Ist Arbeit im Caritasladen zusätzlich (1 Betrachter)

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Holler2008

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Ich brauche nur wissen für die Zukunft. Es liegt kein aktueller Fall vor.

Wenn ich mit Aufwandsentschädigung als Bezahlung im Laden der Caritas arbeite, gilt diese Arbeit als zusätzlich?

Jobcenter und Chef sagen ja, weil bei richtiger Bezahlung müsste der Laden zumachen. Auch bei wenn es nur halbtags, auf 400 Euro Basis oder Minijob wäre.

Ist das eine gültige Begründung?
 

gelibeh

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Jobcenter und Chef sagen ja, weil bei richtiger Bezahlung müsste der Laden zumachen.
Müsste man abklopfen ob das Fettmarkierte passen würde. Ich hätte da aber Bauchschmerzen.
§ 16d SGB II Arbeitsgelegenheiten
(1) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte können zur Erhaltung oder Wiedererlangung ihrer Beschäftigungsfähigkeit,
die für eine Eingliederung in Arbeit erforderlich ist, in Arbeitsgelegenheiten
zugewiesen werden, wenn die darin verrichteten Arbeiten zusätzlich sind, im öffentlichen Interesse
liegen und wettbewerbsneutral sind. § 18d Satz 2 findet Anwendung.
(2) Arbeiten sind zusätzlich, wenn sie ohne die Förderung nicht, nicht in diesem Umfang oder erst
zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt würden.
Arbeiten, die auf Grund einer rechtlichen Verpflichtung
durchzuführen sind oder die üblicherweise von juristischen Personen des öffentlichen
Rechts durchgeführt werden, sind nur förderungsfähig, wenn sie ohne die Förderung voraussichtlich
erst nach zwei Jahren durchgeführt würden. Ausgenommen sind Arbeiten zur Bewältigung von
Naturkatastrophen und sonstigen außergewöhnlichen Ereignissen
 
R

Rounddancer

Gast
Wenn ich mit Aufwandsentschädigung als Bezahlung im Laden der Caritas arbeite, gilt diese Arbeit als zusätzlich?

Jobcenter und Chef sagen ja, weil bei richtiger Bezahlung müsste der Laden zumachen. Auch bei wenn es nur halbtags, auf 400 Euro Basis oder Minijob wäre.

Ist das eine gültige Begründung?
Jain.

Ja, denn die Jobs dort,- und auch den ganzen Laden, würde es dann nicht geben, weil die Caritas und die anderen Träger dieser "gemeinnützigen" GmbHs machen nur dann einen Laden auf, wenn sie das Personal, das Gebäude, etc. gratis oder fast gratis bekommen.

Nein, weil diese "gemeinnützigen" GmbHs, die


  • von Spenden, durch Fonds, die Kirche oder Stiftungen die finanziellen Mittel billig bis gratis bekommen,

  • neben ehrenamtlichen Helfern auch von AA, JC und durch Gerichte (Arbeitsauflagen statt Knast) billig bis gratis Mitarbeiter zugewiesen bekommen,

  • von Stiftungen, Gewerbe-Mietbeständen öffentlicher Stellen, der Kirchen, von sozial eingestellen Hausbesitzern, aus Testamenten, etc. billig bis gratis Räume und ggf. den Fuhrpark kriegen,

egal, was sie produzieren oder vertreiben, praktisch immer regulären Händlern, Handwerkern, Gastronomen und Gewerbetreibenden unfair Konkurrenz machen.

Betrieben Konkurrenz machen,


  • die ihre finanziellen Mittel zu normalen Bankzinsen holen müssen,

  • die ihre Mitarbeiter regulär nach Tarif oder besser bezahlen und weiterbilden müssen,

  • die horrende gewerbliche Mieten und Pachten aufbringen, und ihren Fuhrpark selbst finanzieren oder leasen müssen.

Um diese Konkurrenz buhlen die "Gemeinnützigen" nicht nur mit niedrigeren Preisen oder unberechneten Mehrleistungen, sondern auch mit der verheißenen Teilhabe der Auftraggeber an der sozialen Aura. Sie behaupten, wer ihnen den Auftrag gebe, täte damit armen, benachteiligten, arbeitslosen, obdachlosen, unschuldig Heruntergekommenen etwas Gutes, was die dann wieder in ihrer Werbung verwenden können ...

Das bedeutet: Diese "gemeinnützigen" GmbHs nehmen den normalen Gewerbetreibenden und deren Mitarbeitern das Brot. Die müssen dann entlassen werden und werden dann selbst einer dieser "gemeinnützigen" GmbHs zwangsweise zugewiesen, sollen dann unter Androhung des Entzug sämtlicher Lebensgrundlagen das für ein "Nasenwasser" tun, was sie zuvor normal und auskömmlich bezahlt taten, bis diese "gemeinnützigen" GmbHs ihnen Aufträge, Arbeit und Brot nahmen.

Ja, derzeit jammern hier die "Bonus"-Läden. Die sind meist in Stadtteilen, wo sich kein anderer Laden mehr halten konnte, weil alle, die Auto oder Fahrrad haben oder wenigstens gut zuFuß per Straßenbahn einkaufen fahren.

