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"Ist unsere Gesellschaft gerecht?" - "Nein"

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Kaleika

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Olaf Scholz


Fast zehn Jahre regiert die SPD. Jetzt sagt ihr Arbeitsminister Olaf Scholz, warum es trotzdem so viele Verlierer gibt, was er dagegen tun will - und wer für ihn die wahren Helden unserer Zeit sind.

Herr Scholz, wer arbeitet, muss mehr in der Tasche haben als derjenige, der nicht arbeitet. Richtig oder falsch?

Richtig. So sollte es sein.

Oft ist es aber nicht so. Für viele Hartz-IVEmpfänger lohnt es sich finanziell nicht, einen schlecht bezahlten Job anzunehmen. Sie hängen lieber vor der Glotze ab.

Ich hasse solche zynischen Betrachtungen. Die Neoliberalen und die Linksaußen tun gleichermaßen so, als würden die Menschen, wenn es um Arbeit geht, nur aufs Geld schauen. Sie gehen jedoch arbeiten, weil sie das für selbstverständlich halten.(...)
Olaf Scholz: 'Ist unsere Gesellschaft gerecht?' - 'Nein' - Politik - stern.de

Er hat sich nicht auf die hetzerischen Fragen des "Stern" eingelassen, aber er, Herr Scholz, hat schon eine gewöhnungsbedürftige Auffassung von der momentanen politischen Situation, der Armut, Mindestlohn und Linkspartei...

Kaleika
 
E

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Gast
hm, das klingt bis auf die Schröder-Lüge schon etwas weniger nach Neoliberalismus. Wieso geht die SPD auf einmal auf Schmusekurs gegenüber den arbeitslosen "Parasiten" ? Ich weiß nicht, ist mir sehr suspekt das Ganze... Na abwarten, die nächste Kürzung kommt bestimmt, da können wir uns dann an seinen warmen Worten wärmen.

Grüße
Zid
 
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Sie gehen jedoch arbeiten, weil sie das für selbstverständlich halten
Und da sollte sich dringend etwas dran ändern.

Wer erst auf dem Totenbett merkt, dass er sein ganzes Leben für andere gearbeitet hat (und damit meine ich nicht die eigene Familie) nur um auf niedrigem Niveau existieren zu können, ist zwar gern bei der sog. Elite gesehen, aber eben nur solange er deren Wohlstand mehrt.
 

zebulon

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Es wird eigentlich immer unglaublicher. WARUM bitte soll es selbstverständlich sein, für andere zu arbeiten, wenn man dafür kein oder nicht ausreichend Geld erhält? Solange man das nämlicht tut, füttert man ein System, in dem die Verbrecher an den Spitzen der Finanzindustrie alle Produktivitätsgewinne abgreifen und für ihr Klientel und unter sich aufteilen, im Übrigen auch die vieler Unternehmer und der Mittelschicht.

Daher an alle: Bitte, bitte, bitte stellt das Arbeiten ein und geht mit auf die Straße.

Aber die allermeisten. Millionen Menschen in diesem Land verdienen wenig, viel zu wenig, und gehen trotzdem jeden Tag zur Arbeit, oft ihr Leben lang. Das sind für mich die wahren Helden unserer Zeit.
Endsiegparolen. Das sind keine Helden sondern Dummköpfe. Egal wieviel gearbeitet wird, die Leute werden immer weniger in der Tasche haben => Inflation.
 

