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Jeder Neunte in Ostdeutschland wünscht sich die DDR zurück

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Martin Behrsing

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#1
D/Einheit/Soziales/Ausländer/Umfragen
Umfrage: Jeder Neunte in Ostdeutschland wünscht sich die DDR zurück
- Stellenwert der Demokratie gegenüber 1990 halbiert
INFOGRAFIK =

Berlin, 20. Januar (AFP) - Fast 20 Jahre nach dem Mauerfall wünscht sich einer repräsentativen Umfrage zufolge im Osten Deutschlands jeder Neunte die DDR zurück. Lediglich 22 Prozent fühlen sich nach eigenen Angaben als "richtige Bundesbürger", wie der am Dienstag in Berlin vorgelegte "Sozialreport 2008" des Bundesverbands Volkssolidarität dokumentiert. Eine Mehrheit von 70 Prozent empfindet eine starke Verbundenheit mit Ostdeutschland
- mit der Bundesrepublik als Ganzes fühlen sich mit 42 Prozent deutlich weniger Menschen verbunden. Demgegenüber ist die Bindung an das jeweilige Bundesland (57 Prozent) und den Wohnort (61 Prozent) stärker ausgeprägt.

Zugleich schwinden in den neuen Bundesländern und im Osten Berlins das politische Interesse und das Vertrauen in die Politik, ebenso der Glaube an gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West. Nur noch 16 Prozent erwarten der Umfrage zufolge, dass bis zum Auslaufen des Solidarpakts 2020 die Einkommen angeglichen sein werden. 43 Prozent haben diese Hoffnung aufgegeben. Dennoch sehen sich mehr Ostdeutsche als Gewinner denn als Verlierer der Einheit: 39 Prozent sehen sich eher als Gewinner, für 29 Prozent halten sich Gewinne und Verluste die Waage, und 28 Prozent - besonders Arbeitslose und Geringverdiener
- sehen sich eher als Verlierer.

Mit ihrer eigenen Lebenssituation sind 39 Prozent der Befragten, vor allem junge Leute und Rentner, insgesamt zufrieden, der Anteil der Unzufriedenen fällt mit 16 Prozent deutlich geringer aus. Bei der Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage überwiegen dagegen die negativen Stimmen mit 29 zu 26 Prozent - laut Volkssolidarität begründet durch höhere Arbeitslosigkeit und geringere Einkommen als im Westen. So fällt auch der Blick in die Zukunft eher pessimistisch aus: Knapp die Hälfte (46 Prozent) der Ostdeutschen sieht für sich künftig schlechtere Chancen, nur jeder Neunte (elf Prozent) erwartet eine Verbesserung.

Als wichtigsten Wert sehen die Ostdeutschen laut Umfrage die Arbeit. Seit der ersten Befragung aus dem Einheitsjahr 1990 hat sie für die Bürger mit einem Plus von zwölf Punkten am stärksten an Bedeutung gewonnen und liegt mit
77 Prozent an der Spitze der Werteskala vor Familie, sozialer Sicherheit (je
72 Prozent) oder Gesundheit (58 Prozent). Es folgen unter anderem Kinder (53 Prozent), die bei den unter 30-Jährigen gegenüber 1990 deutlich an Stellenwert eingebüßt haben. Eine intakte Umwelt ist knapp der Hälfte (47 Prozent) der Befragten sehr wichtig. Das Leben in einer demokratischen Gesellschaft hat dagegen nur noch für 24 Prozent einen derartigen Stellenwert - 1990 waren es
54 Prozent.

Was das Zusammenleben mit Ausländern betrifft, so bewerten nur acht Prozent der Befragten das Klima in Deutschland als freundlich. 28 Prozent beschreiben es als eher unfreundlich, 19 Prozent gar als ausländerfeindlich. Dabei stimmen 40 Prozent - sieben Punkte weniger als noch 2002 - selbst der Aussage zu, es gebe "zu viele Ausländer" in Deutschland. Weitere 34 Prozent bejahen dies zum Teil. Nur 15 Prozent sehen demnach in ausländischen Mitbürgern eine "Bereicherung des Lebens". Andererseits nimmt die Ablehnung rechtsextremer Parteien zu: Während sieben Prozent der Befragten diesen gegenüber Sympathie bekundeten, lehnt laut Sozialreport eine wachsende Mehrheit von 72 Prozent sie ab. Insgesamt 2892 Bürger in Ostdeutschland wurden für die Studie befragt.

ds/ul
 
E

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#2
gibts auch ne Umfrage unter den Westdeutschen?


Zugleich schwinden in den neuen Bundesländern und im Osten Berlins das politische Interesse und das Vertrauen in die Politik
dürfte im Westen genauso groß sein.
 

Merkur

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#3
gibts auch ne Umfrage unter den Westdeutschen?
Das möchte ich auch mal wissen ?? Sind wir nicht gesamt D ??
Davon abgesehen sind doch mehr aus den Osten in den alten Ländern als noch im Osten.
 

Catsy

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#4
also wenn mich hier (im luxus-verwöhnten Westen!!!) jemand in einer Umfrage nach meinen Wünschen und meinem Empfinden gefragt hätte, wäre ich auch eine von neun gewesen, die sich die alten Zustände zurückgewünscht hätte (wenn ich dabei nur an die Zeiten denke, in denen ich Soli-ZUSCHLAG zahlen durfte - war ja nicht immer arbeitslos!) und die Versprechen, wie lange der bleiben soll ............. an den Risikostruktur-Ausgleich der Krankenkassen, der auch meinen KV-Beitrag empfindlich mitgeprägt hat usw.usw.

Die Aussage:
"Lediglich 22 Prozent fühlen sich nach eigenen Angaben als "richtige Bundesbürger",
veranlaßt mich dann auch zu Frage: Wie müßte ich mich denn als "richtiger Bundesbürger" fühlen?"

Also wenn noch Hände gebraucht werden, um den Zustand wieder herzustellen wie er einmal war - ich bin gerne bereit damit
"Eine Mehrheit von 70 Prozent empfindet eine starke Verbundenheit mit Ostdeutschland"
sich wieder zuhause fühlt. (Mir ginge es umgekehrt dann auch wieder so)
 

Bienchen

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#5
Hallo Catsy,

glaube mir, ich wünsche mir auch die alten Zeiten zurück. Da wäre die damalige Bundesrepublik nämlich schon eher pleite gegangen. Einen Beschäftigungschub hat man damals noch gehabt, da im Osten vieles renoviert und angeschafft wurde. Man hatte noch Geld.
Wir waren damals sozial abgesichert, brauchten kein Eintrittsgeld beim Arzt zahlen. Auch die Medikamente waren kostenlos. Keiner musste Angst haben unter einer Brücke zu enden. Energiekosten waren bezahlbar.
Ich war nie in einer Partei und konnte doch gut leben. jedenfalls viel besser als heute!

