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Ist ein Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente wegen Depression und PTBS sinnvoll?

Michel

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#1
Hallo und guten Tag,

ich benötige mal ein paar Tipps bzw. gute Ideen.
Seit Anfang Juni 18 bin ich wegen Depressionen in Verbindung mit einer posttraumatischen Belastungsstörung von einem Psychiater krankgeschrieben. Das zieht sich bei mir schon ganz lange hin. 2009 war ich bereits in erfolgloser Psychotherapie. In der Zwischenzeit habe ich immer wieder Gespräche mit meinem Hausarzt geführt. Seit August 2017 bin ich bei einem anderen Psychologen in Therapie. Das Ganze läuft für mich ebenfalls recht erfolglos.
Meine Kindheit war geprägt von Alkoholismus des Vaters, Gewalt des Vaters, Zuwendung gab es nur wenig. Mein Psychologe sagt, dass meine Kindheit auch eine Art Missbrauch war, kein sexueller aber ein emotionaler Missbrauch
Meine Probleme, u. a. Existenzängste, Versagensängste, Soziophobie, werden kein Stück besser. Nicht mal derzeit, wo ich Krankengeld bekomme, fühle ich mich halbwegs in der Lage, meinen Alltag einigermaßen zu meistern. Ich rechne damit, dass ich bald zum MDK muß und der dortige Vertreter mich wieder arbeiten schickt.
Beruflich bin ich seit 4 Jahren Geschäftsführer, trage Verantwortung für mich, meine Investoren und Mitarbeiter. Den Job kann ich zu 80 % in Heimarbeit ausfüllen. In meiner Branche ist es so, dass man viel viel viel Ärger mit Kunden hat, man oft beschimpft wird, Gewalt angedroht wird und mal ein wütender Kunde vor der Haustür steht. Alles nicht so angenehm.
Ich habe diesen Job damals angenommen, weil ich davon ausging, dass sich meine Psyche wieder regenerieren würde. Praktisch eine Flucht vor der realen Welt. In der Branche war ich vorher schon 10 Jahre, so dass ich dachte, dass ich den Ärger abkönne bzw. gut einschätzen kann. Dem ist aber nicht so. Je älter ich werde, je labiler werde ich.
Seit Jahren habe ich mich von der realen Welt abgekapselt, Soziale Kontakte sind gleich Null. Ich bin viel zu ängstlich, irgendwas zu wagen oder neu zu beginnen.
Bisher habe ich 26 Beitragsjahre voll, war nie arbeitslos oder längerfristig krank. Daher kann ich mit der derzeitigen Situation nicht umgehen und kenne mich nicht aus, was ich tun könnte um Ruhe zu haben.
Ich würde in absehbarer Zeit gern einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, dazu würde ich den Versuch starten und das auch als Berufskrankheit bzw. eine durch den Beruf gekommene Krankheit zu deklarieren.
Meine Fragen wären:

Was ist beim MDK zu beachten? Gibt es Fallen, in die man tappen kann? Benötige ich Gutachten vom Psychiater und Psychologen?

Was passiert bei einem Rentenantrag? Von wem kann man sich dabei helfen lassen?

Wie sind die Chancen auf BU-Rente?

Was kann man mir raten, um zumindest einen Versuch für die BU-Rente zu starten, der nicht gleich im Papierkorb landet?
 

Muzel

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#2
AW: Antrag auf BU-Rente wg. Depression und PTBS sinnvoll?

Wenn eine Berufserkrankung im Raume steht, wäre ein Arbeitsmediziner eine Option.
Eine Berufserkrankung und eine daraus resultierende Berufsunfähigkeit ist nicht ausreichend für die EM-Rente. Dazu müsste der Arbeitsmediziner dir genauere Infos geben können.
 
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ExitUser

Gast
#3
AW: Antrag auf BU-Rente wg. Depression und PTBS sinnvoll?

Von wem kann man sich dabei helfen lassen?
Ich rate ja immer dazu sich einen Termin bei der DRV geben zu lassen zum unterstützenden Ausfüllen des Antrages.

Man muss dazu in der entsprechenden Niederlassung nur anrufen das man einen Antrag auf EM-Rente stellen möchte mit Unterstützung eines Sachbearbeiters.

Dann bekommt man ein paar Tage später schriftlich einen Termin zugeschickt mit einer Liste welche Unterlagen man mitbringen muss da kann man schon mal nix vergessen was man später erst nachreichen müsste.

Zum Termin hilft dann der SB bei ausfüllen des doch recht umfangreichen Antrages wo manchmal die entsprechenden Fragen ein wenig kompliziert sind da kann man nix falsches angeben/ankreuzen.

Dann werden auch gleich notwendige Dokumente entgegengenommen, der SB gibt alles in das EDV-System ein und zum Schluss bekommt man noch ein Schreiben zur Vorlage bei Behörden das ein Antrag auf EM-Rente gestellt wurde.

So hab ich es damals auch gehandhabt und war froh über die Unterstützung...:wink:



liesa
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerstin_K

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#4
AW: Antrag auf BU-Rente wg. Depression und PTBS sinnvoll?

Man kann den Termin auch online vereinbaren. Die Liste mit den benötigten Unterlagen bekommt man dan angezeigt.
 

Doppeloma

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#5
AW: Antrag auf BU-Rente wg. Depression und PTBS sinnvoll?

Hallo Michel,

Seit Anfang Juni 18 bin ich wegen Depressionen in Verbindung mit einer posttraumatischen Belastungsstörung von einem Psychiater krankgeschrieben.
Das ist ja (als AU-Zeit) noch nicht besonders lange und wenn man weiter liest schreibst du von Kindheitstraumen und Psychotherapien bereits vor fast 10 Jahren ...

Da dürfte es mehr als schwierig werden daraus eine Berunfs-Krankheit machen zu wollen ... welche BG (Berufsgenossenschaft) wäre denn zuständig für dich, denn die Rentenkasse (DRV) hat mit der Klärung von Berufs-Krankheiten eher nichts zu tun.

