Ist es riskant, angespartes Geld aufs eigene Konto einzuzahlen?

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Nala87

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Ich wünsche allen hier erstmal ein frohes neues Jahr. Ich wende mich an das Forum, wegen einer Sache, die mich beschäftigt. Kurz: ich hatte im Jahresverlauf Geld (etwa 200€) angespart, zu Hause im "Sparstrumpf" sozusagen. Das Geld stammt sowohl aus Überschüssen/Restgeld von abgehobenem Bargeld, aber auch vom Erlös einiger Verkäufe über Kleinanzeigen und natürlich sind auch ein paar kleine Geldgeschenke von meinen Eltern zum Geburtstag, Weihnachten, Ostern eingeflossen (etwa 10-20€ je Anlass). Jedenfalls hatte ich dieses Bargeld daheim in meine Geldschatulle gepackt. Nun möchte ich mir davon gerne einen Wunsch erfüllen, leider geht das nur über einen Onlineshop, da es hier in meinem Wohnort und im Umkreis keinen entsprechenden Einzelhändler gibt, in dem ich den Artikel erwerben kann.

Nun stellt sich die Frage, ob es riskant ist, dieses angesparte Bargeld auf mein Konto einzuzahlen. Kriegt das Amt Wind davon, droht mir doch wahrscheinlich Ungemach. Die werden fragen, woher ich das Geld hab und vielleicht unterstellen die mir sogar noch mehr. Ich kann dem JC ja nicht nachweisen, woher das Geld kommt. Dabei "soll" man dich auch vom Regelsatz ein bisschen zurückhalten und sparsam sein. Aber einen konkreten Freibetrag für Angespartes gibts wohl nicht. Was nützt mir mein gespartes Geld, wenn ich es im Bedarfsfall nicht einsetzen darf, ohne Stress zu kriegen? Meine Alternative wäre ansonsten, das Geld auf das Konto einer vertrautenswürdigen Person (mein Stiefvater oder Schwiegermutter z.B. die sind Rentner und haben mit dem JC nix am Hut) einzuzahlen und die Onlinebestellung dann über deren Konto abzuwickeln. Ist dies ratsam in meinem Fall? Kann mir hier jemand weiterhelfen?
 
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Gast
Ich würde so etwas immer über Dritte sprich vertrauensvolle Verwandte abwickeln. Als staatlich Abhängiger solltest Du nie finanziell nachweisbare Spuren hinterlassen. Das wird Dir im Zweifelsfall sehr ungünstig zu Deinen Lasten ausgelegt und Du bezahlst es im Zweifelsfall teuer. Nur Bares ist Wahres oder halt die Abwicklung finanzieller Transaktionen über vertrauensvolle Dritte - welche nicht in finanzieller Abhängigkeit zu Vater Staat stehen.
 

LeopoldVonSchleck

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Um es kurz zu machen: Es kann immer zu Rückfragen seitens des JC kommen, wo die Kohle herkommt, wenn die mal wieder Kontoauszüge verlangen und dann kommt man in Erklärungsnot.

Lass das Geld schön im Strumpf und wähle die Möglichkeit mit Stiefvater oder Schwiegermutter. Die können dir ja auch einfach den Einkauf im Onlineshop bezahlen und du händigst den schuldigen Betrag in Bar aus. So hast du deinen Artikel und das Amt ist außen vor.
 

Gnolf

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Auch dir ein frohes neues Jahr,
ich weiß nicht, ob man angeben kann, dass man etwas verkauft hat und somit es als Vermögensumwandlung verpacken kann.

Ich verwende Geldgeschenke (Bargeld grundsätzlich) für Einkäufe wie z. B. Lebensmittel usw. und das Geld auf dem Konto dann für Onlineeinkäufe.
 

Lirypa

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Ich verwende Geldgeschenke immer für Bar Einkäufe wie z. B. Lebensmittel usw. und das Geld auf dem Konto dann für Onlineeinkäufe.
Das halte ich auch für die beste Vorgehensweise. Den Bargeldbestand für Einkäufe des täglichen Bedarfs verwenden und dafür entsprechend weniger abheben, bis der eigene Kontostand ausreicht um
davon gerne einen Wunsch
zu erfüllen.
 

Nala87

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Okay, danke. Die Antworten haben mir schon weitergeholfen. Vermutlich werde ich es tatsächlich so machen, dass ich mein Bargeld für die Lebensmittelausgaben nutze und das Geld vom Regelsatz auf dem Konto dann für den Bestellvorgang im Internet verwende. Ist dennoch irgendwie eine dämliche Vorgehensweise. Da könnte das Amt im Umkehrschluss auch doch misstrauisch werden, wenn die auf meinem Kontoauszug sehen, dass ich scheinbar kaum Abzüge bzgl Lebensmitteleinkauf habe (weil ja dann keine Abbuchungen von Kaufland, Lidl etc. erfolgen). Da werden die sich auch fragen "Nanu, von was ernährt sich denn die Frau Nala? Der Sache werden wir mal nachgehen..."
 