Die jetzigen Zustände sind einzig und allein auf den Umstand zurückzuführen, dass es nur noch den Kapitalismus (oder besser gesasgt den Feudalismus/Sklavenhalterordnung) gibt. Wo sollen die Menschen hin, da es doch überall dasgleiche ist. Alles wurde sorgfältig schon seit jahrzehnten geplant. Es hätter sonst auch nie ein "vereintes" Europa gegeben, wo die Menschen permanent ausgebeutet und sie ihrer Existenz entzogen werden.

Es ist wichtig, sich bei jeder Aktion durch die Politik oder Medien, sich die Fragen zu stellen - Wem nützt es und provitiert davon? und Was sind die Folgen?

Die Finanz- und Wirtschaftskrise war in allem nicht eingeplant. Man hat es sich viel einfacher vorgestellt.
 
E

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#6
Also wenn noch Hände gebraucht werden, um den Zustand wieder herzustellen wie er einmal war - ich bin gerne bereit damit
"Eine Mehrheit von 70 Prozent empfindet eine starke Verbundenheit mit Ostdeutschland"
sich wieder zuhause fühlt. (Mir ginge es umgekehrt dann auch wieder so)
Schliesse mich an!
 

Mario Nette

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#7
Ich wünsche mir die Spaltung nicht zurück. Ich glaube nicht, dass es bei euch an den Menschen aus Ost und West liegt, dass man sich die Spaltung zurückwünscht, sondern an den Umständen, die das politische, wirtschaftliche und soziale Gefüge mit sich bringt. Am 28.03.2009 haben wir in Berlin und FFM die Chance, das wenigstens mal lautstark herauszuschreien.

Und was die Arbeit angeht: 43 3/4 Wochenstunden in der DDR, ein Haushaltstag je Monat.

Mario Nette
 

destina

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#8
Diese Diskussion bringt niemanden weiter, und wird wohl künstlich in den Medien erzeugt. Wie immer, wenn der Bürger abgelenkt werden soll.

glaube mir, ich wünsche mir auch die alten Zeiten zurück. Da wäre die damalige Bundesrepublik nämlich schon eher pleite gegangen.
Auch die DDR ist allein gescheitert. Hätte der Russe damals eine Chance gesehen, wäre eine BRD wie heute unmöglich gewesen. Aber das ist nun fast 20 Jahre her und müßig darüber zu sprechen.
 

Bienchen

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#9
Im Grunde stimmt es, dass diese Diskussionen eigentlich überflüssig sind.

Eines steht aber doch fest, es wäre in der BRD nicht zu solchen Ausuferungen der Ausbeutung gekommen, wenn die Einheit damals nicht vollzogen wäre.

Diese Zeit ist vorbei und wir können daran nichts mehr ändern.

Wir sollten aber endlich einmal als ein gemeinsames Deutschland zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen und auch gemeinsam gegen die jetzige Ausbeutung etwas unternehmen.

Meiner Meinung nach ziehlt alles daruaf hin, die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Ost und West zu spalten, da der Staat Angst vor einer Revolte hat. sind sich alle einig in ihrem Ziel und vorgehen, kann es sehr unangenehm für die jetzigen Machthaber oder besser gesagt Diktatoren werden. Davor haben sie Angst und versuchen mit allen Mitteln dagegen zu steuern.
 

Donauwelle

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#10
Findet ihr nicht diesen Punkt bedenklich:
Das Leben in einer demokratischen Gesellschaft hat dagegen nur noch für 24 Prozent einen derartigen Stellenwert - 1990 waren es
54 Prozent.
Nicht, dass es mich irgendwie verwundert, da es dafür ja wenige Tradition in Ostdeutschland gibt...

Mir geht es hier nicht einmal nur um freie Wahlen, sondern auch um Freiheit in anderen Belangen.

Ich kann ein solches Votum in Ländern verstehen, bei denen die Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind und der Hunger Alltag ist - aber das reine Überleben ist in unserem Lande ja doch gesichert.

(Bitte hier jetzt keine Diskussion über HartzIV und Sanktionen, bzw. um besondere Einzelfälle, wo unser System nicht funktioniert)

Ist der fahrbare Untersatz wichtiger als die Meinungsfreiheit? Ist irgendeine Arbeit wichtiger, als die Möglichkeit, über sich selbst zu bestimmen als sich lenken zu lassen?

Ist es wirklich so, dass der "kleine Mann" sich einen Führer oder eine führende Partei wünscht, die ihn lenkt?
 

Mario Nette

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#11
@Donauwelle
Das meinte ich damit, als ich kurz das Gefüge ansprach. Die Leute sehen nicht, was ihnen Demokratie bringt, weil sie meinen, dass das, was in diesem Land passiert, Demokratie sei. Es ist eine Art Selbstbeschiss, wenn man dann auf der anderen Seite aber sagt: Hier im Staat geht etwas falsch, da gibt es Korruption und Klüngel.

Mario Nette
 

a f a

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#12
Findet ihr nicht diesen Punkt bedenklich:
Nein,
überhaupt nicht. Warum nicht ? Wir müssen doch zunächst zumindest die Begrifflichkeit "demokratische Gesellschaft" klären. Was ist nun genau darunter zu verstehen ? Haben wir alle die gleichen Demokratievorstellungen ? Bei der DDR stand auch Demokratie zumindest auf dem Etikett, war aber wohl eher wenig Demokratie drin.

Demokratie – Wikipedia

Gruß
Norbert

Her mit dem schönen Leben
 
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#13
Zunächstmal: Jeder Neunte in Ostdeutschland... Das sind nun wirklich nicht viele Leute.

Was diese Leute, die die DDR vermissen, vermutlich nervt, ist der Zerfall ihrer Gemeinschaft. Früher hatte halt jeder in Wohnortnähe seinen Arbeitsplatz, es gab die Pendlerei nicht. Die Pendlerei und den Zerfall gab es übrigens auch nicht, weil es einfach zu wenige Fahrzeuge gab. Und ob man nun in Bitterfeld oder Zittau in einem Kombinat arbeitete, war nun wirklich egal. Warum hätte man wechseln sollen?

Die Leute sind mit den vielen Wahlmöglichkeiten einfach noch überfordert. Zumindest die, die sich die DDR zurückwünschen. Sie verstehen es nicht, daß ihre Freunde oder Kinder im Westen arbeiten.

Die Freundin meines Bruders kommt aus Brandenburg, fand dort keinen Job und arbeitet nun in Mainz. Anstatt froh zu sein über den Erfolg der Jobsuche ihrer Tochter, machten die Eltern ihr Vorwürfe: "Du gehst in den Westen!"

Ja, so sind einige Zeitgenossen "gestrickt". Und so kommen halt die Umfrageergebnisse zustande.
 

