Jeder zweite ehemaliger ALG II-Empfänger nach einem Jahr wieder bei Hartz IV

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Martin Behrsing

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Jeder zweite ehemaliger ALG II-Empfänger nach einem Jahr wieder bei Hartz IV
Sonntag, 16. Dezember 2007
München (AFP) - Jeder zweite Hartz-IV-Empfänger, der eine Stelle findet, ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) nach einem Jahr wieder auf staatliche Unterstützung angewiesen. «Von 100 Menschen, die wir in Beschäftigung bringen, sind etwa 50 nach einem Jahr wieder im Hartz-IV-Bezug», sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt dem Magazin "Focus". «Das sind zu viele.»
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E

ExitUser

Gast
Aus dem Link

Gebraucht werde eine gut organisierte Nachbetreuung, wenn jemand den Absprung aus der Arbeitslosigkeit geschafft hat. «Darüber sind wir mit den Kommunen im Gespräch.»
Sehr witzig ...
Was glauben die denn, warum die Leute direkt wieder in Hartz4 wandern und wenn es als Aufstocker neben ALG1 ist oder als Teil der Bedarfsgemeinschaft oder oder ...

Hier steht auch schon eine von mehreren Antworten:
Alt forderte mehr feste Stellen für die Arbeitsgemeinschaften (ARGEn), in denen die BA gemeinsam mit den Kommunen Langzeitarbeitslose betreut. «Wir haben teilweise nicht genug eingearbeitete Leute, und wer es ist, wechselt zu schnell», sagte er. Jeder vierte Beschäftigte in einem Jobcenter habe nur einen befristeten Arbeitsvertrag.
Auch schon festgestellt Herr Alt? :icon_pfeiff:
 

ofra

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viele kommen ja nur in arbeit, weil der arbeitgeber eine förderung bezahlt bekommt. und wenn die ausläuft, wird der arbeitnehmer wieder gekündigt.
 
D

Debra

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Finde ich auch sehr witzig. :icon_kotz: Gott verschone mich von Verfolgungsbetreuung - NACHDEM ich SELBST eine Beschäftigung gefunden habe - nicht von denen vermittelt! - durch die Arbeitsgemeinschaft gegen Arbeitsaufnahme auf dem 1. Markt!

Es war schwer genug, mir diese Maßnahmen/EEJ vom Leib zu halten, damit ich Zeit hatte für Vorstellungsgespräche!
 
R

Rounddancer

Gast
Medallie hat zwei Seiten

Nun gut, sehen wir es erstmal positiv: Wenn jeder Zweite nach einem Jahr wieder zum Hartz IV-Opfer wird,-
dann hat es aber immerhin jeder andere Zweite trotz der allgemein ja widrigen Umstände (Massenarbeitslosigkeit, Mangel an freien Stellen, Mentalität der Personalentscheider, nur genau zu hundert Prozent wie ein nach Stückliste bestelltes Ersatzteil passende Mitarbeiter einzustellen, statt jemanden zu nehmen, der grob paßt und dem dann in einer regulären Eingliederungsphase den richtigen Feinschliff zu geben, auch passende Mitarbeiter im Preis zu drücken, etc.) geschafft, die Misere Alg II zu verlassen, hin in hoffentlich eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt.

Auf der anderen Seite, das wollen wir nicht verhehlen, ist es gerade in Personalentscheiderkreisen heute "in", Mitarbeiter einzustellen, für sie Eingliederungszuschüsse, zu kassieren,- und sie tunlichst nach einem Jahr und einem Tag wieder loszuwerden. Dies, weil dann, weil die Anstellung länger als ein Jahr war, die erhaltenen Subventionen, und sei es die eingesparten Sozialversicherungskosten nicht mehr zurückbezahlt werden müssen.
 

Richardsch

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Nun gut, sehen wir es erstmal positiv: Wenn jeder Zweite nach einem Jahr wieder zum Hartz IV-Opfer wird,-
dann hat es aber immerhin jeder andere Zweite trotz der allgemein ja widrigen Umstände...
Moment mal. Man achte auf die kleinen aber feinen Unterschiede. Der Titel heißt: "Jeder zweite ehemaliger ALG II-Empfänger nach einem Jahr wieder bei Hartz IV"

Verschiedene werden wohl die 2 Jahre Anwartschaft erfüllt haben und durch die 1-jährige Beschäftigung wieder ALG I bekommen. Die anderen 50% werden wohl vor der Tätigkeit schon Hartz IV bekommen haben und fallen somit automatisch wieder in Hartz IV. Damit ist also noch lange nicht gesagt, dass nun 50% einen festen Job haben. So sehe ich das jedenfalls.

