Ist eine Mietbescheinigung mittlerweile Pflicht?

musiker01

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
24 Februar 2009
Beiträge
402
Bewertungen
51
Hallo,

ist eine Mietbescheinigung bzw. ein formloses Schreiben den Vermieters über die aktuell gezahlte KDU mittlerweile Pflicht? Weil mein Jobcenter nach meinem Widerspruch immer noch auf diesen Unterlagen besteht und meint, Sozialdatenschutz hin und her, ich bin verpflichtet im Rahmen der Mitwirkung o.g. Unterlagen zu bringen.
 
E

ExitUser

Gast
AW: Mietbescheinigung mittlerweile Pflicht?

Wenn du einen Mietvertrag + deine Kontoauszüge abgegeben hast, dürfte das ausreichend sein.

Ansosten kannst du die Mietbescheinigung AUCH SELBST schreiben.

Aktenzeichen: B 14 AS 65/11 Urteil des Bundessozialgerichts im Januar 2012
„Der Mieter darf nicht durch den Leistungsträger gezwungen werden, seinen Hartz-IV-Bezug gegenüber dem Vermieter zu offenbaren“
Sanktionsbewährte Mietbescheinigungen sind also rechtswidrig.
 

musiker01

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
24 Februar 2009
Beiträge
402
Bewertungen
51
Man ist leider der Ansicht, nur weil lt. Kontoauszug ich die Summe X an den Vermieter mtl Überweise, wäre das ja noch kein Beweis dafür, das meine KDU entsprechend hoch sind.

Seit 2004 ist mein Mietvertrag (inkl. der dort erwähnten NK) nicht mehr geändert worden, natürlich hab ich jährlich die angepassten Abschläge bezahlt. Das Jobcenter ist allerdings der Auffassung ich bräuchte einen aktualisierten Mietvertrag und ansonsten eine Mietbescheinigung bzw. ein formloses (= der dreh, wie man doch noch meint den Sozialdatenschutz aushebeln zu können) Schreiben des Vermieters über die tatsächlich gezahlten KDU.

:mad:
 
E

ExitUser

Gast
@ Musiker

Du hast ja jetzt das Urteil, dann kannst du ihnen eine :icon_laber:

lass dich nicht ärgern!

cu :wink:
 

Wutbuerger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
21 August 2012
Beiträge
4.806
Bewertungen
2.357
Moment .. meinst du eine Mietbescheinigung oder eine Mietkostenbescheinigung? Da stehen da die einzelnen Posten an Nebenkosten , die Heizkostenvorauszahlung , die Art der Heizung , das Baujahr des Gebäudes etc
 

musiker01

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
24 Februar 2009
Beiträge
402
Bewertungen
51
Dieses!

Steht aber "Mietbescheinigung" drauf.
 

Lacrimosus

Neu hier...
Mitglied seit
2 Dezember 2014
Beiträge
2
Bewertungen
2
Bei der Mietbescheinigung ist man auf die Mitwirkung des Vermieters angewiesen, wenn dieser sich quer stellt, kann man die Bescheinigung gar nicht vorlegen, selbst wenn man will.
Schon deshalb ist das fordern einer Mietbescheinigung rechtswidrig.

Bei mir fordert das Jobcenter ebenfalls bei jedem Erstantrag eine "Mietbescheinigung".
Ich habe dem Jobcenter einfach schriftlich mitgeteilt, dass ich solch eine Bescheinigung beim Vermieter angefordert habe und damit meine Möglichkeiten der Mitwirkung erfüllt habe, danach hab ich in der Richtung nichts mehr von denen gehört.
 
H

hierheute

Gast
...dann musst Du dein JC besser "erziehen". Sowas kann nicht Pflicht sein, schon allein dadurch, dass durch derartige Verpflichtungen das GG ausser Kraft gesetzt werden würde.

Dein "Riecher" schlägt schon richtig an, keine Sorge
 

Heidschnucke

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 September 2007
Beiträge
676
Bewertungen
368
Diese Mietbescheinigung hat natürlich mehrere Aufgaben sicher wie wir denken die Tatsächlichen Kosten der Unterkunft festzustellen.
Aber das könnte man ja auch mit weniger Aufwand haben, bei uns sind da auch Fragen bei, die damit nicht zu tun haben, mir war das auch suspekt und habe da mal nachgebohrt, und habe auch Antworten gefunden.
Die Mietbescheinigungen werden genommen um daraus einen Mietpreisspiegel für die Kommunen abzuleiten für die Wohngeldstellen, und wenn man sich die Fragen mal genau anschaut macht das Sinn. Nun wird dieser oder jener Sagen, bei uns gibt es keinen Mietpreisspiegel, übrigens bei uns wird das auch behauptet. Aber was ist der Wert so eines Mietpreisspiegel, ist ein Statistik und glaube keiner die du nicht selber gefälscht hast, deshalb liegen die auch schön im Giftschrank der Kommunen, aber Ihre Angemessenheitsrichtlinien berufen sich darauf. Aber wo sollen sie die Daten her haben ich wüsste nicht das Vermieter jemals darüber befragt worden sind, die würden sich die Arbeit auch nicht machen. Da ist es viel einfacher Mietbescheinigungen zu fordern, der Hilfesuchende wird Stigmatisiert und man bekommt Daten ganz umsonst die zwar nicht repräsentativ sind aber zum gämmeln genau richtig. Ich kenne niemanden der sich eine neue Wohnung suchen muss, und mit den Vorgaben der Kommune zurechtkommt, hier treffen Welten aufeinander!
Schön runtergerechnet; nicht aktuell, meist mehrere Jahre alt, und zur Not wird Wohnraum vernichtet (Sorry Rückbau) wie bei uns im LK; blos um die Preise hoch zu halten!
 

