Job-Angebot abgelehnt nun Sanktionsdrohung !

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altisi

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HALLO ! Das Job-Center will mich mit 30 Prozent Sanktionieren weil ich ein Job-Angebot abgelehnt habe. Ich habe ein Stellenangebot mit Rechtsfolgebelehrung erhalten. Ich habe mich schriftlich bei dem Arbeitgeber beworben. Er bat um einen telefonischen Kontakt. Bei dem folgenden Telefonat gab ich u.a. an, dass ich nicht Umziehen wollte für den Job. Die Stelle war sehr weit entfernt, wohne in Brandenburg und hätte bis hinter München fahren müssen. Da die Entfernung zum Pendeln zu weit wäre gab ich an das die Stelle nicht für mich passen würde. Im Antwortschreiben an das Job-Center hat der Arbeitgeber angegeben, dass ich die Arbeit abgelehnt hätte weil ich nicht umziehen wollte. Nun kam ein Anhörungsbogen vom Job-Center in dem ich wichtige Gründe angeben könnte für mein Verhalten. Ich bin zwar selber Schuld an der Sache wollte aber mal Fragen ob sich eine Sanktion noch abwehren lässt ? Ich habe pflegebedürftige Angehörige zu betreuen und kann nicht umziehen (keine Pflegestufe), wäre das ein Argument ? Vielen Dank für eure Antworten
 
R

Rounddancer

Gast
Pflegebedürftige Angehörige sind immer ein Argument,- pflegebedürftige Angehörige ohne Pflegestufe sollte es eigentlich nicht geben. Da würde ich hinschreiben: Pflegestufe beantragt,- und die auch wirklich beantragen, und, weil die wird beim ersten Anlauf oft erstmal automatisch abgelehnt, bei Ablehnung widersprechen. Außerdem für pflegebedürftige Personen sinnvoll ist der Antrag auf Schwerbehindertenausweis. Der läuft auch >ein halbes Jahr. Wenn Du zudem vor Ort ehrenamtlich engagiert bist, kannste das auch mit anführen.
Es sei denn, Du bist echt so ein Spezialist, ein Red Adaire auf Deinem Gebiet, daß Du der Einzige weit und breit für den Münchner Betrieb wärst. Aber dann wäre es auch kein Problem für den Betrieb, zu organisieren, daß die Dich jeden Morgen daheim per Stretch-Limo abholen, per Privatflieger zu der Firma in Bayern fliegen und abends wieder retour.


Außerdem: Vielleicht findest Du ja, z. B. über ein Erwerbslosenportal jemand in der Region München, der an der Stelle interessiert wäre?
Ich komme darauf, weil ich es selbst schon erlebt habe, daß Türken, wenn sie eine Stelle geboten bekommen, die sie selbst nicht annehmen können, als Ersatz dem Arbeitgeber einen anderen Türken hinschicken.

Wäre überhaupt doch eine Idee,- so wie es Studienplatz-Tausch gibt, z.B. hier einen Stellenangebots-Tausch zu probieren,- oder net?

Wenn Dein FM/PAp einigermaßen fair ist, dann wird er Dir Deine Argumente akzeptieren, und Dir keine Sanktion aufbrummen.


Generell ist es m.E. bei entfernten Stellenangeboten besser, sich willig zu zeigen, nicht nein zu sagen, sondern sich zu bewerben, dabei z.B. abzuklären, wer die Vorstellungskosten trägt,- wenn das geklärt ist, ein Vorstellungsgespräch vereinbaren, hinfahren/-fliegen, vorstellen.
Wenn die einen dann noch immer wollen, kann man auch die Konditionen aushandeln,- wenn nicht, dann war es der Stellenanbieter, der absagte, und nicht man selbst.
 

Ahasveru

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Zitat von altisi

Nun kam ein Anhörungsbogen vom Job-Center in dem ich wichtige Gründe angeben könnte für mein Verhalten.
Ich würde auch raten, Dich juristisch zu beraten, wie wolliohne es schon gesagt hat.

