Ist ein Darlehen Angebot vom Jobcenter verhandelbar?

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Shadow315

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Hallo liebe Leute

Ich habe kürzlich einen Antrag auf ein Darlehen über 600 Euro für die Anschaffung einer neuen Waschmaschine sowie einen neuen Kühlschrank
beim Jobcenter eingereicht.
Meine Waschmaschine hat einen irreparablen Totalschaden und mein Kühlschrank läuft dauernd aus und kühlt nicht mehr.

Jetzt habe ich hier das Antwortschreiben vom Jobcenter vorlegen:
Betreff: Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)


Sehr geehrter Herr X,

Ihren Darlehensantrag habe ich erhalten. Nach Vorgaben der Stadt X kann für die Ersatzbeschaffung eines Küschlankes und einer
Waschmaschine insgesamt ein Darlehen in Höhe von insgesamt 300.00 €. Sollten sie hiermit einverstanden sein, bitte ich um Rückgabe des anliegenden
Darlehensbescheid (ausgefüllt und unterschrieben).


Rechtsbefehlsbelehrung:

Gegen diesen Bescheid kann jeder Betroffene oder ein von diesem bevollmächtigter Dritter innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch
erheben. Für Minderjährige oder nicht geschäftsfähige Personen handelt deren gesetzlicher Vertreter. Der Widerspruch ist schriftlich oder zur
Niederschrift bei der im Briefkopf genannten Stelle einzulegen.


Mit freundlichen Grüßen.....


Eigentlich wollte ich mir jetzt nicht irgend einen billigen Schrott in die Wohnung holen, um ehrlich zu sein. Wobei die von mir vorgestellten 350 Euro für
eine Waschmaschine und 250 Euro für einen Kühlschrank ja nicht unbedingt immens hoch angesetzt sind. Weiterhin müsste ich die Geräte liefern lassen,
was mich natürlich auch noch mal Geld kostet. Das müsste ich dann beim Kauf mit einberechnen.

Kann man da per Widerspruch was erreichen oder ist das nicht verhandelbar? Immerhin muss man das Darlehen sowieso zurückzahlen. Sind ja keine
einmaligen Sonderleistungen, die mir das Amt schenken soll.

Danke schon mal im Voraus und liebe Grüße.
 
G

Gelöschtes Mitglied 64517

Gast
JC hatte bei mir damals argumentiert, dass gebrauchte Geräte, z. B. aus einem Sozialkaufhaus oder Möbellager, zumutbar seien. Habe die Sache damals aber nicht weiter verfolgt, da Real zu der Zeit zufällig eine 0 % Finanzierung angeboten hatte, und ich mich somit dort eindecken konnte.
 

Shadow315

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Dass das Amt so argumentiert ist mir schon bewusst. Aber wie gesagt, ich will das Geld ja nicht geschenkt. Als wären 600 Euro Darlehen jetzt die Welt.
Und Gebrauchtgegenstände ohne Garantie und/oder vielleicht auch Mängel? So dass man 1-2 Jahre später erneut ein Darlehen beantragen muss, weil
die gebrauchten Gegenstände wieder ihren Geist aufgegeben haben?

Wie gesagt, mich interessiert, ob man da reell eine Chance auf Verhandlung hat.
 

vidar

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Moin @Shadow315,

Schreibe einen Widerspruch. Gebe zu verstehen, dass es für einen Gesamtbetrag von 350 € nicht möglich ist eine Waschmaschine und einen Kühlschrank mit einem halbwegs vernünftigen Stromverbrauch zu erstehen. Weise darauf hin, dass es hier nicht um eine nicht rückzahlbare Erstausstattung geht, sondern um die Inanspruchnahme eines rückzahlbaren Darlehens zum Erwerb der neuen Geräte. Füge diesem Schreiben einige günstigen Preisangebote über die entsprechenden Elektrogeräte hinzu.

In den Richtlinien einiger Städte/Gemeinden wird im Bereich der Erstausstattung oft auch ein Wert für bestimmte Elektrogeräte mit aufgeführt.
Je nach JC z.B.: Kühlschrank zwischen 180 – 230 €, Waschmaschine zwischen 270 – 330 €. Check doch mal wie es bei deinem JC innerhalb der KDU-Richtlinien geregelt worden ist.