Donauwelle

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#14
@Donauwelle
Das meinte ich damit, als ich kurz das Gefüge ansprach. Die Leute sehen nicht, was ihnen Demokratie bringt, weil sie meinen, dass das, was in diesem Land passiert, Demokratie sei. Es ist eine Art Selbstbeschiss, wenn man dann auf der anderen Seite aber sagt: Hier im Staat geht etwas falsch, da gibt es Korruption und Klüngel.

Mario Nette
@Mario Nette

Wo es Menschen gibt, gibt es Fehlentwicklungen und Ungerechtigkeiten - dadurch sollte man aber nicht das System in Frage stellen, sondern diese Entwicklungen selbst.

Eine demokratische Gesellschaft heißt für mich eben doch nicht nur, Bananen essen zu können, sondern eben auch viele Möglichkeiten zu haben - angefangen damit, seine Meinung frei äußern zu können, frei reisen (und ausreisen) zu können, frei entscheiden zu können, welchen Beruf ich annehme, soweit ich meine Eignung dafür nachweisen kann und Bedarf dafür ist, etc.

Die Finanzierung ist hier erstmal nicht der Punkt - solange ich alles selbst finanzieren kann, ist mir da keine Grenze aufgelegt.

Es geht erstmal um die Möglichkeit an sich - dass man dafür ggf. auf Sachen verzichten muss, besonderes leisten muss um das zu erreichen etc. ist dafür natürlich vorbehalten.

Ein Freund von mir war ein Jahr auf Jamaika - außer einem Flugticket ohne Geld - ich habe als junge Erwachsene ohne Geld mehrere Monate in Italien gelebt und ich war nicht die einzige - Reisen bedeutet ja nicht nur, sich 2 wochenlang in ein 5-Sterne-Hotel am Strand zu verziehen. Wenn ich mein eigenes Leben betrachte, wäre ich in einem Staat wie der DDR ständig an Grenzen gestoßen, die ich nicht überwinden hätte können. Und da ist die Auswahl an Konsumgütern etc. absolut unerheblich. Ggf. sehen das Leute anders, die nur in ihrem kleinen begrenzten Bereich zu leben...
 

avalon

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#15
Zunächstmal:
Die Leute sind mit den vielen Wahlmöglichkeiten einfach noch überfordert.
Die Idee, die Unzufriedeheit der Leute käme daher, dass sie sich zwischen so vielen tollen Jobangeboten entscheiden müssen, ist zumindest mal originell! :icon_rolleyes:
 
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#16
Die Idee, die Unzufriedeheit der Leute käme daher, dass sie sich zwischen so vielen tollen Jobangeboten entscheiden müssen, ist zumindest mal originell! :icon_rolleyes:
Ich bezweifle doch sehr stark, daß es im Osten ausschließlich Arbeitslose gibt. Selbstverständlich gibt es auch dort Arbeitnehmer, die pendeln oder woanders hinziehen, weil sie dort mehr verdienen.
 

destina

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#19
Ich glaube nicht, dass die Menschen überfordert sind. Das Leben in DDR war einfacher, weil die Preise für alles relativ gleich waren, das ist richtig. Man hatte gar keine Motivation von Dresden nach Chemnitz oder Leipzig zu wechseln. Es gab für jede Branche einen sogenannten RKV - Rahmenkollektivvertrag. Darin waren die Löhne und Gehälter, die Urlaubstage, die Arbeitszeit, die Qualifizierung und eine Beschreibung der Tätigkeit eindeutig geregelt. Es gab bei vielen Dingen kaum Unterschiede. Die Ausbildung, ob zum Klempner oder Frauenarzt war kostenlos. So dass ein Arzt vielleicht Brutto 500 bis 1000 DDRMark mehr hatte. Das hatte wohl aber mehr mit den Arbeitszeiten zu tun. Die Menschen waren gleicher und hatten relativ gleiche Chancen, die sich allerdings verbesserten, wenn man Mitglied der SED war. Die Preise aller Waren in der DDR waren gleich. Ob Milch, Brot, Fernseher, Fahrrad oder Klamotten. Es kostete in Rostock genausoviel wie in Morgenröthe-Rautenkranz. Der Haken hierbei war, dass eine große Knappheit von Waren da war. Die Leuten hatten ausreichend Geld zur Verfügung. Es gab ja keine Arbeitslosen.Eine Sozialversicherung, die für alles zuständig war, also Krankenversicherung und Rentenversicherung. Der Beitrag betrug 60 DDRM und war für alle gleich und die gesamte Versorgung kostenlos.
Alles, was importiert werden mußte, war mit DDRMark kaum bezahlbar, da auf den Weltmärkten mit anderen Währungen gehandelt wurde und die Aluchips keinenGgegenwert darstellten. Auch die Mitgliedschaft im RGW (Rat für gegenseitige Wirtschafthilfe) brachte da kaum Erleichterung. Wenn man heute in der BRD alle importierten Produkte weglassen müßten, sehe es nicht viel besser aus. Wir sind heute genausowenig in der Lage, unser Land selbst zu versorgen.
Die Menschen in DDR mußten mit einem Schnitt all das wegwerfen, was ihnen wichtig war. Ich weiß nicht, ob es den Menschen in der BRD umgedreht auch so leicht gefallen wäre, umzudenken.
Meiner Meinung hat dieser Wunsch vor allem damit etwas zu, dass die Menschen nicht verstehen, warum alles kompliziert und dadurch teuer sein muß, wenn es einfacher geht.
Im Grunde geht es doch in allem darum, dass man sich an allem dumm umd dämlich verdienen muß, ansonsten ist es eben nicht lohnenswert zu tun. das Zusammenleben in der DDR war mit Sicherheit sozialer,menschlicher und solidarischer als heute.
Und die Stasi? Kannn man sich heute sparen, da wir mittlerweile genauso bespitzelt werden, oder vielleicht noch viel besser und effizienter.
Vielleicht hätte es dem Westen gut getan, sich einfach mit den Menschen und deren Lebensumständen auch ein wenig zu beschäftigen. Vielleicht wäre es dann nicht so gekommen, wie es jetzt ist.
 
E

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#20
@ Destina

Ich könnte da jetzt schon drauf antworten - nur würde ich mir dann vermutlich den Mund verbrennen (wie man bei uns in München so sagt) und ausserdem würden mich einige in den Boden stampfen, wenn ich es tun würde. Also ist es besser zu schweigen :icon_party:
 
E

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#21
Die Finanzierung ist hier erstmal nicht der Punkt - solange ich alles selbst finanzieren kann, ist mir da keine Grenze aufgelegt.

Aus dieser Sicht ganz richtig gesehen, aber viele können nicht mehr alles selbst finanzieren, ach was sag ich viele... SEHR viele können es nicht mehr. Schon das ist ein Grund diesen Aspekt nicht aus den Augen zu lassen.