Job-Center schrauben aus ihrer Sicht "wichtige Gründe" immer sehr hoch an, und bevor Du jetzt etwas da reinschreibst, was die Sanktion nicht abwehrt, sondern zementiert, nimm eine Rechtsberatung in Anspruch.
 
N

Nustel

Gast
HALLO ! Das Job-Center will mich mit 30 Prozent Sanktionieren weil ich ein Job-Angebot abgelehnt habe. Ich habe ein Stellenangebot mit Rechtsfolgebelehrung erhalten. Ich habe mich schriftlich bei dem Arbeitgeber beworben. Er bat um einen telefonischen Kontakt. Bei dem folgenden Telefonat gab ich u.a. an, dass ich nicht Umziehen wollte für den Job. Die Stelle war sehr weit entfernt, wohne in Brandenburg und hätte bis hinter München fahren müssen. Da die Entfernung zum Pendeln zu weit wäre gab ich an das die Stelle nicht für mich passen würde. Im Antwortschreiben an das Job-Center hat der Arbeitgeber angegeben, dass ich die Arbeit abgelehnt hätte weil ich nicht umziehen wollte. Nun kam ein Anhörungsbogen vom Job-Center in dem ich wichtige Gründe angeben könnte für mein Verhalten. Ich bin zwar selber Schuld an der Sache wollte aber mal Fragen ob sich eine Sanktion noch abwehren lässt ? Ich habe pflegebedürftige Angehörige zu betreuen und kann nicht umziehen (keine Pflegestufe), wäre das ein Argument ? Vielen Dank für eure Antworten
Warum ist es im Vorfeld nicht abgeklärt worden, dass Du einen weiter entfernten Job aus diversen Gründen nicht annehmen kannst??
 

altisi

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Hallo ! Vielen Dank für Eure Antworten. Die Pflegebedürftigkeit meiner Mutter bezieht sich auf den normalen Alltag, nicht im Sinne von medizinischer Pflegestufen. Daher interessiert es das Job-Center wohl nicht weiter, da ich sonst als ungebunden gelte und jede Stelle annehmen müsste, nach Aussage des Fallmanagers. Der Job war übrigens eine Anlernstelle die jeder hätte ausführen können. Könnte man noch andere Argumente vorbringen ? Vielen Dank nochmals
 

Ahasveru

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Könnte man noch andere Argumente vorbringen ?
Zuersteinmal geht es nicht darum, das man irgendwelche Argumente vorbringt, sondern solche, die stichhaltig sind und welche auch nachweisbar / beweisbar sind.

Persönliche Befindlichkeiten mögen zwar für Dich richtig sein, aber interessieren einen Fallmanager herzlich wenig.

Daher nochmals: Bevor Du jetzt etwas schreibst, was die Sanktion nicht abwehrt, sondern zementiert, solltest Du Dich juristisch beraten lassen, was für Dich machbar ist, und: was auch für Dich mit einem Erfolg gekrönt sein könnte.
 

Kalkulator

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Hast Du die Stelle grundsätzlich abgelehnt oder hast Du nur gesagt, dass Du nicht so ohne weiteres umziehen wirst.

Wegen einer einfachen Anlernstelle zieht man nicht so weit weg, zuerst würde man pendeln, eventuell bis die Probezeit vorbei ist. Hätte Dich der AG auch als Pendler eingestellt?

War es ein richtiger Betrieb oder nur eine ZAF?
 

Martin Behrsing

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Eine Pflegebedürftigkeit muss sich nicht immer nach amtlichen Vorlagen richten. Es reicht ja nun aus, wenn ein Hausarzt bestätigt, dass eine Pflegebedürftigkeit droht und du deshalb da bleiben solltest.