Hier die Beispieldaten aus Hamburg und Neuwied

https://www.hamburg.de/contentblob/...b6/data/fa-sgbii-24-1-erstausstattung-whg.pdf
https://harald-thome.de/fa/harald-thome/files/kdu,-ae,-but-rilis/AE-Neuwied-LK---22.08.2007.pdf
.
 

erwerbsuchend

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Das soll jetzt keine Schleichwerbung sein, aber dennoch möchte ich den TE auf folgendes hinweisen. Bei einem bekannten Elektrohändler, der nach einem Planeten benannt ist, bekommt man durchaus einen Kühlschrank für unter 100,00 EUR und eine Waschmaschine für unter 200,00 EUR. Für einen Singlehaushalt sind diese Geräte durchaus ausreichend dimensioniert. Man sollte daher davon ausgehen, dass auch die SB in den JC Kenntnis von diesen Angeboten haben und sich daher ggfs. von diesen leiten lassen.
 

Shadow315

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Das soll jetzt keine Schleichwerbung sein, aber dennoch möchte ich den TE auf folgendes hinweisen. Bei einem bekannten Elektrohändler, der nach einem Planeten benannt ist, bekommt man durchaus einen Kühlschrank für unter 100,00 EUR und eine Waschmaschine für unter 200,00 EUR. Für einen Singlehaushalt sind diese Geräte durchaus ausreichend dimensioniert. Man sollte daher davon ausgehen, dass auch die SB in den JC Kenntnis von diesen Angeboten haben und sich daher ggfs. von diesen leiten lassen.
Dankeschön. Wenn ich jetzt noch einen Singlehaushalt hätte, wäre dies sicher eine Überlegung wert. Meine Tochter, 17 Jahre, wohnt aber mit mir zusammen.
Geräte in dieser Preisklasse sind meist von unbekanntem Hersteller mit fragwürdiger Garantie - alles schon selbst erlebt.
Wie gesagt, ich finde es eigentlich nicht unbedingt anmaßend, wenn ich um ein Darlehen frage, also um Geld, welches ich zurückzahlen muss.

@vidar:
Ich werde später mal nachschauen, ob ich da in Sachen kdu auch bei meiner Stadt fündig werde. Dankeschön.
 

HermineL

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Bei einem bekannten Elektrohändler, der nach einem Planeten benannt ist, bekommt man durchaus einen Kühlschrank für unter 100,00 EUR und eine Waschmaschine für unter 200,00 EUR.
Jepp Zustimmung, Nur blöd das diese Teile hinterher so viel Strom fressen das man innerhalb kürzester Zeit genauso viel ausgegeben hat als wenn man direkt ein vernünftiges Gerät gekauft hätte. Bei mehreren Personen bedarf es auch schon eher einer Kühl-Gefrier-Kombination.
 

erwerbsuchend

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Hast du beim Darlehensantrag angegeben, dass die Geräte für einen Mehrpersonenhaushalt ausreichend sein müssen? Wie oft läuft die Waschmaschine pro Woche bei dir? Wie groß sind deine Einkäufe, die gekühlt werden müssen? Etwas in der Art solltest du in deinem Widerspruch angeben, damit nachvollziehbar ist, warum du bestimmte Gerätegrößen benötigst. Allerdings könnte es dann aber auch heißen, dass es dir zumutbar sei, Gebrauchtgeräte zu kaufen.

Jepp Zustimmung, Nur blöd das diese Teile hinterher so viel Strom fressen das man innerhalb kürzester Zeit genauso viel ausgegeben hat als wenn man direkt ein vernünftiges Gerät gekauft hätte.

Wie begründet man in einem Antrag auf ein Darlehen vom JC diesen Punkt? Ist das JC überhaupt verpflichtet auf solche Öko-Themen zu achten? Gebrauchtgeräte, auf die gern vom JC verwiesen wird, verbrauchen teilweise noch mehr Strom als die Neugeräte im unterem Preissegment.
 

Shadow315

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Ich habe zugegeben nicht bedacht, dass ich bei dem Antrag meine Tochter noch extra erwähnen muss. Ich ging davon aus, dass bei Bearbeitung meines
Antrags auch meine Daten zur Rate gezogen werden, wo auch meine Tochter aufgelistet sein sollte.

Wie oft ich in der Woche wasche und wie viel ich einkaufe? Ernsthaft? Wer schreibt sich denn bitte sowas auf? Gewaschen wird im Grunde jedes Wochenende,
außer im Sommer, weil man da alle 15min neue Sachen braucht, weil die alten vollgeschwitzt sind.
Ich kaufe auch nicht immer nach dem gleichen Schema ab. Wenn ich lustig bin, kann ich auch mal täglich in den Laden rennen, kaufe dann aber natürlich
weniger, als wenn ich jetzt für mehrere Tage einkaufe.

Es wird immer trauriger, je länger ich über die Situation nachdenke. Ein Darlehen..... GELIEHENES Geld. Unglaublich sowas.....
 

erwerbsuchend

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Ich kann deinen Unmut und dein Unverständnis nachvollziehen. Ich habe mir jedoch gegenüber dem JC angewöhnt, alle Fakten direkt im ersten Anlauf zu nennen, die für mich wichtig sind. In deinem Fall solltest du dies ebenfalls jetzt im Widerspruch gegenüber der zu niedrigen Darlehenssumme machen. Nenne einfach für die "neue" Waschmaschine das Füllvolumen deiner jetzigen. Gibt es in deinem Wohnort überhaupt einen An- und Verkauf für gebrauchte Haushaltsgroßgeräte oder ein Sozialkaufhaus? Wie sieht es im Bereich Gebrauchtgeräte in den üblichen Anzeigenportalen für deinen Ort aus? Wenn du magst, könntest du SB schriftlich fragen, welche konkreten Geräte du für die Darlehenssumme aus Sicht von SB kaufen können sollst, also Nennung der konkreten Bezeichnungen und Händler. Ob und wie SB auf diese Frage antwortet, kann ich dir nicht vorhersagen.
 

Shadow315

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Ich habe jetzt mal geschaut, was meine Stadt bei einer Erstausstattung für Kühlschrank und Waschmaschine bereit ist, zu zahlen:

1 Kühlschrank = 149,00 €
1 Waschmaschine = 259,00 €

Darunter steht, vielleicht auch nicht ganz so uninteressant:
Die oben errechnete Pauschale wurde für einen Ein-Personen-Haushalt berechnet. Für jede weitere dem Haushalt zugehörige
Person sind Preise für Bett, Stuhl, Oberbett, Kopfkissen, Bettwäsche, Badetuch, Handtuch, Gläser, Geschirr, Besteck, Töpfe und Bratpfanne
zu gewähren.
Ab einer gewissen Familiengröße sind auch die Positionen Küchenschränke und Kleiderschränke zu erhöhen.

Vielleicht kann ich mich auch darauf berufen? Ich werde definitiv ein Widerspruch einreichen mit sämtlichen, mir logisch erscheinenden
Argumenten plus natürlich den Verweis auf die Erstausstattung und die gesamt 408,- Euro, die man für Kühlschrank und Waschmaschine
bereit ist, zu zahlen.
 
E

ExitUser

Gast
Ich habe jetzt mal geschaut, was meine Stadt bei einer Erstausstattung für Kühlschrank und Waschmaschine bereit ist, zu zahlen:

1 Kühlschrank = 149,00 €
1 Waschmaschine = 259,00 €
was ja auf lange Sicht nichts einspart wenn valide Geräte beim Kühlschrank mit 600 und Waschmaschine mit 1200 angesetzt werden sollten
was sogar kaufmännisch gerechnet der Stadt Geld spart und sogar noch Einnahmen bringt wenn darüber ein Gutschein für den kleineren Händler am Ort ausgestellt wird
bevor der auch zur Stütze gehen muss.
Mich macht es jedenfalls sauer wenn ich sehe das Menschen nichts gegönnt wird auch unter dem Aspekt das ich mich für meine Hochwertigen Geräte
immer ganz schön strecken muss, nur langfristig ist eben richtig was gespart so eine gute Waschmaschine hält halt 20 Jahre, Kühlschrank fast gleich lang
Gut 400 KS und 800 WM gingen auch noch aber darunter ist das Schrott
Das perfide ist ja das mit so einer Mangelpolitik die Stadt bzw. der Staat die sozial nötigen Strukturen zerstört
Die es letztendlich braucht um das soziale zu finanzieren, Dummheit stirbt halt nicht aus.
Meine Logik sagt mir das ein Darlehen hier nicht angebracht ist, das sollte schon vollständig von der Gemeinschaft (vertreten durch die Behörde) übernommen werden
Ich denke so Schwachsinn von Seiten der Behörde muss einfach mehr vor Ort thematisiert werden
 

erwerbsuchend

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was ja auf lange Sicht nichts einspart wenn valide Geräte beim Kühlschrank mit 600 und Waschmaschine mit 1200 angesetzt werden sollten
Gut 400 KS und 800 WM gingen auch noch aber darunter ist das Schrott

Auf welcher Basis und welchen Quellen beruht diese Aussage von dir, oder handelt es sich dabei nur um deine persönliche Meinung?

Mich macht es jedenfalls sauer wenn ich sehe das Menschen nichts gegönnt wird auch unter dem Aspekt das ich mich für meine Hochwertigen Geräte
immer ganz schön strecken muss, nur langfristig ist eben richtig was gespart so eine gute Waschmaschine hält halt 20 Jahre, Kühlschrank fast gleich lang

Warum sind aus deiner Sicht nur die teuersten Geräte die besten? Es gibt genügend Testberichte, dass man nicht immer unbedingt das teuerste Gerät kaufen muss. Ich persönlich habe eine Waschmaschine aus dem unterem Preissegment seit ca. 5 Jahren im Einsatz. Sie wäscht ganz normal und ordentlich meine Wäsche. Davor hatte ich ca. 14 Jahre ein Modell aus der gleichen Preisklasse im Einsatz gehabt, das leider vor ca. 5 Jahren defekt ging.

Dabei wäre aber auch grundsätzlich zu fragen, warum der Staat, deiner Meinung nach, Sozialleistungsbeziehern Geräte und Ausstattung am oberem Ende der Preisliste des Einzelhandels finanzieren muss?

Dazu stellt sich für mich die Frage, wie du diesen Punkt für all diejenigen siehst, die zwar arbeiten gehen und Erwerbseinkommen erzielen, aber sich davon nicht Geräte in deinen Preisvorstellungen leisten können. Soll der Staat all denen diese Geräte ebenfalls finanzieren? Was meinst du, würde dann auf Seiten der Händler und Hersteller passieren? Könnte es dann nicht sein, dass diese dann erst recht ausschließlich hohe Preise verlangen, die dann vom Staat finanziert werden müssen, also von den Steuern, die jeder zahlt?
 
G

Gelöschtes Mitglied 63050

Gast
Bei einem Darlehen für Posten, welche eigentlich aus dem Regelsatz angespart werden sollten, kann es durchaus sein, dass das JC gar nicht beabsichtigt hat, dass die 300€ 100% der Kosten sind.

Gerade weil das deutlich weniger ist als normalerweise bei Erstausstattung bezahlt wird, ist das vermutlich nur ein Teilbetrag.
In der Antwort des JC steht ja auch, dass der Betrag für Ersatzbeschaffungen gilt.

Wenn du Verhandeln willst, solltest eventuell dazuschreiben, dass du nichts für Ersatzbeschaffungen beiseite legen konntest und daher ein Darlehen für 100% der Kosten für beide Geräte benötigst.
 

erwerbsuchend

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Wenn du Verhandeln willst, solltest eventuell dazuschreiben, dass du nichts für Ersatzbeschaffungen beiseite legen konntest

Dieses Argument müsste dann aber auch belegt werden können. Sofern keine früheren Darlehen aktuell an das JC zurückzuzahlen sind, könnte das JC argumentieren, dass der ALG 2-Empfänger selbst für die Verwendung des kompletten Regelleistungen verantwortlich ist. Ich sehe jedoch hier die Gefahr, dass gerade bei mittellosen Darlehenantragsstellern das JC sagen könnte, dass Neugeräte aus dem unteren Preissegment oder Gebrauchtgeräte besser als nichts sind, wenn der Bedarf nach solchen Geräten besteht. Man sollte diesen möglichen Gedankenweg des JC zumindest im Hinterkopf haben, wenn man mit Mittellosigkeit, also ohne Sparguthaben, argumentiert.
 

Shadow315

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Also um meine Ansicht noch ein wenig zu erklären:

Ich brauche garantiert keine super teuren Produkte, nur ganz billig und minderwertig müssen sie auch nicht sein.
Auch geschenkt will ich nichts haben, alles auf Basis eines Darlehens --> Geld geht also garantiert zurück zum Amt.
Wie gesagt, müsste ich die Transportkosten von dem, was mir das Amt dann gewährt, ebenfalls mit in den Kauf
einbeziehen. Bei Saturn sind das 30 Euro - ob gesamt oder pro Elektrogroßgerät, weiß ich allerdings nicht.

Vielleicht bin ich zu borniert, aber ich habe dauernd in großen Lettern das "Darlehen" über das gesamte Thema
schweben. Mir ist es persönlich und vor allem aus menschlicher Sicht unverständlich, wie man sich darüber überhaupt
so lange daran aufhalten kann. Ich zahle es doch eh wieder zurück.

Was mich jetzt noch interessieren würde:
Wenn ich den Widerspruch abgebe, weil ich mehr Geld benötige und dieser Widerspruch abgelehnt wird - heißt das
für mich dann, dass es gar nichts an Geld gibt?
 

erwerbsuchend

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Ich hatte dir bereits weiter oben empfohlen, dass du das JC befragen sollst, wo du welche Geräte zu den vom JC genannten Betrag bekommen können sollst. Gleichzeitig könntest du dem JC mitteilen, welche Geräte mit welchen technischen Eigenschaften du konkret benötigst. Dazu legst du dem JC mindestens 3 Angebote von Händlern aus deiner Gegend oder dem Versandhandel vor, so dass das JC sehen kann, welchen konkreten finanziellen Bedarf du angibst. Solltest du dann einen Ablehnungsbescheid für deinen Antrag auf ein höheres Darlehen erhalten, kannst du gegen diesen Ablehnungsbescheid in Widerspruch gehen. Sollte dieser Widerspruch ebenfalls abgelehnt werden, kannst du vor das SG ziehen. Du solltest dabei jedoch auch die Bearbeitungsfristen, die das JC hat, bedenken.

Das SG wird dich jedoch fragen, wie du in der Zwischenzeit ohne Kühlschrank und Waschmaschine auskommen konntest. Es geht dabei vorallem um die Frage, ob und warum es für dich wirklich unzumutbar ist oder sei, Geräte zu kaufen, für die der ursprüngliche Darlehensbetrag des JC ausreichen würde.
 

Shadow315

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Der gemeine SB (Ich liebe diese Doppeldeutigkeit) ist doch nicht wirklich an Einzelfälle seiner ihm vorliegenden Akten interessiert, machen wir uns da
doch mal nichts vor. Er bekommt eine Anfrage auf ein Darlehen, weiß, dass bei Kühlschrank und Waschmaschine eine Notwendigkeit vorliegt und versucht
dann aber, das Angebot zu drücken. Alles weitere würde dem SB doch noch mehr Arbeit und Zeitaufwand kosten, da fehlt einfach das Interesse.
Der Leistungsträger an sich ist eine Akte und kein Mensch.

Ich werde gleich den Widerspruch niederschreiben mit allen bisher gesammelten Argumenten, auch das erwarten die SB normalerweise.

Vielen lieben Dank noch mal an dieser Stelle für all eure Ratschläge.
 

Shadow315

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Kurze Info:

Gerade eben erhielt ich Antwort.

Widerspruchsverfahren

Sehr geehrter Herr X,

der Widerspruch vom 03. Juli 2019 ist am 15. Juli 2019 eingegangen. Er wird unter dem angegebenen Zeichen bearbeitet.

Ich werde Ihr Anliegen so schnell wie möglich prüfen. Dies kann einige Zeit dauern.
Sie erhalten unaufgefordert weitere Nachricht.

Soweit sich der Widerspruch gegen eine Erstattungsforderung richtet, besteht für die Dauer
des Widerspruchsverfahrens nach § 86a Sozialgerichtsgesetz aufschiebende Wirkung. Das
bedeutet, dass bis zur Entscheidung über den Widerspruch keine Zahlungen geleistet werden
müssen. Sollte zwischenzeitlich eine Zahlungsmitteilung oder Mahnung eingehen, ist diese
gegenstandslos. Im Fall einer Vollstreckungsankündigung setzen Sie sich bitte sofort mit
dem Forderungsmanagement in Verbindung.

Zur Erklärung:
Den Widerspruch habe ich mit dem 03. Juli datiert. Nicht, dass es da zu Missverständnissen kommt.
Lustiger Weise habe ich persönlich am 05. Juli den Widerspruch abgegeben. Also dauert der Briefverkehr
innerhalb des Jobcenters 11 Tage, das ist mal beachtlich.

Und auch dann dauert es noch mal 10 weitere Tage, um mir schriftlich mitzuteilen, dass der Widerspruch
eingegangen ist.
Was freue ich mich auf die Bearbeitung - "so schnell wie möglich". :sleep:
 

Shadow315

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Sehr interessant, dass die Entscheidung über den Widerspruch genau einen Tag später bei mir im Briefkasten zu finden war.
Vorab: Ich bin zugegeben leicht angeekelt über die Art und Weise, wie man mit den Leuten umgeht, die am finanziellen
Existenzminimum leben.

Betreff: Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)


Sehr geehrter Herr X,

ich nehme Bezug auf Ihren Widerspruch eingegangen am 15.07.2019 gegen meine Zwischenmitteilung vom
27.06.2019.

In dieser Angelegenheit ist bisher noch keine Entscheidung ergangen.

In Ihrem Widerspruch beziehen Sie sich auf die Anlage 2 des Infoservice zu den Beihilfen. Der Ihnen vorliegende
Infoservice ist inzwischen veraltet. Durch die Stadt X wurden die Pauschalbeträge aktualisiert. So liegt
der Pauschalbetrag für die Anschaffung einer Waschmaschine derzeit bei 200, - EUR und die Pauschale für die
Anschaffung eines Kühlschranks bei 99,- EUR. Auch wenn es sich hierbei um ein rückzahlbares Darlehen handelt,
kann ich von diesen Vorgaben nicht abweichen. Ein Darlehen wäre somit lediglich in Höhe von 299,- EUR möglich.

Bezüglich des Transport muss ich Sie zunächst auf Ihre Selbsthilfemöglichkeiten verweisen. So gib es z.B. die
Möglichkeit der Inanspruchnahme von kostenlosen Angeboten karitativer Einrichtungen, z.B. Möellager.

Weiterhin verfügen Sie über die Möglichkeit eines Ratenvertrages mit diversen Kaufhäusern.

Wie aus diesem Schreiben hervorgeht, sind zunächst andere Möglichkeiten auszuschöpfen.

Ich weise Sie freudnlich darauf hin, dass auch die Stadt X in der X-Straße ein Möbellager betreibt, in dem
gebrauchte Möbel und auch Haushaltsgeräte kostengünstig zu erhalten sind.
Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, Gebrauchtmöbel bei caritativen Einrichtungen oder Gebrauchtmöbelhändlern
preisgünstig zu erwerben. Auch in den örtlichen Zeitungen werden regelmäßig Möbel sehr
günstig oder sogar kostenfrei angeboten.
Angebote (Kleinanzeigen) finden sich ebenfalls im Internet.

Sollten diese Möglichkeiten zu keinem Erfolg führen, kann nach Mitteilung Ihrerseits mit Vorlage von Nachweisen
erneut über den Antrag entschieden werden.

Mit freundlichen Grüßen

Wie schon anfangs erwähnt, ist mir bei dieser Argumentation schon ein wenig schlecht geworden. Mit Menschlichkeit
hat das kaum bis gar nichts mehr zu tun.
Heißt das jetzt im Klartext, dass ich gar kein Darlehen genehmigt bekomme oder soll ich einfach das bisher
bestehende Angebot von 299 Euro annehmen?

Selbst ohne diese Hitze fällt es mir schwer, da noch kühlen Kopf zu bewahren.
 
E

ExitUser

Gast
da noch kühlen Kopf zu bewahren
Ja ohne Kühlschrank schwierig und mit einem gebrauchten nicht besser

§ 1 SGB II Aufgabe und Ziel der Grundsicherung für Arbeitsuchende

(1) Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht.

Da steht jetzt nichts von einem gebrauchten Kühlschrank und auch weiter hinten ist das nicht Thema
Diese Gesetze sind meistens Schrott und deshalb lässt sich manchmal was finden das Ausnahmen rechtfertigt
Ich bin aktuell nicht ganz so drin in der Materie, übe aber schon mal für später
Also aus meiner Sicht würde §1 (1) reichen um eine zur Verfügungsstellung neuer Haushaltsgeräte zu begründen
Bei einer Waschmaschine und einem Kühlschrank geht es ja um hygienisch relevante Dinge des Lebens
Die entscheidend für die Gesundheit der Leistungsempfängerin sind, die Behörde ist hier also in der Pflicht diese Geräte zur Verfügung zu stellen
um höhere Folgekosten Kosten für die Allgemeinheit zu vermeiden die bei Gebrauchtgeräten durch Übetragung bestimmter biologischer Stoffe
durchaus zu immensen gesundheitlichen Schädigungen führen und damit die Sozialkassen über Gebühr belasten würden usw.

Gut so was muss man mögen, aber ich habe mit der penetranten höflichen wissenschaftlichen Methode nicht immer aber doch öfter was gerissen
Das so nicht vorgesehen war. Natürlich waren das meistens Teamarbeiten wo mehrere sich einbrachten.
Macht halt Arbeit. Ist aber auch gut für das eigene Befinden. Was bin ich mir wert und so. Selbst dann wenn es abgelehnt wird
 

Lucky Luke

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Also aus meiner Sicht würde §1 (1) reichen um eine zur Verfügungsstellung neuer Haushaltsgeräte zu begründen
Bei einer Waschmaschine und einem Kühlschrank geht es ja um hygienisch relevante Dinge des Lebens
Die entscheidend für die Gesundheit der Leistungsempfängerin sind, die Behörde ist hier also in der Pflicht diese Geräte zur Verfügung zu stellen
um höhere Folgekosten Kosten für die Allgemeinheit zu vermeiden die bei Gebrauchtgeräten durch Übetragung bestimmter biologischer Stoffe
durchaus zu immensen gesundheitlichen Schädigungen führen und damit die Sozialkassen über Gebühr belasten würden usw.

Eigentlich wollte ich ja nichts hierzu schreiben, aber jetzt juckt's mich doch in den Fingern....

Vielleicht bin ich ja extrem nicht-etepete (bin auch passionierter Flohmarktgânger), aber ich habe/hatte bei einer gebrauchten WASCHMASCHINE und einem gebrauchten KÜHLSCHRANK noch nie eine eklatante Gefahr für die Gesundheit bei Benutzung gesehen ☠.
Z.B. in Mietwohnungen, wo eine Einbauküche mitgemietet wird samt Kühlschrank, sollte der auch entsorgt werden?
Okay, es kommt immer auf den Zustand der/des Gerätes an, aber wenn der gut ist, warum nicht?!

Beides kann man putzen (oder auch ein bzw. mehrere Kochprogramme bei der Waschmaschine laufen lassen), zur Not auch mit Sagrotan oder ähnlichen Mitteln, und dann problemlos benutzen.
Wesentlich mehr fürchte ich um meine Gesundheit, wenn ich Menschen die Hand geben soll, die gerade vom WC kommen... Oder überhaupt "fremde" Toiletten 😨... Und gut, wenn man die Küchen der Restaurants nicht sieht und nicht weiss, wie lange das Frittenfett schon benutzt wird...oder wie sauber der Tellerwäscher arbeitet...oder der Lebensmittelverkäufer mit Grippe...
Genug davon, mich schüttelt's.

Aber da hat wohl jeder seine persönlichen No-Go's.
Vielleicht war ja auch alles nur ironisch gemeint, und ich hab's nicht kapiert 😁
 
E

ExUser 2606

Gast
Da gibt es mit Sicherheit bessere Argumente gegen gebrauchte Geräte. So ein alter Kühlschrank kann ganz schön Strom fressen.

Aber bei der Waschmaschine, also ich hab eine, die ist schon an die 30 Jahre alt und sie läift noch wie am ersten Tag. EInmal musste ich den Hauptschalter auswechseln lassen, das hat incl. Anfahrt usw. 80 EUR gekostet, da sagte der Techniker zu mir "Geben sie die bloss nicht weg, da sind ganz viel Teile dran aus Metall, die bei den heutigen Maschinen aus Plastik sind."
 
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