Israel dreht durch: Innenminister verlangt Aberkennung des Nobelpreises von Grass

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Die israelische Regierung legt nach: Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", schimpfte Innenminister Jischai, man müsste ihm den Literaturnobelpreis aberkennen. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über das Einreiseverbot für Grass.

Tel Aviv - Die israelische Regierung schlägt nach dem umstrittenen Grass-Gedicht "Was gesagt werden muss" mit aller Schärfe zurück: Innenminister Eli Jischai erklärte den deutschen Schriftsteller zur Persona non grata und erteilte Grass Einreiseverbot. Seine Anordnung unterlegte Jischai mit martialischen Worten: "Ich sehe es als Ehre an, ihm die Einreise ins Heilige Land zu verbieten", so der Politiker von der strengreligiösen Schas-Partei. Man müsse Grass nun eigentlich den Literaturnobelpreis aberkennen, so Jischai weiter im israelischen Rundfunk. Der von orientalischen Juden abstammende Politiker verglich Grass' Äußerungen mit der antisemitischen Hetze, die letztlich zum Holocaust geführt habe. "Man kann angesichts solcher Worte einfach nicht schweigen", Grass sei ein "antisemitischer Mensch" und "ein Mann, der eine SS-Uniform getragen hat". ...

Empörung über Grass: Israels Innenminister verlangt Aberkennung des Nobelpreises - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

So erzeugt man Anti-Israelische Einstellungen in aller Welt. Hoffentlich begreift das auch die israelische Regierung irgendwann.

Wer auf Kritik mit brutalstem Rufmord antwortet hat einen ganz miesen Charakter.

Wesentlich berechtigter wäre die Forderung nach der der Aberkennung des Friedensnobelpreises des amerikanischen Präsidenten. Dazu schweigt aber das Ehrgefühl des israelischen Innenministers.

Man kann dem israelischen Volk nur endlich Regierungen wünschen, die das Wort Frieden nicht nur kennen, sondern auch dessen Bedeutung leben wollen. Das Volk hat Schlimmstes erlitten und solche Politiker nicht verdient.
 

XxMikexX

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Wenn die Medien (Springer) nicht solch eine Kampange gestartet hätten, fast niemand hätte darüber Kenntnis gehabt.

Mir entzieht sich diese Diskussion völlig, es gibt wirklich wichtigere Dinge über die es zu berichten gibt.

Wenn man allerdings keine Kritik ertragen und damit sachlich umgehen kann, gibt es mir zu denken, ich halte das für problematisch.

Ich bin lange nach dem Krieg geboren und habe mit diesem Thema nichts zu tun. Nur weil ich ein Deutscher bin, soll ich mir Schuldkomplexe auferlegen?
Mit mir nicht und das hat nichts mit Antisemistismus zu tun!

Ich bin wirklich kein Fan von Grass und ich habe auch keine Ahnung von Literatur, aber Meinungsfreiheit sollte doch bei uns selbstverständlich sein, oder?
 

Piedro

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kritik an dieser regierung hat so wenig mit antisemitismus zu tun wie kritik an der nazi-ideologie mit deutschenhass.

diese xxx halten sich für was besseres, weil sie juden sind. sie sind eine schande für ihr volk und für ihre nation.

widerlich.

und: nein, ich bein kein antisemit. ich habe nur was gegen faschistoide, selbstgefällige hanseln, die anderen vorschreiben wollen was sie zu denken haben und kritik am eigenen handeln für unmoralisch halten.

so viel aufregung für ein machwerk, das jeder dritte dichter besser hätte machen können... naja... immerhin zeigt es wirkung: die faschistoiden hetzer demaskieren sich selbst.
 

arbeitslos in holland

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Wesentlich berechtigter wäre die Forderung nach der der Aberkennung des Friedensnobelpreises des amerikanischen Präsidenten. Dazu schweigt aber das Ehrgefühl des israelischen Innenministers.

mittlerweile kann man sagen, dass obama sich nicht nach den doktrien von den israelis richtet.
die israelis ihrerseits und insbesondere die administation unter netanjahu scheint sich auf der ganzen welt nur noch lächerlich machen zu wollen.
und offensichtlich will sich jerusalem komplett isolieren. noch so ein paar diplomatische eseleien und dann ist es soweit.
zu was bekommt unser bundesaussenkasper eigentlich seine fette kohle ?
dafür, dass er sein maul hält, wenn dt. staatsbürger im ausland diffamiert werden :mad:
 

Regelsatzkämpfer

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mittlerweile kann man sagen, dass obama sich nicht nach den doktrien von den israelis richtet.

