Ist Lügen zu Kündigungsgründen und Gesundheitszustand erlaubt ?

Buerosklave

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Hallo,
ich habe bis Ende April 2018 in einem Callcenter gearbeitet, war aber bereits seit Anfang 2018 krankgeschrieben (mittelgradige Depression und PTBS), weil ich mit dem Stress in der Firma einfach nicht mehr zurechtkam. Noch heute nehme ich die Antidepressiva und merke, dass mich allein der Gedanke, wieder in dieser Branche zu landen, belastet. Für mich ist eine Rückkehr in die Callcenterbranche ein NoGo. Zum Teil merke ich das sogar bei anderen Tätigkeiten: sobald zuviele Sachen gleichzeitig auf mich einstürmen (d.h. ich Stress habe), werde ich extrem unkonzentriert und vergesslich. Deswegen hatte ich damals extrem viele Probleme mit meinen Vorgesetzten, was die Sache nur noch verschlimmerte.

Ich der Zwischenzeit hatte ich einen befristeten Job und bin nun seit Anfang Mai 2019 im ALG1-Bezug. Da am Rande meines Tagespendelbereichs auch einige Callcenter sitzen (u.a. IBM oder Sellbytel) kriege ich auch öfters "Aufforderungen zur Bewerbung" von der Agentur für Arbeit per Mail. Das sind quasi Informationen, dass ein Arbeitgeber an mir interessiert wäre, allerdings ohne RFB. D.h. ich muss mich nicht drauf bewerben und werde dies auch nicht tun, solange sowas nicht als Vermittlungsvorschlag kommt. Irgendwie hab ich aber die böse Vorahnung, dass solche Sklavenjobs auch bald per VV kommen.
Insofern denke ich natürlich schon weiter. Und zwar, wie man solche Sachen gleich abwürgen kann, ohne eine Sanktion wegen einer unvorteilhaften Bewerbung zu bekommen. Wie ist eigentlich für Erwerbslose die aktuelle rechtliche Lage diesbezüglich: dürfte ich beispielsweise im Vorstellungsgespräch sagen, dass ich den letzten Job in dieser Branche selbst gekündigt habe, weil der Kopf einfach nicht mehr mitgespielt hat ? Oder wäre das schon als unvorteilhafte Bewerbung auslegbar ?
 

Buerosklave

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Die hab ich damals von der Psychiaterin verordnet bekommen, die mich krankgeschrieben hat. Ich war ziemlich überrascht, als mir der Apotheker gleich 5 Packungen a 100 Stück über den Tresen reichte. Ich bin nicht mehr in aktiver Behandlung, seitdem ich damals den anderen Job angenommen hatte. Ich denke, dass ich von der Psychiaterin, die mir die Dinger verschrieben hat, auch ein Attest bekommen könnte.
 

Katzenstube

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Hallo Bürosklave,
nichts wie hin zum Psychiater/Psychotherapeuten. Mit einer entsprechenden Bescheinigung könnte die Angst vor einem Call-Center-Job vorbei sein und Du Dich auf eine wirkliche Zukunft besinnen und neue Wege gehen. Mit ständiger Angst vor Callcenter (ich habe so was auch mal überstanden und weiß wovon Du sprichst) kann es nicht vorwärts gehen.

Gruß von Katzenstube
 

Birt1959

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Stimmt und lügen nutzt in so einem Fall sowieso nicht. Irgendwann fällt's auf und dann gibt es unnötige Probleme. Spätestens dann, wenn Bürosklave wieder in Arbeit ist.
 
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Buerosklave

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So, hab in 2 Wochen wieder ´nen Termin bei der Psychiaterin, mal schauen, was dabei rauskommt.

Der letzte Job in einem Callcenter war inbound im Support, das ist noch das geringere Übel. Wenn ich dran denke, sowas outbound (d.h. aktiv irgendwas verkaufen) machen zu sollen, stellen sich schon beim Gedanken die Nackenhaare auf. Ich war noch nie der Typ, der gerne telefoniert (privat führe ich im Höchstfall 3 Telefonate von je max. 2min im Monat). Und dann noch Leuten was verkaufen, was diese nicht haben wollen ? Ne, danke.
Ich war 10 Jahre selbst im Verkauf tätig, aber ich war nie der Typ, der Leuten irgendwas aufschwatzt, weil ich es auch hasse, wenn das einer bei mir macht. Zudem merke ich in den letzten 4-5 Jahren zunehmend, dass die Stressresistenz nachlässt und ich dann arge Probleme habe, mich selbst zu organisieren. Meist geht das auch mit Vergesslichkeit einher. Diese Kombination war auch der Hauptgrund, warum ich damals im ersten Callcenterjob fast täglich Probleme mit Kollegen und Vorgesetzten hatte, was wieder für neuen Stress sorgte. Es schaukelte sich also im Grunde gegenseitig hoch.
 
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