Ist ein unseriöses Unternehmen ein Grund, einen Vermittlungsvorschlag abzulehnen?

Nutzer123

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Ich bekam soeben per Mail
(jaja ich weiß eigentlich keine Mailadresse rausgeben und nur auf Post-Vorschläge reagieren. Aber bisher hat mir meine AV immer gut weitergeholfen, daher habe ich Vertrauen zu ihr aufgebaut)
einen Vermittlungsvorschlag für einen Mindestlohn-Job. Also beworben, weil ich dachte es sei ein seriöses Arbeitsangebot. Man schaut, ob ich die Tätigkeit gut beherrsche und stellt mich dann ein. Ist nur "mit den Fingern zusammenschräubeln", also nichts besonderes.

Jetzt habe ich mit dem AG telefoniert, für ein Probearbeiten. Ich meinte, die Adresse habe ich, über google maps finde ich das schon. Nein, offenbar ist das Gebäude nicht so einfach zu finden. Ich soll ihn anrufen, wenn ich Straße xxxx erreicht habe und er sagt mir dann am Handy, wie ich weiter gehen soll. Das klingt schonmal seltsam. Irgendwie weigere ich mich auch, so ein Spiel mitzumachen. Man kann ja nicht von mir erwarten, dass ich ein Handy habe und erreichbar bin. Wenn ich bei der Adresse keine Klingel mit dem Firmenname finde, kann ich auch nichts machen.

Des weiteren habe ich das Unternehmen gegoogelt. Die Einträge sind interessant. Greifen scheinbar Kundendaten ab und verkaufen sie weiter. Stellen Produkte her, die nach einigen Monaten oder direkt kaputt sind und wenn man Widerspruch einlegt wird Telefonterror betrieben. Und so weiter.

Ich kann mir also denken, was das wird. Die bezahlen mir Mindestlohn (oder finden Gründe mir weniger zu zahlen), kassieren vom Jobcenter ein paar Monate Geld und werfen mich danach raus. Oder machen solchen Druck, dass man selbst nach einiger Zeit kündigt.

Zum Probearbeiten möchte ich erstmal gehen, wenn ich die Firma finde. Da ich noch keinen offiziellen Brief vom JC bekommen hat muss ich ja nicht erwähnen, dass das JC mich geschickt hat.

Meine Frage ist aber, kann ich mit den Googleergebnissen oder wenn ich "unter der Adresse leider vor Ort keine Firma mit dem Name gefunden habe" das Angebot ablehnen?

Details, um welche Firma es genau geht, gebe ich nur per privater Nachricht weiter. Bitte habt Verständnis dafür. :)
 

Linuxfan

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Hallo Nutzer123,

ab und an kann man aus der Unternehmensform eventuelle Rückschlüsse ziehen: Ich habe selbst mal für eine Ltd. mit Sitz in Deutschland gearbeitet und gar kein Geld gesehen. Bei einer anderen Ltd. habe ich aber keine Probleme und arbeite gerne mit ihnen zusammen. Ltd. muss an sich nicht schlechtes heissen aber vielleicht kannst Du mal die Gesellschaftsform posten und den Ort der Firmenregistrierung.

Der Hintergrund ist, dass größere Firmen eine Offenlegungspflicht haben: Bilanzen etc. müssen beispielsweise veröffentlicht werden und bei öffentlichen AGs an der Börse sind wegen Anlegerschutz noch mehr Vorschriften.

Vielleicht ist es so eine Tätigkeit, wo man Adressen aus dem Internet zusammen sucht, diese dann in eine Datenbank eingibt und die Datenbank dann an Kunden verkauft wird.

Bei Amazon gibt es so ein Geschäftsmodell namens "Mechanical Turk" wo man dann pro Adresse 5 Cent oder so bekommt. Für deutsche Verhältnisse ist das zu wenig zum Leben und so machen das Leute aus Ländern mit geringeren Lebenserhaltungskosten. Glaube, dass das da auch die Gewerkschaft da einen Riegel vorgeschoben hat. Meine Anmeldung bei "Mechanical Turk" wurde jedenfalls abgelehnt.

Über die Jobbörse der Agentur für Arbeit habe ich auch viel Mist bekommen: DVAG, OVB etc. Also Finanzvertrieb mit Multi-Level-Marketing-Schema.
 

