Ist die Pfändung von Mietschulden bei ALG2-Beziehern möglich?

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FragenderVermieter

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Hallo zusammen,

vorne weg, ich bin weder ELO noch prekär beschäftigt, vermiete allerdings mehrere Wohnungen.
Oft wird kritisiert, dass Vermieter keine ALG 2 Empfänger als Mieter akzeptieren, ich ebenfalls nicht. Allerdings verstehe ich auch, dass dies bei Betroffenen zu Frustration führt. Von Vermieter Seite besteht oft die Befürchtung, dass im Falle von Mietschulden bzw. Schäden die über die Kaution hinausgehen nichts zu holen ist und die Mieter nichts zu befürchten haben. Im Endeffekt ist es wohl auch so, dass Mieter die auf absehbare Zeit kein pfändbares Einkommen, z.B aufgrund schlechter Qualifikation und/oder Familie, erwirtschaften werden, kaum Folgen aufgrund solcher Schulden spüren werden.

Das Argument, die Miete komme vom Amt, ist natürlich ein Scheinargument, da man eine Anordnung, dass das Amt die Miete direkt überweisen soll auch wieder widerrufen kann.

Mir ist daher die Idee gekommen, ob es nicht sinnvoll wäre, dass Mietschulden mit mindestens 10€ pro Monat generell pfändbar sind, unabhängig von der Pfändungsfreigrenze.
Dies würde dazu führen, dass unter anderem auch ALG 2 Empfänger Konsequenzen aus Mietschulden spüren würden und so Vermieter mehr Vertrauen in ALG 2 Empfänger hätten.
 

Flodder

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Du hast dich wohl verlaufen? :wink:

Das hier ist ein Erwerbslosenforum und kein Vermieterforum.
 

FragenderVermieter

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Nein habe ich mich nicht, ich wollte bewusst die Meinung von ALG 2 Empfängern dazu lesen. Schließlich zielt mein Ansinnen auch darauf ab, wie man den Markt von Mietwohnungen für ALG 2 Empfänger entspannen kann und nicht wie man ALG 2 Empfänger drangsalieren kann.
Das Kernproblem ist nun mal, dass das Vertrauen von Vermietern in ALG 2 Empfänger von Grund auf, aufgrund der nicht vorhandenen Konsequenzen, niedrig bzw. nicht vorhanden ist.
 

Linuxfan

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Willkommen im Forum.

Ich lese hin und wieder unter vermieter-forum.com mit um die Sicht der Vermieter auch zu verstehen.

Ich kann deine Argumentation nachvollziehen, dass Du keine Hartz IV-Empfänger haben möchtest und das "Miete zahlt das Amt" Argument ist an sich keins.

Momentan stelle ich eine Bewerbungsmappe mit Schufaauskunft etc. zusammen. Wohnraum ist umkämpft und man muss sich von seiner besten Seite zeigen.
 

ZynHH

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Das Argument, die Miete komme vom Amt, ist natürlich ein Scheinargument, da man eine Anordnung, dass das Amt die Miete direkt überweisen soll auch wieder widerrufen kann.

Das lässt sich aber mit einer Abtretungserklärung durch den Mieter an den Vermieter und einem entsprechendem Passus im Mietvertrag regeln.

Wenn der Mieter seine Miete nicht an den Vermieter abführt, erzwingt das Jobcenter ja auch, völlig zu Recht, das die Miete direkt vom jc an den vermieter überwiesen wird.
 

Flodder

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Eine Kontopfändung ist auch bei ALG II-Empfängern möglich, sofern er kein Pfändungsschutzkonto hat. Beim P-Konto sind nur Einnahmen über den Pfändungsfreibetrag pfändbar.

Warum sollte hier nun für Vermieter eine Extrawurst gebraten werden gegenüber anderen Gläubigern?

Und 10 € Pfändung im Monat, bei 1000 € Mietschulden würde der Betrag ja nicht mal die anfallenden Zinsen für die Abzahlungslaufzeit decken.
 

FragenderVermieter

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Das lässt sich aber mit einer Abtretungserklärung durch den Mieter an den Vermieter und einem entsprechendem Passus im Mietvertrag regeln.