Fortunatus

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Das ist mal wieder typisch Spiegel, Fragen stellen, die gleich Vorurteile beinhalten und diese so verbreiten.
Zur Zeit gehen ja mehr Politiker, selbst Söder letzten Sonntag auf "Schmusekurs" zu den Arbeitslosen. Allerdings wird natürlich immer wieder hervorgestellt, dass die Arbeit das wichtigste ist. Durch Arbeit entkommt man per Definition der Bundesregierung der Armut. Man holt also mal wieder den amerikanischen Traum aus der Versenkung und versucht mit diesem von unserem Raubtierkapitalismus abzulenken. Soll heißen, jeder kann es schaffen, er muss nur fleißig arbeiten und jede Arbeit ist besser als keine Arbeit. Ergo selbst die mieseste Arbeit hat ein höheres Ansehen als dem Staat auf der Tasche liegen. Die immer niedrigen Löhne bei explodierenden Kosten werden meistens einfach ausgeklammert.
Letztlich sind aber wohl die Engelszungen der Politiker derzeit vor allem auf die anstehenden Wahlen zurückzuführen und wir werden sehen, dass spätestens nach der nächsten Bundestagswahl wieder ein anderer Wind weht, wenn man über Hartz V - X beraten wird,
 

Mario Nette

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Andreas Hoffmann und Jens König, die Personen, die das Interview geführt haben, würde ich, hätte ich Entscheidungsbefugnis, sofort "freisetzen"

Die Scholzsche Botschaft des Interviews lautet doch: Geht (weiter) arbeiten, wir regeln das für euch (wenn ihr uns wählt).

Diese Politik hat den Arbeitsmarkt für viele verschlechtert. Wir haben heute weniger Vollzeitjobs als vor zehn Jahren, mehr Geringverdiener, dreimal so viele Leiharbeiter.
Sie reden wie Sahra Wagenknecht von der Kommunistischen Plattform. Wir halten uns an die Fakten. Dann sollten Sie aber nicht alles durcheinanderbringen. Wir haben heute zwei Millionen Arbeitslose weniger als noch 2005. Die Zahl der Arbeitslosen wird weiter sinken, trotz Finanzkrise und steigenden Ölpreisen. Ein schöner Erfolg. Das liegt nicht allein an der Politik, aber wir haben mit richtigen Entscheidungen dazu beigetragen. Die Schröder-Regierung hat den Sozialstaat gerettet.
Ihm gefällt doch nur nicht, dass man immer wieder darauf aufmerksam macht, dass dieser ach so tolle Erfolg eben doch erkauft wurde durch miese Arbeitsplätze, die durch die Hartz-Reformen begründet sind. Das Mantra der Arbeitslosenzahlminimierung funktioniert nicht so recht, das erkennt selbst der stern.

Mario Nette
 

zebulon

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@Fortunatus:

Bis auf die Tatsache, dass es sich um den STERN und nicht den SPIEGEL handelt, hast du völlig Recht. Was mit dem amerikanischen Traum passiert, sehen wir ja gerade.

Bei dem Mindestlohn lauert schon die nächste Verarschung. Wenn der irgendwann eingeführt wird, dann ist er eine Todesfalle, weil der durch die dann galloppierende Inflation einen Scheiß wert ist bzw. die Löhne eventuell sogar unten festnagelt.
Die Arbeitnehmer sind immer in der Stuation wie der Hase im Märchen vom Hasen und Igel (Bin schon da). Dewegen hilft auch dass Laufen nicht, sondern nur stehenbleiben und Neuorientierung.
 

rupabo

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Arbeiten lohnt sich in der Tat nicht.Wer arbeitet wird sogar noch bestraft.
Arbeiten lohnt sich erst,wenn man keine Regelleistung mehr in Anspruch nehmen muss.
Geht ein Hilfeempfänger mindestens eine Woche arbeiten,hat er unter´m Strich noch weniger,als würde er sich auf die Couch legen,weil er von dem Selbstbehalt seine Arbeitskleidung waschen,reparieren und die Fahrtkosten bezahlen muss.Geht das Auto kaputt,hat sich das arbeiten gehen komplett erledigt.Arbeitet jemand z.b. als Kraftfahrer oder Taxifahrer,muss er von dem Selbstbehalt auch noch die Bußgelder bezahlen.Bußgelder eines Kraftfahrers gehören übrigens zu den monatlichen regelmäßigen Aufwendungen,denn die Polizisten sind darauf getrimmt,solange zu suchen,bis sie nur einen Verstoß feststellen.Und sei es nur der Verbandskasten!
 