Gruß Richard
 

ofra

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Moment mal. Man achte auf die kleinen aber feinen Unterschiede. Der Titel heißt: "Jeder zweite ehemaliger ALG II-Empfänger nach einem Jahr wieder bei Hartz IV"

Verschiedene werden wohl die 2 Jahre Anwartschaft erfüllt haben und durch die 1-jährige Beschäftigung wieder ALG I bekommen. Die anderen 50% werden wohl vor der Tätigkeit schon Hartz IV bekommen haben und fallen somit automatisch wieder in Hartz IV. Damit ist also noch lange nicht gesagt, dass nun 50% einen festen Job haben. So sehe ich das jedenfalls.

Gruß Richard
scharf beobachtet!
als nächstes müsste dann geschaut werden, ob die, die dann wieder ALG I bekommen, aus diesem wieder rauskommen, oder nach ablauf dessen auch wieder in ALG II landen. das ist ja alles nur zeitverzögert.
das ist wie bei einem brettspiel: "zurück zum start. nochmals würfeln. wenn sie eine sechs haben, dürfen sie um eins weiter hüpfen!"
 

Liebe Tweety

Elo-User*in
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Nun gut, sehen wir es erstmal positiv: Wenn jeder Zweite nach einem Jahr wieder zum Hartz IV-Opfer wird,-
dann hat es aber immerhin jeder andere Zweite trotz der allgemein ja widrigen Umstände (Massenarbeitslosigkeit, Mangel an freien Stellen, Mentalität der Personalentscheider, nur genau zu hundert Prozent wie ein nach Stückliste bestelltes Ersatzteil passende Mitarbeiter einzustellen, statt jemanden zu nehmen, der grob paßt und dem dann in einer regulären Eingliederungspha se den richtigen Feinschliff zu geben, auch passende Mitarbeiter im Preis zu drücken, etc.) geschafft, die Misere Alg II zu verlassen, hin in hoffentlich eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt.

Auf der anderen Seite, das wollen wir nicht verhehlen, ist es gerade in Personalentscheiderkreisen heute "in", Mitarbeiter einzustellen, für sie Eingliederungszuschüsse, zu kassieren,- und sie tunlichst nach einem Jahr und einem Tag wieder loszuwerden. Dies, weil dann, weil die Anstellung länger als ein Jahr war, die erhaltenen Subventionen, und sei es die eingesparten Sozialversicherungskosten nicht mehr zurückbezahlt werden müssen.
Ich möchte mal rechnen Wieviel bekommen denn jährlich Arbeit? Lohnt sich das eigentlich. Wenn von 100 Leuten 20 wieder zurück fallen würden sehe das besser aus. Das die sich nicht schämen?
 

ofra

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ja genau. welche realen chancen hat man denn überhaupt?
es würde mich mal interessieren, wieviele bewerbungen ein arbeitsloser durchschnittlich pro monat / pro jahr schreibt, bis er eine stelle findet.
das wurde bestimmt noch nicht in einer studie erfasst.
 

Richardsch

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es würde mich mal interessieren, wieviele bewerbungen ein arbeitsloser durchschnittlich pro monat / pro jahr schreibt, bis er eine stelle findet.
das wurde bestimmt noch nicht in einer studie erfasst.
Zum Glück. So bleibt uns wenigstens eine weitere Lüge erspart :)

Ich habe in meiner 3-jährigen Laufbahn als Arbeitssuchender mehr als 700 Bewerbungen geschrieben. Bei Ü50 stellt das schon ein Problem dar.

Mich persönlich würde mal interessieren, welche Kompromisse Arbeitslose bei der Stellensuche eingehen. Z.B. wie lange sie auf Probe (ohne Bezahlung) arbeiten usw.

