Ist der GoogleMap-Reiseplaner für Öffentliche rechtsverbindlich, was Pendelzeiten angeht? (1 Betrachter)

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Badener

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Wie oben geschrieben ... ich habe vor kurzem einen VV erhalten ... lt. Google Maps brauche ich über eine Stunde dorthin. Tatsächlich brauchte ich 1,5 h da der Zug Verspätung hatte (was regelmäßig vorkommt)die Anschlussbahn nicht bekam. Kann ich die Angaben von Google Maps als Grund angeben um mich nicht auf eine Stelle zu bewerben ? Es geht um Teilzeit (ca. 20 - 25 h) Stellen im Zeitrahmen zwischen 7:46 Uhr (Abfahrt erster Zug in Richtung Stadt) bis ca. 14 Uhr (späteste Ankunft wieder Zuhause) Danke!
 

Zeitkind

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AW: Frage:Ist der GoogleMap-Reiseplaner für Öffentliche rechtsverbindlich, was Pendelzeiten angeht?

Entscheidend ist die tatsächliche Pendelzeit. Sind Verspätungen durch öffentliche Verkehrsmittel nachweisbar die Regel,
sollten sie der idealen Pendelzeit zugerechnet werden. Die Richtlinie für Pendelzeiten findet sich hier:

Fachliche Weisungen § 10 SGB II (BA-Zentrale GR 11 Stand: 30.03.2017)

3.3 Entfernter Beschäftigungsort meinte:
Pendelzeiten/Wahl des Fortbewegungsmittels (10.34)
(3) Bei der Beurteilung der zumutbaren Pendelzeiten ist in der Regel die Entfernung zumutbar, die in der Region bei vergleichbaren Arbeitnehmern
üblicherweise zwischen Wohnort und Arbeitsstelle anfallen. Üblich sind Pendelzeiten, wenn sie nicht nur vereinzelt,
sondern in größerem Umfang anfallen. Als Vergleichswerte anzusetzen sind:

  • bei einer täglichen Arbeitszeit von 6 und weniger Stunden: 2 Stunden Pendelzeit täglich,
  • bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden: 2,5 Stunden Pendelzeit täglich.
Soweit z. B. in ländlichen oder strukturschwachen Gebieten oder in Ballungsgebieten längere Pendelzeiten üblich sind, sollen diese zugrunde gelegt werden.
(4) Ist tägliches Pendeln aus wirtschaftlichen Gründen unzumutbar, ist zu prüfen, ob den Leistungsberechtigten eine doppelte Haushaltsführung/ein Umzug zuzumuten ist.
 

Vidya

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AW: Frage:Ist der GoogleMap-Reiseplaner für Öffentliche rechtsverbindlich, was Pendelzeiten angeht?

Wie oben geschrieben ... ich habe vor kurzem einen VV erhalten ... lt. Google Maps brauche ich über eine Stunde dorthin.
Es gelten vorrangig die Bedingungen der Zumutbarkeit, Fachliche Weisungen zu § 10 SGB II, Fassung vom 30.03.2017 s. in Post #2

Tatsächlich brauchte ich 1,5 h da der Zug Verspätung hatte (was regelmäßig vorkommt)die Anschlussbahn nicht bekam.
Es gilt , was sonst bei Arbeitnehmern in deiner Region durchschnittlich für Pendelzeiten gelten. Wenn andere auch länger fahren müssten, bzw. durchschnittlich auch betroffen wären, so wäre Dir das auch zumutbar. Ob das über Google maps berechnet wird, dies darf bezweifelt werden, hllft auch nicht weiter, sofern andere eben auch das Problem hätten. Das ist nicht auszuschließen . Sowas erfährt man meistens erst beim Vorstellungsgespräch mit dem AG oder durch das Jobcenter dann danach.

Kann ich die Angaben von Google Maps als Grund angeben um mich nicht auf eine Stelle zu bewerben ?
Nein -Bewerben solltest Du Dich. Denn die regelmäßige Verspätung bzw. längere Pendelzeiten können ja üblich sein . Des Weiteren müssen die Angaben im VV auch nicht immer nur allein gegeben sein. Manchmal hat der AG die Stelle inzwischen als Vollzeitstelle ausgeschrieben oder überhaupt, anstatt Teilzeit. Auf jeden Fall solltest Du Dich bewerben und dann Deine Chancen ausloten, je nachdem was wirklich dann von Dir gefordert wird oder Dir vom AG zugemutet wird.

Selbst dann wäre vor einer Ablehnung zu prüfen -ob Dir bei zu überlanger Fahrzeit ein Umzug zugemutet werden kann. Steht jedenfalls so im Anhang drin.

Vielleicht kommt es auch gar nicht dazu , dass Du Dir da überhaupt weitere Gedanken machen musst, weil VV meist bis zu 600 Mal von den JC verteilt werden ,insbesondere in den Städten.

Warum willst du dem Jobcenter gleich im Vorfeld die Möglichkeit einer Sanktion so leichtfertig einräumen. Bewerbe Dich und warte erst einmal ab. Dann kannst du immer noch überlegen ,sofern notwendig.

Oops -sehe gerade, der Anhang wurde von Aufgewachter kurz vorher auch eingefügt- Darum hier wieder entfernt.
 
E

ExitUser

Gast
AW: Frage:Ist der GoogleMap-Reiseplaner für Öffentliche rechtsverbindlich, was Pendelzeiten angeht?

Hallo Badener!
Ich würde mir das sehr gut überlegen, ob ich mich auf unzumutbare Stellen bewerbe.

Einmal habe ich den Fehler gemacht und der AG hat dann regelrecht Terror (mehrere Beschwerdemails an das Bfw) gemacht, als ich wegen der schlechten Anbindung absagen musste.
Dann wurde mir unterstellt, ich hätte keine Lust zu arbeiten und würde dem Träger einen schlechten Ruf einbringen.

Letztendlich musst du wissen, ob die Stelle dir das wert ist. Ich hatte eine Verbindung, die nur einmal pro Stunde fuhr. Hatte ich den Bus verpasst oder kam er einfach mal nicht, konnte ich eine Stunde warten. Das ist alles unbezahlte Zeit!

Für den ÖPNV würde ich nicht Gockel als Informationsquelle nehmen, sondern die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds oder der Bahn.

Bei Teilzeit bist du mit zwei Stunden auf der sicheren Seiten, wenn du nicht gerade in einer ländlichen Gegend wohnst, wo alle länger pendeln.
 

Badener

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AW: Frage:Ist der GoogleMap-Reiseplaner für Öffentliche rechtsverbindlich, was Pendelzeiten angeht?

Hallo Ihr, vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ich wohne sehr weit auf dem Land ... mit eben nur dieser einen Möglichkeit (Zug alle 60 min ... der leider wirklich regelmäßig bis zu 15 min Verspätung hat) Perfekt für Stellen mit Gleitzeit ;-) Lach ... zur Info der VV war bei einer Sicherheitsfirma dort sollte ich für 8 Wochen VOLLZEIT den Kurs für §34 machen. Tsssss ... Nochmal vielen Dank ...

Ach ja ... Umzug ist indiskutabel ... Schulpflichtiges Kind!
 

ArNoN

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AW: Frage:Ist der GoogleMap-Reiseplaner für Öffentliche rechtsverbindlich, was Pendelzeiten angeht?

Für den ÖPNV würde ich nicht Gockel als Informationsquelle nehmen, sondern die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds oder der Bahn.
zumal man dort oft ja auch "verlaengerte" Umsteigezeiten eingeben kann - in 2min ueber den halben Bhf zu rennen, ist nunmal meist unrealistisch :)
 
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