Ist es üblich, daß von der täglichen Arbeitszeit eine halbe Stunde abgezogen und dem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben wird?

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Sunshine

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Ich freue mich ein Forum gefunden zu haben dass auch das Thema Zeitarbeit beinhaltet.

Seit einem Jahr arbeite ich bei einer ZAF (Zeitarbeitsfirma) Teilzeit (120h). Bin soweit zufrieden. Natürlich gibt es das ein oder andere was einen aufregt. Aber das ist in jeder Firma so.
Nun zu meiner Frage.

In meiner Firma wird eine Arbeitsstunde mit 5,5 Stunden berechnet. Der Rest geht auf das Arbeitszeitkonto.
Jetzt weiß ich gar nicht ob das so üblich ist. Und vor Allem, wenn eine Stunde so berechnet wird, müsste ich nach meiner Logik mehr als 120 Stunden arbeiten um den vollen Lohn zu bekommen.

Oder habe ich ein Denkfehler?

Wäre schön wenn hier wer wäre, der Ahnung von meiner Problematik dbzgl hat.
 

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Hallo

Vielen Dank an Euch. jetzt habe ich was in der Hand womit ich argumentieren kann.
Der Sachbearbeiter hat mir wörtlich gesagt, dass, wenn es zu lasten der Firma gehen würde, die dann bald "zu machen" können.
Bleibt natürlich das Risiko, dass man mich in Firmen einsetzt wo von ich keine Ahnung habe. Oder noch schlimmer, man würde mich in ein anderes Bundesgebiet einsetzen.


darauf hätte ich geantwortet das wenn die ihre Arbeit nicht richtig machen können es mir egal ist ob die zumachen oder nicht. Entweder werden die Stunden korrekt abgerechnet oder das Arbeitsgericht beschäftigt sich bald damit.



PS lasst euch Eier Wachsen

zu der Aussage in anderes Bundesland arbeiten lassen hätte ich nur gesagt. Viel Spass mit Reisekosten Unterkunft Verpflegung


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2 Beiträge zusammengeführt. Bitte nicht mehrere Beiträge in kurzer Zeit posten. Man kann das eigene Posting innerhalb der Editierzeit (60 Minuten) jederzeit ändern oder erweitern. Des Weiteren lassen sich auch mehrere und auch verschiedene Zitate in einen Beitrag einfügen. Bitte in Zukunft beachten :) LG @HermineL



 

Sunshine

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Wenn in deinem Arbeitsvertrag niedrigere Stundenanzahl vereinbart ist (und das ist in der Regel der Fall...) dann können sie halt immer pauschal die Arbeitszeit abziehen wo du drüber bist und aufs Flexzeitkonto buchen, das ist ja gerade das Problem....
Nein so richtig ist das nicht aufgeschlüsselt. Sonst hätte ich es erkannt. Ich schaue aber heute Abend nochmals in den Vertrag.
Gestern bekam ich meine Abrechnung für Juni und musste wieder feststellen das vom AZK gebrauch gemacht wurde.
Ich verstehe auch nicht, dass wenn ich für 22€ (fiktive zahl um nicht erkannt zu werden) die Stunde arbeite, dass die Firma nach gebrauch vom AZK mir nur 17€ davon zahlt.
Aufgefüllt bzw erarbeitet habe ich es doch mit 22€. Ich bekomme 5€(fiktiv) Branchenzuschlag.

Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben als zu einem Anwalt zu gehen.
 

Otto27

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Frage ist halt ob die Infos im Video (noch) richtig/aktuell sind. Im Manteltarifvertrag Zeitarbeit iGZ-DGB steht z. B. folgendes:

3.2.3. Die auf dem Arbeitszeitkonto aufgelaufenen Stunden werden in der Regel durch Freizeit ausgeglichen (vgl. PN 8). Dabei können der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in jedem Kalendermonat über jeweils zwei Arbeitstage Zeitguthaben frei verfügen. Eine Verfügung durch den Arbeitgeber darf nicht zu einem negativen Zeitguthaben des Arbeitnehmers führen.

Und nach dieser Regelung kann sich die Zeitfirma zumindest 2 Tage im Monat an deinem Stundenkonto bedienen und damit auch Nicht-Einsatz-Zeiten überbrücken. Ok, der iGZ traue ich vieles zu, aber das der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) da illegale/gesetzeswidrige Punkte zustimmt, kann ich mir halt fast nicht vorstellen.
 
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Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ich verstehe auch nicht, dass wenn ich für 22€ (fiktive zahl um nicht erkannt zu werden) die Stunde arbeite, dass die Firma nach gebrauch vom AZK mir nur 17€ davon zahlt.
Aufgefüllt bzw erarbeitet habe ich es doch mit 22€. Ich bekomme 5€(fiktiv) Branchenzuschlag.
Laut den gängigen ZAF-Tarifen sind Branchenzuschläge direkt auszuzahlen und dürfen nicht auf dem Zeitkonto verbucht werden.
Und nach dieser Regelung kann sich die Zeitfirma zumindest 2 Tage im Monat an deinem Stundenkonto bedienen und damit auch Nicht-Einsatz-Zeiten überbrücken.
Nein, das wäre eine Umgehung von § 11 Abs. 4 Satz 2 AÜG.
 

