" auch mündlich endlos verzögern und irgendann ablehnen ... dazu hat man dann natürlich NICHTS "in der Hand". :icon_evil:

Jedenfalls ist diese Ausbildung nun 10 Jahre her und ich habe bisher nur in 3 Stellen gearbeitet. Ich bewerbe mich regelmäßig, ich bewerbe mich korrekt und kann dies auch zu jeder Zeit 100% nachweisen.
Wann warst du in der letzten Anstellung ???
Da wäre ja zumindest mal eine Auffrischung deiner Kenntnisse angebracht, denn zu allen sonstigen "Vermittlungshemmnissen" kommt noch dazu, dass dir sogar fürs Büro der "Anschluss" wahrscheinlich schon zu lange fehlt.

Bekommst du auch mal (sinnvolle) Vermittlungs-Vorschläge von deinem JC oder bist du da "Allein-Kämpfer" ???
Das JC darf nicht nur "fordern", es hat dich durchaus auch zu "FÖRDERN", von alleine machen die da allerdings NICHTS ...

Meine Bewerbungen sind ca. 12 pro Monat, da mir so langsam die Ideen ausgehen. Ich bewerbe mich aber auch für andere Jobs z.B. im IT-Bereich, da ich hobbymäßig sehr viel mit dem PC und Serversysteme arbeite.
Hobbymäßig mache ich auch viel mit dem PC aber das würde beruflich ganz sicher keinen AG überzeugen können und ich befürchte eine solche Ausbildung / Umschulung wird dir auch Niemand ernsthaft bezahlen (wollen).

Als Bürokaufmann hast du bereits den vielseitigen "Traumberuf" für alle gesundheitlich eingeschränkten und behinderten / schwerbehinderten Menschen ... gerade im IT-Bereich ist die Entwicklung so rasant, dass du da auch bald wieder Wissenslücken hast, wenn es nicht direkt nach dem Abschluss mit einer Anstellung klappt.

Und dein spezielles "Vermittlungs-Hemmnis" (der GdB 90 und der Rollstuhl) ist auch nach einer Umschulung weiter vorhanden, ein AG der dich einstellt muss für dich einen behindertengerechten / rollstuhlgerechten Arbeitsplatz anbieten können ...

Dein Arbeitsplatz MUSS also barrierefrei für dich erreichbar und nutzbar sein ... das gilt schon für jeden Büro-Arbeitsplatz aktuell, das wäre nicht anders als IT-Administrator ... nur wahrscheinlich deutlich schwieriger ... wenn ich gerade daran denke, wo unsere ITs so überall "herumkriechen" mussten als ich im CallCenter gearbeitet habe ... :icon_kinn:

Lt. meiner REHA-SB vom Jobcenter ist sie verantwortlich für alle Fördermöglichkeiten. Sie fragt aber immer in der REHA-Abteilung der Agentur für Arbeit nach und wenn diese nein sagen, hört sie darauf. Ich weiß das ehrlich gesagt also nicht.
Eine einzelne SB ist dafür schon mal gar nicht alleine verantwortlich, Komplett-Umschulungen kosten 20.000 - 30. 000 € und mehr, du glaubst doch nicht ernsthaft das darf eine Reha-SB ALLEINE entscheiden ?

Jeder erzählt mir was anderes und schiebt die Verantwortung zum anderen Team. Agentur für Arbeit sagt Jobcenter, Jobcenter sagt Agentur für Arbeit, SB sagt sie selbst darf entscheiden, dann wieder doch nicht. Wer soll da durchblicken?
Wurde denn die DRV (Rentenkasse) dazu auch schon mal kontaktiert, in der Regel sind die auch irgendwann zuständig und dann machen AfA und JC da gar nichts mehr für dich ... hast du schon mal SELBER einen offiziellen Antrag (schriftlich und nachweislich !!!) an die DRV auf LTA-Maßnahmen (berufliche Reha) gestellt ???