Mein Psychologe sagt, dass meine Kindheit auch eine Art Missbrauch war, kein sexueller aber ein emotionaler Missbrauch
Meine Probleme, u. a. Existenzängste, Versagensängste, Soziophobie, werden kein Stück besser.
Das zu lesen tut mir sehr leid für dich aber ich denke nicht, dass man darauf nun eine Berufskrankheit "aufbauen" könnte, du darfst davon ausgehen, dass man diese "Vorschädigungen" dabei nicht übersehen wird ... die BG sind keineswegs "humaner" als die Rentenkasse wenn es darum geht Forderungen abzuwehren.

Auf diesen Versuch, deinen stressigen Job nun für die Chronifizierung deiner psychischen Probleme verantwortlich machen zu wollen, solltest du besser gänzlich verzichten.
Damit fügst du dir nur noch mehr Stress zu, als ohnehin auf dich warten wird wenn du eine EM-Rente beantragen willst.

Nicht mal derzeit, wo ich Krankengeld bekomme, fühle ich mich halbwegs in der Lage, meinen Alltag einigermaßen zu meistern.
Rund 3 Monate AU sind ja auch noch keine wirklich ausreichende Zeit irgendwas in die positive Richtung zu bringen, was sich über Jahrzehnte entwickelt hat und offenbar noch nie durch die bisherigen Therapien wirklich gebessert werden konnte. :icon_evil:

Ich rechne damit, dass ich bald zum MDK muß und der dortige Vertreter mich wieder arbeiten schickt.
Gibt es denn Andeutungen dazu von deinem Arzt oder wie kommst du darauf, in der Regel wird man zunächst (schriftlich) aufgefordert eine medizinische Reha zu beantragen (§ 51 SGB V).
Denn bei der DRV gilt das Prinzip "Reha kommt VOR Rente" und deiner Schilderung nach warst du noch nie in einer Reha oder sonst in einer Klinik ???

Für diese Aufforderung macht der MDK in der Regel ein "Gutachten nach Aktenlage" und dann hast du 10 Wochen Zeit den Antrag zu stellen, ansonsten kann das Krankengeld eingestellt werden.
Da muss man sich noch nicht mal die Mühe machen, dich zum Arzt des MDK zu schicken, dazu kannst du hier auch schon viele Beiträge nachlesen.

Beruflich bin ich seit 4 Jahren Geschäftsführer, trage Verantwortung für mich, meine Investoren und Mitarbeiter. Den Job kann ich zu 80 % in Heimarbeit ausfüllen. ...................
Ich habe diesen Job damals angenommen, weil ich davon ausging, dass sich meine Psyche wieder regenerieren würde. Praktisch eine Flucht vor der realen Welt.
Das ist sicher nicht einfach aber es muss doch was gegeben haben an deiner Persönlichkeit, dass du Geschäftsführer geworden bist und überwiegend zu Hause arbeiten zu können, ist ja das wovon (eigentlich) viele Menschen "träumen" würden ...

Seit Jahren habe ich mich von der realen Welt abgekapselt, Soziale Kontakte sind gleich Null. Ich bin viel zu ängstlich, irgendwas zu wagen oder neu zu beginnen.
Das wird man aber versuchen (wollen) in einer Reha zu ändern, ob es auch gelingen wird ist eine ganz andere Frage und wenn du vorrangig davon sprechen möchtest, dass dich der aktuelle Job so stresst und du dich als Berufs-Unfähig siehst, dann wird man dir anraten dir eine andere Arbeit zu suchen.

Das alleine wäre sicher kein Grund für die Annahme voller Erwerbsminderung und einer entsprechenden EM-Rente, man wird dir wohl eher Unterstützung bei einer beruflichen Veränderung anbieten.
Zumindest in den Reha-Kliniken wird dazu viel versprochen, die Realität nach einer Reha (besonders die berufliche) sieht meist auch wieder völlig anders aus.

Bisher habe ich 26 Beitragsjahre voll, war nie arbeitslos oder längerfristig krank. Daher kann ich mit der derzeitigen Situation nicht umgehen und kenne mich nicht aus, was ich tun könnte um Ruhe zu haben.
Wenn dir die AU aktuell auch keine relative Ruhe bringt ist es schwer dir zu raten was du dafür nun besser tun solltest.
Ich hatte mal sehr ähnliche Probleme und war dann fast 4 Jahre AU geschrieben vom Psychiater, letzter Auslöser dafür war ziemlich sicher auch mein damaliger Stress-Job.

Ich war kein Geschäftsführer, habe im CallCenter im Schichtdienst Kundenbetreuung gemacht im Mobilfunkbereich ... das mit (teilweise) unzufriedenen / ärgerlichen / frechen Kunden kenne ich zumindest auch vom Telefon, wo ich wohne wußten die Kunden zum Glück NICHT.

Mein Psychiater konnte auch nicht verhindern, dass man mich nach knapp 4 Monaten AU unbedingt in eine psychosomatische Reha schicken wollte.
Dort wurde mir allerdings (wie vorher schon per "Aktenlage" vom MDK) bestätigt, dass ich an diesen Arbeitsplatz NICHT mehr zurück kehren sollte, ansonsten war ich aber VOLL Erwerbsfähig für den "allgemeinen Arbeitsmarkt" ... lt. Reha-Bericht musste ich mir also NUR "andere Arbeit" suchen.

Zur Information war ich damals schon Mitte 50 und hatte auch schon ein ziemlich langes Arbeitsleben hinter mir ..., da ich von meinem AG nicht entlassen wurde musste die KK bis zur Aussteuerung dann weiter Krankengeld zahlen.

Sonst hätte man mich sicher gerne früher "zur Arbeitsvermittlung" an die AfA "abgeschoben" ...
Später als mein Krankengeld dann abgelaufen war forderte mich die AfA auf EM-Rente zu beantragen ... man meinte dort NICHT mich noch irgendwie in "andere" Arbeit vermitteln zu können.