Es geht erstmal um die Möglichkeit an sich - dass man dafür ggf. auf Sachen verzichten muss, besonderes leisten muss um das zu erreichen etc. ist dafür natürlich vorbehalten.

Schön, dass ich die Möglichkeit habe. Nur, was nutzt sie mir, wenn ich sie denn doch nicht nutzen kann? Also habe ich indirekt diese Möglichkeiten dann doch nicht.

... ständig an Grenzen gestoßen, die ich nicht überwinden hätte können. Und da ist die Auswahl an Konsumgütern etc. absolut unerheblich. Ggf. sehen das Leute anders, die nur in ihrem kleinen begrenzten Bereich zu leben...

Genau an diese Grenzen stossen heute sehr sehr viele.
Lebe ich nun in meinem kleinen begrenzten Bereich?
Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich das Früher wiederhaben will.
Im Grunde macht es keinen großen Unterschied mehr, ob ich damals oder heute so lebe. Was ich weiss ist, dass ich damals nicht solche Ängste gespürt habe wie ich sie heute spüre.
Aber okay, damals war ich ein Kind. Ich wünschte ich wär heute auch noch ein Kind... dass nichts versteht, und sich auf Grund seines Nichtverstehen könnens um nichts Sorgen muss.
 
E

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#22
was wäre Deutschland ohne Merkel, Tiefensee, Distel, Althaus, Böhmer usw?

:icon_kinn:

schöööner

@ Bienchen

was meintest Du mit "zwischenmenschliche Beziehungen"?
 
E

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#23
Es ist vor allem Ohnmacht. Wir haben drei verschiedene Systeme erlebt. Jetzt, da wir eine Demokratie haben, müssen wir feststellen, dass wieder über unsere Köpfe hinweg regiert wird. Wir alle leben im fünften Jahr mit Hartz IV und es ist immer nur noch schlimmer geworden. Für die Rentner, die Kinder, die Arbeitslosen... Nichts und niemand von uns bewegt sich wirklich. 12 Jahre Hitler, 40 Jahre DDR; die Leute entscheiden sich einfach für das kleinere Übel: die absolute soziale Sicherheit. Übung im Bespitzelt Werden haben wir schon. Ihr seid gerade dabei, all das zu lernen (und Ihr lernt fleißig!). Die Sammelwut von Daten: Arge, Stasi, Gestapo ‑ wo liegt der Unterschied? Die Daten, die die Arge heute von mir besitzt, hätte sie einfach meiner Stasi‑Akte entnehmen können und hätte auch gleich noch ein paar Angaben zu meinen Nachbarn, Freunden etc erfassen können. Ich bin der Meinung, dass die Politik bewusst das Ossi-Wessi-Syndrom am Leben erhält. Denn: Hätten sich erst einmal Arbeitslose, Rentner u. a. in Ost UND West zusammengeschlossen, dann würde man einen neuen Sündenbock brauchen. Warum lasst Ihr Euch für dumm verkaufen?! Nicht Ossis oder Wessis machen die Politik, sondern die, die WIR GEMEINSAM gewählt haben!

Die Menschen hier wissen SEHR genau, was abläuft. Wahrscheinlich besser, als es jemandem lieb sein kann.

P.S.: Ich gehöre nicht zu denen, die Deutschland gerne entzweien würden. Ich bin stolz darauf, ein „Ganz-Deutscher“ zu sein!
 

Donauwelle

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#26
@Ashna

Das Thema passt bei mir, da mein Sohn morgen zum Thema DDR abgefragt wird und wir heute alles mögliche erarbeiten.

Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus - ist der denn so viel niedriger zu 1988 in der DDR - auch wenn man von HartzIV lebt? Vom gefühlten Standpunkt her vielleicht, da man eben sieht, dass andere mehr haben - aber vom tatsächlichen? Es gab dort ja auch eine Güterknappheit und man konnte sich daher eben auch nicht alles kaufen, dass man sich leisten konnte.

HartzIV empfinde ich ja selbst nur deshalb als schrecklich, da ich die anderen Menschen sehe, die eben sich viel mehr der Dinge leisten können.

Der eigentliche Lebensstandard dürfte doch eigentlich bei den meisten Menschen erheblich gestiegen sein.
 

pinguin

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#27
Diese Diskussion ist wichtig, aber gleichsam ungeheur schwierig, weil sie auf beiden Seiten weniger zu rein sachlichen als mehr zu emotionalen Äußerungen führt.

Eines aber vorne weg; NEIN, die Mauer mag ich nicht zurück.

Aber genauso vermag ich dieses jetzige System nicht bedingungslos zu akzeptieren; gebürtige Ostdeutsche, die auch jetzt noch im Osten Deutschlands leben, haben gegenüber den rein westdeutschen Mitbürgern den Vorteil, daß sie aus eigener Erfahrung beide System kennen. Ostdeutsche kennen den real praktizierten Sozialismus, aber auch den real praktizierten Kapitalismus.

Es ist und bleibt unbestritten, daß es im Osten keine wirklichen Existenzsorgen gab, da hätte ich nicht grübeln müssen, ob ich im nächsten Monat meine Miete bezahlen kann, weil's Amt u.a. unsorgsam mit den anvertrauten Daten umgeht. Und so geht es vielen; im Osten hätten wir noch nicht einmal unsere Jobs verloren.

Es gab damals die riesengroße Chance, beide System verträglich zu verbinden, die aber leider nicht genutzt wurde.

Eine Möglichkeit, die ich aufgrund der fehlenden Möglichkeit, sie auch zu nutzen, nicht in Anspruch nehmen kann, ist genauso gut, wie eine Möglichkeit, die ich gar nicht habe. Hier gebe ich manchen Lesern vollumfänglich Recht.

Das kapitalistische System verspricht für alle viel und hält nur wenig; das sozialistische System hält jedoch das wenige ein, was es verspricht.

Ich glaube allerdings für die Zukunft, daß die Gesellschaft nicht umhin kommen wird, eine echte Kombination aus beiden Systemen zu stricken; eine echte repressionsfreie soziale Mindestsicherung für alle in Kombination mit einem insofern freien Markt, als daß zum Leben notwendige Güter für alle erschwinglich sein müssen.

Weniger durch Preisvorgabe von oben, sondern eher dadurch, daß die Rohstoffgewinnung staatlich gestützt wird, wo es für notwendige Güter erforderlich ist. Und unter Rohstoffen verstehe ich hier nicht nur Erz, Kohle und Öl, sondern auch Getreide, Kaffee und Milch.

Es geht nicht darum, jemandem vorzuschreiben, wie er oder sie denn bitteschön zu leben hat, aber sehr wohl hat es etwas damit zu tun, der ganzen Gesellschaft nahezulegen, mit ihren Ressourcen nachhaltig, ökologisch und vernünftig umzugehen. Die Welt könnte es so einfach haben.

ciao
pinguin
 

Donauwelle

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#31
Du willst es nicht wissen. Du willst Recht haben.
Doch - würde mich interessieren. Ich empfand den Lebensstandard, der uns in der Planwirtschaft gezeigt wurde, immer als sehr niedrig - bzw. viel niedriger als der in Westdeutschland.

