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Ist meine Umschulung in Gefahr?

marcel6891

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#1
Hallo zusammen

Ich befinde mich zur Zeit in einer misslichen Lage und bräuchte euren Rat/Hilfe.

Ich bin seit Februar arbeitssuchend ohne Leistungsbezug bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Nach einem Termin mit meiner Sachbearbeiterin, hat sie mir deutlich gemacht, dass eine (überbetriebliche) Umschulung in Frage kommt. Die Suche nach einem geeigneten Platz verlief zügig. Beim Bildungsträger habe ich alle Tests bestanden und ein schriftliches Ok bekommen, sobald ich den Bildungsgutschein einreiche.
Nach einem weiteren Termin bei meiner Sachbearbeiterin, hat sie mir mündlich versichert, dass ich den Bildungsgutschein erhalten werde. Allerdings konnte sie mir diesen noch nicht ausstellen, weil dieser nur 4 Wochen gültig sei und die Umschulung erst zum 04.07.16 beginnt. Also werde ich im Juni einen weiteren Termin bekommen, um den Bildungsgutschein zu erhalten.

Jetzt zu meinem Problem:

Ich bin momentan auf finanzielle Unterstützung meiner Eltern angewiesen. Am Wochenende habe ich erfahren, dass sie das wohl in den nächsten Monaten einstellen werden. Wenn das während der Umschulung passiert, bin ich auf alg2 angewiesen.

Jetzt zu meiner Frage(n):

Werde ich alg2 bekommen, wenn ich während der Umschulung darauf angewiesen bin?
Bekomme ich überhaupt alg2 während einer überbetrieblichen Umschulung?
Oder muss ich vorher zum Jobcenter, um mir dort den Bildungsgutschein (wenn überhaupt möglich) ausstellen zu lassen?
 
G

Gast1

Gast
#2
marcel6891, falls Du vor Beginn der Umschulung in den Bezug von ALG II kommst, ist das Jobcenter für die Ausstellung des Bildungsgutscheins zuständig. Erfahrungsgemäß geizen aber Jobcenter weitaus mehr rum, was die Ausstellung eines solchen Gutscheins für (außer-) betriebliche Umschulungen betrifft, denn diese kosten den Kostenträger viel Geld, und die Jobcenter sind unterfinanziert. Deswegen wäre es wahrscheinlich besser, wenn Du bis zum Antritt der Umschulung nicht in den Bezug von ALG II gerätst, sondern bis dahin als Nichtleistungsempfänger von der Agentur für Arbeit betreut wirst.

Du schreibst, Du bist als Nichtleistungsempfänger bei der Agentur für Arbeit gemeldet, erhältst aber bisher Zuwendungen von Deinen Eltern. Was die mögliche zukünftige Dauer Deines Nichtleistungsbezugs betrifft, möchte ich Dich auf eine Bedingung für den Bezug von ALG II hinweisen: Diese Bedingung bezieht sich auf das eigene Vermögen. Hier gibt es eine Obergrenze, die nicht überschritten werden darf, damit man Anspruch auf ALG II hat.

Die Obergrenze für das eigene Vermögen, das so genannte Schonvermögen, berechnet sich nach folgender Formel:

150 € pro Lebensjahr plus 750 € siehe § 12 SGB II.

Wenn man mehr besitzt, hat man keinen Anspruch auf ALG II.

Du müsstest jetzt ausrechnen, wie lange Du von Deinem Vermögen leben kannst, ehe Du Dein zulässiges Schonvermögen erreicht hast. Erst hast Du Anspruch auf ALG II. Wenn Du bis zum Beginn der Umschulung mehr als Dein zulässiges Schonvermögen besitzt die Umschulung anfangen wird, sollte Dir die Sachbearbeiterin der Agentur für Arbeit den Bildungsgutschein ausstellen können.

Du musst ALG II natürlich nicht beantragen, aber wenn Du Geld brauchst, dann bleibt Dir ja nichts Anderes übrig als ALG II zu beantragen.