Das hat die DRV dann allerdings ganz anders gesehen und mein Antrag auf EM-Rente wurde abgelehnt ...

Ich würde in absehbarer Zeit gern einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, dazu würde ich den Versuch starten und das auch als Berufskrankheit bzw. eine durch den Beruf gekommene Krankheit zu deklarieren.
Daran kann dich Niemand hindern EM-Rente zu beantragen, du wirst ja sehen was dabei dann herauskommen wird, eine BU-Rente (von der DRV zumindest) vermutlich nicht, ich nehme mal an du bist NACH dem 02.01.1961 geboren ???

Dann gibt es gar keinen Anspruch mehr auf eine gesetzliche Rente wegen Berufs-Unfähigkeit ... dein Unvermögen für die aktuelle Arbeit wird also nicht genügen von der DRV eine EM-Rente zu bekommen.

Dafür darf man am gesamten "allgemeinen Arbeitsmarkt" NICHT mehr Erwerbsfähig sein ... also für KEINE Tätigkeit (welche auch immer) mehr gesundheitlich geeignet.

Du kannst gerade hier in diesem Bereich sehr viele Beispiele dafür nachlesen, welche gesundheitlichen Probleme da bei der DRV immer noch zur Ablehnung führen ...

Was ist beim MDK zu beachten? Gibt es Fallen, in die man tappen kann?
Zum MDK wird man nur selten einbestellt und dann solltest du ein paar aktuelle Arztberichte und die wichtigsetn Befunde (in Kopie) mitnehmen.

Benötige ich Gutachten vom Psychiater und Psychologen?
Nein, du brauchst ganz normale Behandlungsberichte, die man dir ausdrucken kann, es ist nicht nötig extra was zu schreiben und Gutachten werden "in Auftrag" gegeben (von der DRV z.B. wenn du den Antrag auf EM-Rente dann gestellt hast), ein normaler Arztbericht ist KEIN "Gutachten". :icon_evil:

Wie sind die Chancen auf BU-Rente?
Vermutlich liegen deine Chancen auf eine BU-Rente bei genau NULL %, weil du (wahrscheinlich) schon zu spät dafür geboren wurdest.

Was kann man mir raten, um zumindest einen Versuch für die BU-Rente zu starten, der nicht gleich im Papierkorb landet?
Dazu kann man dir gar nichts raten, du stellst ohnehin ganz "allgemein" einen Antrag auf Rente wegen "verminderter Erwerbsfähigeit", einen Antrag auf BU-Rente kann man bei der DRV gar nicht separat stellen.

Hier mal einige Informationen zu den Voraussetzungen für eine EM-Rente ...

https://www.deutsche-rentenversiche...und_leistungen/08_erwerbsminderungsrente.html

MfG Doppeloma
 

Michel

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#6
AW: Antrag auf BU-Rente wg. Depression und PTBS sinnvoll?

Moin,
vielen Dank für eure Antworten.
Zuständig ist für mich die Verwaltungsberufsgenossenschaft in Hamburg.
Auf diesen Versuch, deinen stressigen Job nun für die Chronifizierung deiner psychischen Probleme verantwortlich machen zu wollen, solltest du besser gänzlich verzichten.
Damit fügst du dir nur noch mehr Stress zu, als ohnehin auf dich warten wird wenn du eine EM-Rente beantragen willst.
Ein merklichen Knacks habe ich bereits 1999 bekommen, als mein Arbeiter, wo ich auch meine Ausbildung gemacht habe, geschlossen hat. Die Jahre danach haben mich ziemlich fertig gemacht, mußte u. a. bei einem AG wegen Mobbing kündigen.
Gibt es denn Andeutungen dazu von deinem Arzt oder wie kommst du darauf, in der Regel wird man zunächst (schriftlich) aufgefordert eine medizinische Reha zu beantragen (§ 51 SGB V).
Denn bei der DRV gilt das Prinzip "Reha kommt VOR Rente" und deiner Schilderung nach warst du noch nie in einer Reha oder sonst in einer Klinik ???
Bisher gibt es da keine Andeutungen. Ich habe bisher nur oft gehört, dass sich der MDK recht schnell einschalten soll und nicht unbedingt hilfsbereit sein soll.
In einer Reha war ich bisher noch nicht. Ich habe aus freien Stücken 2010 mal in einer Tagesklinik vorgesprochen und meine Probleme geschildert. Dort hätte ich dann einmal am Tag einkaufen gehen sollen, irgendwas mit Holz arbeiten und kochen sollen. Einmal am Tag hätte es dort ein 45-minütiges Gruppengespräch gegeben. Daran habe ich dann nicht teilgenommen.
Das ist sicher nicht einfach aber es muss doch was gegeben haben an deiner Persönlichkeit, dass du Geschäftsführer geworden bist und überwiegend zu Hause arbeiten zu können, ist ja das wovon (eigentlich) viele Menschen "träumen" würden ...
Ich träumte auch davon. Deshalb habe ich das Angebot auch angenommen. Mit ein Grund für den Wunsch nach Heimarbeit war der, dass ich bei Vorstellungsgesprächen immer versagt habe. Auf der Fahrt zu den Gesprächen mußte ich mich übergeben, Durchfall, Schweißausbrüche etc. Das führte dann dazu, dass ich vor einer Firma direkt umgedreht habe und wieder weg gefahren bin.
Ich war kein Geschäftsführer, habe im CallCenter im Schichtdienst Kundenbetreuung gemacht im Mobilfunkbereich ... das mit (teilweise) unzufriedenen / ärgerlichen / frechen Kunden kenne ich zumindest auch vom Telefon, wo ich wohne wußten die Kunden zum Glück NICHT.
Ich glaube, die Position ist heutzutage relativ egal. Als für den Kunden greifbarer Mitarbeiter ist man leider immer der Prellbock und wird mit respektlosen Menschen konfrontiert.
Vermutlich liegen deine Chancen auf eine BU-Rente bei genau NULL %, weil du (wahrscheinlich) schon zu spät dafür geboren wurdest.
Gesetzlich BU-Rente werde ich nicht bekommen, bin 1975 geboren. Ich dachte an die EM-Rente, sowie die Inanspruchnahme meiner privaten BU-Rentenversicherung. Nur bei der privaten BU-RVS habe ich bedenken, dass bei abgelehnter Antragsstellung die Versicherung den Vertrag kündigt.