Hafenkasper

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Frage ist halt ob die Infos im Video (noch) richtig/aktuell sind.

Aktuell nach der heutigen Rechtsprechung denke ich nicht.
Und nach dieser Regelung kann sich die Zeitfirma zumindest 2 Tage im Monat an deinem Stundenkonto bedienen und damit auch Nicht-Einsatz-Zeiten überbrücken. Ok, der iGZ traue ich vieles zu, aber das der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) da illegale/gesetzeswidrige Punkte zustimmt, kann ich mir halt fast nicht vorstellen.
Deine Aussage bzgl. der 2 Tage ist so nicht ganz richtig.
Hier lässt sich nämlich die Entscheidung und Argumentation des LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 17.12.2014 - 15 Sa 982/14 (15 Sa 1538/14) schon 1 : 1 auf den IGZ Tarif Anwenden.

Zitat LAG Berlin Brandenburg :

3. Auch wenn – aus welchen Gründen auch immer – der MTV dahingehend interpretiert werden könnte, dass er Regelungen enthält, wonach die Beklagte befugt sein soll, Nichteinsatzzeiten als Minusstunden auf dem Arbeitszeitkonto einzustellen, wären derartige Regelungen gem. § 134 BGB i. V. m. § 11 Abs. 4 Satz 2 AÜG unwirksam.
Nach dieser Norm kann das Recht des Leiharbeitnehmers auf Vergütung bei Annahmeverzug des Verleihers (§ 615 Satz 1 BGB) nicht durch Vertrag aufgehoben oder beschränkt werden. Für Zeitarbeitsunternehmen gehört es zum typischen Risiko, bei fehlenden Einsatzmöglichkeiten trotzdem das vertraglich vereinbarte Entgelt fortzahlen zu müssen, was in dieser Form in anderen Arbeitsverhältnissen nicht besteht (BAG, 24.03.2004 – 5 AZR 303/03NZA 2004, 971, 973 zu I. 2. c), aa) d. Gr.). Allerdings war und ist streitig, was hierunter zu verstehen ist (Thüsing/Pötters a. a. O.; Schüren a. a. O.; Bissels/Haag AuA 2014, 675). Teilweise wird angenommen, eine derartige Verlagerung des Annahmeverzugsrisikos finde nicht statt, wenn die vertraglich versprochene Vergütung durchgängig gezahlt werde (LAG Hamburg a. a. O. Rn. 45).
Das BAG hat sich – nach Auffassung der hiesigen Kammer – hierzu jedoch eindeutig verhalten. Es hat ausgeführt, dass Regelungen, die es dem Verleiher ermöglichen, in verleihfreien Zeiten einseitig das Arbeitszeitkonto abzubauen, unwirksam sind (BAG, 16.04.2014 – 5 AZR 483/12 – Rn. 24). Um nichts anderes geht es hier. Die Beklagte möchte einseitig in verleihfreien Zeiten Plusstunden aus dem Arbeitszeitkonto abbauen. Dies geht nach der klaren Einschätzung des BAG nicht. Nur klarstellend soll ferner darauf verwiesen werden, dass damit sehr wohl auch im verleihfreien Zeiten das Arbeitszeitkonto abgebaut werden kann, jedoch ist dies nicht einseitig möglich, sondern nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers. Dies ergibt sich im Übrigen auch aus § 4.5 MTV.


Gruß

Hafenkasper
 

Otto27

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@Hafenkasper
Also wenn du recht hat, warum stimmt dann der DGB so einem Manteltarifvertrag zu, wo drinsteht dass die Zeitfirma sich 2 Tage im Monat am Stundenkonto bedienen kann? Der DGB ist ja ein riesiger Verband und habe den bisher schon für eher seriöus gehalten.
 

Hafenkasper

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@Hafenkasper
Also wenn du recht hat, warum stimmt dann der DGB so einem Manteltarifvertrag zu, wo drinsteht dass die Zeitfirma sich 2 Tage im Monat am Stundenkonto bedienen kann? Der DGB ist ja ein riesiger Verband und habe den bisher schon für eher seriöus gehalten.
Die MTV´s BAP und IGZ stammen von 2013 und die Urteile sind erst später durch das LAG und BAG ergangen.
Normalerweise müssten die MTV´s gekündigt werden und dann entsprechend der Rechtsprechung angepasst werden.
Da sich zb. das AÜG gravierend geändert hat wäre im IGZ Entgelttarifvertrag §5 nicht mehr mit dem AÜG vereinbar und wäre Rechtswidrig da nach 9 Monaten eben Equal Pay gilt.

