Ist Probearbeit und Einarbeitung kombiniert möglich? (1 Betrachter)

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Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Eisrock

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Hallo liebe Elo-Gemeinde,

ich habe mich vor einigen Wochen in einen Call Center beworben. Nach dem Bewerbungsgespräch haben wir 1-2 Tage Probearbeiten vereinbart. Dies habe ich dann per Email meinen Sachbearbeiter beim Jobcenter mitgeteilt. Ein paar Tage später rief mich seine Vertretung an, die das mit dem Arbeitgeber noch absprechen wollte.
Dies hat mein Sachbearbeiter auch immer so gemacht, um sicher zu sein, dass man mich weder ausbeutet und ob zu sehen ob es sich um eine seriöse Stelle handelt.
Nun wurde mir vom Arbeitgeber eine Email geschickt, dass man sich einigte mit den Jobcenter und ich eine ganze Woche Probearbeiten soll. Nach telefonischer Rücksprache kam aber raus, dass diese Woche auch zur Einarbeitung genutzt werden soll, damit ich direkt nach der Woche durchstarten kann...selbstverständlich unbezahlt.

Mein Kenntnisstand ist, das man bei Probearbeiten keine Arbeiten verrichten muss/darf, die eigentlich bezahlt werden müssen. Ich habe jetzt dem Teamleiter des JC eine Email geschrieben, dass ich es nicht OK finde, dass die Vertretung meines Sachbearbeiters hinter meinen Rücken sowas abspricht, schließlich verschenkt sie somit meine Arbeitskraft.
Auch sind keine 30 Std zum kennenlernen notwendig, da ich den Beruf gut kenne und somit nur im einseitigen Interesses des Arbeitgebers entschieden wurde (dieser spart sich natürlich den Stundenlohn, den ich beim Einarbeiten bekommen müsste).

Ich fühle mich hintergangen und frage mich ob ich mir das gefallen lassen muss? Dieser Job ist nämlich keiner, den ich unbedingt wieder machen will und eigentlich auch nicht zum Mindestlohn. Aber ich dachte mir, ich werde es ein paar Monate machen um wieder was zu verdienen und diese Zeit wollte ich nutzen, um mir etwas Besseres zu suchen. Nur wenn es schon so anfängt, fühle ich mich ausgenutzt und hintergangen.

Freue mich auf eure Meinung und evtl kennt auch jemand Gesetzliche Grundlagen.

MfG
 

abcabc

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Du hast 1-2 Tage vereinbart und dabei bleibt es dann auch. Also einfach an deine Vereinbarung von 1-2 Tage halten.
Falls der AG was anderes sagt, direkt sagen: "Wir haben 1-2 Tage vereinbart. Was sie mit irgendendeinem 3. besprechen, interessiert mich nicht."
 

Eisrock

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Danke abcabc,
nur hilft mir das nicht weiter. Ich brauche eher etwas Handfestes, weil die Tage ziehe ich durch, besonders weil ich weiss, wenn man mir da so gewisse Taten erwünscht, zb dass ich telefoniere, habe ich auch einen Anspruch dafür bezahlt zu werden. Weil Probearbeit ist nicht Probezeit. Es besteht kein schriftlicher Vertrag, also gilt dies für mich...

Meine Frage geht in die Richtung, wer damit Erfahrung hat und nicht wie ich vorab mir alles versaue. Ich will einfach nur nicht ausgenutzt werden, von einer Firma die eh nur Mindestlohn zahlt. Würden die 1 € drüber zahlen, würden meine Alarmglocken nicht direkt leuchten. Weil ich schonmal (wenige Wochen) in solchen CCentren arbeitete. Einige waren unfair zum Kunden, andere zum Arbeitnehmer. Die wenigsten waren fair zu allen
 

Nutälla

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Zeitkind

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Überschrift meinte:
Ist Probearbeit und Einarbeitung kombiniert möglich?
Grundsätzlich ja. Für den Anspruch einer zumindest anteiligen Bezahlung der zur Einarbeitung geleisteten Arbeit bist Du aber selbst verantwortlich.
Nach dem Bewerbungsgespräch haben wir 1-2 Tage Probearbeiten vereinbart.
Dies habe ich dann per Email meinen Sachbearbeiter beim Jobcenter mitgeteilt.
Dabei hättest Du es tatsächlich belassen- und die Probearbeit möglichst kurzfristig ankündigen sollen.
Aber weder per Telefon, noch per E-Mail, schon um Überrumpelungen vorzubeugen.
Ein paar Tage später rief mich seine Vertretung an, die das mit dem Arbeitgeber noch absprechen wollte.
Spätestens hier hättest Du darauf hinweisen sollen, daß Du nicht aber die Behörde zum Bewerbungsprozeß verpflichtet bist.
Die Behörde kann ohne Deine Zustimmung nicht als Arbeitnehmervertreter mit dem Arbeitgeber verhandeln.
Wer sein Telefon für Überrumpelungstaktiken offenhält, braucht sich über die Folgen nicht zu wundern.
Nun wurde mir vom Arbeitgeber eine Email geschickt, dass man sich einigte mit den Jobcenter und ich eine ganze Woche Probearbeiten soll.
Auf welcher Grundlage haben sich hier Dritte über Dein Verhandlungsrecht hinweggesetzt, oder hast Du dem zugestimmt?
Das gilt übrigens für beide Parteien und wäre für mich Anlaß genug, dem Arbeitgeber mein Vertrauen zu entziehen.
Nach telefonischer Rücksprache kam aber raus, dass diese Woche auch zur Einarbeitung genutzt werden soll ...
Für die Einarbeitung ist die gesetzliche Probezeit nach § 622 Abs. 3 BGB vorgesehen. Probearbeit dient ausschließlich gegenseitiger Einfühlung.
Wegen Deinem unüberlegten Vorgehen wird Dir vermutlich eine Zuweisung zur 7-tägigen Probearbeit ins Haus flattern.
Du solltest dieser folgen, den Arbeitgeber aber darauf hinweisen, daß Du mit ihm eine Probearbeit von 2 Tagen vereinbart hast.
Und zwar zum Zwecke der Einfühlung, nicht aber der unbezahlten Einarbeitung.
Will er die gesetzliche Probezeit mit einer Einarbeitungszeit kürzen, so hast Du Anspruch auf zumindest anteilige Entgeltzahlung.

Ich verweise auf die Ausführungen folgenden Beitrages unter der Überschrift "Probearbeit / Praktika":
Vermittlungsvorschlag zur Beschäftigungsaufnahme
 
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