Jahrelang krank ohne Leistungsbezug

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Freidom

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 Oktober 2015
Beiträge
91
Bewertungen
3
Hallo,

was ist eure Meinung zu folgendem Fall:

Ein junger Mensch hat immer mal wieder stärkere und schwächere Depressionen, dazu kommt eine Krankheit, welche bei Befallenen die eigene Isolation fördert.
Dieser junge Mensch hat seine Arbeitsstelle vor einiger Zeit gekündigt, sich immer weiter zurückgezogen und hauptsächlich von Ersparnissen gelebt. Nie jedoch irgendwelche Leistungen bezogen.
Dieser Zustand dauert seit ca. 9 Jahren an.
Nun muss sich etwas ändern.

Was hat dieser junge Mensch für Möglichkeiten im Bezug auf Krankengeld oder H4?
In wie weit ist rückwirkend etwas möglich?


Danke und Gruß
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Hallo Freidom,

Krankengeld: nein

Alg-II: wenn er erwerbsfähig ist, rückwirkend für den Monat der Antragsstellung
Bitte noch diesen Monat den Antrag beim örtlichen Jobcenter stellen! Die Erwerbsfähigkeit wird dann geprüft.

Er braucht vielleicht Unterstützung durch einen Betreuer? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten von aufsuchender Sozialarbeit bis rechtlicher Betreuung. Lasst euch beraten.

Gruß
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.754
Bewertungen
9.265
Hallo Freidom,

Vielleicht sollte man dazu etwas mehr zur beruflichen-/ u. Krankengeschichte erzählen um ggf. mögliche Ansprüche abzuwägen, als lediglich

Ein junger Mensch hat immer mal wieder stärkere und schwächere Depressionen, dazu kommt eine Krankheit, welche bei Befallenen die eigene Isolation fördert.


Grüße saurbier
 
E

ExUser 1309

Gast
Rückwirkend wird es meines Wissens nach keinerlei Leistungen geben. Evtl. käme ein Vorschuss in Betracht.


Bis zur abschließenden Bearbeitung des Antrags auf ALG II kann geraume Zeit vergehen. Die Bearbeitung von ALG II-Anträgen kann unter Umständen mehrere Monate beanspruchen. Für Hilfebedürftige kann das verhängnisvoll sein, wenn sie weder über eigene finanzielle Mittel verfügen noch materielle Unterstützung von dritter Seite erwarten können.
Um Hilfebedürftige aufzufangen, denen eine solche Notlage droht, besteht die Möglichkeit, eine Vorschussleistung auf die ALG II-Bezüge zu beantragen (§ 42 Abs.1 SGB I). Sie kann gewährt werden, wenn ein Leistungsanspruch dem Grunde nach gegeben ist, die Berechnung seiner genauen Höhe aber voraussichtlich noch längere Zeit dauert und der Hilfebedürftige glaubhaft macht, dass bis zur Auszahlung der ersten Leistungen sein Lebensunterhalt nicht gesichert ist.
Die Höhe des Vorschusses ist in das Ermessen des Leistungsträgers gestellt. Kann dargelegt und nachgewiesen werden, dass der Hilfebedürftige tatsächlich über keinerlei Mittel verfügt, um seinen Lebensunterhalt sicherzustellen, reduziert sich dieses Ermessen aber auf Null, und der Leistungsträger ist verpflichtet, die angemessenen Kosten vorzuschießen. Die Aufnahme der Vorschusszahlungen beginnt dabei spätestens nach Ablauf eines Monats nach Eingang des Antrages gemäß § 42 Abs.1 SGB I.

quelle

Soweit auch logisch, bevor ein Nachweis erbracht oder ein Antrag gestellt, kann niemand von der angeblichen Bedürftigkeit wissen.

Fragen werden auftauchen. Wovon hat der junge Mann bisher (nachweislich) gelebt, wer zahlte die KK z.b.

Er sollte die nötigen Anträge unverzüglich stellen, sonst bekommt er noch lange nix.
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.754
Bewertungen
9.265
Hallo cibernauta,

Krankengeld: nein

Woher nimmst du bitte diese Aussage.

Dieser junge Mensch hat seine Arbeitsstelle vor einiger Zeit gekündigt

Vielleicht könnte sich daraus ja ein KG-Anspruch ergeben.

Wir stochern hier aber nur im Heuhaufen herum, wenn wir keine genaueren Angaben kennen und das bringt nichts.


Grüße saurbier
 
E

ExUser 1309

Gast
Krankengeld: nein
Woher nimmst du bitte diese Aussage.

Es gibt ganz klare Regelungen. War der junge Mann vor seiner Kündigung krankgeschrieben, danach und derzeit? Ohne Krankschreibung zum richtigen Zeitpunkt würde ich da auch schwarz sehen. Ohne Nachweise - kein Geld.

Unter welchen Voraussetzungen gibt es Krankengeld?

Welche Angaben genau?
Einen ungefähren zeitlichen Ablauf von Berufsaufgabe, Erkrankung und Tätigkeiten in der Zeit?

Das wäre sehr hilfreich, u.a. auch die Angabe, ab wann er AU geschrieben ist bzw. ob überhaupt.
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.754
Bewertungen
9.265
Hallo Freidom,

sorry, aber ist es denn immer wieder so schwer zu verstehen, daß für eine konkrete Hilfestellung auch ausreichende Angaben benötigt werden.

Hat lange vom eigenen Geld gelebt, sagt nun mal nichts viel aus.

Wie es vorher mal beruflich lief, wann er dann Krank wurde (in Arbeit oder ohne) all das wäre eher hilfreich.


