Ist es gerade Hip so Links zu sein, dass man real Rechts wieder herauskommt?

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Admin2

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Dass das nicht nur ein Eindruck ist, zeigt sich derzeit bei vielen Gelegenheiten.
Man staunt oft nicht schlecht, wie plötzlich jene Sinnloses hofieren und per "der Feind meines Feindes ist mein Freund." auf dem Schoß eines gefährlichen neuen Nationalismus Platz nehmen, weil sie sich perfider Propaganda gewinnträchtig einseitig aufgestellter Medien nicht widersetzen "können" und dem anerzogen Mitleid heischenden Boulevard-Niveau folgen.
 

Friedensengel

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Das ist menschlich und war schon immer so.
"Die Bösen" und "Die Guten". "Schwarz" und "Weiß".
Mit ein wenig Intelligenz erkennt man Grautöne. Aber Intelligenz... nunja...
 

Admin2

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Das ist menschlich und war schon immer so.
"Die Bösen" und "Die Guten". "Schwarz" und "Weiß".
Mit ein wenig Intelligenz erkennt man Grautöne. Aber Intelligenz... nunja...
Es soll hier ja gerade nicht um "Grautöne" gehen, sondern um die Weißen, die plötzlich ganz Schwarz werden. ;)
 

Methe

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Das politische Spektrum ist schon mindestens seit Anfang des letzten Jahrhunderts ein Hufeisen, und manchmal nicht eindeutig.
Das sieht man alleine an der Tatsache, dass während zur Zeit unter Putins Führung die größte antifaschistische Aktion aller Zeiten zeigt, wie gelebter Antifaschismus aussieht, andere selbsternannte Antifaschisten Putin als solchen verdammen. Denn der Faschist, das ist immer der andere....

Unabhängig von diesem konkreten Beispiel halte ich es aber für gefährlich, pauschal bei Meinungen von "sich den Medien nicht widersetzen können" etc. zu sprechen. Das klingt ganz nach einer, in meinen Begriffen arroganten, Haltung, nach der es eine "richtige" politische gibt, die die einzige richtige ist, wenn man ja auch nur ausreichend informiert ist.

Bei gleicher Faktenlage darf es aber durchaus verschiedene Meinungen geben, und umgekehrt gehört zur Realität des Pluralismus, das man andere Meinungen als solche respektiert. Ich persönlich finde, dass in den letzten zehn Jahren erschreckenderweise gerade die Personen, die sich in der Mitte einordnen, dies nicht so sehen und einem für mich fragwürdigen Idealismus anhängen, der in den letzten zwanzig Jahren einen wesentlichen Abbau der gelebten Meinungsfreiheit in Deutschland mit sich gebracht hat. Und ich habe das Gefühl, dass dies auch ein Grund ist, warum die Positionen z.B. in der Coronaleugner-Szene, sich so wissenschaftsresistent verhärtet haben.

Konkret zu dem von dir gepostetem Artikel, ich teile weder Duktus noch Ansicht des von dir zitierten Artikels, erkenne aber seinen Wert als anderen Blickwinkel wertschätzend an.
 

pinguin

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Es ist in Europa leider noch nie wirklich gelungen, alle europäischen Nationen zu motivieren, beim Aufbau eines einheitlich hohen europäischen Lebenstandards gleichberechtigt mitzuwirken und nicht auf andere dabei herabzuschauen; eines der Hauptprobleme sind nicht die Nationen, sondern die real bestehenden klimatischen Konditionen, die bewirken, daß die einen weniger schaffen, als die anderen, was dann oft wiederum dazu führt, daß die, die mehr schaffen, auf jene herabblicken, die weniger schaffen, wobei jene, die mehr schaffen, oft nicht kapieren, daß sie genauso weniger schaffen würden, wären die realen klimatischen Konditionen bei ihnen ebenso gestaltet, wie bei jenen, die weniger schaffen.

Obige Aussage ist nur ein Beispiel für viele Bereiche, die weiter entwickelt sein könnten, als sie sind, wäre innerhalb der Europäer weniger Überheblichkeit genetisch eingeprägt.
 

Admin2

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die weiter entwickelt sein könnten, als sie sind, wäre innerhalb der Europäer weniger Überheblichkeit genetisch eingeprägt.

Ich denke, dass das hier weniger genetisch initiiert ist, als viel mehr an den zu sehr "gepamperten" Generationen liegt, die seit einigen Jahren so langsam in Positionen von Entscheidern und deren Umfeld "fließen".
Das wird in den nächsten ~20 Jahren noch viel deutlicher sichtbar werden.

Geprägt sind diese Generationen von einem als "Selbstbewusstsein" und "Freiheit" definierter Egoismus, der soziales Gemeinschaftswesen im Allgemeinen, in Bereiche rückt, die nur noch dem eigenen Wesen und Erfahrungsstand dienen, gerne auch aus Sicht immer kleinerer Gruppen in Verbindung mit weiteren Gruppen, die zwar sonst nicht zusammen agieren, in gewissen Positionen jedoch die gleichen Ziele verfolgen und daher temporär zusammenarbeiten.

