Ist bei längerer Krankheit eine Ortsabwesenheit möglich?

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Ricky99

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Hallo,
ich (Ü25) bin seit Anfang des Jahres krankgeschrieben, selbständig (beziehe aber volles ALG II) und werde bald für 1 oder 2 Wochen ortsabwesend sein. Ist es ratsam, das JC über die OA zu informieren? Und wie würde es mit der Rückmeldung aussehen, muss man da persönlich erscheinen? Habe bereits mit anderen gesprochen, jeder scheint das anders zu handhaben, daher möchte ich mich gerne hier informieren.
VG Ricky
 

Annie

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Ortsabwesenheit muss man beantragen. Wenn du dich unerlaubt außerhalb des zeit- und ortsnahen Bereiches aufhälst, hast du keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld 2.

Das ist die Erreichbarkeitsanordnung (EAO), und ist eine Pflicht die man erfüllen muss um überhaupt ALG 2 zu bekommen.

Falls du planst "bald für 1 oder 2 Wochen ortsabwesend" zu sein solltest du das frühzeitig beantragen.
 

ZynHH

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Ist das " dienstlich " im Rahmen der Selbständigkeit oder Erholungsurlaub?

Ich würde mir vorsorglich vom Arzt bestätigen lassen, das die OAW sich positiv auf deine Gesundheit auswirken kann.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Die Erreichbarkeitsanordnung gilt aber nur für Menschen, die der Vermittlung tatsächlich zur Verfügung stehen, nicht z. B. für Schüler. Bei AU scheiden sich die Geister, ob eine Genehmigung notwendig ist oder nicht. Gerade bei längerfristiger AU ist man ja nicht vermittelbar.
 

franzi

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Vermittelbar ist man während der AU nicht, aber man kann zu Meldeterminen eingeladen werden.
Ich würde daher auf jeden Fall eine OA schriftlich beantragen. (Niemals mündlich).
Damit kann man belegen, dass
- man sie beantragt hat
- von wann bis wann man verreisen möchte
- dass man den Antrag frühzeitig gestellt hat
 

Ricky99

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Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Das hilft mir weiter. Mein Arzt hat mir diese "Auszeit" sogar nahegelegt. Ich schicke heute einen Antrag per Post raus.
Nun sollte ich noch wissen, wie es tatsächlich mit der Rückmeldung aussieht.
 

ZynHH

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Nun sollte ich noch wissen, wie es tatsächlich mit der Rückmeldung aussieht.
Das wird zum einen in der OAW-Bewilligung stehen, zum anderen kann das in der EGV stehen.
Das solltest du gleich im Antrag auf oaw klären, ob du dich persönlich am Schalter, telefonisch, per mail oder beim sb melden sollst...
 

Ricky99

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Ok, da momentan keine EGV existiert, werde ich wohl die Bewilligung abwarten müssen. Wie sieht das denn rein rechtlich aus? Oder ist das wieder von SB zu SB verschieden?
 

ZynHH

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Wie sieht das denn rein rechtlich aus? Oder ist das wieder von SB zu SB verschieden?
Wenn du dazu aufgefordert wirst, dich am Tag der Rückkehr gem. §59 und §309 sgb (?) einzufinden, als mittels Einladung " gebeten" wirst, dann musst du dahin.

Und ja, das ist von sb zu sb unterschiedlich.
 

franzi

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Wie ich bereits andernorts festgehalten habe, habe ich bisher auf Anträgen auf OA niemals eine schriftliche Bewilligung erhalten.
Es kann sein, dass man eine mündliche Zusage oder schlimmstenfalls gar keine Antwort erhält.
Wenn es hier Leute gibt, die schon mal eine schriftliche Zusage für eine OA erhalten haben, würde mich das interessieren. Bitte melden. Danke.
 

Texter50

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Wenn du dazu aufgefordert wirst, dich am Tag der Rückkehr gem. §59 und §309 sgb (?) einzufinden, als mittels Einladung " gebeten" wirst, dann musst du dahin.

Und ja, das ist von sb zu sb unterschiedlich.
Bei mir ist das mit der Aufforderung ein Kreuz auf dem Zettel mit der Bewilligung, das besagt, ich muss mich persönlich melden. :icon_stop:
Dafür gibbet dann auch Fahrgeld - nee, nicht freiwillich sondern nach dem Tippen auf die §§ an der Stelle.

Vorsicht bei solchen Zetteln: wer das nicht gesehen hat und nicht persönlich erscheint, der kann - muss aber nicht - eine böse Überraschung erleben.

Eine nicht angemeldete OAW führt spätestens dann zu Ärger, wenn man einen Unfall hatte.
 