Solltest du vielleicht mal machen, wenn die das ablehen weil sie nicht zuständig sind für dich, leiten die das DIREKT an die AfA weiter und dann ist die AfA zuständig, ob die das nun über JC laufen lassen oder nicht ist dabei völlig irrelevant.
Solche Kosten kommen dann IMMER aus dem gleichen "Reha-Topf" ... auch die DRV kann LTA als Lohnzuschuss geben wenn ein AG dich einstellen würde ...

So einfach nach 1 Jahr wieder entlassen geht dann meistens aber nicht und dein besonderer Kündigungsschutz (wirksam nach 6 Monaten Probezeit) als Schwerbehinderter "bremst" natürlich auch viele AG aus, über eine Einstellung nachzudenken.

Es liegt ganz sicher NICHT an deinen Bewerbungen oder nur an der mangelnden Berufserfahrung, du bist den AG "zu anstrengend", weil man sich auf dich (und deinen Rollstuhl) einlassen und einrichten müsste.

Also Fernwartung und evtl. auch an Computern schrauben. Also eigentlich die Aufgaben, die ein Fachinformatiker macht. In diesen Beruf wollte ich auch umschulen.
Das wird dir KEINER bezahlen, denn du hast einen Beruf den du (theoretisch) gesundheitlich ausüben kannst, eine Voll-Umschulung wird es also nicht geben, da hätte man längst ehrlicher zu dir sein MÜSSEN und deine Förderung im Büro-Bereich unterstützen.

Von DRV oder AfA (je nach Zuständigkeit) wird eine Umschulung in der Regel NUR dann bezahlt, wenn der aktuelle Beruf gesundheitlich nicht mehr ausgeübt werden KANN und dann soll es eine Ausbildung mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit sein, dass du damit dann auch anschließend umgehend in Arbeit sein wirst.

Siehst du selbst diese Wahrscheinlichkeit bei einem relativ hohen Anteil von ausgebildeten IT-Fachkräften unter den Arbeitslosen wirklich ???

Mal so zur weiteren Information und als Anregung für neue Überlegungen ...

https://www.azubi.de/beruf/ausbildung-fachinformatiker

Die Ausbildungsvergütung scheint ja ganz OK zu sein also ein Start aus eigenem Antrieb als normale Zweitausbildung, hast du darüber schon mal nachgedacht ???

Ob man bei den Ausbildungsplätzen was für dich dabei hätte und ob deine Schwerbehinderung Akzeptanz finden könnte in dem Beruf sollte ja herauszufinden sein.

Solange du nur weiter darauf hoffst, vom JC genug Unterstützung zu kommen, wirst du in deinem Leben und beruflich NICHT (mehr) voran kommen, das hat noch nicht mal mit deiner Schwerbehinderung zu tun ... sondern mit Selbstbewusstsein und eigenen (realistischen) Plänen, die man gezielt in die Tat umsetzen möchte ...

MfG Doppeloma
 

Schnuffma

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Hallo Doppeloma, vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Hallo Schnuffma, :welcome:

Ein Held musst du auch nicht sein aber wenn du berufliche Förderung erreichen willst, darfst du dich NIEMALS auf mündliches "Gelaber" einlassen ... egal wie viel Vertrauen du zu deiner SB gerade hast ...:icon_evil:

Was mal so "gesagt" wurde kann man nicht einfordern und lässt sich genauso "praktisch" auch mündlich endlos verzögern und irgendann ablehnen ... dazu hat man dann natürlich NICHTS "in der Hand". :icon_evil:
Ja das ist mir jetzt auch klar, dass man jedes gesagte Wort schriftlich festhalten muss.

Wann warst du in der letzten Anstellung ???
Da wäre ja zumindest mal eine Auffrischung deiner Kenntnisse angebracht, denn zu allen sonstigen "Vermittlungshemmnissen" kommt noch dazu, dass dir sogar fürs Büro der "Anschluss" wahrscheinlich schon zu lange fehlt.
Ich habe meinen letzten "befristeten" Job 2016 beendet. Eine Auffrischung? Bisher hat sich die lange Zeit nicht bemerkbar gemacht und ich weiß auch nicht, in welchem Bereich das nötig wäre. Mal abgesehen von der Buchhaltung, die ich damals schon nicht beherrscht habe :biggrin: bin ich noch fähig alle Büroaufgaben zu erledigen. Eine Einarbeitung ist doch eh überall nötig, die haben alle ihre eigene Arbeitsweise. [/QUOTE]

Bekommst du auch mal (sinnvolle) Vermittlungs-Vorschläge von deinem JC oder bist du da "Allein-Kämpfer" ???
Das JC darf nicht nur "fordern", es hat dich durchaus auch zu "FÖRDERN", von alleine machen die da allerdings NICHTS ...
Definitiv nein! Ich bekomme ständig Vermittlungsvorschläge von Personaldienstleistern und Einladungen zu Messen/Jobbörsen in denen Personaldienstleister sich vorstellen. Dort sind überwiegend andere Berufe vertreten, sehr wenig Bürotätigkeiten. Aber auf jedenfall viele IT-Berufe! Naja, jedenfalls brauch ich dort mit keinem reden, deren Gesichter verziehen sich schon, wenn ich einen Stand anvisiere und ins Gespräch kommen möchte :icon_mrgreen: Diese Dienstleister haben kein Interesse einen Rollstuhlfahrer einzusetzen. Die Aussagen sind immer die selben: Tut mir leid, wir haben keine Plätze die behindertengerecht sind, geben sie uns ihre Bewerbungsunterlagen wir melden uns (machen sie aber nicht) oder schauen sie doch einfach mal auf unsere Homepage.

Nein, ich muss meine Stellen mir selber suchen und das war bisher immer so gewesen.

Hobbymäßig mache ich auch viel mit dem PC aber das würde beruflich ganz sicher keinen AG überzeugen können und ich befürchte eine solche Ausbildung / Umschulung wird dir auch Niemand ernsthaft bezahlen (wollen).
Das stimmt, deshalb hatte ich das angesprochen. Erst wäre es möglich gewesen und dann auf einmal wieder nicht. Meine SB hat sich da einfach zu weit aus dem Fenster gelehnt.

Als Bürokaufmann hast du bereits den vielseitigen "Traumberuf" für alle gesundheitlich eingeschränkten und behinderten / schwerbehinderten Menschen ... gerade im IT-Bereich ist die Entwicklung so rasant, dass du da auch bald wieder Wissenslücken hast, wenn es nicht direkt nach dem Abschluss mit einer Anstellung klappt.
Das ist richtig, nur ist dieser vielseitige "Traumberuf" inzwischen sehr beliebt. Ich wohne hier in Berlin und da sollte man der Meinung sein, hier gibt es unzählige Arbeitsplätze. Nein, die meisten Büros sind hier in alten Häusern der Innenstadt. Daran scheitert das schonmal. Dann ist so ziemlich jeder Mensch mit Handicap auf einem Bürojob angewiesen und die wenigen interessanten Stellen sind bereits belegt. Das sind die typischen Aussagen die ich erhalte. Trotz Großstadt ist es eine Katastrophe hier.

Und dein spezielles "Vermittlungs-Hemmnis" (der GdB 90 und der Rollstuhl) ist auch nach einer Umschulung weiter vorhanden, ein AG der dich einstellt muss für dich einen behindertengerechten / rollstuhlgerechten Arbeitsplatz anbieten können ...
Aber in einem Berufsfeld, welches definitiv eher nicht für Menschen mit Behinderung infrage kommt. Ich habe mich hier schon ausreichend mit Firmen in Verbindung gesetzt und viele von denen sitzen am Rande der Stadt, mit modernen Gebäuden. Ansich wäre es kein Problem mich dort einzustellen, wenn ich den Fachinformatiker in der Tasche hätte.