Die schrägen "Einsichten" der "Zeitenwende", die auf diese Weise rechtfertigt, dass Menschen über "Demokratie" und "Freiheit" zu "Verbrauchsmaterial" degradiert werden, ist hier ein gutes Beispiel, denn es ist offensichtlich, dass man diese Ziele so noch nie erreichen konnte, denn Gewalt erzeugt Gegengewalt was real und auf die Situation bezogen, wenig mit derlei Zielen zu tun hat und nur unsinnig Menschenleben kostet.

Freiheit ist - zumindest in der Enge, die auf diesem Planeten inzwischen herrscht - immer damit verbunden, die Freiheit des Anderen zu respektieren. In der aktuellen Situation liegt jedoch hier "der Hund begraben". Hier soll die Freiheit des Einen mit Gewalt durchgesetzt werden, auch wenn diese Freiheit in einigen Bereichen den Anderen bedroht und dieser selbigen Umstand lange zuvor angezeigt und sich dahingehend bereits merklich eingeschränkt hatte. (...)
 

Admin2

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Das kann so nicht stehenbleiben; schon Gandhi zeigt doch, daß auf Gewalt nicht zwingend Gegengewalt folgt, dieses somit kein Automatismus ist. Auf Gewalt folgt sicherlich Widerstand, aber der kann eben auch passiv erfolgen.
Stimmt, das hätte ich mir bei Selenskyj gewünscht und das hätte auch viele Leben gerettet -

Leider sind aber einige Gemeinschaften/Länder noch nicht auf diesem Entwicklungsstand und wieder andere unterliegen aus den in meinem Posting zuvor von mir beschriebenen Umständen, einer auch dahingehenden Regression.
Es geht vielen schlicht zu lange, zu gut und so wird kausal kommen, was immer kommt, wenn man aus Erfahrung nicht nachhaltig lernen kann. In DE ist die Regression seit dem Millennium zu sehen und wird insbesondere mit "HartzIV" auch deutlichst demonstriert.

Egal welche Partei, egal in welche Schicht, es ist wieder so, dass man einen Schuldigen nimmt und diesen möglichst effektiv im Sinne der eigenen Ansichten "aburteilt" und das selbst dann, wenn man dazu unser ehemals gutes Rechtssystem ad absurdum führt "weil...".

Beispiel?
Bereits Satz 1. ist in Verbindung mit dem Vorgehen bei der Causa Ukraine - lächerlich!

Und dann:
Artikel 3

(ex-Artikel 2 EUV)

(1) Ziel der Union ist es, den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen ihrer Völker zu fördern.

LOL !
Was ist Usus seitdem die EU sich in einen Konflikt einmischt der nur 3 größenwahnsinnigen Führen dienlich ist?
Das genaue Gegenteil!


Nachtrag:

Die perfide politische Ausrede "Leben und Recht zu schützen", indem man erst einmal das Töten finanziert ist in einem pervertiert ausgelegtem wirtschaftlichen Denken begründet! Letztlich ist es aber schlicht die Entwürdigung der direkten und indirekten Opfer eines unnötigen Krieges und jenen (Opfern), die genau auf diese Perversion hinweisen.
 
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Tripod

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War (ist) Selenskyi nicht ein zartes Pflänzchen? Ein Hoffnungsschimmer (für wen auch immer) und wenn man so etwas hat, hegt und pflegt man das dann nicht?? Wartet die Ukraine nicht seit Juschtschenko nicht auf eine Vollendung der Revolution? Haben die Menschen dort weniger Recht auf die Freiheit als wir? Muss man sich als Staat/ Volk von Putin dem alten Kinderschreck vorführen lassen? Die Situation in Indien ist in keiner Weise mit der in Russland/ Ukraine zu vergleichen - China, Russland und Korea etc. zeigen uns täglich, wie man mit der Opposition verfährt - das destruktive Potenzial dieser Systeme ist nur durch einen zugespitzten Klimawandel zu hemmen, alles andere scheint die nicht mehr zu beeindrucken. Nicht die Kriegstoten scheinen mir das wirklich Problem, sondern die Zahl der Kollateralschäden, der Verlust an Freiheit, an Gemeinsamkeit, an Handlungsfähigkeit etc... Und Russland hat kein Problem mit der NATO im engeren Sinne, sondern mit der Durchsetzung der Handlungsfähigkeit des "Einen", der so fleißig zeugt, um eine Dynastie zu gründen.
 

pinguin

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@Admin2
Lies Dir den von Dir zitierten Satz des Art 3 Abs 1 EUV noch einmal durch; es mag jetzt zynisch klingen, aber da steht "ihrer Völker". Die Ukraine ist kein Mitglied der Union, deren Nation ist keines "ihrer Völker".