Debra

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"Aber eine demokratische Gesellschaft muss jedem das Versprechen geben: Wenn du dich anstrengst, wenn du dich auf den Hosenboden setzt, dann zahlt sich das für dich aus.

Wie soll das gehen?

Indem wir keine Sprüche klopfen, nicht an den Bürgern vorbeireden, die Probleme nicht verschweigen, sondern konkrete Vorschläge machen. 500.000 Langzeitarbeitslose haben keinen Schulabschluss. Das ist nicht naturgegeben, sondern das Ergebnis einer falschen Bildungspolitik. Wir wissen das, aber tun zu wenig dagegen. Mein Plan: Jeder soll das Recht erhalten, seinen Hauptschulabschluss nachholen zu können."

Kennt der eigentlich die von ihm so befürworteten Hartz-Gesetze?! Seit HartzIV "zahlt" sich nichts dergleichen mehr aus für diejenigen, die sich angestrengt haben oder anstrengen!

Soweit ich weiß, wurde Leuten, die eine weiterführende Schule besuchen wollten, seit HartzIV dieser Weg verwehrt!

Und was will der denn da als "seinen Plan" verkaufen?! Das Recht hatten wir schon in den 70ern und seit HartzIV wurde es den Menschen genommen, soviel ich weiß (korrigiert mich bitte, wenn ich hier falsch informiert bin).

Es ist aber interessant, nochmals darauf hinzuweisen, dass die SPD seit 1998 an der Regierung ist.
Bis 1998 ging es mir relativ gut. D.h., ich konnte für mich selbst sorgen und hatte eine Arbeit, die mir Spass machte!
Doch dann schlugen SPD/Grüne mit ihrer unsinnigen Arbeitsmarktpolitik zu: zuerst meine Existenzgrundlage vernichtet, was dazu führte, dass ich all meine Ersparnisse aufbrauchen musste und 10.000,-- Mark an Investitionen vollkommen umsonst gewesen waren; danach lohnabhängig beschäftigt, und als ich dann dachte, es ginge wieder aufwärts, arbeitslos und dank den wischi-waschi HartzIV-Regelungen auch noch meine private Lebensplanung vollkommen behindert, bzw. unmöglich gemacht. :icon_motz:

Diese Politik seit 1998 hat mein Leben ruiniert. So was wie mich nennt man dann wohl einen "Collateral-Schaden". Ein Einzelschicksal zählt ja nicht, denn im "Großen und Ganzen" war HartzIV ja ein "toller Erfolg" hat es doch zwei Mio. Leute wieder "in Arbeit gebracht". Fragt sich nur in welche...
 
E

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zebulon;285200(...) [B schrieb:
Bei dem Mindestlohn lauert schon die nächste Verarschung.[/B] Wenn der irgendwann eingeführt wird, dann ist er eine Todesfalle, weil der durch die dann galloppierende Inflation einen Scheiß wert ist bzw. die Löhne eventuell sogar unten festnagelt.
Die Arbeitnehmer sind immer in der Stuation wie der Hase im Märchen vom Hasen und Igel (Bin schon da). Dewegen hilft auch dass Laufen nicht, sondern nur stehenbleiben und Neuorientierung.

Danke Zebulon, das ist eine äußerst wichtige Erkenntnis.
Das ist aber eine Fabel und kein Märchen *lach* - daher all zu wahr.
 

zebulon

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@Fleet:

So ist es halt immer. Vermutlich werden die Politiker auch bald ein "bedingungsloses Grundeinkommen" vorschlagen, nämlich dann, wenn man sicher sein kann das dieser Schritt garantiert zu spät kommt und die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten ist.
Aber letztlich passiert sowieso gar nichts. Alles spielt sich nur in den Köpfen ab und das Grauen kann ungehindert seinen Lauf nehmen.

