Jobbörsen Einträge ohne EGV (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

linchen122

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Hallo,

ich bin neu hier, zumindest schreibe ich zum ersten mal hier. Ich beziehe seit kurzem ALG2 und habe noch keine EGV mit der SB vereinart. Mein erster Termin wird in ca 14 tagen mit ihr sein. Ich habe allerdings bereits selbständig einen neuen Job gefunden (beginn in 6 wochen).

Durch die SB habe ich schon einen Jobbörsenaccount bekommen (Zwangsaccount). Sie fordert das ich meinen Lebenslauf dort aktualisiere, was ich aber nicht möchte, da mein Lebenslauf bereits einige Stationen enthält - nicht anonym. Muss ich das überhaupt ohne EGV? Außerdem hat sie dort ungefragt Daten eingetragen wie email, telefon, plz und zukünftigen arbeitgeber. Alles Daten die nicht relevant für eine Vermittlung sind.

Was würde passieren wenn ich den kommenden Termin einfach Absage (Option bereits Arbeit gefunden). Sie weiß jedoch bescheid hat am Telefon auf den Termin bestanden...

Da meine Stelle etwas weiter weg ist (400 km) und ich dort eine Wohnung suche habe ich bedenken, dass wenn ich mich beschwere sie mir die Wohnungsuche erschwert. z.B. durch schulung etc...

Hat jemand vieleicht rat? Ab Januar arbeite ich wieder. Vieleicht kann man dem Amt ja solange aus dem Weg gehen. Kleinere Sanktionen würde ich in kauf nehmen. Am wichtigsten ist mir aber das keine Weiteren Daten in die Jobbörse kommen.
 

gecko71

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Hallo,

ich bin neu hier, zumindest schreibe ich zum ersten mal hier. Ich beziehe seit kurzem ALG2 und habe noch keine EGV mit der SB vereinart. Mein erster Termin wird in ca 14 tagen mit ihr sein. Ich habe allerdings bereits selbständig einen neuen Job gefunden (beginn in 6 wochen).

Durch die SB habe ich schon einen Jobbörsenaccount bekommen (Zwangsaccount). Sie fordert das ich meinen Lebenslauf dort aktualisiere, was ich aber nicht möchte, da mein Lebenslauf bereits einige Stationen enthält - nicht anonym. Muss ich das überhaupt ohne EGV? Außerdem hat sie dort ungefragt Daten eingetragen wie email, telefon, plz und zukünftigen arbeitgeber. Alles Daten die nicht relevant für eine Vermittlung sind.

Was würde passieren wenn ich den kommenden Termin einfach Absage (Option bereits Arbeit gefunden). Sie weiß jedoch bescheid hat am Telefon auf den Termin bestanden...

Da meine Stelle etwas weiter weg ist (400 km) und ich dort eine Wohnung suche habe ich bedenken, dass wenn ich mich beschwere sie mir die Wohnungsuche erschwert. z.B. durch schulung etc...

Hat jemand vieleicht rat? Ab Januar arbeite ich wieder. Vieleicht kann man dem Amt ja solange aus dem Weg gehen. Kleinere Sanktionen würde ich in kauf nehmen. Am wichtigsten ist mir aber das keine Weiteren Daten in die Jobbörse kommen.
Soweit mir bekannt ist: :icon_wink:

Recht auf informationelle Selbstbestimmung

Als Recht auf informationelle Selbstbestimmung wird das Recht des Einzelnen verstanden, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist im Grundgesetz nicht explizit geregelt. Das Bundesverfassungsgericht hat es in seinem Volkszählungs-Urteil aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) entwickelt und versteht es als eine besondere Ausprägung des allgemeinen Perönlichkeitsrechts.

(BVerfG, Urteil vom 15.1.1983 – 1 BvR 209/83, 269/83, 362/83, 420/83, 440/83, 484/83, BVerfGE)

Quelle: Recht auf informationelle Selbstbestimmung | Grundrechteschutz
 

Solanus

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Ohne Deine Zustimmung dürfen in einer Jobbörse keine persönliche Daten veröffentlicht werden. Zu den persönlichen Daten zählen alle Daten, die eine Person individuell identifizierbar bzw. zuordenbar machen.

Sprich ein anonymes Berwerberprofil ist zulässig, eine öffentliche Angabe von Anschrift, Tel.-Nr. eMail-Adresse ist unzulässig.