Ich verstehe, warum man aus anderen Gründen sich ggf. die DDR zurückwünschen kann. Arbeit, Anerkennung, die bekannten Leute, die Stellung innerhalb der Gesellschaft, passende Kinderbetreuung, andere Stellung der Frau - das sind sicherlich alles Punkte, die individuell für den einzelnen in der damaligen Gesellschaft besser waren.

Aber Wirtschaftsgüter?
 
E

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#32
...Eine demokratische Gesellschaft heißt für mich eben doch nicht nur, Bananen essen zu können, sondern eben auch viele Möglichkeiten zu haben ... frei entscheiden zu können, welchen Beruf ich annehme, soweit ich meine Eignung dafür nachweisen kann und Bedarf dafür ist, etc.

Die Finanzierung ist hier erstmal nicht der Punkt - solange ich alles selbst finanzieren kann, ist mir da keine Grenze aufgelegt.

Es geht erstmal um die Möglichkeit an sich - dass man dafür ggf. auf Sachen verzichten muss, besonderes leisten muss um das zu erreichen etc. ist dafür natürlich vorbehalten...

... Und da ist die Auswahl an Konsumgütern etc. absolut unerheblich. Ggf. sehen das Leute anders, die nur in ihrem kleinen begrenzten Bereich zu leben...
Weißt Du's jetzt? Das sind doch Deine Worte, oder?????????
 
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#33
Die DDR zurück? Nee, uff keinen Fall! Aber das gleiche gilt auch für die Bundesrepublik der letzten 15 Jahre, auf die kann ich in der Form auch sehr gut verzichten! Es ist ja nicht nur die immer mehr zunehmende soziale Kälte die einen zur Verzweiflung treibt, sondern auch Dinge, wie ein aufkommender Überwachungsstaat oder der politische Amerikanismus mit seiner selbstzufriedenen Art. Aber ich würde die Menschen nicht verdammen, die sich die DDR zurück wünschen, denn wenn die jetzige Politikrichtung die Zukunft aufzeigt, dann kommt solch irrationalenes Denken zustande. Leider!
 

destina

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#34
@ Destina

Ich könnte da jetzt schon drauf antworten - nur würde ich mir dann vermutlich den Mund verbrennen (wie man bei uns in München so sagt) und ausserdem würden mich einige in den Boden stampfen, wenn ich es tun würde. Also ist es besser zu schweigen :icon_party:
Das sagt man bei uns auch. Dann antworte doch. Dafür ist ein Forum schließlich da. Eine Meinung zu haben, kann ja nicht falsch sein.
Hast Du schon mal in Sachsen gelebt? Ich habe zumindest drei Jahre in Bayern gelebt und in München gearbeitet.
 

pinguin

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#35
Aber Wirtschaftsgüter?
Was nützen mir Wirtschaftsgüter, wenn ich sie mir auf Basis rückzahlunsgfreier Mittel nicht kaufen kann? Nichts. Warum sollte ich also dann ein derartiges System mögen? Und: was einer hat oder nicht hat, geht mir am A*** vorbei. Ich beurteile jemanden grundsätzlich nach seinem Charakter.

ciao
pinguin
 

destina

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#36
Was ich hier noch anmerken möchte ist vielleicht das Wort "Freiheit", welches hier im Text gefallen ist. Ich habe in der DDR-Schule gelernt, das Freiheit die Einsicht in die objektive Notwendigkeit ist. Und ich glaube, dass ist auch so.
In der DDR war das Synomym Freiheit u.a. damit verbunden, frei seine Meinung zu äußern und das Land in jede Richtung zu verlassen....und wieder zurückzukehren. Denn die meisten wollten gar nicht wirklich weg.
Aber so einfach ist das eigentlich nicht mit der Freiheit in der BRD. Ich fühle mich jetzt eingesperrter als in DDR. Sicherlich könnte ich wo anders hin gehen. Aber mit 316 € lssen sich keine allzugroßen Sprünge machen. Also bin ich zwar frei, was Ländergrenzen betrifft, komme aber nicht allzuweit, weil ich das nicht bezahlen kann. Und die Meinungsfreiheit nützt mir hier auch nicht wirklich etwas, weil sie immer von meiner Umgebung beeinflußt wird. Habe ich Arbeit, muß ich sehr wohl überlegen was ich sage. Genauso wenn ich zu Behörden gehe. Also hat sich für mich im Grunde nur die Gesellschaftsordnung geändert. Die DDR war "demokratisch" und die Bundesrepublik ist auch "demokratisch". Frei ist man hier genausowenig wie in der DDR.
 
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#37
@ Destina

ich hoffe, daß ich es einfühlsam umschreibe was ich meine ....

man könnte z.B. sagen, daß der ehemalige Westen von Deutschland und deren Bürger ausgesaugt wurde/n, damit der "Osten" aufgebaut werden konnte. Die Bürger im Westen teilten quasi mit den Bürgern des Ostens alle eingezahlten Beiträge und zwar die Beiträge die die sogenannten "Wessis" über Jahrzehnte eingezahlt haben.

Früher wars auch so, wenn ich z.B. bei uns zum Bäcker ging und 1 Maurersemmel wollte, daß dann die Verkäuferin genau wusste, daß das eine "Römische" ist ... Sauerteig mit Kümmel. Heute werde ich gefragt ... welches Brötchen (oder welche "Schrippe") hätten Sie gerne?

Und dann frag ich mich halt schon manchmal warum damals der Osten aufgebaut wurde wenn heute die meisten in den westlichen Bundesländern leben. Warum gingen die Menschen im Osten nicht her und nutzten ihre Chance aus dem Osten das zu machen was sie sich über viele Jahre gewünscht hatten. Geld war da - wurde sogar 1:1 umgetauscht. Die Fördermittel waren da ... jeder hätte die Chance gehabt sich etwas aufzubauen. Westliche Mitarbeiter von Großfirmen gingen damals für ein paar Monate in den Osten, um den Bürgern dort zu zeigen, wie was geht - welche Arbeitsabläufe usw.

Da ging man damals dann doch lieber als ehemaliger Ostdeutscher in den Westen um sich ins gemachte Nest zu setzen. Man darf nicht vergessen was jeder der Westdeutschen dafür gegeben hat, damit damals Deutschland zusammengehen konnte.

Ich hoffe, daß ich nun niemand beleidigt habe, falls sich doch jemand auf den Schlips getreten fühlt, entschuldige ich mich gleich im voraus. Bitte fasst es nicht persönlich auf. Es ist nicht in meinem Sinne irgendjemand weh zu tun oder anzugreifen. Nur verstehe ich halt nicht warum so viele ihrer Heimat den Rücken gekehrt haben.

