Ist Erbschaftsausschlagung bei Insolvenz erlaubt?

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Hugo5

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
9 Juli 2007
Beiträge
74
Bewertungen
0
Ist bei bestehender Wohlverhaltensphase in der Insolvenz möglich eine Erbschaft auszuschlagen, auch wenn man eine Kleinigkeit erben sollte?

Oder darf man bei bestehender Insolvenz eine Erbschaft gar nicht ausschlagen, weil man damit den Gläubigern mögliches Geld, das in die Masse fliessen würde, bewusst vorenthalten würde.

Wenn ich eine Erbschaft ausschlage würde, würden automatisch meine Geschwister davon profitieren. Das wäre mir lieber, als Gläubigerbanken zu begünstigen!
 

physicus

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
1 März 2008
Beiträge
6.713
Bewertungen
1.087
eine erbschaft fliesst zu 100% in die insolvenzverwaltung, das ist aber das was du eh schon weist.
du bist als erbe sicher nicht davon befreit auch ein solches aus zu schlagen.
ob du das erbe antrittst oder nicht ist ausschließlich dir überlassen.

manch einer weis ja im vorhinein noch nicht mal ob er viell. schulden erben würde.

mfg physicus
 
E

ExitUser

Gast
Nach Auskunft meines TH kann man auch in Inso u. als ALG II - Empfänger die Erbschaft ausschlagen.
 

Ferenz

Elo-User*in
Mitglied seit
11 Juni 2008
Beiträge
227
Bewertungen
70
...Ist bei bestehender Wohlverhaltensphase in der Insolvenz möglich eine Erbschaft auszuschlagen, auch wenn man eine Kleinigkeit erben sollte?


Das ist Dein gutes Recht selbst zu entscheiden !

ZITAT:

"Erben in der Insolvenz
Obliegenheiten des Schuldners auf dem Weg zur Restschuldbefreiung

Regelmäßig kommt es zwischen Insolvenzverwalter und Schuldner im Insolvenzverfahren über die Möglichkeit einer Erbausschlagung zu einem Dissens. Ursache dafür scheint m.E. auch zu sein, dass die Frage, ob die Annahme der Erbschaft zu den Obliegenheiten des Schuldners im Sinne des § 295 InsO gehört, per Gesetz bzw. Amtlicher Begründung zu § 244 RegEInsO (BT-Drucks. 12/2443, 192) nicht explizit geregelt wurde.

Erbausschlagung

Schlägt der Schuldner eine Erbschaft aus und fällt diese im Wege der Erbfolge einem anderen Mitglied seines Haushalts oder seiner Familie zu, so haben die Gläubiger darauf keinen Zugriff. Die Ausschlagung fällt nicht unter die Versagungsgründe des § 296 InsO (Versagung der Restschuldbefreiung aufgrund Verstoßes des Schuldners gegen Obliegenheiten). Die Ausschlagung ist somit insolvenzrechtlich zulässig.

Erben in der Insolvenz

Erlangt ein Schuldner während der Laufzeit des Restschuldbefreiungsverfahrens durch einen Erbfall Vermögen, obliegt es ihm gemäß § 295 I Nr. 3 InsO, den Treuhänder von dem eingetretenen Erbfall zu unterrichten. Von dem erlangten Erbe hat er nur die Hälfte an den Treuhänder zur Auskehrung an die Gläubiger herauszugeben. Der Gesetzgeber wählt diesen „Mittelweg“, da einerseits die Verpflichtung zur vollständigen Abgabe des Vermögens wohl dazu führen würde, dass der Schuldner durch Ausschlagung der Erbschaft oder in anderer Weise dafür sorgt, dass ihm das betreffende Vermögen nicht zufällt. Andererseits sieht der Gesetzgeber es als unbillig an, wenn dem Schuldner die Restschuldbefreiung gewährt würde, ohne dass er im Wege des Erbfalls erlangtes Vermögen antasten müsste, obwohl dadurch für die Gläubiger eine erheblich höhere Befriedigungsaussicht bestünde."

Quelle:
Erben in der Insolvenz | Insolvenzrecht | Ratgeber | Rechtsanwaltskanzlei just law Göttingen
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten