Ist es möglich vorsorglich vorab auf ein (hoch verschuldetes) Erbe verzichten bzw. Ausschlagen

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
Ein Onkel von mir ist hoch verschuldet. Einige Millionen. Irgendwann wird es zum Erbfall kommen.Wenn ich davon ausgehe das seine direkten Nachkommen ausschlagen werden wird das Erbe dann bei mir landen. Ist es rechtssicher möglich schon jetzt das denkbare Erbe auszuschlagen?
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
4.677
Bewertungen
15.506
Hallo @Antihartzer19

Bitte überlege dir noch eine aussagekräftige Überschrift, am besten verbunden mit einer Frage. Du kannst deinen Beitrag insgesamt eine Stunde lang nach Erstellung bearbeiten.

Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel 11.
"Vorsorglich auf ein Erbe verzichten bzw. Ausschlagen" ist jedenfalls keine aussagekräftige Überschrift.

Im Editor der Überschrift findest du zudem auch den Hinweis:
Themen-Überschrift, bitte den Themeninhalt (nicht zu) kurz beschreiben
Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklärt warum eine aussagekräftige Überschrift so wichtig ist:
 

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
Damit es erledigt ist. Wenn es passiert ist es eine Terminsache.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
22.544
Bewertungen
24.645
Wenn es passiert, hast du 6 Wochen Zeit, das sollte wohl reichen.
 

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
Liebe Kerstin. Das ist nicht die Frage. Ich bin auch immer mal länger auf Reisen.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
17.530
Bewertungen
22.447
Guck mal, ob dir das hilft:
Es mag Situationen geben, in denen ein zukünftiger Erbe noch zu Lebzeiten des Erblassers klarstellen will, dass er mit der angekündigten Erbschaft nichts zu tun haben will. Nach Eintritt des Erbfalls und Benachrichtigung durch das Nachlassgericht, dass man in einem letzten Willen als Erbe und Rechtsnachfolger eines Verstorbenen eingesetzt worden ist, kann man sich leicht und ohne große Umstände von der Erbschaft wieder trennen. Es reicht aus, wenn man innerhalb der Ausschlagungsfrist von sechs Wochen das Nachlassgericht besucht und dort erklärt, dass man die Erbschaft ausschlagen will. Nachfolgend hat man mit der unbeliebten Erbschaft nichts mehr zu tun.


Diesen klärenden Akt kann man jedoch ausdrücklich erst dann vornehmen, wenn der Erbfall eingetreten, der Erblasser tatsächlich verstorben ist.
 

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
Ja. Wann beginnt die 6 Wochen Frist zu laufen? Wenn es im Briefkasten gelegt wird oder wenn ich nach 2 Monaten wieder zuhause bin?
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
17.530
Bewertungen
22.447
Wenn es im Briefkasten gelegt wird
Davon würde ich jetzt mal ausgehen. Evtl. könnte man das Schreiben , wenn das genügt als Erklärung, ja einem der anderen Erben geben, damit diese das für dich dem Nachlassgericht übergeben, wenn sie selbst ausschlagen?
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
22.544
Bewertungen
24.645
1. Für eine Erbausschlagung muss man nicht zum Notar.

2. Du bist ernsthaft 2 Monate abwesend, ohne das jemand nach deiner Post schaut?
 

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
Es gibt ganz viele weit verstreute Nachfahren. Eine Koordination würde ich nicht einmal versuchen.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

@kerstin. Ja irgendjemand hat den Schlüssel. Aber Post die wichtig ist ist selten.
 
Zuletzt bearbeitet:

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
17.530
Bewertungen
22.447
Im Prinzip musst du also nur sicherstellen, das dich der Brief rechtzeitig erreicht.
Alles andere kannst du ja vorbereiten. Und 2 Monate ohne Kontrolle eingehender Post ist ja eh nicht vorstellbar, zumal wenn man nebenbei auch noch selbstständig ist.
 

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
@ZynHH
Für Steuer hat der Berater EmpfangsVollmacht. Die Bank hat eine Mailbox. Also relevante BriefPost ist selten. Und der Rest von IHK bis GEZ kann warten.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
17.530
Bewertungen
22.447
Bei mir guckt der Nachbar nach Post, wenn ich nicht da bin. Der hat auch nen Wohnungsschlüssel, damit er im Falle eines Falles den Router neustarten kann, da wir uns das Indernett teilen.
 

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
6.703
Bewertungen
16.503
Ist es rechtssicher möglich schon jetzt das denkbare Erbe auszuschlagen?
Nein, denn das Erbe kann erst mit Eintritt des Erbfalles ausgeschlagen werden.
§ 1946 BGB Zeitpunkt für Annahme oder Ausschlagung
Der Erbe kann die Erbschaft annehmen oder ausschlagen, sobald der Erbfall eingetreten ist.