Nutzer123

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Rechtlich ist soweit alles eingetragen, ist eine GmbH. Mir geht es eher ums Prinzip. Ich schicke dir mal eine Nachricht.
 
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Pichilemu

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Weiß das JC, dass du ein Handy hast?

Wenn nicht, würde ich ganz frech sein und vom AG eine schriftliche Bestätigung einfordern dass für die Probearbeit ein Handy notwendig ist und beim JC die Übernahme der Kosten für ein Handy beantragen.

Würde mich mal interessieren, was die dazu sagen.
 

Nutzer123

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Das JC weiß, dass ich kein funktionstüchtiges Handy habe. Die fragen ja jedes mal nach meiner Handynummer und bekommen sie mit dieser Begründung nie.

Handy ist ja nicht notwendig, zum arbeiten. Aber scheinbar, um den Weg zu diesem ominösen Firmengebäude zu finden, welches man ohne Anweisungen am Handy vor Ort nicht findet. Keine Ahnung, so hat der AG mir das beim Festnetz-Telefonat erzählt.

Ich sehe gerade, die Mail ist ein Stellenangebot und kein Vermittlungsvorschlag. Keine Referenznummer und keine Rechtsfolgebelehrung. Ich hätte besser erst warten sollen, bis das richtig per Post kommt. Aber ich hatte mich auf die Arbeitschance gefreut und wusste ja vor dem Telefonat nicht, dass das so seltsam ist.


Im Klartext geht es mir nur darum, ob ich ein Jobangebot mit Rechtsfolgebelehrung ablehnen darf, wenn ich nachweisen kann, dass der AG unseriös ist. Es gibt wie gesagt über google zahlreiche Treffer, wo sich beschwert wird, dass Kunden verarscht oder bedroht werden. Natürlich sehe ich erst vor Ort, ob das übertrieben ist. Je nachdem wie ernst das Vorstellungsgespräch ausfällt.


edit: Und wenn ich vor Ort das Unternehmen einfach nicht finde und wieder nach Hause gehe, was passiert dann eigentlich?
 
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Pichilemu

Gast
Große Chancen sähe ich da nur, wenn das Unternehmen bereits rechtskräftig wegen eines Betrugs- oder eines anderen Delikts (hier kommt ja noch Verstoß gegen das UWG ins Spiel) verurteilt wäre.

Wenn du das Unternehmen nicht findest, könnte das JC theoretisch sagen "dann bist du zu doof zum Suchen". Das müsstest du im Zweifel sehr gut beweisen können, dass die Firma wirklich nicht auffindbar ist.

Die größten Chancen sähe ich wirklich darin, die Kosten für ein Handy mitsamt Prepaid-Karte zu beantragen. Ich glaube nämlich nicht, dass das JC das machen wird.
 

Nutzer123

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Wenn nachweisbar der Unternehmensname nicht auf dem entsprechenden Klingenschild steht (bzw. das Gebäude nicht sonstwie durch einen Schriftzug erkennbar ist) und der AG mir auch nicht gesagt hat "klingeln Sie bei xxxx" wäre das ja nachweisbar.

Ich habe das Gespräch bereits morgen Vormittag (heute 17:30 ausgemacht) und möchte es eig auch wahrnehmen. Da ist keine Zeit mehr, mit dem JC zu telefonieren.
 

kosakenzipfel

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Ich soll ihn anrufen, wenn ich Straße xxxx erreicht habe und er sagt mir dann am Handy, wie ich weiter gehen soll. Das klingt schonmal seltsam. Irgendwie weigere ich mich auch, so ein Spiel mitzumachen
Auf so etwas würde ich mich niemals einlassen! Das klingt für mich nicht nur in höchstem Maße unseriös, sondern auch gefährlich. Und deiner Schreibe entnehme ich, dass du dich dabei jetzt schon unwohl fühlst... Ich würde da nicht auflaufen.

Und wo wird der Lohn für die Probearbeit hinterlegt? In den hohlen Baumstumpf bei der grossen Eiche? Bei Vollmond? :icon_evil:

Du hast bzgl. der "Firma" schon recherchiert, ich würde deine Forschungsergebnisse deinem SB auf den Tisch knallen, mit der Bitte, sich abzusichern, was denn da an Arbeit überhaupt vermittelt werden soll.
 