Gibt es unabhängige Hilfsorganisationen, die Rat geben können? Beim VdK bin ich gewesen, fand ich nicht so kompetent und hilfreich. Mein Psychiater hat auch nur ca. 15 Minuten Zeit für mich. Die Sitzungen beim Psychologen dauern ca. 45 Minuten. Wahrscheinlich sind beide auch nicht geeignet um verbindlichen Rat zu Anträgen etc. einzuholen.
Ich möchte den Weg zur EM-Rente gern gehen. Für mich wird das Leben immer schwerer und belastender. Eventuell ist es eine Möglichkeit wieder normal zu werden, wenn man den Existenzdruck erstmal los werden kann. Wenn nicht jetzt, wann dann?
 

RobbiRob

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#7
AW: Antrag auf BU-Rente wg. Depression und PTBS sinnvoll?

Man kann den Termin auch online vereinbaren. Die Liste mit den benötigten Unterlagen bekommt man dan angezeigt.
Wobei da pauschal erstmal alles steht.

Ich bin da mit einem dicken Packen aufgelaufen, der gar nicht notwendig war.
Und fertig ausgefüllt war gut, aber den Hauptantrag wollte er trotzdem selber einklimpern. Von mir aus ....

Aber besser alles oberperfekt, statt die Hälfte vergessen. ;-)

Der Zeitpunkt der Terminvergabe gilt als Antragsdatum, so war es bei mir.
Weil 6 Wochen Wartezeit. Scheinen viel zu tun zu haben.

Absolut empfehlenswert die Beratungsstellen, gerade auch für Leute die Hilfe bei manch einer Frage benötigen.
Die prognostizierte Rente der Beratungsstelle lag nur 30€ von der tatsächlichen entfernt.

Zum Fall hier:
Zu den anerkannten Berufskrankheiten zählt das nicht.
Aussichtslos.
 

Muzel

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#8
Meine BU-Rente wurde ohne Schwierigkeiten bewilligt als die EM-Rente genehmigt war.
Stell den Rentenantrag und lass dich überraschen.
Der MdK muss dich auch nicht schrecken. Antworte so wenig und so kurz wie möglich.
 

RobbiRob

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#9
Die private BU hat in der Regel wesentlich leichtere Zugangsvoraussetzungen, als die gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

Ich beziehe zum Beispiel schon seit 2016 eine private BU und erst seit Juli 2018 eine EMR.

Es gibt natürlich diverse Vertragskonstrukte, z.B. Zugang zur BU-Rente automatisch ab dem 7. Monat der AU etc.

Allen gleich ist aber, dass man weniger als 50% der Arbeitszeit im letzten Beruf leisten kann.

Ich hatte z.B. glaubhaft dargelegt in den letzten 5 Jahren regelmäßig min.12h/d gearbeitet zu haben.
Also war die Hürde weniger als 6h/d.

Eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente habe ich nur deshalb bekommen, weil ich nach Gutachten weniger als 3h in irgendeiner Tätigkeit leisten kann.
Also Pförtner als Beispiel. Vollkommen egal, dass ich vorher Manager war.

Ich hoffe ich konnte Dir das einigermaßen klar machen.

Ob Deine Ärzte Dir guten Rat geben, weiß ich nicht.
Eins ist aber klar, ohne Rückhalt und Befürwortung des behandelnden Facharzt wird das nichts.
 

Michel

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#10
Vielen Dank erstmal.

Ich melde mich, nach meinem nächsten Arztbesuch
 

Muzel

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#11
Ich hatte keine FA und es hat auch auf Anhieb geklappt.
Der Versicherungsälteste der RV hat mir gesagt, dass die meisten Leute überhaupt nicht vom FA behandelt werden.
 

Michel

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#12
So, die Krankschreibung läuft bisher recht problemlos. Der Facharzt (Psychiater) hat mit Psychophamarka aufgeschrieben.

Bisher wirken die Tabletten nicht. Ich habe 3 verschiedene Wirkstoffe bekommen. Von den ersten beiden müßte ich mich kontinuierlich übergeben, den jetzigen Wirkstoff vertrage ich, aber es hilft nicht. Mir ist auch bisher nicht klar, wie Tabletten meine Probleme klären bzw. mildern können.

Heute rief die Krankenkasse an, wie es mir denn gehen würde, ob und was man für mich tun könnte. Vorgeschalgen wurde ein Psychotherapie oder eine stationäre Reha. Normalerweise müßte die KK wissen, dass ich bereits seit 14 Monaten eine Psychotherapie mache.

Eien stationäre Reha ist das letzte, was ich will. Ich habe ja schon Ängste, wen nich mal länger als 3 Stunden von Zuhause weg bin bzw weg muß. Dann zeigt mein Körper schon Stresssymptome. Da muß ich mit meinen Psychologen drüber reden, dass das nicht in Frage kommt.

Wie sind die Erfahrungen, wenn Tabletten so gar nicht wirken, bzw. keine sicht- und fühlbare Verbesserung eintritt?
 

Muzel

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#13
Für posttraumatische Belastungsstörungen bekommt man einen GdB von 30 oder manchmal auch 40.
Wenn deine posttraumatischen Belastungsstörungen voll anerkannt sind, hast du es bestimmt leichter die EM-Rente durchzusetzen.
 