Dein Arbeitsplatz MUSS also barrierefrei für dich erreichbar und nutzbar sein ... das gilt schon für jeden Büro-Arbeitsplatz aktuell, das wäre nicht anders als IT-Administrator ... nur wahrscheinlich deutlich schwieriger ... wenn ich gerade daran denke, wo unsere ITs so überall "herumkriechen" mussten als ich im CallCenter gearbeitet habe ... :icon_kinn:
Ich muss hier definitiv nicht unter Tische herumkriechen. Ich würde ganz normal wie ein Bürokaufmann am Rechner sitzen, mit Kunden telefonieren und Software bedienen. Alles andere lässt sich auch am Schreibtisch bewerkstelligen. Ich habe bereits mehrere Praktika in dem Bereich gemacht und mir wurde auch unter Berücksichtigung meiner Behinderung eine Empfehlung gegeben. Leider war die Agentur für Arbeit damals Stur und wollte mir diese Ausbildung nicht finanzieren. Ich sollte den Bürokaufmann machen. Das nur weil die SB sich nicht vorstellen konnte, dass ich diese Ausbildung packe.

Wurde denn die DRV (Rentenkasse) dazu auch schon mal kontaktiert, in der Regel sind die auch irgendwann zuständig und dann machen AfA und JC da gar nichts mehr für dich ... hast du schon mal SELBER einen offiziellen Antrag (schriftlich und nachweislich !!!) an die DRV auf LTA-Maßnahmen (berufliche Reha) gestellt ???

Solltest du vielleicht mal machen, wenn die das ablehen weil sie nicht zuständig sind für dich, leiten die das DIREKT an die AfA weiter und dann ist die AfA zuständig, ob die das nun über JC laufen lassen oder nicht ist dabei völlig irrelevant.
Solche Kosten kommen dann IMMER aus dem gleichen "Reha-Topf" ... auch die DRV kann LTA als Lohnzuschuss geben wenn ein AG dich einstellen würde ...
Nein, zumindest nicht in dem Zusammenhang. Damals ging es nur um den Führerschein. Die RV war soweit ich weiß nie für mich zuständig, da ich nicht lange genug gearbeitet habe. Das ist hier sowieso alles sehr verwirrend. Bei mir fühlt sich keiner zuständig.

Das wird dir KEINER bezahlen, denn du hast einen Beruf den du (theoretisch) gesundheitlich ausüben kannst, eine Voll-Umschulung wird es also nicht geben, da hätte man längst ehrlicher zu dir sein MÜSSEN und deine Förderung im Büro-Bereich unterstützen.
Ich habe auch nirgends erwähnt, dass ich darauf bestehe. Ich wollte nachfragen, was ich machen kann bzw. ob ich gegen dieses rumgeeier etwas unternehmen kann.

Siehst du selbst diese Wahrscheinlichkeit bei einem relativ hohen Anteil von ausgebildeten IT-Fachkräften unter den Arbeitslosen wirklich ???
Ich habe da andere Informationen bekommen, seitens des Jobcenters und den Arbeitgebern selbst. Es gibt kaum ausgebildete Fachkräfte in dem Bereich, zumindest hier in Berlin. Vielleicht ist das in anderen Bundesländern anders. Wir hatten mein Jobbörsen Profil um den Bereich (IT) erweitert und ich werde regelrecht zugeballert mit Vermittlungsvorschlägen von Arbeitgebern. Das habe ich bei den kfm. Jobs nicht.

Die Ausbildungsvergütung scheint ja ganz OK zu sein also ein Start aus eigenem Antrieb als normale Zweitausbildung, hast du darüber schon mal nachgedacht ???
Nein noch nicht. Den Fachinformatiker wollte ich 2005 das erste mal machen, aber nachdem ich eine Absage von der Agentur für Arbeit erhalten habe, habe ich das aus den Augen verloren. Ich hatte ja eine Ausbildung dann. Nun kam das Thema aber wieder auf den Tisch und meine SB gab grünes Licht... Ob sie das alleine Entscheiden kann bezweifel ich natürlich auch. Aber ich verlasse mich auf Ihre Aussage, dass sie weiß wovon sie redet und es rechtlich möglich ist. Woher soll ich denn wissen, was die alle bewilligen können und was nicht.