(Bitte nicht hauen!)
 

Mario Nette

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#38
Muci, bei allem Respekt, aber derartig einseitig mag ich das kaum sehen wollen. Man bedenke, was kurz nach der Wende mit der Industrie und den Unternehmen der ehemaligen DDR veranstaltet wurde. Ja, warum gingen denn dann die Leute in den Westen? War doch alles vorhanden. Nee - eben nicht, es wurde abgewickelt und dann war zappenduster. Große Vermögenswerte hatten die Ossis nicht, um einfach alles aufzukaufen und selbst hochzuziehen (und in Konkurrenz zu den Westunternehmen zu stellen). Wohin die Fördermittel versickert sind, willst du lieber nicht wissen. Und man bedenke an diesem Punkt auch, was mit den Ossis veranstaltet wurde hinsichtlich dieser neu hinzugekommenen Kaufkraft. Sicherlich wird man mich jetzt auch angehen, aber ich bringe das mal auf den Punkt: Alter Plunder wurde zu unangemessen hohen Preisen verscherbelt. So nach dem Motto "Die freuen sich über jedes Westprodukt, egal ob es was taugt oder nicht" Es hat ja keiner von den Wessis verlangt, ihre alten Autos an die Ossis zu verkaufen und sich dann ein neues Auto kaufen zu müssen - nur mal als Beispiel.

Mag sein, dass aus westlicher Sicht sehr viel materieller Wert eingesetzt wurde und der eine Wessi den anderen dabei auch beschissen hat - die (einige) Ossis haben für die Wende zum Teil ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Ich mag das einfach nicht gegeneinander aufwiegen.

Das mit den Schustejungen musst du noch mal genauer erklären :icon_twisted:

Mario Nette
 

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#39
man könnte z.B. sagen, daß der ehemalige Westen von Deutschland und deren Bürger ausgesaugt wurde/n, damit der "Osten" aufgebaut werden konnte. Die Bürger im Westen teilten quasi mit den Bürgern des Ostens alle eingezahlten Beiträge und zwar die Beiträge die die sogenannten "Wessis" über Jahrzehnte eingezahlt haben.

Naja,

der Osten wurde von der West-Wirtschaft geplündert, Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt, gemäß dem Motto, Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren, so wie es halt immer läuft, im Kapitalismus.:icon_twisted:

Schulden ohne Sühne

Gruß
Norbert

Her mit dem schönen Leben
 
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#40
@ Mario Nette

Das was da damals von den Regierungen falsch gemacht wurde mit der Mauer kann man alles nicht mehr rückgängig machen - leider. Und daß damals soviele umgekommen sind, als sie raus wollten, auch nicht. Lassen wir das bitte beiseite - das ginge - so denke ich - zu weit.

Du hast damit Recht, daß sich die (wie immer die mit Kohle) einen schönen Reibach gemacht haben in dem Unternehmen und Immobilien zum Spotpreis aufgekauft wurden, vermittelt wurden oder oder oder. Ich denke, daß bereits damals das Motto gilt "eine Hand wäscht die andere". Die "Großen" haben sich da gegenseitig Einiges zugeschanzt. Nur da sind wir "normalen" Bürger zu klein um diese - ich nenn es einfach mal - "Machenschaften" durchblicken zu können. Und auch klar, daß es sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite "Betrüger" gibt die in jeder Situation "ihr" Geld machen wollen. (Soviel zu dem von Dir genannten Plunder). Auch uns wurde versucht Schrott anzudrehen. Das war schon immer so - nur waren wir es vielleicht eher gewohnt und nahmen davon Abstand - "fielen" also nicht mehr so leicht darauf rein.

Wenn Du sagst, daß die Ossis keine großen Vermögenswerte hatten. Meine Antwort darauf: Dies kann ich nicht beurteilen. Nur soviel dazu, daß ich zu jener Zeit einige Monate in Voralberg und dann einige Monate in Wien als Reiseleitung tätig war. Es waren damals ausschliesslich Bürger aus dem Osten die von diesem Reiseunternehmen, bei dem ich tätig war, betreut wurden. Ich habe sehr viele Bürger aus dem Osten kennenlernen dürfen und habe mich wirklich gewundert, wieviele damals erzählten, daß sie Garten und ein nettes Häuschen haben. Fragte mich damals oft wie das gegangen ist. Wir Bürger im Westen haben auch immer gearbeitet, haben nicht über unsere Verhältnisse gelebt, mussten damals wie heute schon kräftig "zahlen" und die meisten die ich kenne oder damals auch kannte saßen in einer stinknormalen Mietwohnung oder in einer Mietwohnung von einem Unternehmen bei dem man arbeitete. Versteh mich richtig, es war kein Neid. Es war Unverständnis. Habs nicht ganz verstanden warum da von uns Obulus dafür bezahlt werden soll. Ich konnte mir mein Gemüse nie aus einem Garten holen. Musste immer zahlen dafür. Verstehst was ich meine?

Was meinst Du denn mit dem "Schustejungen"? Versteh nicht ganz :icon_party:
 

Atlantis

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#41
kann mich noch erinnern war ja in helmstedt in der nacht wir standen an der autobahn am grenzübergang marienborn mit bananen und schokolade.
die ganze stadt war dicht und lagen uns in den armen so eine menschlichkeit gab es nie wieder.
ich erinnere mich wie die scheiß händler in magdeburg ihre lederklamotten
an den mann brachten jahre später sind die lederjaken die sie den angedreht haben an den nähten auseinander gefallen und die holländer haben magdeburg ausgeblündert auf der autobahn konnte man sie sehen hochbepackt mit antike möbel.
auch war der holländer auf dem marktplatz in magdeburg anzutreffen der markt war schon zu einem dauermarkt mutiert sie verkauften ihren käse dort tonnen weise.
aus hannover macht sich gleich einer mit seinen 20 imbisswagen breit
der hat sich später die eisdiele unterm nagel gerissen auf dem breiten weg.
ja alle groß kapitalisten waren gleich zur stelle nur nicht die chance verpassen geld zu raffen.
 

destina

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#42
@ Muci

Ich bekomme auch immer das Falsche, wenn ich Brötchen sage:icon_neutral:
Genau das meinte ich in meinen vorletzten Beitrag, das die Wessis (ich kürze mal,es ist nicht böse gemeint) sich so gut wie gar nicht mit den Ossis auseinandergesetzt haben.Du denkst doch nicht wirklich, dass es den Menschem leicht fällt, ihre Heimat zu verlassen. Ich weiß nicht, ob Du das schon einmal gemacht hast. So lustig ist das nämlich nicht.
Ich wohne auch (wieder) im Westen. Aber dieses Mal aus ganz privaten Gründen. Mein Wessi wollte nicht in den Osten ziehen.

