Jobcenter fordert Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren?

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Soeben erhielt ich ein Anschreiben meines Jobcenters, wonach das Pflegegutachten der zu pflegenden Person angefordert wird. Anforderungsfrist von 14 Tagen. Ich bin darin in der häuslichen Pflege eingetragen.

Soweit mir bekannt ist, umfasst das Pflegegutachten sensitive Daten über den Krankheitsverlauf und sonstige Informationen, die nicht notwendigerweise in die Hände des Jobcenters gelangen dürfte.

Gleichzeitig wurde das Anschreiben mit der Zusendung einer Eingliederungsvereinbarung und entsprechender Berücksichtigung ergänzt.

Würde jemand meine Aussagen bestätigen:

1) Die Herausgabe des Pflegegutachtens kann nicht entsprochen werden, da darin sensitive Daten über den Krankheitsverlauf der zu pflegenden Person enthalten sind.

2) Es reicht, wenn man von der Krankenkasse ein entsprechendes Schreiben anfordert, welches die wesentlichen Daten und den Umfang der häuslichen Pflege beschreibt.

3) Was die angebliche Zusendung der EGV betrifft, da spare ich mir erstmal weitere Kommentare und bräuchte hierzu auch erstmal keine Tipps. Folgt dann, wenn es notwendig wird.

Danke
 
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ExUser 2606

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Vor allen Dingen gehört das Pflegegutachten der zu pflegenden Person. Das darfst du gar nicht ohne deren Zustimmung rausgeben und sie muss dir nichtmal Zugriff gewähren.
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HartzVerdient

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Vor allen Dingen gehört das Pflegegutachten der zu pflegenden Person. Das darfst du gar nicht ohne deren Zustimmung rausgeben und sie muss dir nichtmal Zugriff gewähren.
Richtig! Das kommt noch dazu. Ich hatte meinem SB beim letzten Meldetermin noch ein Anschreiben, welches durch die KK an mich adressiert war, vorgelegt. Darin war zu entnehmen, dass ich als Pflegekraft eingesetzt bin. Hat aber an dem Tag nicht wirklich interessiert, da das Ziel des Meldetermins das schikanöse Zusammenschei*sen meiner Person beinhaltete. Jetzt wird im Anschreiben das alles so dargestellt, als wolle ich das Pflegegutachten nicht vorlegen. Was - inhaltlich - nie thematisiert war.

Edit: Meine Vorlage des Dokuments wurde noch im Gesprächsvermerk berücksichtigt. Habe das vorhin noch überprüft.
 
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nik72

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Du kannst ja die SB fragen, warum sie es nicht selbst bei der KK anfordert. Ich nehme an, sie darf das nicht. 😉
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Pixelschieberin

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Als das Selbe von mir verlangt wurde, weigerte ich mich, Sozialdaten Dritter offen zu legen, die ihrerseits nicht am der Nadel des JC hingen.
Ich teilte beim Date mit, daß es von den Betroffenen nicht gewünscht sei, in JC-Akten aufzutauchen und dort namentlich genannt zu werden.

Auch wollte ich nicht als pflegende Person "eingetragen" werden. Allein damit der SB ein Vermittlungshemmnis daraus schnitzt, das allein ihn entlastet?
Ich "hinterher" womöglich in die Altenpflege schanghait werde weil mir Erfahrungen auf dem Gebiet nachgesagt werden?
Für DEN Job muß der Mensch mental gemacht sein.
Das hatte ich mir nur gedacht.

Gesagt habe ich:
SB möge sich was anderes ausdenken, womit er seinen TL glücklich macht.
Er könne sich gerne aufschreiben, daß ich quasi 24 h auf Stand-By bin und sofort los springen werde, sollten meine Angehörigen auch mal außerhalb der gewohnten Zeiten meiner bedürfen.
In dem Fall werde ich auch niemanden um Genehmigung fragen.
Dann eile ich zur Hilfe wie ein selbstbestimmter Mensch.
Echte Hilfestellung ist von ambulanten Pflegediensten und von Heimen nur bedingt zu erwarten.
Was die nicht zu leisten bereit sind, werde ich - als gute Tochter, die was zurückzugeben hat - abdecken.
Ende der Diskussion.
Eltern altern und sterben nur einmal.
Die damit einhergehenden, notwendigen Verrichtungen lassen sich nicht auf später aufschieben.