Bitas

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#14
Ist zwar nicht deine Frage aber ich gebe dir trotzdem den Tipp deine Telefonnummer und Mailadresse sofort löschen zu lassen. Es bringt in aller Regel nur Probleme mit KK, JC, AfA zu telefonieren und alles gesprochene hat keinerlei rechtliche Grundlagen.
Rechtlich mußt du nur auf den Postweg erreichbar sein.
 

Caye

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#15
Ich hab Krankengeld bis zum Ende der Leistungsdauer bekommen, ohne dass der MDK da eingeschaltet worden wäre. Das geht auch.
Zwischendrin hat wohl zwei, drei Mal jemand von der KK versucht anzurufen, aber anrufe von unbekannten Nummern nehme ich normalerweise nicht an.

Und bei mir ists auch so, dass die private BU-Versicherung anstandslos zahlt, während die gesetzliche Rente konsequent abgelehnt wird - zugegebenermaßen allerdings, weil man den Leistungsfall konsequent so datiert, dass ich die Voraussetzungen nicht erfülle, seitens der DRV wird immer wieder betont, dass man an meiner vollen Erwerbsminderung nicht zweifelt. Die Antragstellung bei der privaten Versicherung war dennoch sehr viel einfacher und unkomplizierter und die Anerkennung dort erfolgte auch schon vor dem DRV-Rentenantrag.

Ein Antrag bei deiner privaten Versicherung wäre wohl auf jeden Fall nach sechs Monaten AU sinnvoll (das ist bei den meisten Versicherungen der Zeitpunkt, ab dem sie zahlen, schaue dazu mal in die AVB).

Bei der DRV wird wohl ohne (teil-)stationäre Reha nix gehen. Das Programm einer Klinik solltest du nicht unterschätzen, auch wenn du meinst, dort unterfordert zu sein, weil es sich nach "nicht viel" anhört - da kommen idR noch diverse andere Termine dazu und dann hat man kaum noch Zeit, zwischendrin mal Luft zu holen.
Allerdings wäre eine auf PTBS spezialisierte Klinik am sinnvollsten, und das ist die Tagesklinik bei dir vor Ort ja vermutlich nicht (es sei denn, du hast da Glück). Bevor die DRV dich dazu auffordert und dir womöglich eine total unpassende Klinik zuweist, wäre es besser, wenn du dich da selbst schonmal informierst und dir was raussuchst - viele Kliniken sind ja auch Krankenhäuser und werden über die Krankenkasse bezahlt.
Hast du darüber schonmal mit deinem Therapeuten gesprochen?
 

Muzel

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#16
Man soll sich da nicht täuschen lassen. Bei einer privaten BU-Versicherung sollte man immer das Kleingedruckte lesen.
Meine BU-Rente wurde erst gezahlt als ich die 2. EM-Gutachten vorlegen konnte. Die Bu-Versicherung stellt keine eigenen Ermittlungen an.
 

Buchfan

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#17
Hallo Michel!
Du kannst Dir bei dem Papierkram auch von einer Sozialberatungsstelle (AWO u.a.) helfen lassen. Erkundige Dich doch mal, Wer bei Euch so etwas anbietet.
Zu den Pillen: Sie wirken spürbar erst nach 3 - 4 Wochen. Je nach Wirkstoff wird zuerst mit einer niedrigeren Dosis begonnen und dann langsam raufdosiert. Entsprechend bei Absetzen successive ausgeschlichen.
Ich ps. finde für ein solches Vorgehen einen stationären Aufenthalt sinnvoll. Denn es gibt zu jd. Tages- und Nachtzeit Gesprächspartner und man kann die Medikation bedarfsgerecht und schneller anpassen als ein Niedergelassener. Den siehst Du ja wahrscheinlich nur alle paar Wochen.
[>Posted via Mobile Device<]
 

Michel

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#18
Ein stationärer Aufenthalt ist aufgrund meiner Sozialphobie eher kontraproduktiv. Mein Körper reagiert schon daruaf, wenn ich mal mti dem Bus fahren muss, viele Menschen dort sind etc. Dann kriege ich schon Magenschmerzen, muß mich übergeben und brauche dringend eine stehende oder hängende Keramikschüssel.

Seit 6 Wochen nehme ich nun andere Antidpressiva. Ändern tut sich nichts, kein Antrieb, Scheissegal-Einstellung, mir ist manchmal egal ob ich lebe oder nicht, alles zum Kotzen, soryy aber ist so.
Ich weiß gar nicht, ob ich mich weiter als Versuchskanninchen für die Pharmaindustrie verwenden lassen soll.

Die Psychotherapie bringt mich auch nicht weiter. Was ich tun muß, Mut haben, positiv denken etc, wieß ich alles selber. Habe ja schon lange mit den Problemen zu kämpfen. Nur weiß ich immer noch nicht, wie ich das machen soll. Der Therapeut sagt, dass ich mutig sien muß. Ein Teufelskreis, wen nder Körper bei mutigen Versuchen einen Strich durch die Rechnung macht.
 

little

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#19
Seit 6 Wochen nehme ich nun andere Antidpressiva. Ändern tut sich nichts, kein Antrieb, schei*segal-Einstellung, mir ist manchmal egal ob ich lebe oder nicht, alles zum Kotzen, soryy aber ist so.
Ich weiß gar nicht, ob ich mich weiter als Versuchskanninchen für die Pharmaindustrie verwenden lassen soll.
Hab Geduld und sei mutig (im gewissen Rahmen).

Ich brauchte seinerzeit 26 (!!) verschiedene Antidepressiva, 3 stationäre Aufenthalte und mehrere Psychiater, bis wir(mein Doc und ich) die richtige Kombi gefunden hatte, welche mir seit mehreren Jahren ein beschwerdeärmeres Leben schenkt.
Ich bin aktuell bei Duloxetin 120mg/Tag

Gruss,
little

P.S. Bin seit vielen Jahren schon deshalb EM auf Dauer
 

Muzel

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#20
PTSD ist keine anerkannte Berufserkrankung.
Wegen deiner Probleme in deiner Kindheit könntest du eventuell über das OdF Rente bekommen, was ziemlich schwierig ist. Deshalb würde ich mich an deiner Stelle beim Weißen Ring beraten lassen. Lebt dein Vater noch? Könnte er dir helfen?
 

Michel

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#21
Was ist das Odf? Finde kein Amt, was so heisst?
Mein Erzeuger ist nicht mehr unter den Lebenden, der wäre auch der allerletzte, den ich um Hilfe bitten würde.

Also kann man dem Psychiater ruhig sagen, dass sich mit den Medis die Situation nicht bessert? Ich denke immer, dass der beleidigt sein könnte und mir nicht glaubt, wenn seine Medikation nicht hilft.

@Littl
Wie bist Du vorgegangen um die EM durchzukriegen?
 

Muzel

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#22
Sorry, ODF Rente wurde in der ehemaligen DDR den Opfern des Faschismus zuerkannt. Ich habe aber aber OEG gemeint und für diese Rente wäre in NRW er LVR zuständig. Du findest bestimmt Antragsformulare im Internet.
https://www.bmas.de/SharedDocs/Down...antrag-baf-oeg.pdf?__blob=publicationFile&v=2
Ich würde mir trotzdem mir bei der Ausfüllung Hilfe holen.
Ich streite mich mit dem Amt (Entschädigung)wegen einer Formulierung herum und das schon seit 2 Jahren.
 

Michel

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#23
Nach einiger Zeit mal wiede ein paar Zeilen von mir, ein Update sozusagen, auch wenn sich nicht viel getan hat.

Mein Psycholge hat den Fragebogen der KK beantwortet und denen mitgeteilt, dass eine stationäre Reha contraindiziert wäre. Seitdem habe ich von denen auch nichts mehr gehört, keine Kontaktaufnahme, kein MDK oder sonstiges.

Der Psychiater, der mich medikamentös einstellen will, ist offenbar mit seinem Latein am Ende. Habe jetzt das 4. Antidepressiva, mal sehen, was das bringt.

Er schlägt vor, genetisch zu bestimmen, welcher Wirkstoff mir helfen könnte. Kostet für mich auch nur 400,-- aus eigener Tasche. Als derzeitiger Krankengeldempfänger eher schwierig. Im Prinzip würde ich gern zu einem andren Psychiater gehen. So richtig fühle ich mich nicht verstanden von ihm.

Gib tes eigentlich Organisationen, die helfen, Anträge für Berufsunfähigkeit und Erwerbesminderungsrente auszufüllen, bwz. wo bekomme ich die Anträher, wie ist das Vorgehen? Beim VDK war ich schon und hab die Mitgliedschaft abgeschlossen. Leider konnte mir da auch keiner was genaues sagen.
 

Caye

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#24
Die von der DRV selbst angebotene Rentenberatung ist für die Antragstellung ganz hilfreich. Termine kann man online vereinbaren, es muss auch nicht "deine" DRV sein (du kannst auch zur DRV Wanne-Eickel gehen, wenn du die letzten Jahre bei der DRV Bund warst oder andersrum). Du bekommst dann ne Liste, was du mitbringen sollst, es findet direkt eine Kontenklärung statt und die 100 Seiten Antrag werden direkt am PC für dich ausgefüllt.

Beim privaten Versicherer einfach anrufen und sagen, dass du die Rente in Anspruch nehmen willst. Die werden dir dann schon sagen, wie es weiter geht - vermutlich mit einem langen Antragsformular. :wink:
 

Kerstin_K

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#25
Beim VDK war ich schon und hab die Mitgliedschaft abgeschlossen. Leider konnte mir da auch keiner was genaues sagen.
Also wenn die das nichtmal wissen, war das rausgeschmissenes Geld, fürchte ich.
[>Posted via Mobile Device<]
 

HermineL

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#26
Der Psychiater, der mich medikamentös einstellen will, ist offenbar mit seinem Latein am Ende. Habe jetzt das 4. Antidepressiva, mal sehen, was das bringt.
Das 4, Antidepressiva ist wenig. Mitunter dauert die medikamentöse Einstellung viele,
viele Monate und viele viel Medikamente. Ich habe damals fast 2 Jahre gebraucht bis ich Medis hatte
die wenigstens etwas gebracht haben. Abgesehen davon muss man bei der Einnahme damit
rechnen das es bis zur 4 Wochen dauert bevor man überhaupt etwas merkt.
Wenn der Arzt dann nach so kurzer Zeit schon mit seinem Latein am Ende ist sollte er den Job wechseln.


Er schlägt vor, genetisch zu bestimmen, welcher Wirkstoff mir helfen könnte. Kostet für mich auch nur 400,-- aus eigener Tasche. Als derzeitiger Krankengeldempfänger eher schwierig. Im Prinzip würde ich gern zu einem andren Psychiater gehen. So richtig fühle ich mich nicht verstanden von ihm.
Spätestens wenn mir ein Seelenklempner so etwas vorschlägt weiß ich das ich zügig einen
neuen Arzt suchen sollte. Dieser jedenfalls ist nicht an deiner Gesundheit sondern an einem
Transfer deines Geldbeutelinhalts in seinen interessiert. Ein seriöser Psychiater würde so ein
Angebot nicht nach so kurzer Zeit machen. Seriös wäre es wenn er dir für eine medikamentöse
Einstellung eine stationäre Klinikaufnahme vorschlagen würden denn dort unter ständiger Aufsicht
kann man diese Einstellung besser und schneller hinbekommen.
 

HermineL

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#28
Zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen gibt es Leitlinien. Vielleicht geben die dir Sicherheit.
Das hilft dem behandelnden Arzt oder Therapeuten aber hilft nicht dem Betroffenen oder gibt
ihm gar Sicherheit.

Muzel, hast du Erfahrungen mit Depressionen und/oder PTBS ?
 

HermineL

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#30
Dann solltest du diese nutzen um dem TE evtl. zu helfen. Das Verlinkte hilft nicht wirklich.
Aber eigene gemachte Erfahrungen und Eindrücke daraus können das manchmal.
 

Muzel

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#31
Was du da forderst, weiß ich nicht, wie ich das erfüllen soll. Es gibt 2 Gutachten in meinen EM-Verfahren wegen der PTSB, eines für den Antrag und eines für die Weiterbewilligung und gleichzeitig läuft auch noch ein Verfahren nach dem sozialen Entschädigungsrecht. Dazu gibt es ein Gerichtsgutachten, mit dem ich nicht einverstanden bin und nun vor dem LSG Klage. Der Richter sucht nun eine neuen Gutachter, weil der vom Gericht gewählte Gutachter sich selbst als befangen abgelehnt hat. Ich höre am besten auf weiter zu schreiben.
Fazit;
Wenn es spezielle Fragen gibt, beantworte ich sie gern.
 

Michel

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#32
Beim VDK bleibe ich erstmal Mitglied, wer weiss, wofür ich deren Hilfe im nächsten Jahr noch gebrauchen kann. Irgendwas müssen die ja auch können.

Kann mir jemand was zu den Medikationen sagen? Gibt es Schwierigkeitern, wen nich die Medis ablehne, bzw. von selbst absetze?
Derzeit nehme ich Sertralin 150 MG. Ehrlicherweise bin ich, zusammen mit meinem Psychologen davon überzeugt, dass eine medikamentöse Einstellung nichts bringt. Meine Probleme sind anders geartet.
Ich hab mehrere Antidepressive probiert, ausser Nebenwirkungen getan hat sich nichts. Ich habe von Geburt an nur eine Niere, so dass ich mit Tabletten von jeher vorsichtig bin. Letztlich machen mir die Tabletten Angst, dass die meine letzte Niere schädigen können.

Sollte man vor einem Rentenantrag nochmal versuchen, nach dem Hamburger Modell eine Wiedereingliederung zu machen, oder ist das sinnlos?
 

Muzel

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#33
https://www.therapie.de/psyche/info/index/therapie/traumatherapie/psychopharmaka-bei-ptbs/

Die medikamentöse Therapie kann man neben einer Psychotherapie durchaus machen.
Dein Antiderpressivum wird bei Unruhezuständen und Schlafstörungen angewendet. Ich weiß nicht, welche Symptome du besonders belastend findest.
Ich habe Benzodiazeptine hilfreich gegen Panikattacken eingesetzt. Das hat mir gut geholfen.

XXXXXXXXXXXX

Moderation:

Solche Ratschläge bitte lassen, das gehört in ärztlicher Hand/Behandlung

 
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Ularfa

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#34
Sollte man vor einem Rentenantrag nochmal versuchen, nach dem Hamburger Modell eine Wiedereingliederung zu machen, oder ist das sinnlos?
Diese Frage solltest du definitiv mit deinem Psychiater, Therapeuten, Hausarzt und ggf. weiteren Fachärzten besprechen, da kann dir keiner den Wegweisenden Tipp geben.

Mir wurde von meinen behandelnden Ärzten davon definitiv abgeraten, aber das lässt sich ja nicht auf dich übertragen.

Sprich mit deinen Ärzten was die davon halten.

LG
Ularfa
 

Kerstin_K

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#35
Ich würde verordnete Medikamente auch nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einfach so absetzen. Manche Medikamente muss man ausschleichen. Und wenn man die verodneten Medis gar nicht nehmen möchte, sollte man dies mit dem verordneenden Arzt besprechen.
 
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Muzel

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#36
"Meine Kindheit war geprägt von Alkoholismus des Vaters, Gewalt des Vaters, Zuwendung gab es nur wenig. Mein Psychologe sagt, dass meine Kindheit auch eine Art Missbrauch war, kein sexueller aber ein emotionaler Missbrauch ."
Du musst diesen Menschen dazu bringen dir zu bestätigen, dass du PTBS hast.
Nur wenn das der Fall ist bekommst du GD30.
 

Michel

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#37
Ich nehme an, Du meinst den GDB? 30 % Behinderung habe ich bereits wegen einer anderen Sache.

Meinen Vater kann ich nicht mehr als Zeugen benennen, der ist 20 Jahre tot.
Die Medikamente möchte ich nicht nehmen, da sie aus meiner Sicht nicht meine Probleme beheben. Ich habe das Gefühl, dass schnell Medikamente vergeben werden, damit man auf die Weise ruhiggestellt wird. Salopp ausgedrückt, kann ich auch jeden Tag 5 Bier trinken, dann fühle ich mich auch gut. Nur das ist ja nicht die Lösung.
Wie ich das dem Psychiater beibringen kann, weiß ich leider noch nicht. Jemand Erfahrungen damit?

Seit ich krankgeschrieben bin, schwinden meine Existenzängste ganz langsam. Ganz langsam werde ich etwas unternehmungslustiger und offener. Es sind wirklich nur ganz kleine Schritte. Wie soll sich auch auf Knopfdruck was lösen, was in über 40 Jahren entstanden ist?

Ist es dreist, wenn ich sage, dass ich für mich zur Gesundung, bzw. zu einem besseren Leben, nur die Chance sehe, berentet zu werden? Die Existenzängste hängen mir wie Betonklötze an beiden Beinen.
Ist es vermessen zu sagen, dass man auch ein paar Jahre ohne Druck und Ängste erleben möchte?

Auch in der Psychotherapie ist es immer dasselbe. Der Therapeut sagt, dass ich mutig sein muss, meine einsame Insel verlassen muss etc. Das weiß ich alles selbst, nur weiß ich nicht wie ich das machen soll. Die Vermeidungsstrategie praktiziere ich seit Kindertagen. Damals wollte man halt nicht auffallen, um keinen Ärger mit dem saufenden Vater zu bekommen.

Mein Therapeut meinte, dass ich nicht mehr wöchentlich kommen soll, Ich könnte anrufen, wenn ich einen Termin bräuchte. Sieht auch irgendwie so aus, als wüßte er nicht weiter.