Hallo ! Vielen Dank für Eure Antworten. Die Pflegebedürftigkeit meiner Mutter bezieht sich auf den normalen Alltag, nicht im Sinne von medizinischer Pflegestufen. Daher interessiert es das Job-Center wohl nicht weiter, da ich sonst als ungebunden gelte und jede Stelle annehmen müsste, nach Aussage des Fallmanagers. Der Job war übrigens eine Anlernstelle die jeder hätte ausführen können. Könnte man noch andere Argumente vorbringen ? Vielen Dank nochmals
 

Ferenz

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Hallo ! Vielen Dank für Eure Antworten. Der Job war übrigens eine Anlernstelle die jeder hätte ausführen können. Könnte man noch andere Argumente vorbringen ? Vielen Dank nochmals

Bei Telefonaten mit Stellenanbietern besteht doch immer ein Beweisproblem über den tatsächlichen Geprächsinhalt, den der Angerufene vermeint verstanden zu haben. Hier steht Aussage gegen Aussage und damit hast Du die Chance, der (böswillig?) falschen Darstellung des zukünftigen Arbeitgebers gegenüber dem JobCenter Deine eigene richtige entgegenzuhalten. Hier reicht zunächst ein substantiiertes Bestreiten. Du schreibst in den Anhörungsbogen, daß Du im Telefonat Deine bundesweite Vermittelbarkeit grundsätzlich betont, jedoch auf einen wichtigen Hinderungsgrund wegen Deiner pflegebedürftigen Familienangehörigen hingewiesen hast. Daß Du die angebotene Stellung für unpassend hältst, würde ich gar nicht weiter erwähnen, weil es sich schon aus Deinen persönlichen Umständen ergeben kann. Das sollte im Falle einer Sanktion mal das Sozialgericht später klären. Die Auffassung des JC dazu wird doch mit Sicherheit sehr einseitg und angreifbar sein.

Nach Deinen Informationen müßte sich auch Deinem JobCenter die Frage aufdrängen, ob ausgerechnet ein Stellenbewerber aus Brandenburg für eine Anlernstelle in München als einzig geeigneter Arbeitnehmer mit Aussicht auf einen Dauerarbeitsplatz in Betracht kommt. Zudem liegt Dir ja wohl noch keine Einladung zum Vorstellungsgespräch und die Klärung der erforderlichen Fahrtkostenübernahme vor. Und hierbei würde das Jobcenter bestimmt kneifen.

Da gibt es doch mit großer Wahrscheinlichkeit in und im nahen Umkreis von München eine größere Anzahl von geeigneteren Arbeitssuchenden, die Dir vorzuziehen wären.

Beantrage vor Abgabe des Anhörungsbogens mal die unverzügliche Gewährung der Akteneinsicht, damit Du den Brief, mit dem Dich der Stellenanbieter angeschwärzt hat zur Kenntnis erhältst. Danach kannst Du besser argumentieren. Weiterhin würde ich das Verfahren mittels unverzügichem Antrag auf Fristverlängerung zur Abgabe Deiner Stellungnahme hinauszögern mit der Begründung, das diese erst nach Vornahme der Akteneinsicht erfolgen kann. Wenn die Akteneinsicht und Fristverlängerung verweigert wird, läge damit ein Verfahrensfehler vor, der im späteren Widerspruchsverfahren als Anfechtungsgrund gegen einen Sanktionsbescheid helfen kann.

Den Vorschlag von Rounddancer zum Antrag auf Plegestufe finde ich sehr gut. Das schafft Luft bei der Argumentation .
 

catwoman666666

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Generell ist es m.E. bei entfernten Stellenangeboten besser, sich willig zu zeigen, nicht nein zu sagen, sondern sich zu bewerben, dabei z.B. abzuklären, wer die Vorstellungskosten trägt,- wenn das geklärt ist, ein Vorstellungsgespräch vereinbaren, hinfahren/-fliegen, vorstellen.
Wenn die einen dann noch immer wollen, kann man auch die Konditionen aushandeln,- wenn nicht, dann war es der Stellenanbieter, der absagte, und nicht man selbst.


Spätestens beim Antrag auf einen Umzug und Übernahme der Umzugskosten (kann sehr teuer werden), Genehmigung der neuen Wohnung etc. geht die Stelle flöten, da ARGE-Mühlen bekanntlich sehr langsam mahlen. Welcher Arbeitgeber oder auch nur Vermieter wartet schon wochen- oder gar monatelang, bis sich die ARGE bewegt.
 
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