Bei Obama geht es eher um solche "Nettigkeiten" wie dem Mord an Bin Laden.
Die unzähligen Morde mittels Drohnen.
Und viele andere Untaten mehr.

So jemand darf einen Friedensnobelpreis behalten? Damit ist dieser Preis derart beschmutzt, dass jeder bisherige Empfänger den seinigen an das Komitee zurückschicken sollte.
 

Fairina

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Danke regelsatzkämpfer zu Beitrag Nummer 1. Seh ich auch so. Leider haben die genau so einen Haufen D... wie wir auch.
 

Feind=Bild

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...
zu was bekommt unser bundesaussenkasper eigentlich seine fette kohle ?
dafür, dass er sein maul hält, wenn dt. staatsbürger im ausland diffamiert werden :mad:
Vermutlich fürchtet er offene Flugzeugtüren? :icon_twisted:



Es beruhigt mich doch sehr, daß sich in Israel auch vernünftige Stimmen äußern (aus dem SpOn-Link ganz oben):

Auch in Israel wird kontrovers über Grass diskutiert. Die "Haaretz" kommentierte online, Israelis könnten wütend auf Grass seien, müssten ihm aber dennoch zuhören: "Das Gedicht 'Was gesagt werden muss' enthält Dinge, die gesagt werden müssen. Es kann und muss gesagt werden, dass die israelische Politik den Weltfrieden gefährdet. Seine Position gegen Israels Nuklearmacht ist auch legitim. Er kann auch der Lieferung von U-Booten an Israel widersprechen, ohne dass ihm sofort seine Vergangenheit vorgehalten wird. Aber Grass hat es unnötig übertrieben in einer Art, die seine eigene Position beschädigte", so Kommentator Gideon Levy. Es sei aber besser wirklich zuzuhören und "besonders endlich das Verbot aufzuheben, Israel in Deutschland zu kritisieren."

Gibt es dieses Verbot, das immer wieder bestritten wird, also doch? Wo steht es, wer hat es erlassen? :icon_kinn:
 

zuteuer

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Mir entzieht sich diese Diskussion völlig, es gibt wirklich wichtigere Dinge über die es zu berichten gibt.
Ablenkungsmanöver?

Bei Obama geht es eher um solche "Nettigkeiten" wie dem Mord an Bin Laden.
Die unzähligen Morde mittels Drohnen.
Und viele andere Untaten mehr.

So jemand darf einen Friedensnobelpreis behalten?
Ganz klar nein.

(Hinter dem Mord an Bin Laden steht der ungeklärte "Terroranschlag" am 11.September WTC, und die Folgen, die Menschenrechtsverletzungen in Guantanamo Bay, wo Menschen einfach so festgesetzt und gefoltert werden, die beiden Kriege in Irak und Afghanistan; damals war O. nicht Präsident, aber alle P. handeln nur so, wie es die Drahtzieher im Hintergrund verlangen.)

Obama ist Marionette, was er macht, ist Show. Seit J.F. Kennedy gibt es in den USA keine Präsidenten mehr, die nicht Handlanger der internationalen Finanzelite sind. Wie JFK geendet ist, weiß wohl jeder. Er war der letzte, der sich getraut hat, gegen die FED zu agieren.
 

Piedro

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bo ey! antisemitische juden! wattet nich alles gibt! :biggrin:



höchste zeit, dass die deutsche diplomatie den herren zionisten mal vor den koffer dingst. einem deutschen bürger die einreise anhand einer meinungsäusserung zu verweigern, noch dazu in literarischer form, unter der vorhaltung nicht getroffener behauptungen und einer nicht vorhandenen geisteshaltung ist nicht hinnehmbar.

über die aberkennung des literaturpreises mögen sie phantasieren, wenn's sie freut, die literarischen leistungen des autors wurden gewürdigt, und die werden sich durch zionistische spinnereien bestimmt nicht negieren lassen. aber ein einreiseverbot für einen deutschen schriftsteller, der seine verbundenheit zu israel und dem israelischen volk bekennt, ehe er die agressive politik der derzeitigen regierung kritisiert, darf nicht so einfach hingenommen werden.
 

arbeitslos in holland

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Bei Obama geht es eher um solche "Nettigkeiten" wie dem Mord an Bin Laden.
Die unzähligen Morde mittels Drohnen.
Und viele andere Untaten mehr.

So jemand darf einen Friedensnobelpreis behalten? Damit ist dieser Preis derart beschmutzt, dass jeder bisherige Empfänger den seinigen an das Komitee zurückschicken sollte.

bin laden dürfte höchstwahrscheinlich noch leben. da hat man versucht "zu verkaufen", dass ein amerikanisches spezialkommando zu doof ist, diesen alten trotteligen rochen festzunehmen :biggrin:
dann hat man osama-bin-am-telefon natürlich in einem sarg dem meer übergeben, wahrscheinlich aber nur abfall im meer verklappt.

dabei hat es doch cia sicherlich brennend interessiert, wieso sich osama völlig ungehindert und ungezwungen, in einer wohnanlage in pakistan aufgehalten hat.
das paßt nicht in das bild des terroristen, der sich angeblich doch nur in höhlen in den bergen aufgehalten haben soll :icon_neutral:

nein, nein. ich bin kein vertreter oder gläubiger von vt, aber im fall von "osama" gab und gibt es genug fragen, die man mit dem theatralischen zermoniel auf irgendeiner amerikanischen barkasse, ganz schnell versenken wollte.

die sicherheitsrisiken der drohnen wäre ein weiteres weites feld. da spart man sich höchstens die kosten für hochausgebildete spezialisten, die dann in den maschinen sitzen.
das erkauft man sich damit, dass man eine völlig unkontrollierbare, für jederman zu kapernde technik einsetzt, die nicht mal im ansatz ausgereift ist. :icon_neutral:
 

Regelsatzkämpfer

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Nachdenkseiten zum Thema

Ist es Grund zur Entrüstung, wenn in dem Gedicht kritisiert wird, dass Planspiele über einen militärischen Erstschlag, womöglich mit Atomwaffen gegen den Iran geübt werden? Ist es falsch, zu vermuten, dass Israel über nukleares Potential verfügt, das geheim gehalten wird, auch weil Israel den Atomwaffensperrvertrag nicht ratifiziert hat? Ist es der Kritik entzogen, dass Deutschland an Israel ein U-Boot liefert, von dem auch Atomraketen abgefeuert werden können? Darf man nach den Lügen, die zur Begründung des Irak-Krieges herangezogen werden, nicht befürchten, dass die Beweise für die Entwicklung einer Atombombe im Iran, (noch) nicht ausreichend sind? Wer könnte bestreiten, dass ein Militärschlag Israels gegen den Iran, den „brüchigen Weltfrieden“ gefährdet? Was löst ein solcher Erstschlag in der arabischen Welt, gar nicht daran zu denken unter den ohnehin radikalisierten Islamisten aus?

Man mag Günter Grass vorhalten, dass er die Gefahr, die vom Iran für die Existenz Israels ausgeht unterschätzt, das ist jedoch noch lange kein Grund nicht auf Israel einzuwirken, weder einen militärischen Erstschlag zu führen, noch gar mit Atombomben. ....

Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website
 

Feind=Bild

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... ein einreiseverbot für einen deutschen schriftsteller, (...), darf nicht so einfach hingenommen werden.
Wieso eigentlich?

Es gibt so viel Wichtigeres als nach Israel einreisen zu dürfen! :icon_rolleyes:

Hallo Volk von Israel: Hiermit verzichte ich freiwillig darauf, in Euer Land einreisen zu DÜRFEN !
Aber seid doch so nett, und trennt Euch von Eurer durchgeknallten, weltfriedengefährdenden Regierung ! Es kann nur zu Eurem Vorteil sein!
 

Piedro

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Wieso eigentlich?

Es gibt so viel Wichtigeres als nach Israel einreisen zu dürfen! :icon_rolleyes:

Hallo Volk von Israel: Hiermit verzichte ich freiwillig darauf, in Euer Land einreisen zu DÜRFEN !
Aber seid doch so nett, und trennt Euch von Eurer durchgeknallten, weltfriedengefährdenden Regierung ! Es kann nur zu Eurem Vorteil sein!


was nicht wollen und was von faschistoiden, selbstgerechten pseudomoralisten verboten kriegen ist ein unterschied.

hätte sich ein anderes land als israel diese frechheit erlaubt, hätte man sich sofort zu wort gemeldet.
 

lpadoc

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Es gibt auch andere Meinungen und Ansichten zum Thema-Grass, dem ich mich, wie nachfolgend, anschließe.