Wäre mir neu, dass man so einen Passus vor Gericht durchsetzen kann, bzw. den ELO davon abzuhalten solch eine Erklärung zu widerrufen. Der Vermieter kann keinen Einfluss auf das Verhältnis Mieter Jobcenter nehmen.
Ist das Kind erstmal in den Brunnen gefallen, kommt zwar die Miete vom JC, aber die Schulden wird es nicht bezahlen, außer man kündigt und dann auch nur vielleicht.
Ein Vermieter denkt grundsätzlich betriebswirtschaftlich und solche Scherereien sind einfach unbezahlte Arbeit.

@Linuxfan Viel Glück bei der Suche.

@Flodder Ja nur ist so eine Kontopfändung bei ALG 2 Empfängern in der Regel fruchtlos und jede Vollstreckungsmaßnahme die beantragt wird kostet erstmal.
Die 10€ könnte man gerne auf z.B 12 Monate begrenzen. Mit der Extrawurst geht es mir vor allem darum, dass Wohnen ein elementares Bedürfnis ist und anders als praktisch alles im Leben könen Wohnungen nicht von finanzschwanchen erworben werden. Deswegen wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, Maßnahmen zu ergreifen die ALG 2 Empfängern den Zugang zum Wohnungsmarkt erleichtern.
 

Linuxfan

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Da ist dann auch wiederum die Frage inwiefern es etwas zu pfänden gibt. Beim ALG II-Antrag muss man sein Vermögen offen legen und darf nur einen bestimmten Betrag besitzen, der sich am Alter orientiert.

Mich würde allerdings interessieren ob Flüchtlinge in solchen Situationen "Vorteile" haben also dass die Integrationsbehörde diesen Betrag übernimmt, der sich dann wiederum nicht abtreten lässt.
 

ZynHH

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

aber die Schulden wird es nicht bezahlen

Wie hoch ist denn die hinterlegte Kaution in Anzahl Mieten?
Denn spätestens nach der zweiten nicht gezahlten Miete, kannst ja kündigen. Da sehe ich noch keinen wirklichen Schaden.

Ärgerlich ist es allemal, da gebe ich dir recht.

Hier in Hamburg hatte ich sowohl bei privatvermieter als auch bei Genossenschaft und Wohnungbaugesellschaft kein Problem als ALG II Empfänger Wohnungen zu bekommen.

Hatte allerdings auch noch nie Mitschulden , allerdings andere Schufaeinträge und Insolvenz laufen....

Frag doch mal beim vermieterverein, ob man nicht einen entsprechenden Passus in den Mietvertrag aufnehmen und durchsetzen kann.
 

Linuxfan

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Hier in Hamburg hatte ich sowohl bei privatvermieter als auch bei Genossenschaft und Wohnungbaugesellschaft kein Problem als ALG II Empfänger Wohnungen zu bekommen.
Ich dachte immer, dass so Wohnungsbesichtigungen mit 50 Bewerbern ablaufen, gerade in so Städten wie Hamburg, München etc.

Einmal habe ich mich um eine 19 m² Studentenbude in Paderborn beworben: Mieterselbstauskunft, Frage nach Schufa etc. Das volle Programm.

Hier auf dem Land im Landkreis Gifhorn hatte mein Nachbar eine frisch renovierte Wohnung in e-bay-kleinanzeigen: 2000 Seitenaufrufe und jede Menge Kontakte, wo er auch erstmal eine Vorauswahl machte, die dann immer nach und nach gesiebt wurde.
 

FragenderVermieter

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Kaution ist bei mir und bei fast allen anderen Vermietern 3 Netto Kaltmieten also in der Regel ca. zwei Warmmieten. Wenn der Mieter aber nicht auszieht, dann muss man erst die Räumung beantragen, bis dann geräumt wird gehen gerne einige Tausend drauf. Von der strafrechtlichen Seite aus gibt es da auch keine Konsequenzen, nur monetäre, aber eben nur auf dem Papier.

Die große Nachfrage verstärkt natürlich das Verhalten von Vermietern, hätte man die Option Leerstand für paar Monate oder ALG 2 als Mieter sähe die Lage ganz anders aus.