SB möge berücksichtigen, daß ich das, solange meine hilfsbedürftigen Leute noch leben, jedem potentiellen AG genau SO kommunizieren werde.
Der Fairness halber.
Mündlich.
Versteht sich. :wink:
Von mir aus könne versucht werden, den Anwurf "NICHT unterlassene Hilfeleistung" vor Gericht zu zerren und dort ausdiskutieren zu lassen.

Den strittigen EGV-Entwurf nahm ich zur obligatorischen Prüfung mit, teilte mit, daß, sollte die Datenpreisgabe als VA bei mir anlanden, wir auch das vorm SG klären lassen.
Das müsse schon deshalb sein, weil ich mich keiner Datenschutzverletzung schuldig machen möchte.
Wenn das Gericht bescheidet und nachvollziehbar begründet, daß dem JC schützenswerte Sozialdaten von im Grunde unbeteiligten Dritten offenbart werden müssen, dann diene das unser beider Entlastung. :icon_pause:

Ende vom Lied:
Der datensensible EGV-Vorschlag blieb auf Eis liegen.
Nachdem das Problembewußtsein geschärft war, war es dem SB wohl zu schwierig, diese EGV gegen die vorgetragenen Bedenken durchzupeitschen.
Es kam kein VA.
Auch keine Vermittlungsvorschläge.
Die kamen schon vorher nicht.

Warum "Kunden", die die Hucke schon mit Pflege voll haben, nicht STILLSCHWEIGEND zum Schrankfall gemacht werden, muß ich nicht verstehen.
DAS Schicksal möchte eh' keiner teilen, weshalb dann noch drangsalieren?

Du könntest die Bedenken dem Datenschützer deines Bundeslandes zur Beurteilung vortragen.
Bei dem zahnlosen Tiger ist ungewiß, was er in DER Angelegenheit "meinen" wird.
Weiß ja keiner wenn dir seine Einschätzung nicht gefällt - andernfalls hättest du fürs nächste Date ein Trümpflein im Ärmelaufschlag.
 

HartzVerdient

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Mir wurde im Anschreiben mitgeteilt, das, sollte ich bis zum xx die geforderten Unterlagen nicht vorlegen, man seitens des JC ausgeht, das keine Pflegebedürftigkeit vorliegt. Daher würde man mir eine normale EGV zusenden und die Pflegenotwendigkeit nicht berücksichtigen.

Ich könnte das jetzt alles bis zum VA aussitzen und dann das SG zu dieser Thematik befragen. Wobei mir 5 weitere Gründe einer VA Abwehr einfallen würden.
 

Porks

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Hi
besorge dir ein Schreiben von der Pflegekasse wo drin steht,dass du die Person .. mit Pflegegrad .. Std betreuen tust und auch Eingetragen bist .
Mehr geht die nix an .
Und wenn die nicht wollen sollen die das Schriftlich mit § geben und dann geht es damit zum Anwalt /Klage .
 

HartzVerdient

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Hi
besorge dir ein Schreiben von der Pflegekasse wo drin steht,dass du die Person .. mit Pflegegrad .. Std betreuen tust und auch Eingetragen bist .
Mehr geht die nix an .
Besagtes Dokument wurde beim letzten Meldetermin vorgelegt und in der Aktennotiz zur Kenntnis genommen. Selbst der Pflegegrad wurde in der Akte des JC vermerkt. Dabei handelte es sich um das Anschreiben an mich, welches man von der Krankenkasse bekommt, die auch das Gutachten erstellt hat. Darin wird bestätigt, dass ich als Pflegeperson eingetragen bin. Evtl. Pflegegeld erhalte usw..

Mein Sachbearbeiter war aber in einem für mich irritierenden Modus an dem Tag und hat den Sinn des Anschreibens wohl bei der Vorlage nicht wirklich verstanden. Bzw. machen die das der Schikane wegen gerade absichtlich. Kann aber auch Unwissenheit seitens des neuen SB sein, wonach über Flurfunk und Rücksprachen zwischen Tür und Angel mit seiner Teamleitung, diese Dokumente angefordert werden.

Seit einigen Meldeterminen kann ich nicht wirklich rechtssichere Vorgehensweisen seitens des neuen SB erkennen. Da scheint wohl Druck von oben nach unten durchgereicht zu werden. Mur liegen zahlreiche Dokumente vor (Notizen und Meldetermine), die einen Aktionismus ohne erkennbaren Faden vermitteln.

Tenor der besagten Dokumente ist die krampfhafte Festmachung einer EGV und um nichts anderes geht es denen. Es müssen auf Teufel komm heraus sanktionsbewährte Sachverhalte geschaffen werden. Um Eingliederung bzw. Pflege geht es hierbei nicht.
 