Es kann aber auch sein, dass Deine Sachbearbeiterin der Agentur für Arbeit in ein paar Monaten Dir sagt, dass sie Dir den Bildungsgutschein nicht ausstellen kann. Der Grund hierfür könnte sein, dass bis dahin das jährliche Budget Deiner Agentur für Arbeit für (außer-) betriebliche Umschulungen erschöpft ist oder droht zu erschöpfen.
 

marcel6891

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#3
@ schlaraffenland

Danke für die rasche Antwort.

Die Obergrenze für das Schonvermögen erreiche ich nicht und werde ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zum Start der Umschulung nicht erreichen. Ich bin 29, alleinstehend und lebe in einer kleinen 2 Zimmer Wohnung.

Ich denke ich werde mich bis zur Umschulung über Wasser halten können (wenn nötig mit Minijob). Allerdings kommt ein Minijob während der Umschulung wohl kaum in Frage und ich sehe keine andere Möglichkeit als den Gang zum Jobcenter anzutreten, wenn die finanzielle Hilfe meiner Eltern ausbleibt.
 
G

Gast1

Gast
#4
marcel6891, ich weiß nicht, wie das ist, wenn man als Nichtleistungsempfänger über einen Bildungsgutschein eine Umschulung beginnt und während der Umschulung in den Bezug von ALG II gerät. Wer bezahlt dann die Kosten für die Umschulung weiter? Die AfA oder das Jobcenter? Vielleicht weiß das ja ein anderer User.
 

Gaddezwerg

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#5
Allerdings konnte sie mir diesen noch nicht ausstellen, weil dieser nur 4 Wochen gültig sei und die Umschulung erst zum 04.07.16 beginnt. Also werde ich im Juni einen weiteren Termin bekommen, um den Bildungsgutschein zu erhalten.
Hier könnte man vermuten, Sie hofft, dass du doch vor Beginn noch ALG II beziehst und sie dann nicht mehr für dich zuständig ist, dir also auch keinen BGS ausstellen kann/darf/muss. Denn ein BGS wird in der Regel mit bis zu 3 Monaten Gültigkeit ausgestellt.


marcel6891, ich weiß nicht, wie das ist, wenn man als Nichtleistungsempfänger über einen Bildungsgutschein eine Umschulung beginnt und während der Umschulung in den Bezug von ALG II gerät. Wer bezahlt dann die Kosten für die Umschulung weiter? Die AfA oder das Jobcenter? Vielleicht weiß das ja ein anderer User.
Wenn die Umschulung begonnen wird und dann erst ALG II bezogen wird, dann wird das Ganze von der Agentur weitergeführt. Wenn ALG II Bezug vor Start der Umschulung beginnt, dann ist der BGS der Agentur ungültig und das JC muss entscheiden, ob es einen ausstellen will.
 

marcel6891

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#6
@ Gaddezwerg Danke für die Antwort

Hier könnte man vermuten, Sie hofft, dass du doch vor Beginn noch ALG II beziehst und sie dann nicht mehr für dich zuständig ist, dir also auch keinen BGS ausstellen kann/darf/muss. Denn ein BGS wird in der Regel mit bis zu 3 Monaten Gültigkeit ausgestellt.
Das ein Bildungsgutschein eine Gültigkeit von bis zu 3 Monaten hat ist mir neu. Da auch der Bildungsträger mir erklärte, dass ich diesen erst etwa 4 bis 6 Wochen vor Beginn der Umschulung erhalte, habe ich dort nicht weiter nachgehakt.
Also hat meine Sachbearbeiterin nur die halbe Wahrheit gesagt. Trotzdem hatte sie recht, dass sie mir den Bildungsgutschein nicht ausstellen konnte, weil mein letzter Termin mitte März war, also gut 3 1/2 Monate vor Umschulungsbeginn. Und das zählt. Dennoch werde ich jetzt zeitnah einen neuen Termin machen und auf den Bildungsgutschein drängen, um schnell Gewissheit zu haben. (Auch ich hatte schon in der Vergangenheit mit fragwürdigen Entscheidungen der AfA und Sachbearbeitern zu tun)

Wenn die Umschulung begonnen wird und dann erst ALG II bezogen wird, dann wird das Ganze von der Agentur weitergeführt.
Das wäre für mich auch logisch. Allerdings habe ich dazu bisher nichts gefunden und ohne Quelle/Paragraph auf den ich mich stützen kann, ist mir das ehrlich gesagt zu wenig.
 
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