Solch ein Passus ist nicht möglich, wenn ich ein Auto kaufen, kann das Autohaus auch nicht verlangen, dass das Geld direkt von meiner Mutter kommt, es kann nur verlangen, dass Geld kommt.
 

Caramell

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

FragenderVermieter, ich bin gegen eine Pfändung, eben weil die nicht rechtens wäre.

Aber ich habe eine andere Frage, hast Du schon mal einen ALG II Empfänger als Mieter gehabt der Dir nun auch Geld schuldet?

Wenn nein, dann ist es nicht anderes wie bei vielen Vermietern, man vermutet nur und schiebt alle in eine Schublade. Den der größte Teil der Menschen mit ALG II bezahlen die Miete.

Anders rum könnte man auch festlegen, das jeder Vermieter eine bestimmte Quote an ALG II Empfänger als Mieter haben muss. Vielleicht sollte man darüber mal eine Petition starten. *grübel*

Und ja ich weiß, es gibt einen Wohnberechitgungsschein. Aber was nützt der wenn es keine Wohnungen gibt oder keine Vermieter die an ALG II Empfänger vermieten wollen.
 
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faalk

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Solch ein Passus ist nicht möglich, wenn ich ein Auto kaufen, kann das Autohaus auch nicht verlangen, dass das Geld direkt von meiner Mutter kommt,

Äpfel/Birnen.

Wenn man sich als Vermieter sowieso eine Vermögensauskunft einholen lässt, sollte man sich bei gewissen Einträgen an das JC wenden, wegen Folgendes:

§ 22 SGB II Bedarfe für Unterkunft und Heizung
(7) Soweit Arbeitslosengeld II für den Bedarf für Unterkunft und Heizung geleistet wird, ist es auf Antrag der leistungsberechtigten Person an den Vermieter oder andere Empfangsberechtigte zu zahlen. Es soll an den Vermieter oder andere Empfangsberechtigte gezahlt werden, wenn die zweckentsprechende Verwendung durch die leistungsberechtigte Person nicht sichergestellt ist. Das ist insbesondere der Fall, wenn

1. Mietrückstände bestehen, die zu einer außerordentlichen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigen,
2. Energiekostenrückstände bestehen, die zu einer Unterbrechung der Energieversorgung berechtigen,
3. konkrete Anhaltspunkte für ein krankheits- oder suchtbedingtes Unvermögen der leistungsberechtigten Person bestehen, die Mittel zweckentsprechend zu verwenden, oder
4. konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die im Schuldnerverzeichnis eingetragene leistungsberechtigte Person die Mittel nicht zweckentsprechend verwendet.

Quelle: sozialgesetzbuch-sgb.de
 

Doppeloma

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Hallo FragenderVermieter,

Wäre mir neu, dass man so einen Passus vor Gericht durchsetzen kann, bzw. den ELO davon abzuhalten solch eine Erklärung zu widerrufen. Der Vermieter kann keinen Einfluss auf das Verhältnis Mieter Jobcenter nehmen.

Wäre ja auch noch schöner, es nehmen doch schon zu viele "Unbeteiligte" Einfluss auf die JC ...
Wo bitte ist dein Problem, wenn das JC die Miete überweist (weil es schon mal Unregelmäßigkeiten gab), dann KANN der LE das gar nicht "widerrufen" ... :icon_evil:

Leider kommt es auch schnell mal ganz anders und das JC "vergisst" die Miete zu überweisen, oder überweist einfach weniger, weil der LE gerade mal eine höhere Sanktion kassiert hat (ob berechtigt oder unberechtigt ist dafür zunächst mal noch völlig ungeklärt), es tut mir wirklich leid, in welchem Elend sich die Vermieter so wegen Hartz 4 befinden (können) ... :icon_cry:

Ist das Kind erstmal in den Brunnen gefallen, kommt zwar die Miete vom JC, aber die Schulden wird es nicht bezahlen, außer man kündigt und dann auch nur vielleicht.

Das "Kind" fällt also oft genug auch ohne eigenes Verschulden in den Brunnen, da muss unbedingt gegengesteuert werden, dass die Vermieter so darunter leiden müssen, "das geht ja gar nicht" (IRONIE aus) ...