Gruß Richard
 
R

Rounddancer

Gast
Mich persönlich würde mal interessieren, welche Kompromisse Arbeitslose bei der Stellensuche eingehen. Z.B. wie lange sie auf Probe (ohne Bezahlung) arbeiten usw.
nur als Beispiel:
W. (59), Alg I, ein Klassenkamerad jetzt im Kurs, war Meister, etc. aus der Produktion, hat aktiv versucht, einen Traineeplatz zu finden für die Traineephasen der Ausbildung (=rund 30 Montage plus drei mal drei Wochen).
Traineephase heißt für das Unternehmen: Der Trainee arbeitet gratis, lebt von seinem Alg I, bzw. Alg II, und kriegt vom Jobcenter die Fahrtkosten pauschaliert erstattet.
Er lief sich die Hacken ab,- fand kein Gehör, kriegte zu hören, man habe dafür keine Zeit, jemand einzulernen.
Dann fand er einen Betrieb, dem er gerne geholfen hätte, seine Probleme zu lösen, doch als es im Raum stand, ob er denn übernommen werden könne,- da hieß es: Nein, keine Möglichkeit.
Daraufhin fand er einen Betrieb, eine beschützende Werkstatt irgendeiner gemeinnützigen Firma. Wurde gebraucht und von den Behinderten auch freudig angenommen, konnte da in den Traineephasen arbeiten.
Als das Kursende nahte und die Frage darauf kam, ob man ihn weiterbeschäftigen könne, da hieß es: "Gerne, wir haben da gehört, daß es die Möglichkeit gibt, daß Sie in Alg II kommen, und daß wir sie dann als Ein-Euro-Jobber anfordern könnten,- so gerne,- aber nicht als bezahlten Mitarbeiter!).

Das war W. zuwenig. Und so ging er auf Betteltour, auf Arbeitssuche, um jeden Preis, da er wenn es denn irgend ginge, bis zur Rente noch etwas Sinnvolles arbeiten wollte,- und nicht die 58-Regelung unterschreiben.

Bei einem Betrieb, bei dem er zuvor schon wegen eines Traineeplatzes angefragt hatte, fragte er nach, nach jedweder Arbeit. Und einer erklärte sich bereit, ihn in die Produktion, als ganz normalen Basis-Mitarbeiter (vermutlich Lohngruppe 8) anzustellen, mit 37,5 Stunden-Woche und vermutlich so 2100 EUR brutto.
Und, obwohl es im sehr schwer fiel, er fing dort an.
 

Richardsch

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mit 37,5 Stunden-Woche und vermutlich so 2100 EUR brutto. Und, obwohl es im sehr schwer fiel, er fing dort an.
Das liest sich doch aber gut.

2 Beispiele aus unserer Region, ich könnte mehr erzählen.
Ein Hartzi hatte einen 1-Euro-Job angenommen (30 Stunden). In seiner Freizeit bewarb er sich bei zig Firmen, weil er wieder im IT-Bereich arbeiten wollte. Man bot ihm dann an, er solle in den nächsten 6 Monaten zeigen was er kann und wenn man zufrieden ist, würde man ihn übernehmen. So arbeitete er dann 5 Tage in der Woche jeweils ein paar Stunden noch neben seinem 1-Euro-Job, ohne Bezahlung versteht sich. Seiner Meinung nach hatte er alle Arbeiten gut ausgeführt und wurde auch zum Teil gelobt. Nachdem er die ganzen Datenbanken aufgebaut hatte, erklärte man ihm allerdings, dass man ihn nicht übernehmen würde.

Von uns bis Basel ist es ein Katzensprung. Daher kommen viele Arbeitslose -gerade Frauen- auf die Idee sich bei einer Schweizer Bäckerkette zu bewerben. Die stellen unter der Bedinung ein, dass man 3 Wochen ohne Geld arbeitet und dann entweder übernommen wird oder nicht. In der Regel werden von 20 Leuten nur 1 bis 2 angenommen, der Rest hat dann eben umsonst malocht.

Ich persönlich würde einen Tag, wenn es hoch kommt 2 Tage umsonst arbeiten. Nicht mehr. Allenfalls würde und habe ich auch schon, den Vorschlag gemacht einen Monat auf 400 Euro-Basis zu arbeiten (kann ja in einer Woche zusammengezogen werden). So wäre beiden Seiten gedient.

Gruß Richard
 
A

amondaro

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Moin,


Was ist ein Traineeplatz,Traineepha ,Trainee.... ??????

mmmmmmmmmhhhhhhhh,hab ich was in der Schule verpasst oder war mein Lehrer Akademiker
 
R

Rounddancer

Gast
Ganz einfach

Eine Traineephase ist die Zeit innerhalb einer Aus-, bzw. Weiterbildung, in der jemand an seinem Traineeplatz ist,- um dort das, was er in der Aus-, bzw. Weiterbildung lernt, praktisch umzusetzen.
Im von mir erwähnten Falle der Ausbildung zum https://www.betriebs-manager.de sind bis zu 30 Montage Traineetage,- die restlichen Tage der dreimal zehn Unterrichtswochen war Schule. Nach jeweils zehn solchen Unterrichtswochen folgte dann eine schriftliche und mündliche Prüfung,- und der schloß sich dann eine dreiwöchige Traineephase an.

