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JOB ALS PUTZ- UND KÜCHENHILFFE - MÖBLIERTE WOHNUNG

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peppino

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#1
Also - jetzt schlägt es doch 13. Da bieten die meiner Freundin (56) doch tatsächlich für 1.100 Euro brutto einen Job in einer Gaststätte als Putz- und Küchenhilfe an. Sie ist Bürokauffrau, hat ein kaputtes Knie (nachweislich), starke Rückenprobleme und ist erst seit 1 1/2 Jahren arbeitslos. Sie hat immer für sich selbst gesorgt, dabei 2 Kinder groß gezogen.

Das Schärfste ist jedoch, dass sie dort in eine möblierte Wohnung ziehen müsste. Das heißt, dass sie ihre jetztige Wohnung auflösen müsste, keine Möbel mehr hätte, und wenn sie diesen Job dann verlieren würde, stünde sie ohne Möbel da.

Außerdem müsste sie tatsächlich ihr jetziges Umfeld verlassen, weil der Job rund 50 km von hier entfernt ist. Ich finde es eine Frechheit, einer 56-jährigen mit Qualifikation einen solchen Job anzubieten. Sollen sie doch eine 20-jährige ohne Ausbildung nehmen, die noch zu Hause wohnt.

Von den 1.100 Euro blieb auch nicht sehr viel übrig. Der Job ist Vollzeit und beschränkt sich mit Sicherheit nicht auf 40 Stunden (Kneipe!).

Eine weitere Folge wäre, dass auch ich ausziehen müsste, weil wir uns ein Haus teilen. Alleine könnte ich die Miete nicht bezahlen, einen Umzug kann ich mir von meinem Geld, das ich zur Zeit verdiene, aber auch nicht leisten.

Dreister geht es nicht mehr. Die kommen bald jeden Tag mit irgendeinem anderen Scheiß.
 

Bepi

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#2
hallo peppino
ich denke das du lang genug im Forum aktiv bist um zu wissen das die Ämter 1. sich gerne doof stellen, wenn es um Stellenvermttlung geht ( bedenke es gibt genug menschen die unter unwürdigsten und widrigsten umständen in diesem Lande arbeiten )
und 2. auch gerne mal ein ärztliches Attest , das deine Freundin sicherlich schon hat, unter den Tisch fallen lässt.
Du hast recht , es ist eine Schande! Behalte aber eine kühlen Kopf 8) und Ihr legt nochmals das Attest über das kaputte Knie vor und lasst es gegebenenfalls (nochmal) vom Amtsarzt bescheinigen .
Die Arbeit wäre wohl nicht zumutbar, oder will das Amt demnächst deine Freundin im Krankenstand sehen? denn das wäre ja die Folge des Arbeitsantritts nach geraumer Zeit.
Ach und seht zu das Ihr auch die Rückenprobleme alsbald beim Arzt vortragt. Dann dürften solche Jobangebote vom Tisch sein.
keep cool, die SBs müssen warscheinlich nur ein gewisses Pensum an Stellen anbieten um Tätigkeit nachzuweisen .
ist selten was gutes dabei, also Kopf hoch und ab zum Arzt
LG aus berlin
bepi
 

Arania

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#3
Ich sehe da auch nur Chancen mit einem ärztlichen Gutachten das Putzarbeiten ausgeschlossen sind
 

peppino

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#4
Ärztliche Attest

Ich habe ihr schon gesagt, dass sie so schnell wie möglich
noch einmal zum Arzt soll, um sich ALLES attestieren zu lassen.
Das Knie müsste eigentlich operiert werden. Hinzu kommt - und auch das wissen die - dass sie einen Termin beim Kardiologen hat (sie schläft immer plötzlich ein), aber erst im Oktober - eher hatten die für Kassenpatienten nichts frei.

Außerdem bin ich der Ansícht, dass NIEMAND von einer 56-jährigen Frau verlangen kann, ihren Hausstand aufzulösen, um möbliert zu wohnen (das ist Bedingung) - um anschließend, wenn der Job gekündigt wird, ohne Möbel, Wohnung etc. dazustehen. Das kann doch nun wohl wirklich nicht zumutbar sein. Ich kenne mich mittlerweile wirklich gut aus, aber das habe ich ja noch nie gehört!

Sie hat dort angerufen, da haben sich schon andere beworben und kommen zum Probearbeiten (vermutlich für lau)! Damit dürfte die Sache sowieso gegessen sein!
 

kohlhaas

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#5
Laut Gesetz ist nicht jede Tätigkeit zumutbar, sondern nur, wenn der Arbeitslose dazu Arbeit körperlich, geistig und seelisch
in der Lage ist. Bei deiner Freundin sind ja gesundheitliche Einschränkungen, die sie sich durch einen Arzt attestiern lassen sollte.

§ 10
Zumutbarkeit

(1) Dem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen ist jede Arbeit zumutbar,
es sei denn, dass

1. er zu der bestimmten Arbeit körperlich, geistig oder seelisch
nicht in der Lage ist,

2. die Ausübung der Arbeit ihm die künftige Ausübung seiner bis-herigen
überwiegenden Arbeit wesentlich erschweren würde,
weil die bisherige Tätigkeit besondere körperliche Anforderun-gen
stellt,

3. die Ausübung der Arbeit die Erziehung seines Kindes oder des
Kindes seines Partners gefährden würde; die Erziehung eines
Kindes, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, ist in der Regel
nicht gefährdet, soweit seine Betreuung in einer Tageseinrich-tung
oder in Tagespflege im Sinne der Vorschriften des Achten
Buches oder auf sonstige Weise sichergestellt ist; die zuständi-gen
kommunalen Träger sollen darauf hinwirken, dass erwerbs-fähigen
Erziehenden vorrangig ein Platz zur Tagesbetreuung
des Kindes angeboten wird,

4. die Ausübung der Arbeit mit der Pflege eines Angehörigen nicht
vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sicherge-stellt
werden kann,

5. der Ausübung der Arbeit ein sonstiger wichtiger Grund entge-gensteht.
(2) Eine Arbeit ist nicht allein deshalb unzumutbar, weil

1. sie nicht einer früheren beruflichen Tätigkeit des erwerbsfähigen
Hilfebedürftigen entspricht, für die er ausgebildet ist oder die er
ausgeübt hat

2. sie im Hinblick auf die Ausbildung des erwerbsfähigen Hil-febedürftigen
als geringerwertig anzusehen ist,

3. der Beschäftigungsort vom Wohnort des erwerbsfähigen
Hilfebedürftigen weiter entfernt ist als ein früherer Beschäf-tigungs-
oder Ausbildungsort,

4. die Arbeitsbedingungen ungünstiger sind als bei den bishe-rigen
Beschäftigungen des erwerbsfähigen Hilfebedürfti-gen.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten für die Teilnahme an Maßnahmen
zur Eingliederung in Arbeit entsprechend.
 
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