Ein Vermieter denkt grundsätzlich betriebswirtschaftlich und solche Scherereien sind einfach unbezahlte Arbeit.

Das geht aber nicht nur Vermietern so, betriebswirtschaftliche Risiken gehören doch nun mal zu diesem (zu JEDEM) Geschäft ... denn es ist ein Geschäft mit dem Wohnen, sonst gäbe es ja mehr bezahlbare (vernünftige) Wohnungen auch für die weniger "Reichen" ... die sind ja eigentlich in der Überzahl ...

Ja nur ist so eine Kontopfändung bei ALG 2 Empfängern in der Regel fruchtlos und jede Vollstreckungsmaßnahme die beantragt wird kostet erstmal.

Ist ja auch richtig, denn dieses sogenannte "Existenz-Minimum" liegt noch UNTER der gesetzlichen Pfändungsgrenze ..., die man sogar in einer PI noch behalten darf ...

Aber ich lese gerne mal was von Leuten die gekonnt "auf hohem Niveau jammern" wie schlecht es ihnen geht und wie viel unnötige Arbeit sie mit den Hartz-4-Empfängern so haben ... weil die ihre Miete (angeblich / wahrscheinlich / vielleicht) nicht zahlen (werden) ...

Da gibt es doch so was wie ein "Umlage-Ausfall-Wagnis" ... was sogar Sozial-Mieter zahlen müssen ... ist doch ne Art Versicherung gegen Mietausfälle ...
Ansonsten mal die neue (alte) Regierung anschreiben, da lässt sich bestimmt was "drehen" für die armen Vermieter ... :icon_hihi:

Die 10€ könnte man gerne auf z.B 12 Monate begrenzen. Mit der Extrawurst geht es mir vor allem darum, dass Wohnen ein elementares Bedürfnis ist

Darum meinst du haben Vermieter eine "Extra-Wurst" verdient, die verdienen doch oft genug schon an ihren (meist zahlenden) Mietern, oft genug ohne selbst wenigstens dafür zu sorgen, dass die Wohnungen auch bewohnbar bleiben ... das "elementare Bedürfnis" kostet eben auch laufende Erhaltung und Instandsetzung ...

Nur selten ist ein maroder Zustand einer Wohnung nur die Schuld des letzten Mieters, weil der ja in Hartz 4 war und das "nicht so genau genommen hat" ... merkst du eigentlich selbst wie viel Verachtung du uns (den Betroffenen) damit entgegen bringst ???

Es gibt übrigens noch mehr "elementare Bedürfnisse" (Strom / Gas z.B.) da kann der Energieversorger bestimmt auch eine weitere Extra-Wurst gebrauchen (für die Tilgung von Strom oder Gas-Schulden), irgendwann bleibt dann vom ALG II-Regelsatz nicht mehr viel übrig für das eigene Leben ... und dafür war es doch eigentlich mal vorgesehen ... "glaube ich" ...

und anders als praktisch alles im Leben könen Wohnungen nicht von finanzschwanchen erworben werden. Deswegen wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, Maßnahmen zu ergreifen die ALG 2 Empfängern den Zugang zum Wohnungsmarkt erleichtern.

Interessante "Logik", weil sich Finanzschwache (die gibt es übrigens nicht NUR beim JC :icon_evil:) keine Wohnungen kaufen können, muss den Vermietern das Leben gesetzlich erleichtert werden (im Umgang mit den Finanzschwachen), damit sie wieder Lust bekommen bezahlbare Wohnungen "ohne Ansehen" der Person und des Geldbeutels zu vermieten ...

Natürlich nur unter (gesetzlicher) Abmilderung des allgemeinen unternehmerischen Risikos, dabei doch mal gelegentlich "auf die Nase zu fallen" ... dafür sollte es doch möglich sein auch noch aus dem Existenz-Minimum des SGB II so 10 € monatlich abzuzwacken ...

Ein Glück, dass ich "armer EM-Rentner" bin und meine Pfändungsgrenze höher angesiedelt ist ... gemäß § 850c Absatz 2a der ZPO ...