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ExitUser

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Bist du ne Frau? Dann würde ich nur von außen gucken.
 

gelibeh

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Erstens musst Du Dir auch eine Probearbeit vom JC genehmigen lassen. Das schon aus versicherungstechnischen Gründen. Zweitens musst Du Dich nur auf VVs mit RFB bewerben, die in Papierform gekommen sind. Das ist doch noch gar nicht passiert. Warum machst Du Dir einen Kopf?
 

Nutzer123

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Dass ich mir Probearbeiten genehmigen lassen MUSS war mir auch nicht bewusst. Auch wenn es nur 2 Stunden sind? Wenn ich also irgendwo en Vorstellungsgespräch habe und man meint im Anschluss spontan zu mir "so, jetzt arbeiten Sie hier mal 2 Stunden" muss ich das ablehnen?
 

Berenike1810

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@Nutzer123,

ich habe einen Bewerbungsbefehl, mit RFB, abgelehnt und das blieb ohne Folgen.

Meine Begründung:

Der GF ist bekennender Scientologe und wer bei dem nicht innerhalb der Probezeit "mitzieht" wird gegangen".

> Die Frau Sabe war wirklich sehr aufgebracht, ich hingegen blieb sachlich und erklärte ihr meine Erkenntnisse.

Z-B., dass ein ehemaliger Arbeitskollege, welcher mit mir und weiteren 72 Angestellten, seinerzeit die Erwerbsarbeit verlor, es dort satte 4 Monate ausgehalten hat und danach "reif für die Insel" war; ausserdem möge sie sich doch einmal die bzgl. Website genau ansehen, - ob ihr da nicht einiges "eigenartig" vorkäme.

>> Die hat geschäumt vor Wut, ich bat darum, einen Eintrag in meiner Akte bzgl. dieser, meiner, Aussage zu tätigen.

Berenike
.
 

Linuxfan

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Der GF ist bekennender Scientologe und wer bei dem nicht innerhalb der Probezeit "mitzieht" wird gegangen".
Noch so richtig, dass das Vorstellungsgespräch durch Auditing ersetzt und man an einen e-Meter angeschlossen wird?

L. Ron Hubbard hat sich wohl auch mit den Themen des Managements beschäftigt und mit WISE (World Institute of Scientology Enterprises) gibt es wohl auch einen Firmenverbund, der diese Managementlehre lebt. Habe mich nie an "Dianetik" rangetraut sondern nur "Scientology - Ich klage an" von Renate Hartwig gelesen. Das hat mir aber schon gereicht. Kann ich mir gut vorstellen, dass die Menschen durch die Psycholehren kaputt gemacht werden.

Ich würde auch nicht für einen Scientologen arbeiten wollen. Meine Kenntnis über Scientology habe ich aus mehreren kritischen Büchern entnommen.
 

Berenike1810

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@Linuxfan,

mein Ex-Arbeitskollege war/ist, wirklich ein hochgebildeter und gestandener Mensch, wir haben ein paar Jahre im Team gearbeitet, als ich ihn dann, einige Monate nach der beruflichen "Trennung", wieder traf, war ich perplex !

Ich zweifelte an keinem seiner Worte ! >Und informierte mich danach über das I-Net.


Das Schemata:

Softwareunternehmen; 6 Monate Probezeit;

beinahe täglich "persönliche Gespräche", welche in die "Tiefe" gingen (???)

Schon nach ca. 3 Wochen, wurden die psychischen Daumenschrauben langsam angezogen.

> Es kam dann so weit, dass man ihm ganz klar sagte: "man empfehle ihm, sich rasch anzupassen....." u.s.w.

....Keiner verbringt seine Mittagspause alleine / ....was wollen wir heute Abend machen....u.s.w. - war wohl an der Tagesordnung.

Als ich mir unter diesem Gesichtspunkt damals die Firmenpsychologie, die Vita und die Visionen, des GF, reingezogen habe, dachte ich: das ist der Wahnsinn."

Nach 4 Monaten konnte der Mann da nicht mehr hingehen, landete bei'm Arbeitsamt.