Grüße saurbier
 

Freidom

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 Oktober 2015
Beiträge
91
Bewertungen
3
Das wäre sehr hilfreich, u.a. auch die Angabe, ab wann er AU geschrieben ist bzw. ob überhaupt.
Gar nicht. Es gab zwar Andeutungen beim Hausarzt, auch mittels Überweisungen. Vielleicht steht etwas in der Patienten-Akte.
Aber das ist teilweise durch die Erkrankung selbst erklärbar und auch Nachweisbar durch andere Fälle mit gleichem Krankheitsbild, das Betroffene dieser zurückgezogen Leben bzw. ähnliche Probleme haben.

Wie es vorher mal beruflich lief, wann er dann Krank wurde (in Arbeit oder ohne) all das wäre eher hilfreich.
Der zeitliche Ablauf war in etwa so:
Er unterbrach eine weiterführende Schule zum Abitur, weil er an einer Erkrankung litt, welche gerade in seiner Entwicklung bzw. als Jugendlicher sich sehr belastend auf das Leben mit Mitmenschen auswirkte und ihn das damals "alles" überforderte. Das ließ sich heilen, aber das Kind war da schon in den Brunnen gefallen und hat schon seine Spuren hinterlassen.
Ziemlich im Anschluss (wenige Monate später) bekam er eine weitere schwere Erkrankung (unheilbare Hauterkrankung https://de.wikipedia.org/wiki/Ekzem#Epidemiologie_und_sozioökonomische_Bedeutung), welche einige Zeit vor seiner Berufsausbildung begann und was wohl stark belastend war, da die Erkrankung sichtbar ist und als heranwachsender mit der dadurch manchmal erfahrenen Ablehnung schwer umzugehen war. Da begann schon eine Art Rückzug und Entwicklung einer starken Depression.
Nach Ausbildungsende hat er einige Zeit weiter gearbeitet und dann, weil ihm "alles zuviel" wurde, gekündigt.
In der Zeit nach der Kündigung hat er aus einer Kombination von Ersparnissen, teilweise kurzweilig niedrigen aufgenommenen Schulden gelebt und sich kurzzeitig mit 450€ Minijobs über Wasser gehalten, aber nie Leistungen bezogen, obwohl er ein paar Monate nach der Kündigung beim Amt sich Arbeitslos gemeldet hatte, das Amt Bescheinigungen wollte vom letzten Arbeitgeber und er sich nicht getraut hat, diese anzufordern.
Auch war er nach der Kündigung wieder zurück in der Familien-Krankenversicherung bis 25 mitversichert und die Jahre danach selbst bezahlt als freiwillig Versicherter.
Es gab auch immer mal wieder kurze Motivationszeitfenster, in welchen er wieder anfangen wollte zu arbeiten. War aber dann doch zu niedergeschlagen bzw. wurde er schon nur durch das Schreiben von Bewerbungen krank, weil sich da so eine Art Stress in ihm aufbaut und durch die Erkrankung sein Imunsystem permament geschwächt ist.

Fehlen noch wichtige Details?

Grüße
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.754
Bewertungen
9.265
Hallo Freidom,

nun das sieht mal weniger gut aus, für seine weitere Zukunft.

Ihm bliebe jetzt halt sich beim JC zu melden, nur kann es wohl gut sein das er sich zu diesem Weg auch nicht aufmachen wird, selbst wenn es der einzig vernünftige wäre.

Wie bitte stellt er sich denn seine weitere Zukunft vor.

Krankheit hin oder her, wenn er ein einigermaßen geregeltes und vernünftiges Leben leben möchte, dann bleibt nur das JC und damit die staatliche Hilfe übrig.

Dort hätte er dann z.B. auch die Möglichkeit sich medizinisch dauerhaft anständig behandeln zu lassen, denn ich hab schon meine Zweifel das er die private KK regelmäßig zahlt.

Mehr kann man dazu wohl kaum sagen.


Grüße saurbier
 

Freidom

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
29 Oktober 2015
Beiträge
91
Bewertungen
3
Danke saurbier für deine Antwort.

Er ist freiwillig bei einer gesetzlichen KV versichert.
Was genau meinst du mit "Dort hätte er dann z.B. auch die Möglichkeit sich medizinisch dauerhaft anständig behandeln zu lassen..."
"Dort" hört sich so nach JC-Ärzteteam an.
Wäre ihm nicht erstmal geholfen, wenn er seinen Hausarzt aufsucht und dort von seinen Problemen berichtet, welcher ihn auch krankschreiben und weiterleiten kann?

Wie bitte stellt er sich denn seine weitere Zukunft vor.
Gute Frage. In der aktuellen Starre ist er wohl zu gehemmt für weitere Schritte.
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
5.754
Bewertungen
9.265
Hallo Freidom,

wir kennen jetzt ja nur einen winzigen Auszug aus dem Leben des Betroffenen, oder.

Aus dem bisherigen würde ich mal ableiten, daß wenn er sich mal aufraffen würde zum JC, er dort zumindest die kleine Möglichkeit einer sozialen Absicherung genießen könnte.

Das umfaßt dann auch eine medizinische Betreuung, nicht vom JC, sondern von seinen selbst gewählten Ärzten. Über das JC hätte er jedoch die Möglichkeit der für ihn kostenlosen KV. Wie gesagt vertraue ich wenig darauf das er über die Jahre hinweg aus seinen finanziellen Mitteln immer brav seine private KV bedient hat. Wer solch ein unstetes Leben führt, der läßt schnell mal wichtige Dinge entgleisen, weil ihm plötzlich etwas anderes viel wichtiger erscheint.

Der Nachteil bei JC wäre natürlich der Druck von dort, wieder in Arbeit zu kommen. Allerdings Druck hin oder her, hat hierzulande jeder das Recht auf dessen Unterstützung, wenn er es will.


Grüße saurbier
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten