Ist nach dem Bezug von Erwerbsminderungsrente bei Erreichen der Altersrente ein höheres Rentenniveau erreichbar und wenn ja, wie?

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Katzenstube

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Hallo Ihr,
schönen guten Morgen,

Hat jemand von Euch Wissen über die gesetzliche Klarstellung zur Neuberechnung von Altersrente, wenn diese sich an eine Erwerbsminderungsrente anschließt. Zurechnungszeiten aus der EM-Rente sein auch bei Zusammentreffen mit Sozialleistungsbezug bei der Altersrente als Anrechnungszeit zu berücksichtigen.

Quelle: Rentenberatung zum Thema Neufeststellung

Gruß von Katzenstube
 

Katzenstube

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Hey Fabiola,
vielleicht kann uns jemand helfen ... ansonsten früher oder später die Realität wenn es mal von EMR zu Altersrente geht. Allerdings werde ich mich detailliert erst in zwei Jahren erkundigen was wie am Klügsten ist weil dann auch noch die Frage dasteht von EMR in Altersrente oder von EMR in GdB60Schwerbehindertenrente zur Altersrente.

Gruß von Katzenstube
 

saurbier

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Ich segle mal vorbei.

Ja, das Thema kenne ich bereits der Website rentenbescheid24.de und hatte es auch deswegen in einigen Threads schon online verlinkt.


Auf jeden Fall wäre es angeraten, sich von Experten dahingehen beraten zu lassen, ob sich hier ggf. wegen der Zurechnungszeiten wegen Krankheit (KG) oder AfA (ALG-I) nicht ggf. eine höhere Regelaltersrente ergeben könnte.

Das aber können nur Experten, die tief in der Thematik stecken und zudem über ein entsprechendes Programm zur Rentenberechnung verfügen.

Aber bitte bedenkt, auch diese Herrschaften sind nicht billig, wenngleich bei einer Regelalters im Monat 30,-€ und mehr können sich auf eine schöne Summe bis zum Ableben aufsummieren.
 

Katzenstube

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Ich habe meine letzte Rentenübersicht vor Beantragung der EMR erhalten.

Das würde wohl bedeuten, dass ich nochmals den Rentenverlauf ordern muss um dann diesen Bescheid der Institution einzureichen, die das dann kostenpflichtig für mich prüft. Ich meine, dass sind so ca. 300 Euro. Würde ich aber riskieren. Auch deshalb, weil ich nicht weiß, ob bei mir evtl. etwas an Grundrente drin wäre. Und wenn es niemand prüft, dann kann ich dumm ..... oder noch ärmer .... sterben.

Danke für Deine Info.

Lieben Gruß von Katzenstube
 

ABSW

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Warum sollte man hier einen privaten Rentenberater bemühen?
Das Gesetz - EM-Leistungsverbesserungsgesetz vom 17.07.2017 - wird bereits durch die Rententräger
umgesetzt.
Bei der Beantragung der Regelaltersrente nach dem Auslaufen einer EM-Rente
wird die Rentenversicherung von Amts wegen tätig.

Bevor eine EM-Rente in eine Schwerbehindertenrente oder in die Regelaltersrente umgewandelt wird,
lässt man eine Probeberechnung durchführen mit allen Anlagen zur Rentenberechnung.
Derzeit wird der Rentenbescheid nur in verkürzter Form vom Rententräger erstellt.

Deshalb muss man darauf hinweisen.

Man kann entweder von EM-Rente in Schwerbehindertenrente wechseln oder in die Regelaltersrente
Ein Wechsel von Schwerbehindertenrente in Regelaltersrente ist ausgeschlossen.
( § 34 Abs.4 Br.3 SGB VI
 

saurbier

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Also das mit der Grundrente (nach 35 bzw. Jahren) sollte bei mir keine Thema sein, da mich die DRV -Zentrale im Sommer 2019 angeschrieben hatte, dass ich die 35 Jahre voll hätte, aber man nicht wisse, ob ich nach den bisher vorliegenden Unterlagen nicht ggf. sogar eine SchwerB-Rente beantragen können (zur Erinnerung, bei mir ging es im Sommer 2019 um eine weitere Verlängerung der Arbeitsmarktrente wo es viel Ärger gab).

Nun ja, wenn die Zeiten z.B. bei KG oder ALG-I als An-/Zurechnungszeit hinzuzurechnen sind, kann das durchaus einiges ausmachen und selbst wenn es ggf. nur 30,-€/mtl. mehr wären, kann sich das am Ende aufsummieren.

