Jobangebot ablehnen? Brauche einen Rat :(

Mimiteh

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Folgende Situation

Ich beziehe seit Juli ALG2. Vor 2 Wochen bekam ich ein Jobangebot mit Rechtsbelehrung, müsste mich demnach also dort bewerben. Die Stelle ist aus verschiedenen Gründen eher ungeeignet für mich, nun habe ich aber trotzdem eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch bekommen.

Darf ich die Stelle aus den unten genannten Gründen ablehnen?


Die Stelle ist 60km von meinem Wohnort entfernt, ich habe im Moment kein eigenes Auto, bekomme nur eins von meinen Eltern zur Verfügung gestellt.
Das Auto ist relativ alt und kaputt kurze Strecken sind kein Problem aber bei 120km jeden Tag wird er früher den Geist aufgeben als gedacht.
TÜV läuft auch bald ab und das Auto wird garantiert keinen neuen bekommen. Danach müsste ich mit dem Zug zu dieser Arbeitststelle fahren und das wären 5h fahrt hin und zurück.


Ich bin im Moment aufgrund von Depressionen krank geschrieben und mache eine Therapie.

Hinzu kommt das ich im Oktober eine dringende OP machen muss, bis dahin werde wohl auch noch Arbeitsunfähig sein.

Wie kann ich dieses Jobangebot ablehnen ohne Sanktionen zu bekommen?
 

Purzelina

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Schreibe dem Arbeitgeber, dass auf Grund einer ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit die Wahrnehmung des Vorstellungsgespräches dir zur Zeit nicht möglich ist.

Das könnte ausreichen.
 

Mimiteh

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Habe die ich auch. Dann werde ich mich einfach bei dem Arbeitgeber melden und sagen ich sei momentan aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage herzukommen und melde mich?
 

AnonNemo

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Hallo Mimiteh,

eigentlich hättest du dich auf diese Stelle erst gar nicht zu bewerben brauchen.

Die tägliche Pendelzeit von 5h ist - auch im SGBII-Bereich - unzumutbar.
Solltest du eine Anhörung vom Amt - wegen dieser Stelle - bekommen ... schreibe die hohe Pendelzeit mit dem ÖPNV als Grund rein.

Für dich:
Das Auto deiner Eltern ist eine Leihgabe, die du nicht ständig - täglich - in Anspruch nehmen kannst und bist deshalb auf den ÖPNV angewiesen.

Btw:
... bei wem?
Dem Arbeitgeber, dem Amt oder hier im Forum?

AnonNemo
 

gila

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Kann ich nur unterstützen: zumal wenn der SB weiß, dass du keinen PKW hast, und du auf ÖPNV angewiesen bist ...
das JC muss nämlich auch die VVs, die sie raus schickt, auf die Zumutbarkeit prüfen. In Sachen "passgenaue Stelle", Geeignetheit, Arbeitsweg und auch letztlich rechtskonforme Bezahlung.
Tun sie meist aber nicht!

MERKE: Sage NICHT, dass du das alte Auto der Eltern ab und an haben könntest - denn sonst machen die das zur "Norm". SOLLTEST du nach überstandener Therapie und OP mal einen netten Job bekommen können und einen PKW benötigen zur "Arbeitsaufnahme" gibt es dann zur rechten Zeit noch die Möglichkeit einer FÖRDERUNG des JC für einen eigenen PKW.
Das behalte mal im Hinterkopf!


Da du dich TROTZDEM (dass der SB hier nicht ordentlich gearbeitet hat und dass du derzeit ja auch nicht absehbar erkrankt bist!) bemüht hast und sogar einen Vorstellungstermin erwirkt hast, sollte dieses Bemühen dir zum Vorteil gereichen, wenn es zu einem "Streit" kommen sollte! :wink:

Dem AG brauchst du keine AU vorlegen, nur Termin höflich absagen - dass du leider länger erkrankt bist und auch noch eine Operation vor dir hast - und er sicherlich eher zeitnah einen Mitarbeiter benötigt. Da würde ich einfach mal ehrlich und offen sein!

Dem JC würde ich mitteilen, dass du dich TROTZ einer bestehenden AU beworben hast, aber leider den Vorstellungstermin aus Krankheitsgründen absagen musstest.
Eine baldige Arbeitsaufnahme bei einem möglichen Arbeitgeber könntest du leider derzeit ehrlicherweise nicht anbieten, da deine Erkrankung länger andauern wird und zudem noch eine dringende Operation im Oktober ansteht.
Aus diesen Grunde würdest du "leider" auch für die nächste Zeit durchgängig arbeitsunfähig sein - das Ergebnis deiner OP und Therapien sei daher erst einmal abzuwarten.

Und WENN das JC das - wie meistens - ignoriert und dich hier schikanieren will, dann mach dir da nicht allzuviel draus - dafür gibt es dann auch eine Lösung, bzw. notfalls auch eine anwaltliche Unterstützung.

Erst einmal würde ich es jedoch "ehrlich und friedlich" mit dem SB angehen - auch damit man dich nicht mit Vermittlungsvorschlägen bombadiert und du dich da ständig mit deinen Depressionen auseinandersetzen musst.
 
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