JOB aufgeben und Selbstständig machen

bogus

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Guten Tag ich wollte mich mal informieren und erfahren wie das in meiner lage währe, für Hilfreiche antworten bin ich jetzt schon dankbar

Seit Zwei Jahren bin ich in Arbeit, verdiene aber immer noch zu wenig so das ich
Aufstocken muss. Seit langer Zeit Spiel ich mit dem Gedanken mich Selbstständig zu machen. Ein Kleingewerbe neben den Beruf geht aber leider nicht da mein Vorhaben zu aufwändig ist.

Von meinem Arbeitgeber würde ich gekündigt werden doch was dann, was brauche ich alles um mich Selbstständig zu machen. Sicherlich könnte ich nicht von Anfang an mein Lebensunterhalt selber bestreiten. Da ich zum jetzigen Zeitpunkt Aufstocke würde ich nach meiner Kündigung automatisch in ALG 2 rutschen.

Meine Fragen

Brauche ich einen Plan für den Berufsberater?
Was ist mit meiner Miete, Geld zum Leben usw. wie hoch währe das bevor ich mein Lebensunterhalt selber bestreite ?
Für mein Vorhaben brauche ich Auto, kleine Halle oder Garage und paar Maschinen . Kann ich die sachen vom Gewinn absetzen ?

Zahlt das Amt die Krankenversicherung und wie lange ?

Und noch eine Frage, da mein Bruder auch mit diesen Gedanken spielt, das wir diese Selbständigkeit zusammen durchziehen, wie würde es dann ablaufen er bekommt allerdings keine Aufstockung vom Amt

Es sind sicherlich noch mehr dinge die ich beachten muss, ich währe dankbar wenn Ihr mir alles schildern könntet wie das abläuft :dank::dank:
 

Hegemeister

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Naja, man weiß gar nicht, wie man darauf antworten soll.
Du willst dich also kündigen lassen, dann ALG II komplett beantragen?
Wenn man vom günstigsten Fall ausgeht, sagst du deinem SB was du vorhast.
Die entscheiden dann, so war es bei mir, ob das als Haupt- oder Nebengewerbe
anerkannt wird. Der Unterschied ist, als Hauptgewerbe brauchst du dich nicht bei anderen Firmen zu bewerben.
Dann kannst du dich auf deine Selbstständigkeit konzentrieren.
Der JC möchte dann einen Businessplan für die, ich glaube, nächsten 3 Jahre
und schicken dich dann eventuell, so war es bei mir, zu einen "Coach für Selbstständigkeit".
Dieser prüft dann deine Fähigkeit zur Selbstständigkeit und teilt das Ergebnis
dem JC mit.
Viel Hilfe wirst du vom JC nicht bekommen. Alle 6 Monate musst du eine EKS
abgeben, in der deine Ein- und Ausgaben zu sehen sind.
Dort möchte der JC deine steigenden Gewinne sehen.
Solltest du nach ca. 2 Jahren immer noch Zuschuss vom JC bekommen, weil
dein Gewinn nicht ausreicht, kann es sein, das dein Gewerbe nur noch als
Nebentätigkeit angesehen wird und du musst dich wieder um einen
versicherungspflichtigen Job bemühen.

Deine Ausgaben kannst du in der EKS eintragen und von deinem Umsatz
abziehen. das was übrig bleibt, ist dein Gewinn.
Ganz große Ausgaben würde ich im Vorfeld mit deinem SB besprechen.

Das ist allerdings der günstigste Weg, denn meistens wollen die dich schnell in
irgendeinen Job stecken.
Du musst beim JC schon gute und handfeste Argumente bringen, damit die mitspielen.
 

Linuxfan

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Brauche ich einen Plan für den Berufsberater?
Was ist mit meiner Miete, Geld zum Leben usw. wie hoch währe das bevor ich mein Lebensunterhalt selber bestreite ?
Für mein Vorhaben brauche ich Auto, kleine Halle oder Garage und paar Maschinen . Kann ich die sachen vom Gewinn absetzen ?
Einen Businessplan empfehle ich grundsätzlich immer. Ich weiss auch, dass die Nützlichkeit umstritten ist, da das tatsächliche Geschäft davon abweichen wird. Bei Herstellung von Produkten würde ich das auf jeden Fall machen. Ich selbst bin ja Dienstleister und außerhalb von Computer und Smartphone habe ich nicht großartig etwas.

Wenn Du eine kleine Halle anmietest sind das natürlich laufende Kosten. Da würde ich auf jeden Fall eine Aufstellung in den Businessplan machen. Wenn Du Maschinen kaufst sind dies erstmal Investitionen. Wenn Du die Maschinen erstmal angeschafft hast, gewährt dir der Fiskus die Möglichkeit sogenannte "Abschreibungen" geltend zu machen, die den Wertverfall repräsentieren. Diese kannst Du dann steuerlich geltend machen.

Wichtig ist auch: Du stellst ein Produkt oder mehrere Produkte her. Anzahl der verkauften Produkte einer Produktlinie multipliziert mit dem Preis ist dann dein Umsatz. Davon ziehst Du deine Kosten ab. Was übrig bleibt ist dein Gewinn. Ist der Gewinn negativ, ist es halt ein Verlust.

Ich empfehle auch vorher eine Marktanalyse, ob es so ein Produkt schon gibt und zu schätzen wieviele man absetzen kann.

Failing to plan is planning to fail.
 

Jenna

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Sag` mal, wenn du eine Halle benötigst, ein Auto, das du scheinbar noch nicht hast und sogar noch Maschinen - wie willst du das denn finanzieren?
Mieten, kaufen, leasen, Geld muss erst mal da sein. Du musst sozusagen vorfinanzieren.
NOCH hast du keine Einnahmen und schon gar keinen Gewinn. Nur wenn du auch etwas einnimmst kannst du überhaupt etwas abziehen. Denk nicht, dass du großartig Zuschüsse bekommst. Ich kenne mich zwar mit H4 nicht aus aber irgendwelche Investitionszuschüsse etc., das kannst du sicher vergessen.
 

flandry

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Wenn du weist, dass du davon nicht leben kannst solltest du den Gedanken an Hauptgewerbe erstmal aufgeben.
Dein Arbeitgeber kann dir nicht verbieten, dich selbstständig zu machen. Du darfst auch (nach Feierabend) deine Vorbereitungen treffen und kannst das grundsätzlich auch in der gleichen Branche. Hauptsache, die Tätigkeit beim AG leidet nicht darunter (z. B. wegen Müdigkeit).
Ein Versuch, Kunden deines Arbeitgebers mitzunehmen, kommt erstens nicht gut an und zweitens werden wohl nur sehr selten welche mitgehen. Egal, was sie dir versprechen.
 

spider

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@flandry
Was die eigene gewerbliche Tätigkeit nach Feierabend angeht, gibt es Gesetze, welche die Arbeitszeiten regeln. Und auch was Wettbewerb in der selben Branche angeht darf der Arbeitgeber ein Wörtchen mitreden.
Wenn jetzt z.B. ein kleiner Mitarbeiter einer IT Klitsche beschliesst sich nebenher selbstständigzu machen, um genau das anzubieten, was sein Arbeitgeber tut.
Dürfte das kaum mehr mit einer einfachen Hilfs- Nebentätigkeit zu tun haben, die der Arbeitnehmer zu billigen hat.

Nicht anders bei GaLaBau Dingenskirchen, wo die zulässigen Arbeitszeiten bei Mindestlohn ausgereizt werden. Da darf der Chef durchaus untersagen das Mitarbeiter Mustermann nach Feierabend noch selbstständig GaLaBau betreibt. Zum einen wegen der Konkurrenzhaltung, der Mitarbeiter könnte Kunden "mitnehmen" und damit der Firma schaden und ähnliches. Zum anderen Wegen der Arbeitszeitgesetze. Stichwort Erholungszeiten, sind vielleicht nicht gesetzlich geregelt, alledings darf der Arbeitgeber fürchten, das die Einsatzkraft des Mitarbeiters durch die Nebentätigkeit in seiner ohnehin knapp bemessenen Freizeit leidet.
 

bogus

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Sag` mal, wenn du eine Halle benötigst, ein Auto, das du scheinbar noch nicht hast und sogar noch Maschinen - wie willst du das denn finanzieren?
Mieten, kaufen, leasen, Geld muss erst mal da sein. Du musst sozusagen vorfinanzieren.
NOCH hast du keine Einnahmen und schon gar keinen Gewinn. Nur wenn du auch etwas einnimmst kannst du überhaupt etwas abziehen. Denk nicht, dass du großartig Zuschüsse bekommst. Ich kenne mich zwar mit H4 nicht aus aber irgendwelche Investitionszuschüsse etc., das kannst du sicher vergessen.
Hi also um das mache ich mir keine sorgen habe das Geld für diese sachen
 

bogus

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Hallo also wie bereits geschrieben nach meiner Arbeit dieses Gewerbe zu betreiben ist unmöglich, da die Zeit fehlen würde.

Meinen jetzigen Arbeitgeber würde ich keine Kunden wegnehmen es ist eine ganz andere Tätigkeit und hat mit meiner jetzigen Arbeit nichts zu tun. :icon_evil:
 

bogus

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Wenn du weist, dass du davon nicht leben kannst solltest du den Gedanken an Hauptgewerbe erstmal aufgeben.
Dein Arbeitgeber kann dir nicht verbieten, dich selbstständig zu machen. Du darfst auch (nach Feierabend) deine Vorbereitungen treffen und kannst das grundsätzlich auch in der gleichen Branche. Hauptsache, die Tätigkeit beim AG leidet nicht darunter (z. B. wegen Müdigkeit).
Ein Versuch, Kunden deines Arbeitgebers mitzunehmen, kommt erstens nicht gut an und zweitens werden wohl nur sehr selten welche mitgehen. Egal, was sie dir versprechen.
also ich denke es ist normal das ein Neu aufgebautes Gewerbe sich nicht von anfang an Finanziert und große gewinne abwirft, oder sehe ich das Falsch
 

Linuxfan

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also ich denke es ist normal das ein Neu aufgebautes Gewerbe sich nicht von anfang an Finanziert und große gewinne abwirft, oder sehe ich das Falsch
Man braucht erstmal halt eine Anlaufzeit für den Aufabu des Kundenstamms bzw. Vertriebsnetz und macht anfangs Investitionen. Wenn es Gewinne abwirft, also dass Du deine Kosten decken kannst und noch was übrig hast, ist doch gut. Letztendlich willst Du, dass sich dein eingesetztes Kapital verzinst, der Laden Gewinne abwirft und Du davon leben kannst. (Jetzt kommt der BWLer in mir durch.)
 

Hainbuche

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also ich denke es ist normal das ein Neu aufgebautes Gewerbe sich nicht von anfang an Finanziert und große gewinne abwirft, oder sehe ich das Falsch
Überlege es dir genau und finde schon im Vorfeld präzise Antworten auf folgende Fragen:

- Welche Anfangsauszahlungen habe ich (Maschinen, Gewerbeschein, Kammerbeitrag usw.)?

- Welche laufenden Kosten habe ich (Garagenmiete, Werbung...?)

- Wieviel Geld brauche ich für meine private Lebensführung (wohnen, essen, Kranken- und Rentenversicherung...)

- Wieviel Geld muß ich einnehmen (vom Kunden), damit der Überschuss meiner Einnahmen über meine betrieblichen Ausgaben ausreicht, um die Kosten meiner privaten Lebensführung - inkl. sozialer Absicherung - zu decken?

Und schließlich:

- Woher nehme ich Aufträge in entsprechender Menge/Größenordnung?

- Wie lange wird es dauern, bis ich so ausgelastet bin, daß meine Rechnung aufgeht (Anlaufphase)?

- Wie hoch werden während meiner Anlaufphase meine nicht gedeckten Kosten sein (z. B.: Einnahmen 1000 €; betriebliche Ausgaben 500 €; Kosten der privaten Lebensführung 1500 € -> Einnahmen 1000 € - Kosten 2000 € = nicht gedeckte Kosten in Höhe von 1000 €)?


Diese Fragen solltest du dir selbst zufriedenstellend - d. h. ohne Unsicherheiten, ob die Antworten stimmen, und konkret, d. h. mit begründbaren Zahlen unterfüttert - beantworten können, bevor du dein Gewerbe startest.

Eine eventuelle Aufstockung während der Startphase sollte dabei nur eine Randbetrachtung sein.
 

flandry

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also ich denke es ist normal das ein Neu aufgebautes Gewerbe sich nicht von anfang an Finanziert und große gewinne abwirft, oder sehe ich das Falsch
Grundsätzlich hast du recht.
Aber: zur Zeit hast du Einkommen und bist nicht auf ALGII angewiesen. Behaupte ich einfach mal.
Wenn du jetzt kündigst und dann gleich Hartz-IV beantragst, weil du nicht genug Geld zum Leben hast, dann hast du deine Bedürftigkeit selbst verschuldet.
Wenn du genug Geld auf dem Sparbuch hast, um für einige Monate davon leben zu können und das auch tust, dann sieht das anders aus. Dann hast du mit Selbständigkeit Pech gehabt.
In dem Fall wird das JC vielleicht immer noch was von "selbst verschuldet erzählen". Was aber ein Fall für das Sozialgericht wäre.
 
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