Glücklicherweise fand er einige Wochen (2 Monate oder so ?) danach eine Anstellung in der Schweiz.

Hätte die Frau Sabe mir damals ein Problem, wegen meiner Verweigerung bereitet, hätte ich mit allen Mitteln um Wiedergutmachung gekämpft !

Ich wurde nie mehr darauf angesprochen.

Berenike
.
 

Nutzer123

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Danke für die hilfreichen Antworten. Je länger ich mich mit dem Unternehmen beschäftigt habe desto seltsamer wird die Sache. Die haben verschiedene Onlineshops bzw. Shopinternetadressen unter ihrer GmbH. Laut Handelsregister sind sie auf der Straße, die mir auch google maps angezeigt hat. Und wenn sie darunter im Handelsregister eingetragen sind müssen sie bei der Hausnummer (so viel zu suchen gibt es bei einer konkreten Hausnummer ja nicht) ja zumindest einen Verwaltungssitz haben.

Ihre Unternehmenswebsite laut Handelsregister ist offline und leitet auf eine weitere inaktive Seite weiter, die dritte ist schließlich einer ihrer Onlineshops.

Wenn man ihre Telefonnummer laut Handelsregister googelt kommen Kundenbeschwerden, dass da nur Dauerbesetzt ist.

Ich werde wirklich einfach zu der Hausnummer gehen, im Impressum der Onlineshops steht die gleiche Adresse wie im Handelsregister. Wenn sie dort nicht sind lasse ich mich vielleicht doch auf das Vorstellungsgespräch ein und erkundige mich, warum sie woanders sitzen als (auch im VV per Mail) angegeben.


Ich musste mich schon bei Telefonabzockfirmen bewerben, die "Besenpakete" und Zeitungsabos verkauft haben und die habe ich auch alle unter der Firmenadresse gefunden mit Klingelschild.
 
H

hierheute

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warum willst Du denn da überhaup hin? VG womöglich in ner Privatwohnung?? Und wenn die Dich innen dunklen Hinterhof ziehen?...

-> § 65 SGB 1: "Grenzen der Miwirkungspflicht"
[...]
1. ihre Erfüllung nicht in einem angemessenen Verhältnis zu der in Anspruch genommenen Sozialleistung oder ihrer Erstattung steht oder
2. ihre Erfüllung dem Betroffenen aus einem wichtigen Grund nicht zugemutet werden kann oder
[...].
1. bei denen im Einzelfall ein Schaden für Leben oder Gesundheit nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann
[...]

können verweigert werden.
https://dejure.org/gesetze/SGB_I/65.html
 

Linuxfan

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Nutzer123,

ein kleines Nugget, was eventuell hilfreich sein könnte, ist die Bilanz zu prüfen:
https://www.bundesanzeiger.de

Man bekommt sicherlich nicht jedes Detail aus einer Bilanz aber man kann die Entwicklung des Eigenkapitals verfolgen, ob es sich von Jahr zu Jahr vermehrt hat.
 
P

Pichilemu

Gast
Die Mitwirkungspflicht dürfte hier nicht zu Tragen kommen, wohl aber die Sanktionsregelungen.

Und das muss man erstmal beweisen können, dass man entführt/als Geisel genommen/vergewaltigt/ermordet worden wäre, wenn man die Arbeit angenommen hätte. Das halte ich für nahezu unmöglich.
 

Nutzer123

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Auch heute noch kein VV mit RVB angekommen. Ich werde zwar Ärger mit meiner SB bekommen, aber behaupten dass dachte "das wäre nur ein unverbindlicher Vorschlag gewesen, sonst hätte sie es ja per Post mit RVB geschickt"

Das Thema hat sich also vorerst erledigt. Bis die SB den Brief nachgeholt hat, hat das unternehmen sicher schon andere Leute gefunden, die aus meiner Region kommen und sich auch bewerben mussten.


Gefunden habe ich das Unternehmen dann doch. Einfach mal bei einem Laden unter der Adresse gefragt. Habe misstrauische Blicke geerntet und wurde dann tatsächlich über einen breiteren Trampelpfad zu einem Gebäude geschickt, wo kein Firmanename oder sonstwas draußen dransteht.
 
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