Gnolf

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dass ich scheinbar kaum Abzüge bzgl Lebensmitteleinkauf habe (weil ja dann keine Abbuchungen von Kaufland, Lidl etc. erfolgen)
So weit sind wir ja zum Glück noch nicht, es geht vor allem um den Zufluss aufs Konto und nicht was wann/wohin abgebucht wird.
Ob man jetzt bei den Discountern mit Karte oder Bar zahlt, geht doch keinem etwas an.
Vielleicht macht man ja auch grad eine Fastenkur oder hat generell seine Ernährung/Kaufverhalten umgestellt.
 

avrschmitz

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Die Frau Nala ist dazu übergegangen bei Aldi, Lidl und Co. in/ab diesem Monat bar zu zahlen.
Wenn aber nicht die entsprechenden Barabhebungen vorhanden sind, könnte das JC auch mißtrauisch werden.

Vermutlich werde ich es tatsächlich so machen, dass ich mein Bargeld für die Lebensmittelausgaben nutze und das Geld vom Regelsatz auf dem Konto dann für den Bestellvorgang im Internet verwende.
Wenn Du die 200€ nicht über gute Freunde/Bekannte/Verwandte für Bestellungen nutzen willst, wie Du es zuerst angedacht hattest, würde ich das mit den Lebensmitteln auf mehrere Monate aufteilen. Teilweise bar zahlen, teilweise per Karte abbuchen. Gar keine Barabhebungen und keine Lebensmittel in einem Monat wäre mir zu heiss.
 

Nala87

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Gut, na dann hab ich jetzt ja die ein oder andere Möglichkeit, wie ich mein Gespartes vorm JC verbergen kann, ohne dass es großartig zu Scherereien kommt. Höchstwahrscheinlich werde ich die Anschaffung von meinem "Extrageld" nun doch über eine meiner vertrauten Personen laufen lassen. Da taucht dann nirgends beim Amt auf, dass ich was angespart hatte. Danke für die Ratschläge.

Ich finde es trotzdem ziemlich gemein, dass man als "armer" Alg 2-Bezieher scheinbar sämtliche Geldbeträge, die man woher auch immer hat, rechtfertigen muss. Gerade auch schon bei recht überschaubaren Beträgen. Meine Familie (Eltern, Geschwister, Schwiegereltern) schenken mir nun mal zu Geburtstagen, Festtagen überwiegend etwas Geld. Sodass ich im Bedarfsfall selbst was kaufen kann, wenn es nötig ist oder ich einfach mir was schönes gönnen will. Es ist schade, dass man sogar bei Geldgeschenken dem JC gegenüber ein schlechtes Gewissen haben muss. Das kommt so rüber, als dürfe man sich als Hartz-4-Bezieher nicht mal auf seinen eigenen Geburtstag oder auf Weihnachten freuen. Gibt es bzgl. (Geld-)Geschenken keine Freigrenze, die als üblicher Rahmen gilt? Für Kinder und Minderjährige gibts da wohl Richtwerte, doch als Erwachsener fand ich im Internet nur unbefriedigende Aussagen: mal war von 50€ Geldgeschenkwert, mal nur 20-30€ die Rede, welche vom Amt als "akzeptabel" angesehen werden. Mal las ich davon, dass manche JC sogar regelmäßige Geldzuflüsse die bis 20€ pro Monat betragen dürfen, ohne Gezeter hingenommen werden.
 
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51497

Gast
Kleine Anmerkung noch: Bei meiner Sparkasse ist man jetzt auch mittlerweile dazu übergegangen, dass Bareinzahlungen auf ein Konto kostenpflichtig geworden sind.

Ich verfahre mittlerweile so, dass ich Lebensmitteleinkäufe eher bar bezahle. Teils habe ich schon meine Einkäufe, die ich im Prospekt nachgeschlagen habe, vorher durchrechne, dann in der Supermarktfiliale centgenau bezahlt.
 

neu_im_job

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Ich finde es trotzdem ziemlich gemein, dass man als "armer" Alg 2-Bezieher scheinbar sämtliche Geldbeträge, die man woher auch immer hat, rechtfertigen muss. Gerade auch schon bei recht überschaubaren Beträgen. Meine Familie (Eltern, Geschwister, Schwiegereltern) schenken mir nun mal zu Geburtstagen, Festtagen überwiegend etwas Geld.

Es mag für dich unpassend erscheinen, aber ALG 2 gibt es eben nur für Bedürftige, die ihren Unterhalt nicht selbst finanzieren können. Geldgeschenke und sonstige finanzielle oder materielle Unterstützung seitens der Familie oder Freunden ist so nicht vorgesehen. Es gibt zwar eine Gesetzesstelle im SGB II dazu, die besagt, dass Geldgeschenke nicht angerechnet werden sollen, wenn sie keine Pflicht seitens des Schenkers sind, darauf würde ich mich jedoch im Zweifelsfall nicht verlassen wollen.

Ich kenne deine Finanzplanung und deinen Kontostand nicht, dennoch würde ich dir empfehlen grundsätzlich ein paar EUR mehr auf dem Konto vom Regelsatz zu lassen, so dass sich da ein gewisser Sparbetrag aus dem Regelsatz aufbaut. So kannst du dir dann deine Wünsche einfacher erfüllen.
 

Luedtke

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Normalerweise werden vom JC bei Antragstellung und Weiterbewilligungsanträgen die Kontoauszüge der letzten 3 Monate verlangt.
Wenn die nächste Weiterbewilligung noch mehr als 3 Monate hin ist, sollte dies -wenn es nicht anders geht- über dein Konto gehen.
Zur Sicherheit solltest du es aber über Dritte abwickeln.
 
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