Diese Einheit war überhaupt nicht das Ziel unseres Aufstandes 1989. Das hat die Politik entschieden. Wir wollten damals einfach "Freiheit" und eine bessere DDR. Erst später kamen die Rufe"Wir sind ein Volk".
Und da ich das Ende der DDR miterlebt habe, kann ich Dir nur wünschen, dass Du solch eine Demontage nie miterleben mußt. Aber mal zum Geld, da sich diese Diskussionen immer darauf beschränken.
1. In der DDR waren alle Betriebe und Produktionsmittel Volkseigentum. Und Du kannst mir glauben, dass ich und alle anderen 17 Millionen DDR-Bürger nicht einen Pfennig von der Treuhand bekommen habe, die alles verschleudert hat.
2.Unsere kleine DDR hat all die Jahrzehnte Kriegsreparationen an die Russen bezahlen müssen, für einen Krieg, den das (gesamt)Deutsche Reich angezettelt hatte. Und das in Form von Geld und Werten wie Uran.
3.Das Geld wurde nicht 1:1 getauscht. Ein Betrag von 6000 DDR-Mark wurde 1:1 getauscht. Der Rest 1:2. Im Übrigen kann ich Dir versichern, dass bei dieser Umtauschgeschichte den größten Reibach reiche Wessis gemacht hatten. Die meisten DDR-Bürger hatten gar nicht so große Spareinlagen. Aber für ein kleines Salär wurde das Geld der Wessis halt auf die Notenbank gebracht.
4. Jeder, der seit 1990 im Osten arbeitete, hat genauso seinen Solidaritätsbeitrag bezahlt. Halt weniger, weil die Löhne und Gehälter viel niedriger waren.
5.Auch eine Rentenkasse war vorhanden. Natürlich weniger drin.Die Menschen haben genauso ein Arbeitsleben da eingezahlt.

Ich nehme es niemanden übel, wenn er so denkt. Man kann ja darüber reden.
Im Übrigen, die Leute, die es "uns zeigen sollten, wie es geht" waren in keinster Weise Fachleute. Oftmals 6.Garnitur und im Westen "übrig".
Und genau das ist auch so eine Überheblichkeit, die ich zum :icon_kotz2: fand. Denn das kann eigentlich niemand von sich sagen, dass er weiß wie es geht. Wir hatten schon Werkzeug und konnten aufrecht gehen;-):icon_cool:
Kapitalismus kann man nicht wirklich lernen. Das hat meiner Meinung nach viel mit eigenen Werten und Moral zu tun. Siehe heute.
 

HajoDF

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#43
Dieser Sozialbericht 2008 wird wieder einmal öffentlich missbraucht.

Das fängt schon bei der Überschrift "Jeder Neunte in Ostdeutschland wünscht die DDR zurück" an, die den Eindruck erweckt, als lebten in den neuen Bundesländern viele ewig Gestrige und Unbelehrbare.

In dem Bericht liest sich das so:

Auf die Frage nach der Identifikation mit der Bundesrepublik antworten 22 % der Bürger, dass sie sich als "richtige Bundesbürger" fühlen (insbesondere höhere Einkommensgruppen (über 2.000 Euro - 41 %), unter 25-Jährige (40 %), Beamte (37 %) sowie Hochschulabsolventen (32 %). "Ich möchte am liebsten die DDR wiederhaben" geben 11 % der Befragten* an. Dabei handelt es sich vor allem um Arbeitslose (23 %), Frauen (13 %) und Bezieher von Niedrigeinkommen mit unter 750 Euro Pro-Kopf-Haushaltsnettoeinkommen (20 %).
Als weitere Erklärung hierzu* liefert der Bericht:

Es geht vielen Befragten, welche angeben, "die DDR wieder haben zu wollen", um die Möglichkeit der Teilnahme am Erwerbsleben - für sich und für Familienangehörige - sowie um ein auf eigener Erwerbstätigkeit beruhendes Einkommen. Beleg dafür ist der mehr als doppelt so hohe Anteil derer, die "die DDR wiederhaben wollen" unter den Arbeitslosen im Vergleich zu allen Befragten.
Der Teil dieses Berichtes ist gemessen am Gesamtumfang eher marginal und rechtfertigt eine solche Titelung überhaupt nicht.

Wie man hier leicht erkennt, ist die Fragestellung in diesem Kontext allein schon deshalb mangelhaft ausdifferenziert, weil eben nicht nach der politischen DDR-Vergangenheit gefragt ist, sondern eher nach einer vergleichenden sozialen Befindlichkeit. Daher verwundert der Prozentsatz von 11 % im Jahre 20 nach Kohl eher in Richtung: "so wenig bloß?

Klammert man diese Frage und die Antworten mal aus diesem Bericht aus, so würde der Bericht auf ganz Deutschland zu treffen. Ich glaube sogar, dass die Ergebnisse in den alten Bundeslänern noch wesentlich schlechter ausgefallen wäre, weil hier die Fallhöhe für viele einen wesentlich größeren Betrag ausmacht.

Aber lest selbst und bildet euch eure Meinung click
 
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#44
Im Übrigen, die Leute, die es "uns zeigen sollten, wie es geht" waren in keinster Weise Fachleute. Oftmals 6.Garnitur und im Westen "übrig". Und genau das ist auch so eine Überheblichkeit, die ich zum :icon_kotz2: fand. Denn das kann eigentlich niemand von sich sagen, dass er weiß wie es geht. Wir hatten schon Werkzeug und konnten aufrecht gehen;-):icon_cool:
Kapitalismus kann man nicht wirklich lernen. Das hat meiner Meinung nach viel mit eigenen Werten und Moral zu tun. Siehe heute.
Damit meinte ich nicht "das Aufrechtgehen". Es war ja damals so, daß z.B. Bankfilialen eröffnet haben. Und die erste Zeit musste ja doch irgendwer erklären wie die Buchungsmaschinen usw. bedient werden. Wie die Abschlüsse oder die Konteneröffnungen gingen usw. - ich meine das Betriebsinterne.

Und nein, es war keineswegs die 6. Garnitur. Bei uns war es damals so, daß es eine Auszeichnung war, wenn man damals als Hilfe in den Osten gehen durfte. Damals war ich im übrigen bei einer Bank beschäftigt.

Und noch was Destina. Warum sollte ich mich mit dem Osten auseinandersetzen? Wusste ich doch, daß ich dort eigentlich nicht hin will :icon_smile:. Ich hatte mich gefreut, daß die Mauer nun weg war .... und viele mit mir. Wir haben damals auch gefeiert, daß das möglich wurde.
 

destina

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#45
Ein kleines Einfamilienhaus hatte zu DDR-Zeiten einen Marktwert von ca. 4000 DDRM.
Privateigentum war nicht gewünscht und deshalb auch billig. Vielleicht kannst Du Dir ein bißchen vorstellen, was in der Wendezeit im Osten los war, bevor wetsdeutsches Recht galt.
 