Sinn der Traineetage und -phasen:
1. Erprobung des Gelernten (hier vorwiegend Qualitätsmanagement, etc.) in der Praxis
2. Einem Betrieb zu helfen, seine Probleme zu lösen, ohne dem Betrieb Kosten zu verursachen
3. Dem Betrieb Gelegenheit zu geben, sich an einen potentiellen Mitarbeiter möglichst so sehr zu gewöhnen, daß am Ende der dritten Traineephase eine dauerhafte Einstellung eigentlich nur noch Formsache ist,- und die schon im Betrieb verbrachte Zeit im Idealfall auf die Probezeit angerechnet wird.
4. Möglichst viele der Teilnehmer der Aus-, bzw. Weiterbildung unter Umgehung der regulären Bewerbungssituation wieder in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu bringen.
 

Liebe Tweety

Elo-User*in
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Eine Traineepha se ist die Zeit innerhalb einer Aus-, bzw. Weiterbildung, in der jemand an seinem Traineeplatz ist,- um dort das, was er in der Aus-, bzw. Weiterbildung lernt, praktisch umzusetzen.
Im von mir erwähnten Falle der Ausbildung zum https://www.betriebs-manager.de sind bis zu 30 Montage Traineetage,- die restlichen Tage der dreimal zehn Unterrichtswochen war Schule. Nach jeweils zehn solchen Unterrichtswochen folgte dann eine schriftliche und mündliche Prüfung,- und der schloß sich dann eine dreiwöchige Traineepha se an.

Sinn der Traineetage und -pha sen:
1. Erprobung des Gelernten (hier vorwiegend Qualitätsmanagement, etc.) in der Praxis
2. Einem Betrieb zu helfen, seine Probleme zu lösen, ohne dem Betrieb Kosten zu verursachen
3. Dem Betrieb Gelegenheit zu geben, sich an einen potentiellen Mitarbeiter möglichst so sehr zu gewöhnen, daß am Ende der dritten Traineepha se eine dauerhafte Einstellung eigentlich nur noch Formsache ist,- und die schon im Betrieb verbrachte Zeit im Idealfall auf die Probezeit angerechnet wird.
4. Möglichst viele der Teilnehmer der Aus-, bzw. Weiterbildung unter Umgehung der regulären Bewerbungssituation wieder in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu bringen.
Und wieviel dürfen hinterher ihr eigenes Geld verdienen?
Sage es gleich von 100 Leuten Einer.
 
E

ExitUser

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Bei einem Betrieb, bei dem er zuvor schon wegen eines Traineeplatzes angefragt hatte, fragte er nach, nach jedweder Arbeit. Und einer erklärte sich bereit, ihn in die Produktion, als ganz normalen Basis-Mitarbeiter (vermutlich Lohngruppe 8) anzustellen, mit 37,5 Stunden-Woche und vermutlich so 2100 EUR brutto.
Und, obwohl es im sehr schwer fiel, er fing dort an.
Ich bin mir sicher, dass es vielen ALG2-Empfängern nicht schwer fallen würde, solch einen Arbeitsplatz anzunehmen. Das sind immerhin 1349 Euro Netto bei Steuerklasse 1.
In einer Leihfirma gibt es für so eine Arbeit maximal 800 Euro Netto.
Ich würde da nicht lange überlegen und wäre bei dem Gehalt raus aus Hartz4.
 
A

amondaro

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Traineepha = Trainingspause

Traineeplatz = Trainingsplatz

Traineetage = Trainingstage


man sollte schon dies Ausschreiben bzw. richtig schreiben...

mfg
 
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Rounddancer

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Nicht ganz, von Pause kann bei der Traineephase keine Rede sein,- nein, es ist der Zeitraum, wo der Trainee im Traineebetrieb ist.

Warum die Forensoftware phase scheinbar immer in der Mitte teilt, weiß ich nicht,- in Editorsicht ist das phase immer zusammen.

Heinz
 

münchnerkindl

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Klar, eine Menge Leute hat bekommt nur einen befristeten Arbeitsvertrag oder einen Job über eine Zeitarbeitsfirma der irgendwann ausläuft..
 
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