Wann beginnt die 6 Wochen Frist zu laufen? Wenn es im Briefkasten gelegt wird oder wenn ich nach 2 Monaten wieder zuhause bin?
Die Frist beginnt in dem Moment, in dem der Erbe Kenntnis davon hat, dass er überhaupt Erbe geworden ist. Juristisch ist das der "Anfall der Erbschaft". Siehe dazu:
§ 1944 BGB Ausschlagungsfrist

(1) Die Ausschlagung kann nur binnen sechs Wochen erfolgen.
(2) Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Erbe von dem Anfall und dem Grund der Berufung Kenntnis erlangt. [...]
(3) Die Frist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder wenn sich der Erbe bei dem Beginn der Frist im Ausland aufhält.
Allerdings ist es tatsächlich so, dass du dafür Sorge zu tragen hast, dass du über wichtige Post informiert wirst, denn in dem Moment, wo die Post in deinem Briefkasten liegt, gelangt sie in deinen so genannten Machtbereich und es beginnt der Lauf der Frist.

Zum Notar muß man ja sowieso.
Die Ausschlagung beim Notar zu erklären ist eine Möglichkeit. Alternativ kannst du auch zum Nachlassgericht bei dir am Wohnort gehen oder die Ausschlagung direkt beim zuständigen Nachlassgericht erklären. Sonderregelungen gibt es bspw noch in Hessen und anderen Bundesländern, wo es noch eine weitere Alternative gibt.
Ich würde immer den Gang zum Nachlassgericht empfehlen, weil dort alle relevanten Informationen in die Ausschlagungserklärung aufgenommen werden. Die Ausschlagungen beim Notar führen im Regelfall zu Nachfragen beim Ausschlagenden und bedeuten für beide Seiten nur unnötige und vermeidbare Mehrarbeit.

Zur Ausschlagung kann man sich auch einfach mal in die §§ 1942 ff BGB einlesen, die auch relativ verständlich geschrieben sind.
 

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
Schade, aber dann geht es nicht. Eine Regelungslücke. Danke für den Tip mit dem Gericht statt Notar. Da ich , wenn ich nicht anwesend sein würde, ich mich im Ausland aufhalten würde, habe ich also eine längere Frist. Einen Wohnsitz habe ich dort noch nicht. Im Moment arbeite ich ja und wäre fast immer täglich bei der Post. Bin erst wieder ab Ende Juni 3 Monate fort.
 

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
6.703
Bewertungen
16.503
Eine Regelungslücke.
Völlig falsch. Diese Ausgestaltung ist absolut richtig so, denn es mag in deinem Fall von vornherein klar sein, dass hier absehbar kein werthaltiger Nachlass mehr kommen wird. In anderen Fällen muss das aber nicht gegeben sein und von daher ist es völlig richtig, dass eine Ausschlagung erst mit dem Erbfall möglich ist.
Bedenke dabei bitte, dass eine Ausschlagung unwiderruflich erfolgt und somit die Rechtsfolgen und Auswirkungen für einen zukünftigen Erbfall gar nicht absehbar wären.

Nur mal zwei Bsp, um das zu verdeutlichen:

- Elternteil und Kind haben sich zerstritten und das Kind schlägt jetzt vorsorglich und evtl unbedacht die Erbschaft aus. Jahre später versöhnen sich Elternteil und Kind wieder, aber die Erbschaft ist und bleibt trotzdem ausgeschlagen und das Kind kann somit nicht Erbe werden.

- Elternteil ist zum jetzigen Zeitpunkt hoch verschuldet und das Kind schlägt vorsorglich die Erbschaft aus, um irgendwann mal nicht mit Schulden belastet zu werden. Der Elternteil schafft es aber über Privatinsolvenz aus den Schulden herauszukommen und würde doch noch einen werthaltigen Nachlass vererben. Auch hier hätte das Kind das Nachsehen, weil die Ausschlagung unwiderruflich ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
@TazD Deine Beispiele sind richtig. Aber es könnte, nachdem wir allen Mist überregulieren, warum hier nicht. Aber das gleitet vom Thema ab. Abschließend gesagt sei auch gesagt das für diesen Onkel der Weg der Privatinsolvenz nicht zielführend wäre weil er verbotene unerlaubte Handlungen begangen hat für die er auch verurteilt wurde. .... Ich bedanke mich für die Antworten. Ich werde aufpassen müssen.
 

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
8.650
Bewertungen
8.742
Aber es könnte, nachdem wir allen Mist überregulieren, warum hier nicht.

Es geht rein um die Begrifflichkeit "Regelungslücke". Nur, weil etwas nicht so geregelt ist, wie du es gern möchtest, ist das noch lange keine Regelungslücke. Es ist schlicht so, dass der Gesetzgeber keine Erbausschlagung vor Kenntniserlangung über den Erbfall will. Da ist alles geregelt. Keine Lücke.
 

Antihartzer19

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
953
Bewertungen
1.166
@helga Oder der Gesetzgeber hat nicht dran gedacht. Dann ersetze ich Regelungslücke mit Regelungswunsch.
 
Oben Unten