Gaestin

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

ich hoffe, Du gehst nie ohne Beistand zu diesen Terminen!
 
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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Wenn man auf den Quark ueberhaupt antworten will, wuerde ich darauf verweisen, dass die Pflegetaetigkeit bereits belegt wurde und auf den gedpraechsvermerk hinweisen.
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HartzVerdient

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

ich hoffe, Du gehst nie ohne Beistand zu diesen Terminen!

Mit dieser Form der Eskalation bin ich jetzt erstmalig in Berührung gekommen. Selbstverständlich werde ich künftig versuchen Maßnahmen dagegen einzuleiten.

Edit: Kommt ja noch hinzu, dass mein Vater auch noch gepflegt wird. Er braucht zu allen Terminen eine Begleitung usw.. Mein Vater war die Ursache, für die ganzen Änderungen bis hin, dass ich als Pfleger für meine Mutter fungiere. Mein Vater ist eigentlich wesentlich pflegebedürftiger. Weigert sich jedoch - aus Gründen - einen Pflegegrad zu beantragen. Ich bin erst - auf Grund von Ereignissen, die meinen Vater betreffen, in diese Situation gerutscht. Von meiner eigenen Genesungssituation mal abgesehen. Das wird vom JC auch wilig ignoriert. Ich sehe da schon einen Klotz auf mich zukommen.
 
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ExUser 2606

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Mich würde ja würde ja mal interessieren, was einen Menschen dazu bewegt, keine Pflegegrad zu beantragen. Hilfe annehmen tut er ja offensichtlich, somst würde er sich ja nicht pflegen lassen.

Kann ich nicht nachvollziehen.
 

HartzVerdient

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Mich würde ja würde ja mal interessieren, was einen Menschen dazu bewegt, keine Pflegegrad zu beantragen. Hilfe annehmen tut er ja offensichtlich, somst würde er sich ja nicht pflegen lassen.

Kann ich nicht nachvollziehen.

Diese Frage ist durchaus berechtigt und eine Frage, die ich mir selbst auch stellte.

Die bestmögliche Antwort die ich darauf geben kann ist folgende: Es liegt an seiner kulturellen Herkunft.

Er stammt aus einem Land, wo es Gang und Gäbe ist (oder besser: war), dass Familienmitglieder sich um die Ältesten kümmern.

Eine Tradition, die halt so dort gelebt wird. Die Jüngeren kümmern sich um die Älteren.

Hier müsste ich etwas weiter ausholen.

In einer idealen Welt bekommen die Familien Kinder. Diese gehen zur Schule, Arbeiten, Heiraten, bekommen Kinder. Während die eigenen Kinder aufwachsen, kümmert man sich um die Älteren. Kocht, Wäscht, Bedient, Pflegt usw.

Das liegt (oder: lag) in der Kultur des Herkunftlandes. Nun lebt er seit fast 50 Jahre in diesem Land und hat faktisch kaum etwas von seinem Herkunftsland mehr mitbekommen. Auch dort fanden über die Jahrzehnte kulturelle Anpassungen und Veränderungen. Die Frauen sind unabhängigger geworden und gehen einer Arbeit nach (müssen sie teilweise, da man sonst nicht über die Runden kommt).

Medien wie Fernsehen und Internet haben massiv zum Umdenken angeregt usw...

Leider gibt es Menschen, bei denen ist das alles irgendwie unter gegangen. Sind mit sich selbst beschäftigt (im Geiste) oder wollen ihre Abhängigkeit nicht akzeptieren bzw. sehen in der "Hife" eine Art Abhängigkeit oder Kontrollverlust ihrer selbst.

Mir bleibt letztendlich nicht viel übrig, als es zu akzeptieren. Ich kann niemanden zu seinem Glück zwingen, nur um mir dadurch selbst einen strategischen Vorteil gegenüber dem JC zu erhaschen.

Die Denke bekommt man auch nicht mehr aus dem Kopf heraus. Gerade bei dem hohen Alter ist das vollkommen unmöglich.

Soweit mir bekannt, sieht das SGB solche Fälle der Pflege durchaus vor. Das JC kann nicht einfach stoisch auf irgendwelche Pflegegrade pochen, wenn die Gesamtsituation abzuwägen ist und ggf. kulturele und ethnische Hintergründe berücksichtigt werden müssten.

Wie gesagt: In einer idealen Welt... in der wir nicht leben...
 