Mein Hausarzt meinte, ich soll dem Therapeuten nochmal sagen wie es in mir aussieht. Habe ich bestimmt schon 10 mal gemacht, nie mit dem gewünschten Erfolg. Ich fühle mich unverstanden.

Nächste Woche habe ich den ersten Termin in diesem Jahr beim Psychiater. Was ich dem erzählen soll weiß ich noch nicht. Fakt ist für mich, ich brauche Hilfe, ohne dass ich es wirklich zeigen kann. Gefühle zeigen, zu weinen etc., kann ich nicht. Ich bin nach aussen hin sehr aufgeräumt und kann immer funktionieren für einen kurzen Zeitraum von 30 Minuten. Da kann ich ein guter Gesprächspartnersein, Witze machen, lachen etc. Nach Aussen hui, nach Innen eher nicht
 

Caye

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#38
Ich hab mit meiner PTBS einen GDB von 50 (und den auf Anhieb bekommen, ginge also vermutlich noch höher). Ich wüsste nicht, wieso "nur" 30 gehen sollten.

Was den Therapeuten betrifft: Viele kennen sich mit einer PTBS nicht aus. Die "üblichen" Behandlungswege, die man bei einer reinen Depression oder Angsterkrankung anwenden würde, funktionieren da nicht. Mir persönlich hat eine Verhaltenstherapeutin, die von Traumatherapie keine Ahnung hatte, am Anfang meines Behandlungsweges durchaus geholfen, aber nach einem knappen Jahr ging es da nicht mehr weiter.
Es wäre gut, wenn du dir da jemanden mit entsprechender Erfahrung und/oder Ausbildung suchen würdest. Die Verbände EMDRIA und DeGPT haben online z.B. eine Liste mit Therapeuten, die ihre Fortbildungen absolviert haben, eine Liste mit PITT-Absolventen kann man in der Klinik für psychotherapeutische und psychosomatische Medizin des EvKB Johannisstift anfordern, auch die Angabe auf therapie.de, ob jemand Traumatherapie anbietet, ist schonmal ein guter Anhaltspunkt, auch wenn das da erstmal eine Selbstauskunft des Therapeuten ist, die keine besondere Qualifikation beweist.

Was Medikamente betrifft: Medikamente allein helfen nicht, das ist klar. Aber Medikamente können den Krankheitsverlauf erleichtern. Gerade, solange du keinen passenden Therapeuten, kein vernünftiges Hilfenetz hast und ja vermutlich auch selbst noch gar nicht so viel über deine Erkrankung weißt, können Medis ein echt guter Rettungsring sein. Deine Sorgen wegen der Niere verstehe ich, aber davon weiß dein Psychiater ja sicher und darauf wird er achten. An sich ist es auch für eine einzelne Niere kein Problem, einen Menschen zu "entsorgen" ;-) und andersrum können zwei auch problemlos gemeinsam versagen... Wenn du den Versuch, ein geeignetes Medikament zu finden, aber wirklich aufgeben willst, dann sollte ein guter Psychiater dich daran nicht hindern. Es gibt sicherlich ein paar "besondere" Gutachter für die DRV o.ä., die einem tatsächlich unterstellen, nicht krank genug zu sein, wenn man keine Medikamente nimmt, aber die Regel ist das nicht. Auch als Gutachter weiß man, dass gerade Psychopharmaka viele Nebenwirkungen haben können und manche Menschen auch keine ausreichende Wirkung verspüren, als dass die Medikation Sinn machen würde.
Selbst absetzen solltest du auf jeden Fall unterlassen! Die meisten Psychopharmaka verursachen in den ersten Wochen der Einnahme die meisten Nebenwirkungen, die dann (teils noch heftiger) in der Absetzphase ebenfalls auftreten. Das Absetzen muss also langsam geschehen, und viele Präparate kannst bzw darfst du auch nicht eigenmächtig zerteilen o.ä., da sie eine Depotfunktion haben. Da müsstest du dir kleinere Dosierungen verschreiben lassen.

Das mit dem Funktionieren kenne ich auch sehr gut. Mein Psychiater bekommt von meinen Problemen auch nicht viel mit, weil es auch nicht sein Job ist, mit mir therapeutisch zu arbeiten. Aber er kennt Berichte von Therapeut bzw Kliniken und weiß aus diesen ungefähr, was bei mir grundsätzlich los ist. Jeder Psychiater mit nur ein wenig Berufserfahrung sollte auf jeden Fall wissen, dass die meisten Menschen (und die mit einer PTBS aus der Kindheit ganz besonders) mehr oder weniger stark darauf trainiert sind, sich psychische Probleme nicht anmerken zu lassen, weil einen das besonders verletzlich macht.
Kannst du dir denn vorstellen, genau das bei deinem Psychiater anzusprechen, im zu sagen, dass es in dir ganz düster aussieht, du das aber nicht mitteilen kannst und ihm gegenüber eine Maske aufsetzt? Vielleicht kannst du ihn sogar fragen, wie er dich wahrnimmt - da wird er dich vermutlich erstaunen, weil er dich viel besser durchschaut, als du denkst. ;-)
 

Larsson

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#39
Evtl. wäre es gut mal eine Traumatherapie zu machen. Das wird halt ambulant manchmal schwierig, manchmal ist besser das stationär zu machen.
Ist es dreist, wenn ich sage, dass ich für mich zur Gesundung, bzw. zu einem besseren Leben, nur die Chance sehe, berentet zu werden? Die Existenzängste hängen mir wie Betonklötze an beiden Beinen.
Ist es vermessen zu sagen, das
Nein, das ist weder dreist, noch vermessn. Und ich kann das sehr gut verstehen. Wenn man zu dem ganzen Mist immer noch Existenzängste hat. Für mich war die Rente eine unglaubliche Erleichterung und ich hatte wieder Luft zum Atmen. Aber eine allein Rente macht nicht gesund.
 
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