Aber: Wären die nicht da,- dann gäbe das die Chance für mobile reguläre Einzelhändler, die an einzelnen Wochentagen in solchen Orten stehen und so ihre Touren abfahren.
Und Einzelhändler, die mit einem Kleinbus als Shuttle regelmäßig ältere, verkehrsmittellose Menschen zum Einkaufen in ihre Läden abholen, und dann wieder heim, oder ins Heim bringen.

Darum jain.
 
E

ExitUser

Gast
Müsste man abklopfen ob das Fettmarkierte passen würde. Ich hätte da aber Bauchschmerzen.
nicht ganz auch muss geprüft werden ob der laden gewinne hat
wenn ja ist es nicht mehr zusätzlich

ist ein weiterer Angriffspunkt
und ich wüste nicht was zusätzlich an verkauf von gebrauchten Gütern sein soll
zumal es genug an und verkäufe gibt sowie second Hand läden

das kommt noch dazu wettbewerbsneutral
währe dieser laden auf keinen fall
also ist so ein Caritas laden nicht mit dem gesetz im Einklang zu bringen
 

EyeODragon

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Ja, denn die Jobs dort,- und auch den ganzen Laden, würde es dann nicht geben, weil die Caritas und die anderen Träger dieser "gemeinnützigen" GmbHs machen nur dann einen Laden auf, wenn sie das Personal, das Gebäude, etc. gratis oder fast gratis bekommen.
Das alleine darf aber offiziell kein Grund sein sich stets bei Arbeitslosen zu bedienen und aufgrund derer Mitwirkungspflicht und Sanktionsandrohung bei Weigerung solche Leute zu beschäftigen.

Warum wird es gemacht, weil sich kaum einer dagegen wehrt, die meisten Leute glauben, das sei alles ok, das man dort in der Form arbeitet.

Das BSG hat allgemein schon gesagt, das geringe finanzielle Mittel kein Grund sein darf irgendwelche Leute in den Betrieben zu beschäftigen. Zumal wir hier eine Einrichtung der Kirche haben, die auch durch Steuern und Spenden finanziert wird.

Da wird gerne auf die Tränendrüse gedrückt, das der Betrieb mit normalen Arbeitskräften nicht aufrecht erhalten kann, das sollte einem selber aber wenig interessieren, da es wie gesagt NICHT zusätzlich ist.

Deine "Nein" Begründungen überwiegen sowieso, also sieht man schon, das hier wieder alles seit Jahren oder gar Jahrzehnten funktioniert, weil keiner hinterfragt oder sich Gedanken macht, ob diese Sache so rechtskonform ist. Wenn das JC was sagt und der AG, das alles sauber ist, dann wird es wohl so sein...

leider nicht...
 

Flumpe

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Ich frage da einmal ganz frech zwischen:

Mich würde hierbei auch die Wettbewerbsneutralität interessieren, welche ja nach §16d Abs.4 SGB 2 gegeben sein muss.

Wenn ich das Wort "Laden" höre, dann läuten bei mir die Alarmglocken..... (zumal meine Verlobte derzeit auch in solch einen "Laden" soll).

Ist es denn wettbewerbsneutral, falls der Laden auf eine Gewinnerzielung aus ist?
Denn was soll solch ein Ding denn sonst einfahren, wenn nicht einen Gewinn?
 
E

ExitUser

Gast
Ich frage da einmal ganz frech zwischen:

Mich würde hierbei auch die Wettbewerbsneutralität interessieren, welche ja nach §16d Abs.4 SGB 2 gegeben sein muss.

Wenn ich das Wort "Laden" höre, dann läuten bei mir die Alarmglocken..... (zumal meine Verlobte derzeit auch in solch einen "Laden" soll).

Ist es denn wettbewerbsneutral, falls der Laden auf eine Gewinnerzielung aus ist?
Denn was soll solch ein Ding denn sonst einfahren, wenn nicht einen Gewinn?
die werden argumentieren das durch den erlös kostendenkent ist
und kein gewinn ist
zur Unterhaltung der Räumlichkeiten und co
hab das schonmal gehört bei dem träger PIA in Mülheim mit der faradstationen die nun weg sind freu ^^
da sollten 1 euro jobber fahräder vermieten und gegen gebür kleinere Reparaturen durch führen
als ich die PIA angriff in dem sinne wollten die so mit argumentieren was leider nicht funktioniert hat
aber so wird das kommen ^^
 

hartaber4

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Ich brauche nur wissen für die Zukunft. Es liegt kein aktueller Fall vor.

Wenn ich mit Aufwandsentschädigung als Bezahlung im Laden der Caritas arbeite, gilt diese Arbeit als zusätzlich?

Jobcenter und Chef sagen ja, weil bei richtiger Bezahlung müsste der Laden zumachen. Auch bei wenn es nur halbtags, auf 400 Euro Basis oder Minijob wäre.

Ist das eine gültige Begründung?
Jaja.... gerade die katholische Kirche nagt am Hungertuch....:icon_lol:

siehe auch aktuell der "Spar-Bischof":

Tebartz-van Elst: Kostenexplosion erhöht Druck auf Bischof - SPIEGEL ONLINE
 
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