Es lässt abzuwarten ob bei den jetzigen anstehenden Tarifverhandlungen entsprechend an den LTV´s und MTV´s ( IGZ/BAP ) änderungen vorgenommen werden.
 

Otto27

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ah ok, danke für die Infos :), hört sich logisch an. Und habe gerade selbst wo Einsatz wo demnächst Sommerpause-Betriebsruhe herrscht, werde dann erst mal darauf bestehen, dass Zeitfirma Finger von meinem Stundenkonto lässt, mal schauen wie sie reagieren...
 

Hafenkasper

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ah ok, danke für die Infos :), hört sich logisch an. Und habe gerade selbst wo Einsatz wo demnächst Sommerpause-Betriebsruhe herrscht, werde dann erst mal darauf bestehen, dass Zeitfirma Finger von meinem Stundenkonto lässt, mal schauen wie sie reagieren...
Falls in deinen Arbeitsvertrag vereinbart wurde das du auch bei anderen Kunden zum Einsatz kommen kannst so hat deine ZAF zwei möglichkeiten.

1. du Beantragst Schriftlich Freizeitausgleich oder Urlaub für die Tage an denen der Kunde bei dem du grade im Einsatz bist Betriebsruhe/Betriebsferien hat und deine ZAF lässt dich in der Zeit in ruhe und du brauchst dich dann auch nicht für andereiweitige Einsätze zur verfügung halten

2. du weigerst dich Urlaub oder Freizeitausgleich zu unterschreiben . In diesem Fall könnte dich die ZAF für die Zeit bei einem anderen Kunden arbeiten lassen. Ob dir die dortige Arbeit dann gefällt steht auf einem anderen Blatt Papier.
Beides wäre völlig Legal und hat mit " Minusstunden wegen fehlender Einsatzmöglichkeit " nichts zuu tun.

§ 7 Manteltarifvertrag IGZ kommt nicht dafür in Frage um evtl Minusstunden zu Buchen.
Die dortige Verinbarung lässt sich auch gar nicht mit der Praxis vereinbaren .
Ich kenne keine einzige ZAF die selbst Betriebsruhe durchführt.
Das einzige was ich mir vorstellen könnte wo dies machbar wäre ist ein sog. Mischbetrieb.
Für solch einen habe ich selbst schon mal gearbeitet.
Neben Spezialpallettenbau hat mein damaliger Chef auch Arbeitnehmerüberlassung betrieben. Wenn in dem einen Bereich weniger zu tun war konnte er zumindest die Leute noch im Bereich AÜG einsetzen.
Betriebsruhe hatten wir aber nie. Brückentage haben wir entweder mit Überstunden vom AZK überbrückt oder mit nem Tag Urlaub. War aber alles völlig legitim.
 

grün_fink

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Ein Tag pro Monat hört sich ja nicht gleich so viel an. Wenn man aber dann relaisiert, dass das eine halbe Stunde pro Tag ausmacht, finde ich das wieder nicht mehr in Ordnung.

Vielleicht würde das einem Monteur fernab des Wohnortes nutzen, der ansonsten auch ordentlich bezahlt wird. Ein Tag+Nacht mehr daheim bei Frau/Familie ist da sogar ein Plus, oder auch Zeit dann einmal etwas zu erledigen, wozu man sonst erst im Urlaub kommen würde, zumal man in der Fremde eh mehr rackert.

Ich hatte seinerzeit auch Gleitzeit und fand das nicht so schlecht. Viel mehr als 10 oder 20 Stunden durfte man nicht haben, da kam dann die Personalerin und wollte, dass man abbummelt, möglichst gleich oder spätestens morgen.

Unter den Umständen, wie Zeitarbeit heute funktioniert, finde ich, sollten für die Firmen die Zügel sehr eng angelegt werdend. Ein Tag pro Monat finde ich zwar nicht hochdramatisch, aber auch nicht mehr in Ordnung. Bei 1 Tag im Vierteljahr würde ich gar nix sagen. Ist meine persönliche Ansicht.
 

Otto27

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@grün_fink
Ich denke du warst schon länger nimmer in Zeitarbeit (sei froh und dankbar darüber^^), aber dort ists quasi normal das alle die schon etwas länger dabei sind 100+ Stunden auf Zeitkonto haben und du standardmässig bei Vollzeit nur 35 Stundenwoche bekommst und deine Einsätze aber praktisch immer längere Wochenarbeitszeit haben, so dass ständig neue Stundens auf Zeitkonto laufen, die du nicht erst mal nicht ausbezahlt bekommst (also du der Zeitfirma als Niedrigstverdiener noch zusätzlich einen Kredit gibst...) und bei Urlaub, Krankheit, Feiertage usw. bekommste dann halt auch nur deine 7 Stunden pro Tag bezahlt (während Festangestellte die z. B. 37,5 Woche haben, dann immer 7,5 Stunden pro Tag bekommen....) und sobald die Zeitfirma mal keinen Einsatz für dich hat, vergreifen sich ihre Finger an deinem Zeitkonto...
 
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