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Texter50

Super-Moderation
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Weil das gerne Fragen aufwirft, wenn genau dann nen Meldetermin hat, ob rechtens oder nicht.

Es erschließt sich mir nicht, warum da nicht ein Antrag gestellt wird.
Da ja nicht vermittelbar - eben da längerfristich AU - sollte das kein Problem sein?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Es wurde ja ein Antrag gestellt.

Ich persönlich hätte das aber nicht gemacht.
Wenn man AU ist, nimmt man Meldetermine eh nicht wahr. Auf anderem Wege ist es extrem unwahrscheinlich, dass das JC von der OA erfährt.
Selbst bei einem Unfall nicht, die Warnung ist Blödsinn. Höchstens Denunzianten könnten ein Problem werden, würde ich auf dem Dorf wohnen, würde das meine Entscheidung vielleicht beeinflussen.

Da die Erreichbarkeitsanordnung nunmal nur für vermittelbare Elos gilt und bei langfristiger AU auch an der langfristigen Vermittelbarkeit Zweifel bestehen, hätte ich da kein schlechtes Gewissen.

Und man spart sich sinnlosen Papierkrieg, sinnlose Rückmeldungen (die man mit AU ja eh eigentlich nicht tätigen kann...) und sinnlose Risiken.
 

franzi

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Wieso bei einem Unfall nicht?

Angenommen, ich habe einen Unfall in einem Ort der außerhalb des ortsnahen Bereichs liegt und muss dort ins Krankenhaus.
 

Zermürbt38

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Wie ich bereits andernorts festgehalten habe, habe ich bisher auf Anträgen auf OA niemals eine schriftliche Bewilligung erhalten.
Es kann sein, dass man eine mündliche Zusage oder schlimmstenfalls gar keine Antwort erhält.
Wenn es hier Leute gibt, die schon mal eine schriftliche Zusage für eine OA erhalten haben, würde mich das interessieren. Bitte melden. Danke.
Du solltest den Antrag auf OA immer schriftlich stellen, genauso wie alles andere auch! Dieser muss schriftlich dann beschieden werden, bestehe darauf. Denn nur so hast du Beweiße. Mündlich kann man viel sagen wenn der Tag lang ist. Doch plötzlich weiß der JC Mitarbeiter nichts mehr von eurer mündlichen Absprache und du hast den Salat, da das Geld dann für die unerlaubte OA gesperrt wird. Also immer schriftlich.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Angenommen, ich habe einen Unfall in einem Ort der außerhalb des ortsnahen Bereichs liegt und muss dort ins Krankenhaus.

Ja und?
Im Krankenhaus landen ist natürlich doof, aber wieso soll das zu JC-Problemen führen?

Wenn eh eine langfristige AU vorliegt, bist du im Idealfall schon wieder zuhause, bis die Verlängerung fällig wird. Dann braucht das JC davon gar nichts wissen.

Und wenn nicht, im KH zu sein (egal wo) ist keine unerlaubte OA.

Daraus kann das JC auch so schnell noch konstruieren, dass du vor dem KH-Aufenthalt unerlaubt OA warst.

Auf einer Liegebescheinigung des KH steht nicht drauf, warum du dort bist.
Es ist nicht gerade selten, dass man für einen geplanten KH-Aufenthalt ein KH wählt, das weiter vom Wohnort entfernt ist (ich selbst war bisher nur einmal in meinem Wohnort im KH, drei Mal mehr als 100km entfernt - obwohl mein Wohnort eine Uniklinik mit Maximalversorgung hat).
Wenn jemand eh schon länger AU ist, wundert es niemanden, dass der mal ins KH geht.

Außerdem mal darfst du ja den ortsnahen Bereich verlassen, so oft du willst, so lange du an jedem Werktag deine Post kontrollieren kannst.
Übers Wochenende wegfahren ist kein Problem.
Und selbst wenn du dich vormittags an einem Werktag in den Flieger nach Mallorca setzt, den Nachmittag am Strand rumhängst, abends feierst und mit dem ersten Flieger am nächsten Morgen wieder zurück kommst, ist das keine unerlaubte OA.

Natürlich kann es passieren, dass man eben die ungünstige Konstellation erwischt, dass man dem JC den Aufenthalt mitteilen muss, weil die AU schon ausgelaufen ist, und dass das JC dann versucht, eine unerlaubte OA zu unterstellen.
Damit würde das JC aber - gerade bei einem KH in Deutschland oder dem wohnortnahen Ausland - nicht durchkommen.
Die Wahrscheinlichkeit, überhaupt einen Unfall zu haben, ist schon gering, deswegen langfristig im KH zu landen ist noch geringer, dass das JC aus einem KH-Aufenthalt anderswo eine unerlaubte OA folgert, nochmal geringer.
Wenn man eine OA vorher beantragt, birgt das immer das Potential für Ärger.
Ist ne Abwägung der Risiken. Aber zu argumentieren, dass es zwangsläufig Probleme gibt, wenn man fern der Heimat einen Unfall haben sollte, ist Blödsinn.
 