Was die Kosten betrifft, die interessieren doch kaum. Ein Beispiel?

Ich war 4 Jahre inkl. vorberufliche Maßnahme auf den Fahrdienst angewiesen. Das sind etwas über 100 Euro insgesamt pro Tag (Hin- und Rückweg) gewesen. Ich hatte damals schon den Führerschein angesprochen und man lehnte das ab. Es hat die gar nicht interessiert ob sie einmalig 2.000 Euro zahlen oder lieber 4 Jahre lang 100 Euro pro Tag.

Das hat sich jetzt ein wenig geändert, aber auch nur "ein wenig". Da hieß es auch, ich könnte doch mit meinen Fahrdienst zur Arbeit fahren. Als ich denen das ganze mal vorgerechnet habe, was das selbst bei einer befristeten Stelle kostet, kam sofort eine Bewilligung. Natürlich habe ich Kostenvoranschläge dazu als Beweis vorgelegt und 5 Seiten lang argumentiert. Ich denke wir wären bei einem Fahrdienst in ca. 4-6 Jahren bei einer ähnlichen Summe in Höhe einer Umschulung.

Ob man bei den Ausbildungsplätzen was für dich dabei hätte und ob deine Schwerbehinderung Akzeptanz finden könnte in dem Beruf sollte ja herauszufinden sein.
Das lustige ist, die Jobbörsen (Messe) hatten teilweise alle IT-Berufe für Menschen mit Behinderungen. Aber keine Büroberufe. Stand sogar Barrierefrei auf deren Zettel.

Solange du nur weiter darauf hoffst, vom JC genug Unterstützung zu kommen, wirst du in deinem Leben und beruflich NICHT (mehr) voran kommen, das hat noch nicht mal mit deiner Schwerbehinderung zu tun ... sondern mit Selbstbewusstsein und eigenen (realistischen) Plänen, die man gezielt in die Tat umsetzen möchte ...

MfG Doppeloma
Ja das stimmt wohl :-( Aber ich habe ehrlich gesagt kaum noch realistische Pläne. Der Büroberuf war nie mein Beruf und ich habe damit Heute noch zu kämpfen. Außerdem ist die Motivation kaum noch vorhanden, jedesmal sich den Hintern aufzureißen um dann am Ende eh wieder nicht verlängert zu werden. Diese ständigen Absagen, immer die selben Gründe... ich bewerbe mich ja schon auf 900 Euro Teilzeitjobs um von der Arbeitslosigkeit wegzukommen. Dafür muss ich von meiner SB mir dann immer eine Standpauke anhören.

Einen schönen 1. Mai wünsch ich Dir!
 

Schnuffma

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Ich hatte gerade eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bei einem Personaldienstleister. Mir wurde versichert alles barrierefrei und Aufzug vorhanden. Vor Ort war jedoch eine Stufe zum Gebäude. Ich hab dann natürlich angerufen und gefragt wie ich denn nun ins Gebäude komme. Total ratlos fragte man mich wie schwer denn der Rollstuhl ist und ob ich diesen verlassen kann? Sehr schwer und ich bin auch etwas dicker. Dann wieder minutenlang rumgegrummel bis sie mich fragte was wir jetzt nun machen? Tja das weiß ich auch nicht sie sagten mir alles wäre barrierefrei.

Na dann müssen wir das absagen und es tut ihr unendlich leid. Vielleicht ruft Frau ... sie an und dann schauen wir mal ob der Kunde überhaupt für sie geeignet wäre mit dem Rollstuhl. Ja notieren Sie sich das bitte und prüfen Sie das vorher. Tschööööö 😂😂😂

Noch kurz ein Foto vom Eingang gemacht und abgezischt.

Ich war trotzdem nett am Telefon. Ihr könnt euch natürlich vorstellen wie traurig mich das ganze macht 😉😂
 
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