Ist mein Mißtrauen berechtigt? (1 Betrachter)

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ExitUser

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Folgender Sachverhalt.
Ich beziehe zur Zeit Arbeitslosengeld I, und warte auf Genehmigung einer Umschulung oder Weiterbildung, da ich krankheitsbedingt berufsunfähig bin.

Die Arbeitsagentur wartet aber erstmal mit einer Umschulung ab, da bei mir die Berufsgenossenschaft eingeschaltet ist, wegen Anerkennung auf Berufskrankheit.

Monatelang hat sich die BG nicht gerührt, weil angeblich die Rückmeldebögen meiner alten Arbeitgeber nocht nicht alle da waren.

Gestern bekam ich dann einen Anruf von der Berufsgenossenschaft, dass sie ein persönliches Gespräch mit mir führen wollen.
Das wäre bei Antrag auf Berufskrankheit so üblich.
Ich bräuchte mir keine Sorgen machen, wäre nichts schlimmes:icon_kinn:

Genau dieser Satz lässt bei mir aber die Alarmglocken schrillen, da ich mittlerweile äusserst mißtrauisch gegenüber Behörden bin.

Was ich jetzt eigentlich gerne wissen möchte, was darf die BG alles wissen?
Darf der Aussendienstmitarbeiter der BG meinen genauen Gesundheitszustand wissen?
Was darf er überhaupt alles von mir wissen?

Nächste Woch bekommt er mich besuchen.
Das Gespräch würde so etwa eine Stunde dauern:icon_kinn:
 

Ein Hartzianer

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Solche Dinge regelt man nur schriftlich !!! :icon_evil:
Grade wenn es sich um relevante Daten zur Umschulung handelt.
Sonst wartest du bis zum St. Nimmerleins - Tag.
Das alles ist Verschleppungstaktik, vermute ich.

Uns was zum Donner soll ein BG-Fuzzi bei dir ?
Gibt es dafür einen Grund (z.B. Rollifahrer) ?
Was gibts denn noch zu deiner Berufskrankheit zu bequatschen ?
Haben die denn keine Akte darüber ?

Also immer schön mißtrauisch bleiben. :icon_twisted:
 
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ExitUser

Gast
Das Problem ist, dass sie erst anerkannt wird, wenn die Beweislage eindeutig ist.
Und das ist leider nicht so einfach, da ich bei mehreren Firman in meinem Beruf gearbeitet habe, und dabei auf etliche Baustellen war.

Schriftlich habe ich bereits etliche Fragebögen der BG ausgefüllt und zurückgeschickt.
Deshalb wundert es mich ja auch, dass sie einen persönlich sprechen wollen.
 

Holger01

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Ich wäre auch erstmal mißtrauisch.

Kann aber auch sein, dass er einfach ein paar Dinge klären möchte, was mündlich möglicherweise besser geht ...

Nehme ein Familienmitglied zum Gespräch dazu, oder einen Freund, der deine (Berufs-)Krankheitsgeschichte kennt.
So praktisch als "Beistand".

Das beruhigt ungemein!

...
 
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ExitUser

Gast
Ich wäre auch erstmal mißtrauisch.

Kann aber auch sein, dass er einfach ein paar Dinge klären möchte, was mündlich möglicherweise besser geht ...

Nehme ein Familienmitglied zum Gespräch dazu, oder einen Freund, der deine (Berufs-)Krankheitsgeschichte kennt.
So praktisch als "Beistand".

Das beruhigt ungemein!

...
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich der Meinung, dass es sich um eine art Begutachten handelt.
Begutachten, wie es mir gesundheitlich geht, und was ich so kann.

Irgendwie mache ich mir Sorgen.
Ich habe mal gegoogelt, aber keine Erfahrungsberichte von solchen Gesprächen gefunden.
Ich muss mal sehen, was da auf mich zukommt.
Einen Beistand habe ich auf jeden Fall während des Gesprächs dabei.
Das ist schon organisiert, und beruhigt mich ein wenig.
 

Sinuhe

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Gestern bekam ich dann einen Anruf von der Berufsgenossenschaft, dass sie ein persönliches Gespräch mit mir führen wollen.
Das wäre bei Antrag auf Berufskrankheit so üblich.
Ich bräuchte mir keine Sorgen machen, wäre nichts schlimmes:icon_kinn:
Das ist so richtig.Bei der Beurteilung einer Berufskrankheit gibt es 2 Teile.
Erstmals der medizinische Teil und zweitens der technische Teil,also ob die Bedingungen am Arbeitsplatz Ursache der Berufskrankheit sein können.

Bei noch bestehenden Arbeitsverhältnissen wird dazu ein Termin am Arbeitsplatz vereinbart,wo sich der Beauftragte der BG einen Überblick über die Situation macht und dazu auch den Antragsteller befragt.

Sollte kein AV mehr bestehen,kann das auch so in einem persönlichen Gespräch erfolgen.

Die Quote einer Anerkennung der Berufskranheit lag 2005 bei 26 %.
 