Hier liegt also mindestens ein Verstoß nach BDSG vor. Mitteilung an den Landesdatenschutzbeauftragten erschein m. E. sinnvoll.

Fachaufsichtsbeschwerde an das Kundenreaktionsmanagement ebenso.

Versuche das Profil zu sperren. Meistens geht dies über die Kontoeinstellung. Hast Du keinen Zugriff darauf, dann ist dies erst Recht eine Straftat. Hier werden deine, nach BDSG zu schützenden Daten, gegen Deinen Willen von Dritten veröffentlicht.

Strafanzeige wäre m. E.dann erstrecht sinnvoll.

Noch eins:

Nimm den Termin wahr. Sei Anwesend aber nicht mehr. NICHTS unterschreiben, keine EGV oder Anderes. Mache keine Angaben, die DU nicht geben willst. Lass DIch nicht einschüchtern.
 

linchen122

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Hallo Solnaus. Vielen Dank. Zumindest bei der Email, und Tel Nummer steht "Veröffentlicht (privater Kontakt)". Ich Versuchs zunächst erstmal höfflich.

Ehrlich gesagt würde ich sie am liebsten sofort melden wo es nur geht, wenn ich mir sicher wäre. Die Sprüche wie "So leute wie Sie sehen wir eh oft wieder nach einem Monat, deswegen sammeln wir schonmal die Daten" und "Hauptsache Geld kassieren"tun im ersten Moment erstmal weh. Ich glaub die wollen das man zunächst emotional reagiert und dann Fehler macht. Ich lass mir erstmal ein dickeres Fell wachsen.

@gecko71: Das recht auf informationelle Selbstbestimmung hatte ich auch im Sinn, ist aber nur bei ALG1 so anwendbar. Diese quasi Anonymisierung des Profils reicht wohl, um das Gesetzt schon wieder aufzuweichen.
 

gecko71

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@linchen

m.M.n.
würde ich evtl. Urheberrecht noch in Betracht ziehen.
Deine "Biographie" bzw. Werdegang gehört dir, dessen Verwendung obliegt nur dir.(selbst anonym)
 

linchen122

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Also laut dem "Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit" ist zumindest der Namen, Telefonummer und Email nicht zulässig (auch bei ALG2). Dem Anonymisierten Lebenslauf muss man wohl akzeptieren. Zur PLZ gibt es keine klare aussage. Der zukünftige Arbeitgeber und Starttermin darf auch nicht dort stehen.
 

Solanus

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@linchen

m.M.n.
würde ich evtl. Urheberrecht noch in Betracht ziehen.
Deine "Biographie" bzw. Werdegang gehört dir, dessen Verwendung obliegt nur dir.(selbst anonym)
Naja....man kann schon manches in Deutschland mit Rechten erreichen. Aber sorry ein Lebenslauf ist mit Sicherheit kein schützendwertes Kulturgut. :icon_evil:

schau hier
 

Solanus

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Also laut dem "Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit" ist zumindest der Namen, Telefonummer und Email nicht zulässig (auch bei ALG2). Dem Anonymisierten Lebenslauf muss man wohl akzeptieren. Zur PLZ gibt es keine klare aussage. Der zukünftige Arbeitgeber und Starttermin darf auch nicht dort stehen.
Ein anonymisierter Lebenslau läßt keinen Rückschluss auf eine konkrete Person zu und ist somit iO, sonst ist er nicht anonymisiert.

Stellt einfach Euch immer die Frage:

"Kann ich mit den Daten eine bestimmte Person identifizieren?"

Wenn ja, dann sind die Daten schützenswert und dürfen ohne Zustimmung nicht veröffentlicht werden.

Lautet die Antwort "nein", dann dürfen die Daten veröffentlicht werden.

Beispiel:

Meyer: Dass können 5.8756.378 Personen sein, eine einzelne Person nicht identifizierbar. Also veröffentlichen Ja.

Anton Meyer, 24967 Fluschburg, Tel. 0461 123456, eine einzelne Person ist exakt identifizierbar, Veröffentlichen Nein!

Meyer, Fluschburg, Tel. 0461 xxxxx: Ja
Meyer, Tel. 0461 123456: nein
Anton M. 24967 Fluschburg: Ja
Anton M. 24967 Fluschburg, Tel. 123456: nein
 
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