Seit dem 1. Juli 2017 beträgt der unpfändbare Grundbetrag 1.133,80 Euro

Quelle

BMJV | bmjv.de | Pfandungsfreigrenzen

... da fehlt mir noch Einiges ehe ich 10 € für eine "Extra-Wurst" abgeben müsste, aber keine Sorge unser Vermieter bekommt sein Miete JEDEN Monat pünktlich und vollständig direkt von uns überwiesen (er tut auch was dafür :bigsmile: ) ...

Weiter ein Dach über dem Kopf zu haben, ist uns tatsächlich ein sehr elementares Grundbedürfnis, besonders bei den aktuellen Temperaturen ...

Schon makaber, wenn man für eine Wohnung inzwischen eine Bewerbungsmappe braucht wie für einen Job ... aber so ist es eben leider ... das Angebot regelt die Nachfrage und es gibt zu wenig "Angebote" (bei bezahlbaren Wohnungen UND bei gut bezahlten Jobs) ...

MfG Doppeloma
 
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G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Das Kernproblem ist nun mal, dass das Vertrauen von Vermietern in ALG 2 Empfänger von Grund auf, aufgrund der nicht vorhandenen Konsequenzen, niedrig bzw. nicht vorhanden ist.
Das Problem sehe ich eher bei Sanktionen bis in die KdU hinein sowie bei (oft) willkürlichen Leistungseinstellungen der JC. Ein einziger bösartiger SB reicht da schon aus.
Warum wird da eigentlich kein 4-Augen-Prinzip eingeführt?
Und wenn ein Elo deswegen auf der Straße landet, ist das sehr wohl eine Konsequenz, und die spürt er auch.

Das lässt sich aber mit einer Abtretungserklärung durch den Mieter an den Vermieter und einem entsprechendem Passus im Mietvertrag regeln.
Nein.
Eine Abtretung von den Teilen der Sozialleistung oberhalb der Pfändungsfreigrenze für Arbeitseinkommen nach § 53 Abs. 3 SGB I - hier ist die allgemeine Leistungsklage zulässig aber unbegründet - kommt nicht in Betracht, weil Arbeitslosengeld II grundsätzlich nicht pfändbar ist.
LSG München, Beschluss v. 05.08.2015 – L 7 AS 263/15

Wenn nein, dann ist es nicht anderes wie bei vielen Vermietern, man vermutet nur und schiebt alle in eine Schublade.
... was auch beim TE zu erkennen ist.

Wenn man sich als Vermieter sowieso eine Vermögensauskunft einholen lässt, sollte man sich bei gewissen Einträgen an das JC wenden, wegen Folgendes:
§ 22 SGB II Bedarfe für Unterkunft und Heizung
(7) Soweit Arbeitslosengeld II für den Bedarf für Unterkunft und Heizung geleistet wird, ist es auf Antrag der leistungsberechtigten Person an den Vermieter oder andere Empfangsberechtigte zu zahlen. Es soll an den Vermieter oder andere Empfangsberechtigte gezahlt werden, wenn die zweckentsprechende Verwendung durch die leistungsberechtigte Person nicht sichergestellt ist. Das ist insbesondere der Fall, wenn

1. Mietrückstände bestehen, die zu einer außerordentlichen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigen,
2. Energiekostenrückstände bestehen, die zu einer Unterbrechung der Energieversorgung berechtigen,
3. konkrete Anhaltspunkte für ein krankheits- oder suchtbedingtes Unvermögen der leistungsberechtigten Person bestehen, die Mittel zweckentsprechend zu verwenden, oder
4. konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die im Schuldnerverzeichnis eingetragene leistungsberechtigte Person die Mittel nicht zweckentsprechend verwendet.
Quelle: sozialgesetzbuch-sgb.de
Sagt dir der Begriff "Datenschutz" irgendwas?