E

ExUser 2606

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Naja, der Pflegegrad schließt ja nicht aus, dass man sich von der Familie pflegen laeest. Aber er bringt halt Vorteile wie zum Beispiel Geld fuer notwendige Umbauten. Irgendwie finde ich nichts, was gegen eine Beantragung spricht.

Mal davon abgesehen, wenn du selber nicht gesund bist, ist Pflege von 2 Leuten ganz schön heftig. Hängt das alles an dir oder gibt es noch andere Helfer? Was passiert, wenn du nicht mehr kannst?

Irgend einen Nachweis der Pflege deines Vaters wirst du für das JC brauchen. Vielleicht kann der Hausarzt etwas schreiben.
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HartzVerdient

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Aber er bringt halt Vorteile wie zum Beispiel Geld fuer notwendige Umbauten. Irgendwie finde ich nichts, was gegen eine Beantragung spricht.
Ja das ist bekannt und ich stimme dir da voll zu.

Mal davon abgesehen, wenn du selber nicht gesund bist, ist Pflege von 2 Leuten ganz schön heftig. Hängt das alles an dir oder gibt es noch andere Helfer? Was passiert, wenn du nicht mehr kannst?
Ich bin momentan der Hauptakteur in dieser Sache. Wurde damals krank durch meinen alten Arbeitgeber. Hat viele Jahre gedauert und so ganz über den Berg bin ich noch nicht. Erst letztes Jahr konnte ich etwas Licht am Tunnelende erblicken.

Ich mache hier so einiges im Haus bzw. etwas im Garten. Hängt natürlich auch von meiner eigenen Leistungsfähigkeit zusammen. Unternehme Fahrten zu Arztterminen, Einkaufen, einiges auf Zuruf... Das für beie Elternteile... Daneben kommen dann meine eigenen Belange wie Bewerbungen usw... In der Summe muss ich aber zugeben, dass es mir sehr viel besser geht - trotz Herausforderungen - als noch vor 2 Jahren.

Wie es danach weitergeht ? Nun ! Lösen wir erstmal ein Problem...
 
E

ExUser 1309

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Ich würde auch die Frage stellen, was das JC mit dem Pflegegutachten möchte, denn es gibt, wie wir wissen, keine Ärztlichen Gutachter SB oder welche, die beurteilen können, wie so ein Pflegegutachten zu bewerten wäre.

Eine ganz andere Möglichkeit sehe ich bei der Pflege von Angehörigen zuhause
Finanzielle Unterstützung (Pflegegeld)
Das Pflegegeld ist eine finanzielle Leistung der Pflegeversicherung. Diese wird gezahlt, wenn die Pflege selbst sichergestellt wird – zum Beispiel, wenn sie durch Angehörige erfolgt. Das Pflegegeld wird nicht direkt an die Pflegeperson gezahlt, sondern an die Pflegebedürftige oder den Pflegebedürftigen. Sie oder er kann das Geld als finanzielle Anerkennung an pflegende Angehörige weitergeben.

Soziale Absicherung der Pflegeperson
Eine Pflegeperson im Sinne des Rechts der Pflegeversicherung ist eine Person, die eine Pflegebedürftige oder einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig in ihrer oder seiner häuslichen Umgebung pflegt. Seit dem 1. Januar 2017 gilt: Wer eine oder mehrere pflegebedürftige Personen des Pflegegrades 2 bis 5 in ihrer häuslichen Umgebung nicht erwerbsmäßig für wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche, pflegt , hat als Pflegeperson Ansprüche auf Leistungen zur sozialen Sicherung. Hierbei handelt es sich um Leistungen in Bezug auf die Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung, die im Folgenden näher erläutert werden.

Reicht natürlich nicht, um vom Amt loszukommen, darf auch nicht vom ALG2 abgezogen werden.

Kannst du diesen Weg nicht gehen um wenigstens ein paar € zu erhalten und einen Nachweis gegenüber anderen Personen zu haben, das du derzeit "Pfleger" bist und entsprechend zeitlich eingebunden? Wobei der Staat mehr als dürftige Mittel zur Verfügung stellt, bei uns waren Ziehvater und nachher die Mutter pflegebedürftig, das bisschen was der Staat da rausrückt vom Pflegegeld für häusliche Pflege ist ein Witz, vor allem wenn man dem Heimkosten, die der Staat sonst i.d.R. tragen müsste, gegenüberstellt.
 