Muzel

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Ruf doch die BG mal an und frage nach, ob man dir die Berufserkrankung anerkannt hat. Das Gespräch macht doch nur Sinn bei Anerkennung.
 

Sinuhe

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Ruf doch die BG mal an und frage nach, ob man dir die Berufserkrankung anerkannt hat. Das Gespräch macht doch nur Sinn bei Anerkennung.
Eben nicht.

Ein Bekannter aus dem Verein hatte wegen eines schweren Bandscheibenvorfalles den er während einer Messe erlitt,BU-Rente beantragt und das lief ab wie oben geschildert.
Er mußte erstmals einen riesigen Fragebogen ausfüllen,in dem Fragen gestellt wurden ala:
Wie oft und in welchem Winkel mußten sie sich bei der Arbeit bücken usw.

Dann bekam er einen Termin an seinem Arbeitsplatz(er war zu dem Zeitpunkt schon einige Monate krank geschrieben und 4 Wochen im KH gelegen mit anschließender 4- wöchiger Reha.).
In der Firma traf er auf den BG Mitarbeiter,mit dem er zusammen den Arbeitsplatz anschaute und Fragen dazu beantwortete.
Dann erst bekam er einen Termin in einer Klinik,in der er vom 10:00 bis 17:00 untersucht wurde,es wurde sogar ein MRT gemacht.
Ich weiß das so genau,weil ich ihm damals beim Ausfüllen der Fragebogens geholfen hatte und er mich immer über den neuesten Stand informierte.

Irgendwann bekam er Bescheid,daß die Erkrankung vom technischen Teil her anerkannt würde,aber aus medizinischer Sicht würd es sich um eine "Schicksalshafte Erkrankung" handeln.
Er hatte den Fehler gemacht und sich nicht an Ort und Stelle umfallen lassen um mit dem Rettungswagen abtransportiert zu werden.Leider hat er aber die wirklich heftigen Schmerzen erst Nachts im Hotel bekommen und ging erst zuhause zum Arzt.
Ich weiß noch,daß er dann vor das SG gezogen ist,Ausgang unbekannt, ich habe ihn dann aus den Augen verloren,da ich wegen meines Unfalles selbst nicht mehr in den Verin konnte.
 

Anna61

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Ich denke dass dein Mißtrauen berechtigt ist.
Selbst bei Unfällen die während der Arbeit passiert sind versucht die BG alles damit sie nicht bezahlen müssen.
An eine Erwerbsminderungsrente zu kommen soll dagegen richtig einfach sein, und das ist schwierig wie jeder weiß.
 

Sinuhe

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Ich denke dass dein Mißtrauen berechtigt ist.
Selbst bei Unfällen die während der Arbeit passiert sind versucht die BG alles damit sie nicht bezahlen müssen.
An eine Erwerbsminderungsrente zu kommen soll dagegen richtig einfach sein, und das ist schwierig wie jeder weiß.

Und was willst Du damit konkret sagen?

Soll er das Gespräch ablehnen, um damit wegen mangelnder Mitwirkung seine Ansprüche aufgeben?
 

Muzel

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Bandscheibenbedingte Erkrankungen werden nur unter einem Prozent anerkannt. Das ist aber nicht bei allen anderen BG Erkrankungen so.
 
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Bandscheibenbedingte Erkrankungen werden nur unter einem Prozent anerkannt. Das ist aber nicht bei allen anderen BG Erkrankungen so.
Das scheint nicht nur bei Bandscheibenvorfällen so zu sein.
Ich habe mal ein wenig gegoogelt.
In meinem Fall ist es auch ein geringer Satz der anerkannt wird.
Das schwierigste ist die Beweislage.

Und da ich bei mehreren Firmen in meinem Beruf gearbeitet habe, wird die Beweislage noch schwieriger.

Auf die BG würden aber auch sehr hohe Kosten zukommen, angefangen von den ärztlichen Behandlungen bis hin zu Umschulung oder Teilrente.

Meine Ärzte haben mich schon darauf hingewiesen, dass ein langer Kampf wegen der Anerkennung bevorsteht.
Und wenn ich die Erfahrungsberichte im Netz so lese, dann glaube ich es auch.
Aber aufgeben werde ich devinitiv nicht.
 

Muzel

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Ich weiß nur das arbeitsbedingte Gehörschäden leichter anerkannt werden. Aber das kann auch regional verschieden sein. Dann spielt auch die Politik eine wichtige Rolle. Bei bandscheibenbedingten Schäden ist die Anerkennung überall gleich schwierig.
 
E

ExitUser

Gast
So, am Montag war das Gespräch mit dem Aussendienstler der Berufsgenossenschaft.
Gestern bekam ich das Gesprächsprotokoll in doppelter Ausführung zugeschickt. Eins muss ich unterschrieben wieder zurück schicken.
Ich könnte noch was dazu ergänzen, so steht es im Anschreiben.
Aber lieber möchte ich, dass ein Satz entfernt wird.
Ich überlege, ob ich es hier reinstellen soll, um Eure Meinung zu hören.
Muss aber erstmal eine Nacht drüber schlafen.
 
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