Konsolidierter Text: Konsolidierte Fassungen des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union

Eher greift hier Art 3 Abs 5

(5) In ihren Beziehungen zur übrigen Welt schützt und fördert die Union ihre Werte und Interessen und trägt zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger bei. Sie leistet einen Beitrag zu Frieden, Sicherheit, globaler nachhaltiger Entwicklung, Solidarität und gegenseitiger Achtung unter den Völkern, zu freiem und gerechtem Handel, zur Beseitigung der Armut und zum Schutz der Menschenrechte, insbesondere der Rechte des Kindes, sowie zur strikten Einhaltung und Weiterentwicklung des Völkerrechts, insbesondere zur Wahrung der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen.
Auch hier erkennt man aber, daß es gerade nicht darum geht, die Interessen der Bürger*innen eines Nicht-Unionslandes zu schützen.

Fragen kann und sollte man sich, ob Art 21 EUV eingehalten wird?

Artikel 21
(1) Die Union lässt sich bei ihrem Handeln auf internationaler Ebene von den Grundsätzen leiten, die für ihre eigene Entstehung, Entwicklung und Erweiterung maßgebend waren und denen sie auch weltweit zu stärkerer Geltung verhelfen will: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, die universelle Gültigkeit und Unteilbarkeit der Menschenrechte und Grundfreiheiten, die Achtung der Menschenwürde, der Grundsatz der Gleichheit und der Grundsatz der Solidarität sowie die Achtung der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts.

Die Union strebt an, die Beziehungen zu Drittländern und zu regionalen oder weltweiten internationalen Organisationen, die die in Unterabsatz 1 aufgeführten Grundsätze teilen, auszubauen und Partnerschaften mit ihnen aufzubauen. Sie setzt sich insbesondere im Rahmen der Vereinten Nationen für multilaterale Lösungen bei gemeinsamen Problemen ein.

(2) Die Union legt die gemeinsame Politik sowie Maßnahmen fest, führt diese durch und setzt sich für ein hohes Maß an Zusammenarbeit auf allen Gebieten der internationalen Beziehungen ein, um

a) ihre Werte, ihre grundlegenden Interessen, ihre Sicherheit, ihre Unabhängigkeit und ihre Unversehrtheit zu wahren;

b) Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, die Menschenrechte und die Grundsätze des Völkerrechts zu festigen und zu fördern;

c) nach Maßgabe der Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen sowie der Prinzipien der Schlussakte von Helsinki und der Ziele der Charta von Paris, einschließlich derjenigen, die die Außengrenzen betreffen, den Frieden zu erhalten, Konflikte zu verhüten und die internationale Sicherheit zu stärken;

d) die nachhaltige Entwicklung in Bezug auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in den Entwicklungsländern zu fördern mit dem vorrangigen Ziel, die Armut zu beseitigen;

e) die Integration aller Länder in die Weltwirtschaft zu fördern, unter anderem auch durch den schrittweisen Abbau internationaler Handelshemmnisse;

f) zur Entwicklung von internationalen Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Qualität der Umwelt und der nachhaltigen Bewirtschaftung der weltweiten natürlichen Ressourcen beizutragen, um eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen;

g) den Völkern, Ländern und Regionen, die von Naturkatastrophen oder von vom Menschen verursachten Katastrophen betroffen sind, zu helfen; und

h) eine Weltordnung zu fördern, die auf einer verstärkten multilateralen Zusammenarbeit und einer verantwortungsvollen Weltordnungspolitik beruht.

Und nun prüfe anhand der Hervorhebung in Rot des Art 21 Abs 1 EUV, wie das heutige Europa selbst entstanden ist; es ist Folge zweier idotischer, überflüssiger, schrecklicher Kriege -> und ist das der Maßstab.

Es entsteht nicht der Eindruck, daß Europäer aus Ihrer Vergangenheit wirklich gelernt haben oder lernen wollen.
 

Tripod

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Es entsteht nicht der Eindruck, daß Europäer aus Ihrer Vergangenheit wirklich gelernt haben oder lernen wollen.
Wie Du auf diesen Eindruck kommst ist mir schleierhaft - das kann nur daran liegen, das Du dich mit den angemessenen Hervorhebungen so schwer tust.
"Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, die universelle Gültigkeit und Unteilbarkeit der Menschenrechte und Grundfreiheiten, die Achtung der Menschenwürde, der Grundsatz der Gleichheit und der Grundsatz der Solidarität sowie die Achtung der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts."

Man kann, und nach genau diesem Grundsatz verfährt auch Putin, seine Wurzeln nicht beliebig stutzen, jeder versucht aber den anderen so gut es geht zum Bonsai zu kultivieren - solange wir den "Block Gegensatz" noch leben, bleibt das so. In diesem Süpiel gibt ma nicht klein bei ohne guten Grund.
 

pinguin

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@Tripod
Ist es mit der "Achtung der Menschenwürde" vereinbar, Unschuldige abzumurksen?
 
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