HartzVerdient

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Ich würde auch die Frage stellen, was das JC mit dem Pflegegutachten möchte, denn es gibt, wie wir wissen, keine Ärztlichen Gutachter SB oder welche, die beurteilen können, wie so ein Pflegegutachten zu bewerten wäre.
Ich glaube, denen geht es garnicht um irgendwelche Pflegegutachten oder Sonstiges. Denen geht es darum, die Nuss zu knacken. Das JC verfolgt in meiner Person ein vollkommen anderes Ziel.
 
E

ExUser 1309

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Da geht es um §10 SGB2 Absatz 4, wenn ich das richtig sehe:
Als erwerbsfähig gilt, wer dem Arbeitsmarkt täglich mindestens drei Stunden lang zur Verfügung steht. Die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit ist allerdings unzumutbar, wenn diese „mit der Pflege einer oder eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann“ (SGB II § 10 Abs. 4). Hat die erkrankte Person also einen hohen Pflegegrad und der oder die Bezieher/in von ALG II kommt als Einzige/r zur Pflegeübernahme infrage, besteht keine Bewerbungspflicht auf dem Arbeitsmarkt.
Quelle
Gesetzestext dazu
 

HartzVerdient

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Da geht es um §10 SGB2 Absatz 4, wenn ich das richtig sehe:

Das ist richtig. Allerdings geht's nicht darum. Mir ist seit einiger Zeit bekannt, dass ich auf der "Abschussliste" der GL stehe. Dies wurde mir von einer ehemaligen SB im Gesprächsverlauf mitgeteilt.

Ich denke, die wollen hier mächtig Salz in die Suppe kippen und mich mit allen Mitteln loswerden. Ich möchte hier in diesem Thread nicht näher darauf eingehen, da es im letzten Gespräch so einige Indizien dazu gab, die mich das vermuten lassen.

Zumindest hätte man sich das Zusammenscheissen im letzten Meldetermin sparen können, da ohnehin alles vollumfänglich rechtlich geklärt ist. Es hätte gereicht mit sachlich und vernünftig mitzuteilen, dass ich jede zumutbare Arbeit annehmen müsste (die ich bisher nie angeboten bekam). Das Affentheater hätte man sich in dieser Art und Weise sparen können.

Ich brauche niemanden, der mich zu einem geladenen Meldetermin aufs Übelste niedermacht, nur um mir, ohnehin bereits rechtlich geregelte Fakten, auf übelste Weise zu kommunizieren. Es sei denn, es würde ein anderes Ziel verfolgt werden.

Vermutlich war bereits der Hinweis "Ich habe pflegebedürftige Eltern" ein Dorn im Auge, so dass ich unter allen Umständen aus dem Bezug von Transferleistungen gedrängt werden *muss*. Nur um nicht weiter auf Staatskosten (in die ich vorher kräftig um ein Vielfaches einzahlte) zu leben. Wir sind schon lage keine Solidargemeinschaft mehr, sondern zu einer Leistungsgesellschaft mutiert. Wer nicht leistet, ist halt scheisse dranne.
 
E

ExUser 1309

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Ob du auf der Abschussliste stehst oder nicht, ändert nichts daran, das sie sich an die Gesetzgebung halten müssen.

Ich habe "damals", bei den ersten Besuchen im JC, agressiv erklärt bekommen, das mir nichts zusteht, wörtlich, werd ich nie vergessen und auch ich hatte langjährig eingezahlt und bin qualifierter Facharbeiter mit 2 Briefen "und Ihnen steht sowieso nichts zu"... und ich jeden Job annehmen müsste, sowie 1€ Job.

Die Situation wäre fast gewaltsam eskaliert, Kollegen des SB standen schon "bereit". Zum Glück hatte ich mich gerade noch unter Kontrolle. Ich wendete mich dann mit freundlichem Schreiben an den OB der Stadt, wo ich die Situation schilderte und verfasste eine "normale" Beschwerde. Dazu kamen dann noch Gerichtsprozesse etwas später, wo ich zeigte, das ich nicht "entrechtet" bin. Mir wurde eine andere SB zugeteilt.

In unserer Gesellschaft darf man sich halt mit allen rechtlichen Mitteln die zur Verfügung stehen gegen das Fehlverhalten anderer wehren, umgekehrt muss man sich an einiges halten. Schafft man das nicht, geht man unter.
 

HartzVerdient

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Ob du auf der Abschussliste stehst oder nicht, ändert nichts daran, das sie sich an die Gesetzgebung halten müssen.

