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Ist dieser Lohn noch legal?

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silvermoon

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#1
Schaut mal, dieses Stellenangebot lese ich heute im Internet:

XXX, Vollzeit, 3 freie Stellen Job-Info von BERUFEnet
Stellenprofil: Verrichten von berufsüblichen Weinbergsarbeiten, z.B.Reb-schnitt, biegen, binden, Reinigung des Weinbergs.FS B PKWbis 3, 5 t (alt:FS 3);Lernbereitschaft;Sorgfalt, Flexibili-tät und Zuverlässigkeit werden erwartet.Eine Einarbei -tung in das Aufgabengebiet ist gewährleistet
Branche: Weinbau
Arbeitsort: XXX
Arbeitszeit: Vollzeit 7:30 - 17:00
Verdienst: 4,80 E/STD
Beginn: 01.04.06
Befristet: Saison
Führerschein: B
Qualifikation: Kräfte mit Fachkenntnissen mit oder ohne Berufserfahrung
Alter: egal
Kontakt: Auskunft erteilt:
Agentur für Arbeit XXX


Ich dachte, der Mindestlohn liegt (noch) bei über 5 Euro??? :kotz:
 
E

ExitUser

Gast
#3
Ausnahmsweise habe ich mal eine andere Meinung als Martin.

Richtig ist, es gibt keinen Mindestlohn. Allerdings ist die Schmerzgrenze nach unten bei Löhnen die Sittenwidrigkeit.

Verstößt der Lohn gegen die guten Sitten, muß man diese Stelle nicht annehmen. Das ist ein Ablehnungsgrund.

Sittenwidrig sind Löhne, die 30 % unter dem Tariflohn, oder den örtsüblichen Löhnen liegen. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer.

Vor einigen Jahren haben Arbeitsgerichte noch ca. 5,88 € als sittenwidrig eingestuft. Wo inzwischen die Grenze liegt vermag ich nicht zu sagen.

Die Folge wäre, man kann sich einen Lohn erklagen. Aber ich glaube mal, das dürfte zumindest bei Kleinunternehmen nicht in Frage kommen.

Hier ein Urteil dazu:

http://www.juraforum.de/forum/archive/t-3495/sittenwidriger-lohn
 

Panti

Elo-User/in

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#4
Hallo @ll,
Barney sagte :
Allerdings ist die Schmerzgrenze nach unten bei Löhnen die Sittenwidrigkeit.
Verstößt der Lohn gegen die guten Sitten, muß man diese Stelle nicht annehmen. Das ist ein Ablehnungsgrund.
das ist zwar richtig wird aber von Fall zu Fall unterschiedlich gesehn.
Meiner Meinung nach sind auch Ein Euro Jobs sittenwidrig...
Es kann auch nicht sein das Arbeitgeber sagen -wenn ihnen der Lohn nicht reicht können sie unterstützende Leistungen vom Staat beantragen-.
Ist das die Zukunft (der Sinn?) von Arbeitstätigkeit?
MfG Panti
 
E

ExitUser

Gast
#5
Panti sagte :
Hallo @ll,
Barney sagte :
Allerdings ist die Schmerzgrenze nach unten bei Löhnen die Sittenwidrigkeit.
Verstößt der Lohn gegen die guten Sitten, muß man diese Stelle nicht annehmen. Das ist ein Ablehnungsgrund.
das ist zwar richtig wird aber von Fall zu Fall unterschiedlich gesehn.
Meiner Meinung nach sind auch Ein Euro Jobs sittenwidrig...
Es kann auch nicht sein das Arbeitgeber sagen -wenn ihnen der Lohn nicht reicht können sie unterstützende Leistungen vom Staat beantragen-.
Ist das die Zukunft (der Sinn?) von Arbeitstätigkeit?
MfG Panti
@ Panti,
man muß zwischen Arbeitsplatz und Beschäftigungsstelle unterscheiden.

Auch wenn die Tätigkeiten mit Mehraufwandsentschädigung im Volksmund Ein-Euro-Jobs heißen, handelt es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis.

Mit dem letzten Teil hast du natürlich recht. Es kann so nicht richtig sein. Daher plädieren wir ja für einen Mindestlohn von dem man leben kann: 10 Euro die Stunde.

Und noch mal zur Sittenwidrigkeit als Grenze der Zumutbarkeit. Ich hatte in meinem Beitrag ja schon darauf hingewiesen: Weil es keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt, entscheidet zuguter Letzt ein Gericht.

Ob nun zukünftig die Gerichte den Kläger an die Bundesanstalt für Arbeit verweisen, weil sich das Modell Hartz IV als Kombilohn durchsetzt, vermag ich natürlich nicht zu sagen. In Ordnung ist das jedenfalls nicht.

Ich finde, es ist auch eine Riesensauerei, dass die Gewerkschaften hier schon wieder still halten und z.B. dulden, dass Unternehmen, ihre Belegschaft in Größenordnungen abbauen, in unternehmenseigenen Leiharbeitsfirmen beschäftigen, ihnen dort einen weit niedrigeren Lohn als im Mutterunternehmen zahlen, sie aber am alten Arbeitsplatz für eben diesen niedrigeren Lohn wieder arbeiten lassen.

Wo bleibt die Gewerkschaft???? Der Betrieb müßte doch sofort streiken! Oder dürfen die das dann nicht. Darf man nur zu Tarifauseinandersetzungen streiken? Sind das keine, wenn hunderte Mitarbeiter auf diese Art und Weise gelinkt werden?

Berichtet hat über zwei Unternehmen, die das getan haben, in der vergangenen Woche die Fernsehsendung "Kontraste".
 

molli

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#7
hallo,

aus meiner sicht ist für die arge nichts sittenwidrig. egal welcher "hunger"lohn angeboten wird, hauptsache raus aus der statistik. mir wurde mal ein job angeboten, für den ich 750,- euro brutto, bei tag- und abendschicht, bekommen sollte. wäre ein stundenlohn von ca. 5,- euro gewesen.

nach abzug aller damit verbundenen ausgaben (benzin, kinderbetreuung, kfz-versicherung), hätte ich noch geld mitbringen müssen.

die antwort des arbeitgebers: bei der heutigen marktsituation sollte man froh sein überhaupt arbeit zu haben.

meine antwort: die marktsituation interessiert weder meinen vermieter, noch mein hungriger magen.
 

Martin Behrsing

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#8
leider sind diese Löhne im Weinanbau völlig üblich. Deshalb bemisst man z.B. den Reichtum von Weinbauern anhand der polnischen Bürger, die dieser beschäftigt hat.
 

Arco

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#9
Deshalb bemisst man z.B. den Reichtum von Weinbauern anhand der polnischen Bürger, die dieser beschäftigt hat.
... tut mir leid, aber das ist relativ "billig" so eine Antwort :shock:
 

Panti

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#11
Hallo @ll,
molli sagte :
hallo,

die antwort des arbeitgebers: bei der heutigen marktsituation sollte man froh sein überhaupt arbeit zu haben.

meine antwort: die marktsituation interessiert weder meinen vermieter, noch mein hungriger magen.
das ist schon ne Sauerei.
Die sollen sich gefälligst mal mit einem Grundeinkommen beschäftigen, dann kann man auch Arbeitsgelegenheiten für 4,5 Euro annehmen.
Frag mich sowieso wie das weitergehen soll.
Nächstes Jahr steigen die Nebenkosten um 2,7% dank der MwSt erhöhung.
Da es nicht mehr ALG2 gibt also quasi wieder eine Absenkung :shock:
MfG Panti
 
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