Einzig was ich aus den bisherigen Berichten dazu nicht ganz verstehe, ist, warum man wirklich einen Rentenfachmann dazu aufsuchen muss, denn es muss für die Neuberechnung eh ein gesonderter Antrag gestellt werden und wie z.B. mitgeteilt wurde, darf die dann ggf. neue Rente auch nicht schlechter ausfallen, als die bisherige EMR (eben wegen Bestandschutz). Am Ende kann man dann doch bestenfalls nur von einem solchen Antrag profitieren. Hier mal der Text dazu:

Höhere Rente nur auf Antrag​

Da die Fälle nicht von Amts wegen durch die Rentenversicherung aufzugreifen sind, ist in jedem Einzelfall ein Antrag erforderlich. Zuvor sollte jedoch eine unabhängige Überprüfung und Berechnung veranlasst werden, um zu vermeiden, dass gleichzeitig andere Fehler in der Berechnung erkannt werden. Außerdem wäre zu prüfen, ob sich durch eine Neuberechnung tatsächlich eine Erhöhung der laufenden Rente ergibt.

Minderung der Nachfolgerente ausgeschlossen

Unabhängig von der Sonderregelung zur Neuberechung der Nachfolgerente gilt immer, dass eine Minderung der Nachfolgerente im Vergleich zur vorher bezogenen Erwerbsminderungsrente ausgeschlossen ist. Das wird durch einen Besitzschutz auf die bisherigen persönlichen Entgeltpunkte gewährleistet. Ergeben sich für die Nachfolgerente eigentlich geringere persönliche Entgeltpunkte, werden die bisherigen persönlichen Entgeltpunkte weiter berücksichtigt. Für die Nachfolgerente kann sich also kein geringerer Zahlbetrag ergeben. (Textausschnitt aus https://www.rentenberater-leipzig.d...ststellung-altersrente-nach-erwerbsminderung/)
In meinem persönlichen Fall sicherlich interessant, da ich seinerzeit ja einige Jahre um meine BU vor Gericht erst streiten durfte und dadurch gar in die Arbeitslosenhilfe gefallen bin, bis dann das Urteil erfolgte und man mir die BU-Rente rückwirkend ab 09.1998 zusprach und genauso war es auch 2011 als mir dann dir Teil-EMR/Arbeitsmarktrente erst im Dezember 2012 rückwirkend ab 08.2011 bewilligte.

Ein Blick in meine erste Rentenberechnung läßt erkennen, dass man mir dort die Rente sogar nicht einmal ab 09.1998 zugestand, sondern erst viel später (12.1999) und zudem dort noch nicht einmal den vollen Rentenanspruch zur Anrechnung bewilligte, sondern nur ein Teil (vom 12.1999 - 09.2001 sind 22 Monate, berücksichtigt wurden aber nur knapp 10 Monate. Die Beträge tauchen auch nicht in der Rentenberechnung als Entgeltpunkte auf, sondern lediglich als Zurechnungszeit ohne Werte.

Nicht viel anders sieht es bei meiner Rentenberechnung im neuen Bescheid vom 12.2012 aus, wo man mir erst im Dezember 2012 die Teil-EMR rückwirkend ab 01.08.2011 bewilligte, aber die Leistungen der KK bis 03.2012 und das anschließende ALG-I bis 12.2012 nicht berücksichtigte. Meine Zurechnungszeit wurde schlicht ab 01.2011 bis 60 Jahre berechnet.

Da gibt es also bei der Regelaltersrente so einiges aufzuklären, denn an Anrechnungszeiten für KG und ALG-I bis hin zur Arbeitslosenhilfe ist einiges offen. Alleine der Zeitraum vom 08.2011 bis 12.2012 wären 16 Monate mehr.

Was bleibt mir da schon anderes übrig, als es überprüfen zu lassen.
 

Katzenstube

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Das kapier ich nun garnicht, dass Du einen Antrag stellen sollst....

In "normalen" Fällen habe ich ganz oft gelesen, dass jeweils am Jahresende besser gesagt bei der folgenden Steuererklärung, die Finanzamter prüfen ob eine Grundrente fällig wird. Leute, dass sind Wissenschaften.....

Die ersten beiden Jahre als ich EMR bezog hatte ich noch Mieteinnahmen -die ich jetzt nicht (seit 2021) mehr habe. Somit stellte sich mir die Frage ob Grundrente oder nicht......

Gruß von Katzenstube
 

ABSW

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Es ging hier um deine Eingangsfrage- dies betrifft das EM-Leistungsverbesserungsgesetz
Was hat jetzt die Grundrente damit zu tun?

Der Grundrentenzuschlag wird doch derzeit erst bei den Rententrägern bearbeitet.

Der Grundrentenzuschlag hat auch nichts mit den Mieteinnahmen zu tun.

Saurbier ist schon ein Sonderfall.

Auch er muss keinen gesonderten Antrag dazu stellen.

Wie bereits gesagt- bevor man eine EM-Rente umwandelt lässt man sich
eine Probeberechnung durchführen. Gleichzeitig bittet man den Rententräger
um a l l e Berechnungsgrundlagen.

Hallo saurbier,

jeder freie Rentenberater will Geld verdienen.
Aber das kann man sich sparen, meiner Ansicht nach.
Natürlich ist eine Rentenberchnung nicht einfach zu überprüfen.
 

Hamilkar

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Da es Bestandsschutz gibt, vorhandene Entgeltpunkte können nicht weniger werden, SGB VI, § 88,
kann bei einer nahtlosen "Umwandlung" nie was Negatives passieren.
 

saurbier

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Das stimmt so nicht ganz.

Wenn die Rententräger eine Überprüfung vornehmen, kann es durchaus passieren, dass auch Fehler in der Berechnung festgestellt werden (z.B. Übermittlungsfehler bei der Datenübertragung), die dann korrigiert würden.

Auch wenn das eher eine Ausnahme wäre, die Möglichkeit besteht dennoch.

Allerdings reden wir hier ja nicht von einem nahtlosen Übergang, sondern von einem Antrag auf Überprüfung, bevor dann der eigentliche Rentenantrag zur Regelaltersrente umgesetzt würde. Entsprechende Informationsseiten sprechen ja nicht umsonst von 2 Anträgen.

Hier müsste dann im ersten Schritt ein Antrag erfolgen, der die Anwendung des neuen EM-Leistungsverbesserungsgesetz von 2017 begehrt und im zweiten Schritt dann der Antrag auf die Regelaltersrente. (siehe o.g)
 

ABSW

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Das kannst du einfach bei der Probeberechnung mit angeben.

Ich würde nicht über "Neuberechnung" gehen.
 

saurbier

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Ich hab das jetzt in meinen Unterlagen zu dem Thema gefunden, vielleicht ist das hilfreicher.


Man achte dabei dann auf den Hinweis: Insbesondere Bestandsrentner vor 2017 sind betroffen.

Als Beispiel dazu wird angeführt:
Erwin E bezog von 2000 bis 2013 eine volle Erwerbsminderungsrente. Anschließend ging er in die Altersrente.

Vor Bewilligung seiner Erwerbsminderungsrente war E arbeitsunfähig krank, bezog 78 Wochen Krankengeld und anschließend 1 Jahr Arbeitslosengeld 1. Seine EM-Rente wurde rückwirkend ab dem 1. Tag der Krankschreibung anerkannt. Somit entfällt für Erwin in der Berechnung der EM-Rente der Sozialleistungsbezug als Anrechnungszeittatbestand.

Lag neben der Zurechnungszeit noch ein Bezug von Krankengeld vor, so strich die Deutsche Rentenversicherung für diesen Zeitraum die Zuschläge an Entgeltpunkten für den Erwin. Dies ist nach neuer Rechtslage aber jetzt anders.

Für Erwin wird nach neuer Rechtslage die anerkannte Zurechnungszeit, die auch in den Zeitraum des Sozialleistungsbezuges fällt, eine Anrechnungszeit anerkannt. § 58 Absatz 1 Satz 3 SGB VI erfasst ausdrücklich nur den Sozialleistungsbezug und nicht die Zurechnungszeit.

Bei der Berechnung der Altersrente waren nur Entgeltpunkte aus dem Sozialleistungsbezug zu ermitteln. Jetzt müssen noch zusätzlich Zuschläge an Entgeltpunkten für diesen Zeitraum als beitragsgeminderte Zeiten berechnet werden. (Quelle Auszug aus dem o.g. verlinkten Text von rentenbescheid24.de)
Ein Umstand der bezogen auf meinen Rentenbescheid aus 2012 voll zutreffend ist, genauso wie bei meinem ersten Rentenbescheid per Gerichtsbeschluss aus 2001, denn auch als die DRV mit Bescheid von 2012 meine EMR neu berechnete wurde lediglich eine Zurechnungszeit berücksichtigt, allerdings keine Anrechnungszeit, gleichwohl beide Rentenbescheide in die Vergangenheit zurückverlegt wurden (2001 auf den Zeitpunkt der Antragstellung, 2012 auf den Tag der ersten AU ).

Da diese Berechnung seinerzeit ja der Regelfall war, dürften demzufolge viele davon betroffen sein. Die Rententräger werden auch kaum alle Fälle neu berechnen, wenn diese unwissend ihren Antrag auf Regelaltersrente stellen, denn damit würde die Rentenkasse ja Geld verlieren.
 
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