Was du in deiner vorherigen Ausführung darstellst zeigt doch klar, dass man sich eben nicht an die Gesetzgebung hält. Andernfalls hättest du dir den Krampf mit dem OB und dem SG sparen können.

Selbst die von dir dargestellt Wehr gegenüber Fehlverhalten seitens der Mitarbeiter, zeugt doch von einer Negation geltendem Rechtes.
 

Pixelschieberin

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Diese Frage ist durchaus berechtigt und eine Frage, die ich mir selbst auch stellte. [...]
Die wurde mir bei einem saalfüllendem Vortrag eines engagierten Gutachters beantwortet, der Angehörigen Demenzkranker erläuterte, wie mit den Begutachtern umzugehen sei.
Es ist STOLZ und der (klägliche) Versuch, beim Aufrechterhalten der Fassade Würde zu bewahren.
Das sei lt. Vortragendem besonders bei Männern ein Phänomen, die sich eher die Zunge abbissen als nach dem Weg zu fragen.
Hör dich mal bei Krankenschwestern um, wie schnell sich Männer angesichts attraktiver Blondinen wieder alles zutrauen, Frauen hingegen - vom heimischen Pflichtprogramm hochoffiziell entbunden - Betreuung annähmen und sich eher fallen ließen.

Begutachter, die den Pflegegrad einzuschätzen haben, ließen z. B. Kulis vom Tisch kullern, die Serviette zum angebotenen süßen Stückchen fallen.
Der pflegebedürftige Herr wird sich lieber in Pein verrenken, damit er den umsichtigen Gastgeber und formvollendeten Kavalier alter Schule geben kann.
Wenn schon mal Besuch da ist...

Vermerk des Gutachters:
Kommt selber an die Zehen.
Die Konsequenz daraus muß nicht erläutert werden.

Was Angehörige dem Begutachter erzählen, wenn sie klein klein berichten, wo genau Hilfe benötigt wird, wird das konterkariert und abwiegelnd klein geredet.
Deshalb sei der Pflegebedürftige zuvor in die Mangel zu nehmen - ähem hinreichend zu briefen - sofern Entlastung der Angehörigen bei der Begutachtung heraus kommen solle.

Speziell Männern sei klar zu machen, gefälligst den Stolz stecken zu lassen, DAMIT die Last endlich von den schmalen Schultern der Mutter, anderer Angehöriger, genommen werde.
Er sagte, in etwa so agieren wie es Co-Alkoholiker machen sollten:
Den Süchtigen durchaus gewähren lassen aber die eigenen Konsequenzen mitteilen und sie wirklich durchziehen.
Kurz: Den uneinsichtigen Pflegebedürftigen auch mal im Regen stehen lassen und dessen Wut aushalten.

Das Schwierige dabei:
Es sind die Eltern.
Die Personen, die einem früher die Ansagen gemacht und einen durch die Stürme des Lebens geleitet haben.
Daß das nun nicht mehr so ist, sondern - für sie viel demütigender - sie die Rolle dessen einnehmen sollen, dem jetzt Vorschriften gemacht werden müssen, ist schwer zu verdauen.
Das wird in der Übergangszeit - bis sie zur Einsicht kommen und sich vielleicht dankbar(er) zeigen - ziemlich stressig werden.
Tränen werden fließen.
Wie oft wurde mir von hilflos-wütend zitternden Zeigefingern die Tür gewiesen als ich mir erlaubte, das kleine Zimmer, das als Kammer auch der Vorratshaltung dient, gemeinsam mit der Haushaltshilfe auszumisten. Glücklicherweise hatte meine Mutter zuvor einen Pakt mit mir geschlossen, daß ich mich bitte darüber hinwegsetzen möge, sollte sie je so schrecklich uneinsichtig wie die Omas werden. Daß der Moment der Vertragserfüllung gekommen sei, wurde maulend hingenommen.
Hinterher waren alle froh, daß dort wieder getreten werden konnte, die Wut der Mutter darob, daß die Hilfe vermeintlich gewonnen hatte, verraucht.
Die Dienstleisterin konnte doch gar keinen Duck aufbauen.

Im Heim heißt es lapidar: "Wir zwingen hier keinen."
In der Umsetzung bedeutet das:
Wir lassen den Dementen vorm gefüllten Teller verhungern und sind mit der Feigenblatt-Ausrede schneller wieder im Raucherraum wo wir uns nach dem Peak dem Feierabend tratschend entgegen langweilen.
Essensausgabe/An- und Auskleiden sind in unterschiedlichen Schichten. Kaputt arbeiten tat sich dort keiner.
Es bleibt das Problem des Insassen wenn er nicht an die Schnittchen geht, deren Rand er nicht mehr zu kauen vermag und der daheim immer abgeschnitten wurde.
Ist im Prinzip auch egal, weil der unmotivierte Zeitarbeiter den Teller wieder nicht in Armeslänge=Reichweite gestellt hat.
Wie oft habe ich sowas gesehen und ihm einen kleinen Schubs in Richtung Hand gegeben, dem Häufchen fremden Elend dabei aufmunternd übers Gesicht streichelnd.
Im Prinzip war das bei Insassen ohne kümmernde Angehörige genau so wie ich mir Isolationsfolter vorstelle.
Deshalb war täglich einer vor Ort, um wenigstens Körperkontakt und nach fehl schlagender Sensibilisierung des Personals wenigstens einmal täglich Nahrungsaufnahme ballaststoffreicher Lebensmittel zu gewährleisten. Ich werde nie verstehen, weshalb unsere Alten derart ungesund ernährt werden.
Die reinste Junk-Food-Orgie: Zu salzig, wo die schon eh' nicht trinken mögen? Zu süß, wo ihnen keiner die verbliebenen Zähne putzt?
Zu fett, zu aluminiumbelastet - und - rein gar nichts für den Darm zu tun.
Je weniger Ballaststoffe und Frisches, um so weniger Arbeit mit der Verrichtung.
Bei versteinerten Bäuchen und Koliken wird halt ins KH abgeschoben oder durchschlagende Chemie verabreicht.
Kurz bevor die nächste Schicht kommt. Die haut dann die nächste chem. Keule drauf, damit "das" aufhören möge.

@ HartzVerdient:
Ich verstehe nur zu gut, daß du dich zur Pflege verpflichtet fühlst.
Fremde lassen deine Leute, ohne groß mit der Wimper zu zucken, verrotten.
Egal was dir Hochglanzbroschüren und geführte Begehungen weis zu machen suchen.
Hinter den Kulissen spielt sich überall das selbe routinierte Elend ab.
Selbst in ultra-teuren "Residenzen" mit Konzertflügel, echten Teppichen auf Parkett im Gemeinschaftsraum stinkts in den Gängen zu den Zimmern erbärmlich, schaukeln unter Hospitalismus leidende Insassen in mit Gesicht zur Wand geparkten Rollstühlen - solltest du je unangemeldet zur Besichtigung auftauchen und "sehen wollen, wie der Alltag hier so aussieht".
 
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ExUser 2606

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AW: Jobcenter forder Pflegegutachten der zu pflegenden Person an - wie reagieren ?

Gerade Pflegegrad beantragen kann aber auch heissen, dass man laenger zu hause bleiben kann und nicht ins Heim muss.

Optimale Pflege heisst aus meiner Sicht Pflege durch selbstbehalte Privatmensch, die dort, wo es nötig ist durch ambulante Dienste unterstützt und entlastet werden. Das kann ein Pflegedienst sein, der bestimmte Dinge übernimmt, eine Haushaltshilfe, die ab und an die Fenster putzt oder ein Fahrdienst zum Arzt.
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Was du in deiner vorherigen Ausführung darstellst zeigt doch klar, dass man sich eben nicht an die Gesetzgebung hält. Andernfalls hättest du dir den Krampf mit dem OB und dem SG sparen können.

Selbst die von dir dargestellt Wehr gegenüber Fehlverhalten seitens der Mitarbeiter, zeugt doch von einer Negation geltendem Rechtes.

Natürlich ist das Problem, das die MA eines JC ihre eigene Vorstellung haben, wie sie die Rechtsauslegung deuten und die "Kunden" nach Ihren Vorstellungen biegen können ( Rechtbeugung darf man das nicht nennen, auch weil es eben nur Angestellte sind, als Laie würde ich das allerdings fast schon so sehen). Das sind allerdings weder Rechtsanwälte, noch Richter ( Obwohl sie im Prinzip verurteilen dürfen -> Sanktionen! aussprechen).

Das ist auch der Grund, warum es Gerichte gibt, die dafür sorgen, das die Rechte eingehalten werden und das Fehlverhalten anderer korrigieren. Deshalb schrieb ich auch:
In unserer Gesellschaft darf man sich halt mit allen rechtlichen Mitteln die zur Verfügung stehen gegen das Fehlverhalten anderer wehren, umgekehrt muss man sich an einiges halten.
Die JC Mitarbeiter dürfen Fehler machen, Gesetze fehlinterpretieren ( Wo du sagst sie halten sich nicht daran), solange sie nicht in Ihre Schranken verwiesen werden/wurden.