musiker01

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
24 Februar 2009
Beiträge
402
Bewertungen
51
Habe gerade nochmal in das Jobcenter-Schreiben geschaut:

demnach ist das Jobcenter auch der Meinung, das die von mir eingereichten Unterlagen (Mietvertrag und aktuelle (!!!) Nebenkostenabrechnung) nicht ausreichend sind, um meine KDU zu belegen, da dort der Vermieter nirgendwo die aktuell zu zahlende Nebenkostenvorauszahlung schriftlich fixiert hat. Daher könne man meine KDU nicht anerkennen, nur weil ich Summe X Überweise sei dies ja kein Beweis für die KDU.

Ist es nicht allgemein üblich, das man seine Nebenkostenvorauszahlungen der NK-Abrechnung entsprechend anpasst? Gibt es eine Vermieterpflicht die angepasste Vorauszahlung jährlich (oder überhaupt) schriftlich zu fixieren?
 

Purzelina

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
26 November 2010
Beiträge
5.694
Bewertungen
2.047
Ist es nicht allgemein üblich, das man seine Nebenkostenvorauszahlungen der NK-Abrechnung entsprechend anpasst? Gibt es eine Vermieterpflicht die angepasste Vorauszahlung jährlich (oder überhaupt) schriftlich zu fixieren?
In vielen Fällen macht der Vermieter dies automatisch mit der jährlichen Betriebskostenabrechnung.

Wenn der Vermieter dies nicht macht, kann der Mieter den Vermieter um eine Anpassung bitten. Entweder lehnt Vermieter ab oder erteilt seine Zustimmung. Üblicherweise macht man sowas aus Beweiszwecken immer schriftlich.
 

Falwalla

Elo-User*in
Mitglied seit
22 Dezember 2010
Beiträge
364
Bewertungen
42
Habe gerade nochmal in das Jobcenter-Schreiben geschaut:

demnach ist das Jobcenter auch der Meinung, das die von mir eingereichten Unterlagen (Mietvertrag und aktuelle (!!!) Nebenkostenabrechnung) nicht ausreichend sind, um meine KDU zu belegen, da dort der Vermieter nirgendwo die aktuell zu zahlende Nebenkostenvorauszahlung schriftlich fixiert hat. Daher könne man meine KDU nicht anerkennen, nur weil ich Summe X Überweise sei dies ja kein Beweis für die KDU.

Ist es nicht allgemein üblich, das man seine Nebenkostenvorauszahlungen der NK-Abrechnung entsprechend anpasst? Gibt es eine Vermieterpflicht die angepasste Vorauszahlung jährlich (oder überhaupt) schriftlich zu fixieren?

momentchen: in der nebenkostenabrechnung bzw. betriebskostenabrechnung wird doch die erhöhung oder eine absenkung der miete ausgewiesen.
sprich: die aktuelle miete ist ab dem tag X zu zahlen.

ist das bei dir nicht der fall?

lg f.
 

Seepferdchen

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
22.831
Bewertungen
14.920
Gibt es eine Vermieterpflicht die angepasste Vorauszahlung jährlich (oder überhaupt) schriftlich zu fixieren?
Ja weil die Nebenkosten Bestandteil der Miete ist bzw. dem Mietvertrag ist
und der Mieter die Pauschale in der Abrechnung für das laufende Jahr
sehen muß.

Genauso muß für den Mieter nachvollziehbar sein welche Kosten in welchem Zeitraum und Höhe entstanden sind.



Nach Ablauf eines Jahres müssen die Nebenkosten abgerechnet, sonst verliert der Vermieter den Anspruch auf eventuelle Nachzahlungen. Es ist auch genau festgelegt, wie eine Betriebskostenabrechnung (Abrechnung der Nebenkosten, zweite Miete) auszusehen hat:

Sie muss vollständig und geordnet sein und den Abrechnungszeitraum genau bezeichnen, jede Betriebskostenart muss gesondert aufgeführt werden und Einnahmen und Ausgaben müssen benannt werden. Es ist auch die Aufteilung auf die Mietparteien darzustellen und die Gesamtkosten müssen nach dem vereinbarten Verteiler- oder Umlageschlüssel verteilt werden.

Quelle:
meinzuhause24.com
 
Oben Unten