Als Beispiel dient vielleicht diese kleine Meldung zu einem Thema, mit dem ich mich auch schon länger beschäftige wenn hier auch etwas offtopic:
Besserer Schutz vor Telefonwerbung

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will Verbraucher besser vor unerwünschten Werbeanrufen und Vertragsabschlüssen am Telefon schützen. Das Kabinett beschloss einen Gesetzentwurf von Justizministerin Brigitte Zypries. Bei unerlaubter Telefonwerbung drohen Firmen bis zu 50 000 Euro Geldbuße. Call Center, die ihre Rufnummer unterdrücken, sollen bis zu 10 000 Euro zahlen müssen. Ob das Gesetz so umgesetzt wird, ist allerdings ungewiss. :)icon_hihi::icon_neutral:) Den Ländern gehen die Maßnahmen nicht weit genug.
Quelle
Hier geht es scheinbar nur um die Meldung. "Aha, die Politiker tun was". Passieren tut GAR NICHTS. Man fragt sich, nachdem sich Frau Zypris schon so langer Zeit mit dem Thema beschäftigt und Abhilfe verspricht, ob sie nicht sogar geschmiert wird. Es wäre ganz einfach diesem Treiben mit der bisherigen Rechtsprechung ein Ende zu setzen. Kommerziell tätige Unternehmen müssten nur verpflichtet werden, ihre Rufnummern offenzulegen (kein CLIR) und die Sache wäre gegessen. Man hätte mit dem ISDN-Telefonprotokoll eine gerichtsverwertbare Beweislage und die Firmen, die sich nicht daran halten, könnten belangt werden.

Das Abmahnwesen wollte sie auch reformieren. Da verdienen aber ganze Heerscharen von Anwälten Geld auf dem Buckel ahnungsloser Webseitenbetreiber und Frau Zypris ist selber Volljuristin.
 
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Gast
Zebulon, der Grund liegt doch klar auf der Hand - wohin denn mit all den Arbeitslosen, die in den CallCentern damit verheizt werden ?!
 

a f a

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Hehe,

es gibt zwei Sorten von Helden in unserer Gesellschaft, die sich, rein zufälligerweise, auch ganz hervorragend ergänzen:
1) der freie Unternehmer, der Werte für sich und die Gesellschaft schafft und 2) derjenige, der trotz Armutslohn, klaglos jeden Tag fleißig zur Arbeit geht, sozusagen Abgreifer und Abgeriffene im Heldentum vereint.:icon_hihi:

Gruß
Norbert

Soziale Gerechtigkeit muss künftig heißen, eine Politik für jene zu machen, die etwas für die Zukunft unseres Landes tun: die lernen und sich qualifizieren, die arbeiten, die Kinder bekommen und erziehen, die etwas unternehmen und Arbeitsplätze schaffen, kurzum, die Leistung für sich und unsere Gesellschaft erbringen. Um die – und nur um sie – muss sich Politik kümmern. Peer Steinbrück
 

Debra

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Hehe,

es gibt zwei Sorten von Helden in unserer Gesellschaft, die sich, rein zufälligerweise, auch ganz hervorragend ergänzen:
1) der freie Unternehmer, der Werte für sich und die Gesellschaft schafft und
Du meinst hier aber schon Groß-Konzerne, oder?
 

zebulon

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AW: "Ist unsere Gesellschaft gerecht?" - ist es unser Geldsystem?

