Ist dieser ZAF-Arbeitsvertrag so in Ordnung? Ich bitte um eure Einschätzung

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Strelok

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Hallo zusammen,

ein Bekannter schickte mir gestern per Mail seinen Arbeitsvertrag. Er meinte, dass der Vertrag von einer ZAF komme, was ich anhand des Vertrags nicht bestätigen kann. Für mich ist das ein Werkvertrag der untersten Schublade.

Mein Bekannter wurde von dieser "Zaf" genötigt zu unterschreiben. Es wurde die bekannte Masche, Vertragsunterzeichnung oder Anruf bei der Arge, angewandt. Aus meiner Sicht ist das Nötigung.

Anbei findet ihr den Vertrag. Durchlesen lohnt sich, weil so etwas sieht man nicht alle Tage, allen voran die Zusatzvereinbarung mit der Entlohnung.
 

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elo237

RIP
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AW: Erbitte Hilfe

hart schon alleine das man eine Vertragsstrafe erhalten soll

bei Krankheitsandrohung

man soll also funktionieren wie eine Maschine


ekelhaft dieser Vertrag
mal Anwalt einschalten oder zum Arbeitsgericht und beraten lassen
 

Kleeblatt

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AW: Erbitte Hilfe

Immer wenn mir jemand mit einer Salvatorischen Klausel kommt werde ich hellhörig.
Insgesamt gelesen würde ich sagen, - vergeßt es. Gruselig.
Aber wenn sich jemand gerne als Sklave verdingen möchte, dann sollte man ihn nicht aufhalten.

"Erscheint man am 1. Arbeitstag nicht ohne Erklärung so gilt der Vertrag als nicht zustande gekommen."

Na besser geht schon gar nicht. Kündigung nach Beginn käme dagegen mit einer Sperrfrist daher.
 

Hainbuche

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AW: Erbitte Hilfe

Guten Tag Strelok,

ich vermute, daß der Vertrag in gleich mehreren Punkten einer arbeitsrechtlichen Überprüfung nicht standhält.

Regelmäßig 50 Wochenstunden (§5) halte ich für ebenso "schräg" wie den Stücklohn ohne Grundvergütung.

Und Vertragsstrafen sind auch nicht unbedingt das Papier wert, worauf sie gedruckt sind:

https://www.haufe.de/recht/arbeits-...rtrag-wann-droht-unwirksamkeit_218_78092.html

Wie schon von anderer Seite angemerkt, sollte man sich dazu in der Tat vernünftigen und kompetenten Rechtsrat einholen. Ihr Bekannter, der diesen Vertrag bereits am Halse hat, sieht manche Klauseln darin dann vielleicht viel gelassener.

Arbeitsverträge sind übrigens immer Dienst- und niemals Werkverträge. Auch dann nicht, wenn der AG mit seinem Auftraggeber einen Werkvertrag geschlossen hat.
 

Sanktion

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AW: Erbitte Hilfe

Der Vertrag ist ein rechtlicher Albtraum.
Schaut mir auch nicht nach ZAF aus.
Habe zwar nur flüchtig gelesen, finde aber
1. keinen Hinweis auf einen Tarifvertrag
2. keinen passenden Lohn (bspw. Staplerfahren wäre E2, also 9,07 € und nicht 8,74 €)
3. keine Kündigungsfristen, die sich 1:1 mit denen aus den Zeitarbeitstarifen decken

Das schaut schon eher nach Werkvertrag aus, vor allem die Entlohnung nach Stück.

Grausig. Würde ich schnellstmöglich beenden, wenn ich der Geknebelte wäre.
 

Curt The Cat

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AW: Erbitte Hilfe

Moinsen Strelok,

auch Dir, als Newbie hier, möchte ich die Forenregel #11 ...
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit Überschriften wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Erbitte Hilfe, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
... in Erinnerung bringen!

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

chromsucht

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Hallo, bin ja kein Profi in solchen Dingen. Aber wenn mir ein solcher "Vertrag" vorgelegt würde, dann könnte mich ein solcher "Arbeitgeber" dermassen am Allerwertesten lecken, da wäre mir alles egal... So etwas kann gar nicht legal bzw. "zumutbar" sein.
Das ist mit das Widerlichste, was ich je gesehen hab als Sklavenvertrag!!!
 

Calexico

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Da läuft es einem ja eiskalt den Rücken runter, wenn man diesen Horror liest. Und solche Sklavenhalter kommen einfach ungeschoren davon. Ich fasse es nicht. :eek: Und leider gibt es immernoch Leute, die sowas freiwillig mitmachen:icon_neutral:

An denjenigen, der diese"Vertrag" unterschrieben hat: Krankschreiben lassen, dann dürfte der Sklaventreiber sofort die Kündigung rausschicken.
 

Strelok

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Mein Bekannter hat sich krank schreiben lassen und bekam daraufhin die Kündigung.

Ich hätte diesen Vertrag nicht unterschrieben, alleine wegen der 50-Stunden-Woche. Laut Arbeitzeitengesetz darf man max. 48 Std. die Woche arbeiten, es sei denn ein Tarifvertrag regelt etwas anderes.

Leider gibt es zu wenig Menschen die solche Verträge der Öffentlichkeit zugänglich machen. Es wird zwar immer im Fernsehen berichtet, aber diese Reportagen sind oftmals wenig glaubhaft.
Meine Frage: Was kann man gegen solch einen Ausbeuter unternehmen? Es gibt genug Menschen, die Druck von den Jobcentern bekommen und daraufhin jede Arbeit annehmen. Mein Bekannter wurde auch genötigt, diesen "Vertrag" zu unterschreiben.
 
