Ist ein Stellenangebot der Jobbörse immer verbindlich?

isostar

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Hallo!

Ich beziehe ALG1 seit einem Jahr.

Ich habe in der Jobböre der Arbeitsagentur mittels Suchassistenten ein Stellenangebot bei einer Zeitarbeitsfirma gefunden und mich beworben. Die ausgeschriebene Stelle war KEIN Vermittlungsvorschlag mit dem Hinweis "Zur Bewerbung aufgefordert" (und demnach auch ohne Rechtsbelehrung).

Demnächst ist eine Umschulungsmaßnahme geplant.
Jetzt bekomme ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bei dieser Zeitarbeitsfirma.

Fragen:
1. Sollte der Job nichts für mich sein (Arbeitsgebiet, Anfahrt, Bezahlung.....) - muss ich ihn trotzdem annehmen?
2. Verliere ich, wenn ich ihn ablehne, meinen Anspruch auf ALG1?
3. Sind grundsätzlich nur die Vermittlungsvorschläge der Arbeitsagentur, zu denen man zur Bewerbung aufgefordert wird, verbindlich?

Der Hintergrund ist der, dass eine Umschulung mir sehr viel mehr bringen würde und ich diese natürlich sehr gerne durchführen würde.

Vielen Dank vorab für die Antwort.
 

gelibeh

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Du hast keinen schriftlichen VV mit Rechtsfolgenbelehrung bekommen. Darum kannst Du den Job auch ablehnen.
 

isostar

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Ok, das heisst also für ALG-Dummies wie mich:
wenn ich mir selber eine Stelle suche (auch über die Jobbörse), mich bewerbe, zum Vorstellungsgespräch gehe und da feststelle, die zahlen zuwenig oder die Tätigkeit liegt mir nicht, dann kann ich sagen: nein danke. Und das ohne Folgen? Ich dachte immer, man ist verpflichtet, sich überall zu bewerben und alles anzunehmen.
Sorry, dass ich es noch einmal genau wissen will :)
 
G

Gast1

Gast
Isostar, ich zitiere mal das entsprechende Gesetz, das für Dich als ALG-I-Bezieher(in) gilt:

§ 159 Ruhen bei Sperrzeit

(1) Hat die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer sich versicherungswidrig verhalten, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben, ruht der Anspruch für die Dauer einer Sperrzeit. Versicherungswidriges Verhalten liegt vor, wenn

...

2. die bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldete (§ 38 Absatz 1) oder die arbeitslose Person trotz Belehrung über die Rechtsfolgen eine von der Agentur für Arbeit unter Benennung des Arbeitgebers und der Art der Tätigkeit angebotene Beschäftigung nicht annimmt oder nicht antritt oder die Anbahnung eines solchen Beschäftigungsverhältnisses, insbesondere das Zustandekommen eines Vorstellungsgespräches, durch ihr Verhalten verhindert (Sperrzeit bei Arbeitsablehnung),
Quelle: § 159 SGB III

Im Umkehrschluss bedeutet dies: alle Stellenangebote, egal, ob selbst gesucht oder von der Agentur für Arbeit vorgeschlagen, die keine Rechtsfolgenbelehrung enthalten, können und dürfen nicht zu einer Sperrzeit führen. Selbst gesuchte Stellenangebote haben naturgemäß keine Rechtsfolgenbelehrung.
 

Texter50

Super-Moderation
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Ein Tipp: auf der Liste für die Bewerbungsnachweise haben diese Bewerbungen, bei denen Du vielleicht auch unsicher bist, besser zunächst nichts zu schaffen. :biggrin:
Somit ist weitgehend garantiert, dass auch niemand bei der AfA etwas davon erfährt!
Auch blöde Fragen bleiben einem erspart, wenn man im Bezugs-System nicht alles mitteilt! :icon_mrgreen:
 
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