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#46
@ Destina

naja auch wenn das Haus damals 4000 DDRmark gekostet hatte. Haus ist Haus ;-)

Im übrigen finde ich es schön, daß man sich hier mal austauschen kann, ohne Angriff oder so. Ich finde es wirklich super. Die eine Seite erzählt und die andere. So stelle ich mir eine wirkliche Diskussion vor. Danke! :icon_smile:

Denke mal, daß bei vielen unterschwellig immer noch irgendwie was vorhanden ist, was man denn dem anderen unterschwellig oder im Unterbewusstsein immer noch "vorschmeisst".
 

destina

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#47
Ok, jeder hat auch schlechte Erfahrungen mit der anderen Seite machen müssen. Ich habe ja auch nicht gesagt alle. Anfangs war das vielleicht auch so, dass gute Leute im Osten waren. Ich mußte mir in München (ich war 1991-1994 dort) auch viele negative Dinge über Ossis anhören, die auch stimmten. Schwarze Schafe gibt es überall.

Bei technischen Dingen gebe ich Dir recht. Unser Stand war nicht besonders gut und teilweise sehr veraltet.
 

Mario Nette

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#48
@Muci
Im Osten haben sehr viele Leute auch in normalen Wohnungen gewohnt - Plattenbauten eben. Die wurden ja in Massen hochgezogen dort. Guck dir Dresden an. Rostock. Berlin. Leipzig. Überall sozialistischer Wohnungsbau. Was Kleingärten der DDR angeht: Na die wurden in die Planwirtschaft mit eingeplant, also: Was kann man dort in welchen Mengen anbauen. Glaub mal nicht, dass das einfach nur zum Spaß an der Freude da war. Und so teuer waren die Parzellen ja auch nicht - guck mal: Richter plädieren für "Treffen in der Mitte" : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv

Nebenbei: Meine Oma hätte jetzt ein Häuschen, dass schon vor dem Krieg hinsichtlich Erbe ihrem letzten Mann gehörte nach dem Ableben des Hausbesitzers - dann aber genau in der Mitte durch die Grenze durchgeteilt wurde (die Wachleute liefen direkt durchs Haus, durch den Flur). Heute hat es der BND.

Mario Nette
 

destina

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#49
Ich hatte eigentlich schon lange damit abgeschlossen. Aber mittlerweile denke ich, dass manche Dinge übernehmenswert gewesen wären.
 
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#50
Tja, hätte man damals in die Zukunft sehen können, dann wäre vielleicht alles ein bisschen anders gemacht worden. Von der einen Seite wie auch von der anderen.

Hoffentlich hat aus der Vergangenheit jeder Bürger "das Seine" mitnehmen können, so daß er nun ein wenig vorbereitet ist, auf das, was uns nun erwartet.

Die Menschen müssen "wieder" lernen zusammenzurücken, Verständnis füreinander zu haben, gerecht zu sein. Die Oberflächlichkeit, Gier, der Egoismus, Macht ... alles sehr schlechte Eigenschaften.

Für mich galt schon immer: Jeder soll so leben wie er/sie mag. Hauptsache er/sie ist glücklich und mit sich im Reinen. Und natürlich nicht zu vergessen: Jeder sollte so auch leben "dürfen".

Liebe Grüße und schönen Abend und danke nochmal für das schöne Hin- u. Hergeschreibsel :icon_knutsch:
 

Jenie

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#52
Ich denke auch hier zeigt sich das sich die Menschen einfach nur ein Ende dieses ungewissen - ich hänge in der Luft - Zustandes wünschen. Wir brauchen Klarheit und die haben wir leider nirgendwo im Moment. Weder im Geldbeutel noch bei Arbeitsplätzen und nicht mal bei Gesetzen.
 
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#53
HartzIV empfinde ich ja selbst nur deshalb als schrecklich, da ich die anderen Menschen sehe, die eben sich viel mehr der Dinge leisten können.

Diese Menschen konnte man durchaus in der DDR sehen. Die, welche über 1000€ verdient hatten waren in meinen Augen reich. Vom finanziellen her habe ich heute nicht viel mehr als damals. Aber damals fühlte ich mich nicht bedroht. Ich hatte keine Angst meine Wohnung zu verlieren (im Momente meine größte Angst derzeit), damals musste ich nicht befürchten, dass ich morgen nicht satt werde, damals wusste ich, dass mein Kind bis 16Uhr gut aufgehoben war, und zwar auch in den Ferien, so dass ich arbeiten gehen konnte. Ich könnte noch viel aufschreiben.

Der eigentliche Lebensstandard dürfte doch eigentlich bei den meisten Menschen erheblich gestiegen sein.
Kommt darauf an, wie man Lebensstandart definiert. Nach der Wende mag das so gewesen sein. Aber im Moment und für die Zukunft sehe ich für mich, dass er immer mehr sinken wird, auch im Verhältnis zu damals.
 

pinguin

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#54
Von hier übertragen: http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/34525-bvg-urteil-arge.html#post359397

Aber DDR-Verhältnisse waren anders. Das hatte etwas mit veralteter Technik zu tun, nicht mit Modernisierung und glaub mir, so zu arbeiten war nicht lustig.
Dafür hatten aber wegen des geringeren Modernisierungsstandes auch mehr Leute Arbeit; viele von denen, die heute keine mehr haben und auch wohl keine mehr bekommen, gerade auch ab 50 plus X. (Gehöre noch nicht zu jener Altersklasse).

ciao
pinguin
 
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#55
Von hier übertragen: http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/34525-bvg-urteil-arge.html#post359397

Dafür hatten aber wegen des geringeren Modernisierungsstandes auch mehr Leute Arbeit; viele von denen, die heute keine mehr haben und auch wohl keine mehr bekommen, gerade auch ab 50 plus X. (Gehöre noch nicht zu jener Altersklasse).
Bei diesem Beitrag von Destina ging es um die Einarbeitung von Mitarbeitern. Also vom Westen kamen nach Mauerfall Mitarbeiter die die Technik z.B. in einer Bankenzweigstelle, erklärten. Lies nochmal den Zusammenhang :icon_smile:
 

Jesaja

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#56
Wenn ich mir mittlerweilen die verfallenen, seit Jahrzehnten nicht mehr sanierten Firmengelände in Westdeutschland anschaue, wunder ich mich, warum die nicht geschlossen werden, weil sie eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen.
P.S. : Einem Onkel von mir in BW ist vor ein paar Jahren, die Firma in der er gearbeitet hat, um die Ohren geflogen, er verletzt, zwei andere tot. Wo war denn da eigentlich die Modernisierungsüberwachungspolizei ?
 
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