Ein SB der solche Infos an Dritte rausgibt, braucht einen neuen Job. Aber sowas von. :censored:
 

Linuxfan

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Das geht aber nicht nur Vermietern so, betriebswirtschaftliche Risiken gehören doch nun mal zu diesem (zu JEDEM) Geschäft ... denn es ist ein Geschäft mit dem Wohnen
Ist alles richtig nur kann man es dem Vermieter verdenken, dass er dann als Reaktion ein gewisses "Risikomanagement" betreibt um Mietausfälle zu vermeiden? Beispielsweise, dass er Schufa und Mietauskunft möchte? Er hat immer noch die Option sein Objekt leerstehen zu lassen…
 

iSlave

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Es kann natürlich sein, dass die Mieter sanktioniert werden. Laut vermieter-forum gibt es auch einige, die von einem Tag auf den anderen beschließen, statt Miete zu zahlen, einfach mal in den Urlaub zu fliegen oder sich neue Sachen zu kaufen. :cheer2:
 
E

ExitUser

Gast
AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Mich würde allerdings interessieren ob Flüchtlinge in solchen Situationen "Vorteile" haben also dass die Integrationsbehörde diesen Betrag übernimmt, der sich dann wiederum nicht abtreten lässt.


Bei einer Vielzahl von Flüchtlingen wird die Miete direkt an den Vermieter überwiesen.
Viele von ihnen bekommen noch Hilfe von Caritas, Diakonie oder dgl. Diese Betreuer regeln diese Vorgänge.
 

Linuxfan

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Bei einer Vielzahl von Flüchtlingen wird die Miete direkt an den Vermieter überwiesen.
Viele von ihnen bekommen noch Hilfe von Caritas, Diakonie oder dgl. Diese Betreuer regeln diese Vorgänge.
Verstehe. Weisst Du ob diese Betreuer eine Art "Budgethoheit" haben und dann sagen: "Solange Herr/Frau XY in Ihrer Wohnung wohnt stehe ich dafür gerade, dass die Miete pünktlich überwiesen wird."?

Unter diesem Aspekt wäre es dann für den Vermieter sinnvoller an einen Flüchtling zu vermieten. Allerdings ist das jetzt schon ziemlich "off-topic" und dreht sich nicht mehr um Pfändungen.

Die Sache bei den Pfändungen ist, dass die Hartz-IV Empfänger "Ninjas" sind (no income, no job or assets) wo es nicht viel zu pfänden gibt.

Dennoch sehe ich ein Mietverhältnis als einen beidseitigen Vertrag. Der Vermieter stellt die Sache (Wohnung) und erhält dafür einen Mietzins. Und beide haben sich an ihre Rechte und Pflichten zu halten.
 
E

ExitUser

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Ich sehe auf den Mietkonten nur, dass die Mietzahlungen direkt vom Amt kommen. Ich denke nicht, dass eine "Budgethoheit" herrscht, sondern der LE durchaus allein die Finanzen regeln muss, aber eben mit Unterstützung, was Dinge wie Anmeldung von Strom etc anbelangt.

Aber du hast Recht, das entfernt sich vom Thema.
 

ZynHH

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Sagt dir der Begriff "Datenschutz" irgendwas?

Ein SB der solche Infos an Dritte rausgibt, braucht einen neuen Job. Aber sowas von

Mir ging es nicht darum, das der sb dies dem Vermieter mitteilt.

Mir ging es darum, sowohl Mieter als auch Vermieter zu helfen.

Wie Doppeloma schon anmerkte, gibt es genug Gründe bei denen das jc, völlig legal ohne Zustimmung des ELO, die Miete direkt an den Vermieter überweisen darf.

Ich könnte mit gut vorstellen, das ein solcher Passus im Mietvertrag durchsetzbar ist.

Das nächste Problem entsteht, wenn der ELO anfängt zu arbeiten und sich plötzlich selbst drum kümmern muss.

Und gilt der Passus im Mietvertrag noch, wenn der ELO nach drei Monaten wieder beim jc landet?
 

Bettelstudent

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Hallo Fragender Vermieter,


ich hätte da die perfekte Lösung für das Problem.

Ihr als Geschäftsleute habt doch die viel bessere Lobby bei unseren Politikern in Berlin.
Macht doch den Politikern Druck unter dem Allerwertesten, das SGB dahin gehend zu ändern,das die Kosten der Unterkunft nicht unter irgendwelche Sperrzeittatbestände fallen dürfen wegen dem Grundrecht auf eine Menschenwürdige Unterkunft.
Und ihr habt die sichersten Mieteinkünfte, die es gibt.