Texter50

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Ja und?
...
Wenn eh eine langfristige AU vorliegt, bist du im Idealfall schon wieder zuhause, bis die Verlängerung fällig wird. Dann braucht das JC davon gar nichts wissen.
...
Und wer bitte garantiert den Idealfall? :icon_motz:
Wenn OAW eh genehmigt wird, weil AU, dann ist diese Empfehlung schlicht nicht brauchbar.
Ich frage mich, wie oft wir den Leuts hier noch den Rat geben müssen, sich an die machbaren Spielregeln zu halten, um Ärger zu vermeiden?
Wird schon nicht bekannt ist wirklich das letzte Argument, dass ich wem raten könnte...
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

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Und wer garantiert, dass die OA genehmigt wird? Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein SB Gott spielen will und die trotz AU und obwohl er sie genehmigen müsste, ablehnt, ist höher, als einen Unfall zu haben.

Außerdem hab ich niemandem was geraten. Ich hab nur geschrieben, dass ich es eben anders machen würde.

Die Panikmache, dass man ja so viel Stress bekommt, wenn man einen Unfall haben sollte, ist nunmal Blödsinn. Leb damit.
Die OA beantragen und genehmigt bekommen ist ohne so eine blödsinnige Panikmache der sichere Weg. Aber das auch nur, wenn sich das JC selbst an seine Regeln hält, was sie viel zu oft nicht tun.
Damit bleibt es eine Abwägung von Risiken.
 

Texter50

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Der Antrag ist bereits gestellt, eine mögliche Form, wie das mit der Rückmeldung laufen kann, steht in #13.
Das war der zweite Teil der Frage.

Was da verlangt wird, kann nur der TE beantworten. :popcorn:
 

franzi

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Ich bin einmal, trotz schriftlich beantragter OA, auf die keine Reaktion kam, trotzdem weggefahren, weil das ein Urlaub war, den ich 2 Monate zuvor gebucht hatte.
Die OA wird aber oft erst max. 2 Wochen vorher bewilligt, weil das manchen SBs zu früh ist.

Früh buchen ist also immer problematisch weil man sich nicht so früh OA melden kann. Schwupps, ist dann plötzlich genau in dem Zeitraum eine Sinnlos-Maßnahme geplant.
Bei einer weiteren OA erhielt ich kurz vor Abreise zahlreiche VVs (auf die man sich innerhalb 3 Tagen bewerben muss). Ich konnte dann nicht wegfahren. So kann man auch den Urlaub versauen.

Und wenn man aus heiterem Himmel in einem weiter entfernten Krankenhaus liegt (wo zuvor keine Erkrankung vorlag und man auch nicht krankgeschrieben war), hätte ich schon ein mulmiges Gefühl. Wenn das Ganze dann auch noch im Ausland passiert (z. B. der erwähnte Mallorca-Kurztrip) wird das sicher nicht unproblematisch sein.
 
E

ExUser 2606

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Und wer bitte garantiert den Idealfall? :icon_motz:
Wenn OAW eh genehmigt wird, weil AU, dann ist diese Empfehlung schlicht nicht brauchbar.
Ich frage mich, wie oft wir den Leuts hier noch den Rat geben müssen, sich an die machbaren Spielregeln zu halten, um Ärger zu vermeiden?
Wird schon nicht bekannt ist wirklich das letzte Argument, dass ich wem raten könnte...
Vielleicht können wir uns ja darauf einigen, dass man, wenn an eh schon Au iat, eine Ortabwesenheit nicht beantragt, sondern einfach mitteilt? SO nach dem Motto: "Ich bin ab Datum x stationär im KH" (Wnn zeit dafür at und man nicht akut plötzlich aufgenomen wird. Oder: "Ich halte mich während der AU aus therapeuthischen Gründen ausserhalb des ortsnahen Bereiches auf." Dann weiss SB, dass man eventele Post nicht zur Kenntnis nehmen kann und das sollte reichen.
 

grün_fink

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Und dann gibt es noch die Gründe, wo meist eine OAW sowieso genehmigt wird.
Ich verschwand mal ganz plötzlich an einem Sonntagnachmittag und meldete mich vom Aufenthaltsort aus beim JC.
Sagte den Grund, konnte bis Wochenende bleiben und alles telefonisch. Ging leider um familiären Todesfall.
Sollte mich nur dann gleich zurück melden oder ggf. nochmal anrufen wegen Verlängerung, telefonisch reichte.
 
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