Die Frage, ob unsere Gesellschaft gerecht ist, ist die falsche Fragestellung. Natürlich ist unsere Gesellschaft nicht gerecht, sie kann sich auch niemals in diese Richtung entwickeln, weil nämlich unser Geldsystem ungerecht ist. Hier ein Auszug aus dem Buch "Geld ohne Zinsen und Inflation" von Prof. Dr. Margrit Kennedy, das ich gerade lese. Sie schreibt über den Zinsmechanismus:
Es zeigt sich, dass achzig Prozent der Bevölkerung mehr Zinsen bezahlen, als sie erhalten, zehn Prozent einen geringen Ertragsüberschuss haben und bei den restlichen zehn Prozent der Zinsertrag beim Doppelten der Zinslasten liegt. Das ist zusammengenommen genau der Anteil, den die ersten achzig Prozent der Bevölkerung verloren haben. Dies erklärt vorbildlich einfach einen Mechanismus - vielleicht den wichtigsten -, der die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden lässt.
und:
Mit dem Zins in unserem Geldsystem ist also eine Umverteilung von Geld verbunden, welche nicht auf Leistung beruht, sondern letztlich darauf, dass jemand die freie Marktwirtschaft, das heißt, den Austausch von Waren und Dienstleistungen, durch zurückhalten des Austauschmittels behindern und für die Aufgabe dieser Behinderung eine Belohnung erzwingen kann. Und so wird ironischerweise ständig Geld verschoben: von denjenigen, die weniger Geld haben als sie brauchen und sich Geld leihen müssen, zu denen, die mehr davon haben als sie benötigen. Dies ist eine andere und weit subtilere und effektivere Form der Ausbeutung als jene, die Karl Marx zu beheben versuchte. Fraglos hatte er Recht, auf die Quelle des Mehrwerts in der Produktionssphäre hinzuweisen. In einer arbeitsteiligen Wirtschaft realisiert sich der Mehrwert jedoch auch in immer größerem Umfang außschließlich in der Geldsphäre.
oder:
Der Mechanismus von Zins und Zinseszins erzeugt aber nicht nur ein pathologisches Geldvermögens- und Wirtschaftswachstum, sondern arbeitet auch, wie Dieter Suhr aufgezeigt hat, gegen die verfassungsmäßigen Rechte der Menschen. Wenn eine Verfassung den Bürgern gleichen Zugang zu allen Dienstleistungen des Staates garantiert - und das Geldsystem kann als solch eine Dienstleistung angesehen werden-, dann ist es verfassungswidrig, das durch einen Fehler in diesem System zehn Prozent der Bevölkerung auf Kosten der Mehrheit ständige und immer höhere Gewinne machen können.
Das Buch kann man sich konsequenterweise mit Zustimmung der Autorin übrigens hier als PDF herunterladen.
 
E

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Das liest sich ja wie warmes Öl - völlig flüssig.
Ist aber ganz schön idealistisch, doch konnte ich im ersten Überlesen keine unlogischen Schlüsse entdecken.

Das schwierigste ist, sich der Macht und den Mechanismen des jetzigen Systems zu entziehen. Selbst wenn ich Banker überzeugen kann, so sind sie doch all zu sehr mit dem Derzeitigen verwoben.

Wie "dumm" aber unsere Politiker und besonders die Geldbesitzer sind, wenn sie schon dem Umverteilungsprinzip entsprechen, ist doch, dass man den Armen keine Möglichkeit gibt, sich Geld zu leihen. Das würde sie doch noch reicher machen.

Ich muss immer noch über die "Unschärfe" lachen - ab 2011 ist Schluss mit dem auf Pump leben. Gott spende der Physikerin Hirn.
 

zebulon

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Fleet schrieb:
Wie "dumm" aber unsere Politiker und besonders die Geldbesitzer sind, wenn sie schon dem Umverteilungsprinzip entsprechen, ist doch, dass man den Armen keine Möglichkeit gibt, sich Geld zu leihen.
Das ist auch nicht notwendig, bzw. würde es nichts nützen. Das beste Beispiel ist ja die USA, wo der dort ansässigen "Unterschicht" die Möglichkeit eingeräumt wurde, ihre notwendigen Konsumausgaben über Kredite zu finanzieren. Das Ergebnis ist ja nicht nur der Zusammenbruch der Kreditwürdigkeit der US-Bürger, sondern der Kollaps des globalen Schuldverbriefungssystems als "Wertanleihe" mit drastischen Auswirkungen auf das globale Finanzsystem.

WIR erfahren dieses ungerechte Geldsystem in seiner jetzigen Phase in Form von Armutslöhnen und Zwangsarbeit.
 
E

ExitUser

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Das mit den Dummen meinte ich eher Ironisch, dachte, dann geht es schneller zu Ende.

Dein Aufruf sich zu verweigern ist wohl eine der wenigen Möglichkeiten,
doch wie willst Du Sanktionen "überleben".
 
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