Es liegt doch an den SB, die meinen Gott spielen zu müssen und einen eben mal die Leistungen nicht zahlen.

Ich hatte das auch schon, das kein Geld da war und zwar ohne irgend einen von mir zu vertretenen Grund.Das hat mich den ganzen nächsten Tag auf der Leistunsgabteilung gekostet,weil erst kann nicht sein, dann Fehler und letztendlich ging es auf einmal doch noch so das ich abends das Geld auf dem Konto hatte und davon die Miete überweisen konnte.
So war sie dann noch rechtzeitig auf dem Konto des VM am 2.
 

Doppeloma

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Hallo ZynHH,

Wie Doppeloma schon anmerkte, gibt es genug Gründe bei denen das jc, völlig legal ohne Zustimmung des ELO, die Miete direkt an den Vermieter überweisen darf.

Die Frage ist für mich dabei aber auch oft, ob keiner bemerken möchte, wie unselbstständig man die Betroffenen damit macht, ihnen diese lebensnotwendige Eigenständigkeit abzunehmen.

Das passiert auch häufiger ohne besonderen Grund (wenn man sich hier so umliest) und manche LE geben die Verantwortung dafür sogar freiwillig an das JC ab und wundern sich dann, wenn sie die Kündigung vom Vermieter bekommen, weil sie sich ja voll auf das JC verlassen hatten ...

Ich könnte mit gut vorstellen, das ein solcher Passus im Mietvertrag durchsetzbar ist.

Das möchte ich mir ehrlich gesagt NICHT vorstellen, was hat das in einem Mietvertrag zu suchen, in der Regel muss ich mich beim Vermieter nicht "outen" wenn ich mal vorübergehend von Sozial-Leistungen leben muss.

Es gilt in der Regel was zum Beginn der Anmietung Fakt ist und so lange der Vermieter dann jeden Monat sein Geld bekommt, hat es ihm EGAL zu sein wo ICH das hernehme ... :idea:

Mir wäre das sehr unangenehm wenn das Geld vom Amt direkt an den Vermieter geht, das ist ja schon eine kleine "Entmündigung" ...

Das nächste Problem entsteht, wenn der ELO anfängt zu arbeiten und sich plötzlich selbst drum kümmern muss.

Dazu kann man ja hier auch schon genug nachlesen, wie erschreckend "Lebensuntüchtig" Hartz 4 die Menschen so macht ... nach längerem Bezug können sich Viele auch gar nicht mehr richtig vorstellen, was man im "normalen" Alltag so üblicherweise selbst bezahlen und regeln muss ... :icon_evil:

Dann müsste der Mietvertrag wohl bei manchen Leuten ziemlich häufig geändert und "angepasst" werden ... haben wir nicht schon genug (oft sinnlose) Bürokratie, Mietrecht ist für Vermieter und Mieter da und nicht zur Regelung von speziellen "Eingriffen in Sozial-Leistungen" ...

Die bessere Lösung wäre wohl, dass es sich JEDER leisten kann eine anständige Wohnung zu bezahlen, Ausnahmefälle (wo die Miete ausbleibt) aus welchen Gründen auch immer, gibt es nicht nur bei Beziehern von Sozial-Leistungen. :icon_evil:

Aber vielleicht kann man ja auch gesetzlich Regeln lassen, dass die DRV bei säumigen Rentner-Mietern (oder besser gleich generell ?) die Zahlungen an den Vermieter direkt übernimmt ... oder auch der AG direkt schon aus dem Erwerbseinkommen (die ziehen doch andere Sachen auch gleich ab) ... wichtig ist doch nur, dass die Vermieter zufrieden sind ... :sorry:

MfG Doppeloma
 

Linuxfan

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AW: Pfändung von Mietschulden bei ALG 2

Die bessere Lösung wäre wohl, dass es sich JEDER leisten kann eine anständige Wohnung zu bezahlen,
Auf der einen Seite hat man Städte wie Hamburg oder München, wo die m²-Preise enorm hoch sind. Andererseits hat man Landstriche in den neuen Bundesländern wo enormer Leerstand herrscht und Mieter dem Ort sicherlich gut tun würden.
 
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