H

hass4

Gast
also ganz ehrlich gesagt würde ich diesen arbeitsvertrag mal an die OECD schicken, damit die mal begreifen was hier für zustände am arbeitsmarkt herrschen. mit so einem vertrag wird doch regelrecht der weg in die armut geebnet!


OECD verlangt von Deutschland weitere Reformen
13.05.2014
Wirtschaftlich sei in Deutschland vieles in Butter, lobt der Industrieländer-Club OECD – wenn da nicht der riesige Niedriglohnsektor und schlechten Aufstiegschancen wären. Sonst sei das dauerhafte Wachstum in Gefahr.

OECD Berlin Centre
Schumannstraße 10, 10117 Berlin
Telefon:030 2888353
 

Hainbuche

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Meine Frage: Was kann man gegen solch einen Ausbeuter unternehmen? Es gibt genug Menschen, die Druck von den Jobcentern bekommen und daraufhin jede Arbeit annehmen. Mein Bekannter wurde auch genötigt, diesen "Vertrag" zu unterschreiben.

Mit der Unterschrift durch den AN werden unzulässige/ungültige Klauseln ja nicht automatisch zulässig/gültig.

Was man also tun kann:

- Im Vorfeld solche Fälle bekannt machen und Aufklärung leisten, damit andere Betroffene nicht unwissend in die Falle tappen

- Betroffene, die solch einen Vertrag eingegangen sind, ermutigen und unterstützen, ihre Rechte durchzusetzen
 

Strelok

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@ Hainbuche,

das ist auch meine Denkweise, nur WER ist in einem solchen Fall zuständig? Mein Bekannter ist kein Gewerkschaftsmitglied, von der Seite kann man wenig Hilfe erwarten.
Man kann natürlich auch vor Gericht ziehen, aber wenn sich solch ein AG schon nicht an Gesetze hält, dann interessiert auch ein Gerichtsurteil wenig. Mein Bekannter hat auch nicht die nötige Ausdauer einen Gerichtsprozess duch zu stehen, also was kann man tun?

Jeder Mensch kann bei solch einem AG landen. Aus meiner Sicht sind deshalb nicht nur Einzelpersonen betroffen. Die Öffentlichkeit müsste über solche Machenschaften augeklärt werden. Presse/Fernsehen halte ich für keine Option, da hier leider zu viele Emotionen a la Bildzeitung einfließen. Die Bevölkerung muss sachlich und "kurz und knackig" darüber informiert werden. Das ist zumindest meine Ansicht.
 

Hainbuche

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@ Hainbuche,

das ist auch meine Denkweise, nur WER ist in einem solchen Fall zuständig? Mein Bekannter ist kein Gewerkschaftsmitglied, von der Seite kann man wenig Hilfe erwarten.

Zuständig ist letztlich Ihr Bekannter selbst; die Rechtslage liefert (theoretisch) den Rahmen, der ihm Schutz bietet; einfordern muß er sein Recht (von Ausnahmen abgesehen) allerdings selbst.

Man kann natürlich auch vor Gericht ziehen, aber wenn sich solch ein AG schon nicht an Gesetze hält, dann interessiert auch ein Gerichtsurteil wenig.

Im Einzelfall kann der AG gar nicht anders als sein Interesse zeigen, da ein gültiges Urteil, wenn es z. B. auf (Nach-)zahlung von Löhnen lautet, ggf. zwangsvollstreckbar ist.

Mein Bekannter hat auch nicht die nötige Ausdauer einen Gerichtsprozess duch zu stehen, also was kann man tun?

Wie Sie geschrieben haben, ist Ihr Bekannter doch zwischenzeitlich schon wieder gekündigt worden. Wenn er bei der täglichen Arbeit mit dem AG gar nichts mehr zu tun hat, könnte er eine rechtliche Auseinandersetzung doch sogar relativ entspannt sehen. Zumal ein guter Anwalt das eigentlich so regeln sollte, daß er sich von Ihrem Bekannten nur das "Futter" holt und den Kontakt mit der Gegenseite selbst abwickelt.

Jeder Mensch kann bei solch einem AG landen. Aus meiner Sicht sind deshalb nicht nur Einzelpersonen betroffen. Die Öffentlichkeit müsste über solche Machenschaften augeklärt werden.

Hier ist immerhin ein Schritt in diese Richtung gemacht worden.

Presse/Fernsehen halte ich für keine Option, da hier leider zu viele Emotionen a la Bildzeitung einfließen. Die Bevölkerung muss sachlich und "kurz und knackig" darüber informiert werden. Das ist zumindest meine Ansicht.

Es gibt ja schon auf Sachlichkeit bedachte Medien. Aber die haben eher geringe Reichweiten.
 

Seichte Drehung

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AW: Erbitte Hilfe

hart schon alleine das man eine Vertragsstrafe erhalten soll

bei Krankheitsandrohung

man soll also funktionieren wie eine Maschine


ekelhaft dieser Vertrag
mal Anwalt einschalten oder zum Arbeitsgericht und beraten lassen

Ich will ja nichts sagen. Aber Krankheitsandrohung ist kein Spaß. Wer das wirklich durchzieht riskiert schon mal ne fristlose.
 
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