Die Fehler liegen im System. Nach meiner Meinung dürfte es gar nicht möglich sein, das Laien existenzgefährdende Urteile (Sanktionen) bzw. etwas rechtlich unsicheres beurteilen /
aussprechen dürfen. Die Menschen dort nutzen oder versuchen das System zu ihren Gunsten zu nutzen- tun wir umgekehrt nicht dasselbe?

Der maßgebliche Unterschied ist, wir können zur Rechenschaft gezogen werden und haben gegebenenfalls Konsequenzen zu tragen.

In deinem jetzigen Fall, ist das Problem, glaubhaft darzulegen, das deine Eltern deiner Pflege bedürfen, niemand anderes dieses derzeit übernehmen kann und der Pflegegrad so hoch ist, das du "ständig" für deine Eltern dasein müsstest bzw. die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann.

Es galt mal dieses
Pflegestufe 1: der pflegende Angehörige kann aus Sicht der Arbeitsagentur einer Vollzeitbeschäftigung (Stellenumfang 100 %) nachgehen.
Pflegestufe 2: hier beträgt die zumutbare Arbeitszeit in einem Arbeitsverhältnis für die Pflegeperson 6 Stunden täglich. Das entspricht bei einer 38,5-Stundenwoche einem Stellenanteil von ca. 78 %.
Pflegestufe 3: bei dieser Pflegestufe hält auch die Bundesagentur eine berufliche Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Die Pflegeperson muss sich dann nur einmal im Jahr melden und wird ansonsten in Ruhe gelassen.

Aber leider wurden seitdem Gesetzesänderungen durchgeführt. Da bräuchtest du nach meiner Meinung fachliche Beratung, die die neuen Bedingungen kennt, um rechtlich sicher argumentieren zu können, das du wegen deiner Pflegetätigkeit derzeit nicht arbeiten kannst.
 

HartzVerdient

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[...] das du wegen deiner Pflegetätigkeit derzeit nicht arbeiten kannst.

Könntest du darlegen, wo du diese Theorie ableitest ? Ich habe nie gesagt, ich könnte derzeit nicht arbeiten.

Ich habe nur konkretisiert, dass das Jobcenter beim letzten Gespräch alle integrativen Maßnahmen über Bord warf und gleich zum Anscheissen überschwenkte. Vollkommen ohne jegliche Grundlage.

Und ja! Die Jobcenter müssen rechtskonform arbeiten und geltendes Recht anwenden. Dies inkludiert sämtliche Regularien und Fakten der Eingliederung in Arbeit. Und das in geordneter und nachvollziehbarer Reihenfolge. Und unter Berücksichtigung familärer und pflegebedürftiger und krankheitsbedingter Verhältnisse.

Das setzt jedoch vorraus, das Jobcenter einen Volljuristen in ihrer Rechtsbateilung beschäftigen, der auch die Regularien korrekt umsetzt.

Soweit die Theorie!

Die Praxis sieht vollkommen anders aus. Wie hier hinreichend im Forum dargelegt wurde, sind Jobcenter nichts anderes als Unternehmen (und auch als Solche zu betrachten). Unternehmen, die Gewinnorientiert arbeiten und sich gegenseitig im Wettbewerb sehen. Der gegenseitige Wettbewerb motiviert die Jobcenter zu mutwilligen und gezielten Rechtsbrüchen.

Dabei bedienen sich die Abteilungsleiter ihrer Mitarbeiter an vorderster Front und verschleißen diese als deren Erfüllungsgehilfe.

Es ist durchaus richtig, dass Jobcenter für fast keinerlei Rechtsbrüche zur Rächenschaft gezogen werden. Dennoch kannst du 100% davon ausgehen, dass die hier benannten Erfüllungsgehilfen die Ersten sein werden, die ihren Arbeitsplatz im Schleudersitz verlieren, sollten zahlreiche Gerichtsbescheide erfolgreich für den Kunden verlaufen.

Am Ende wird kein Abteilungsleiter seinen "Mitarbeiter" decken, wenn es letztendlich auf seinen/ihren eigenen Arbeitsplatz zurückfallen könnte.

Jeder Mitarbeiter eines Jobcenters - der das hier liest - sollte sich die letzten zwei Absätze und folgende zwei Sätze wohl merken.

Deine Kündigung ist schon geschrieben. Name und Datum müssen nur entsprechend eingetragen werden.
 
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