Deutscher Großdichter als Weltgewissen - national abgewatscht

1. Die Sache

G..Grass hat in dem Gedicht, das für so heftigen Wirbel gesorgt hat, darauf verwiesen, dass die Atommacht Israel den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ mit der Androhung eines atomaren Erstschlags gegen den Iran gefährdet. Zugleich greift er die deutsche Regierung an, die sich mit der Billigung von U-Boot-Verkäufen an Israel zum „Zulieferer eines Verbrechens“ machen könnte. „Internationale Instanzen“ fordert er abschließend auf, die Atomanlagen bzw. atomaren Potentiale beider Staaten einer permanenten Kontrolle zu unterziehen.

Natürlich hat Grass mit dem politischen Gedicht etwas getroffen. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass sich Israel auf einen Militärschlag gegen den Iran vorbereitet und deutsche U-Boote Instrumente der militaristischen Außenpolitik dieses Staates sind. Aber das Pfeifen ohnehin die Spatzen von den Dächern. Die allgemeine Verurteilung, die sein Standpunkt erfährt, bezieht sich denn auch auf die Behauptung, dass es der Staat Israel ist, der als Kriegstreiber eine Gefahr für den Weltfrieden darstellt.

Um Grass jene Ehrenrettung widerfahren zu lassen, die die politische Sache verdient, die er angesprochen hat, sollte man mit seiner Kritik nicht zurückhalten. Die Lage im Nahen Osten kennzeichnet er nämlich nicht genau: Denn das mächtige und die Lage in Middle-East damit bestimmende Subjekt der Feindschaftserklärung an den Iran ist nicht der Staat Israel, sondern sind die USA. Denen passen weder die eigenständigen, von Russland und China gedeckten außenpolitischen Ambitionen des Mullahstaates in ihre Pläne für den Nahen Osten noch die Verwendung von Einnahmen aus Ölverkäufen für die dafür nötige militärische Ausstattung und schon gar nicht eine Etablierung als Atommacht, mit der sich der Iran als Souverän eine gewisse Unangreifbarkeit in der Region schaffen könnte. Erst daraus ergibt sich die Rolle Israels im aktuellen „Konflikt“: Dieser Staat entdeckt in den US-amerikanischen Absichten, den geostrategisch und wegen der Rohstoffvorkommen bedeutsamen Nahen Osten vollständig unter Kontrolle zu bekommen, die Gelegenheit, sich zugleich damit seiner eigenen regionalen Feinde zu entledigen.

Nur zu gern würde der Staat Israel deswegen unter dem Schutz der USA die Vorhut einer militärischen Operation bilden, mit der dem iranischen Staat unter Inkaufnahme von massenhaftem Tod und Zerstörung westliche Lebensart verpasst werden soll. Doch noch bremst Obama seinen „Kettenhund“ Netanjahu, weil er darauf setzt, mit „friedlichen“ Mittel - als da sind: der Ausschluss der iranischen Wirtschaft vom Weltmarkt, inklusive der Verpflichtung der Verbündeten, sich diesen Maßnahmen anzuschließen, das Einfrieren aller auswärtig deponierten Finanzmittel, die Liquidierung von iranischen Atomphysikern, die Anstachelung einer inneren Opposition, die Einreiseverbote von Diplomaten in westliche Staaten, Drohungen an die Adresse von Verbündeten des Iran usw. - dasselbe Ziel erreichen zu können. Und gegenwärtig scheint der Friedensnobelpreisträger aus dem Weißen Haus eine gute Chance zu sehen, mit dieser Sorte Angriff auf die Lebensgrundlagen des iranischen Staates das Mullahregime kippen zu können; natürlich ohne dabei auf die militärische Option mit ihren weltweit unkalkulierbaren Auswirkungen zu verzichten.

Umgekehrt: Deren ständige Erneuerung nebst der nur verhaltenen Kritik an den israelischen Plänen – Obama untersagt seinem treuesten Verbündeten nichts, sondern bremst ihn nur - untermauern die Wirkkraft jener diplomatischen, ökonomischen, terroristischen und geheimdienstlichen Angriffe, die weltöffentlich nur deshalb unter „Friedensmaßnahmen“ laufen können, weil sie immer an der für westlich gepolte Hirne geradezu apokalyptischen Vorstellung gemessen werden, die Mullahs im Iran könnten dereinst über Atombomben verfügen und damit glatt dem Westen den Zugriff auf die gesamte Region erschweren.

Das ist die Lage. Und in der gibt der - nicht unbegründete - Verdacht, der Iran könnte Atombomben bauen, einen Grund und den zentralen Anlass für ein imperialistisches Interesse der USA nebst seiner Nato-Verbündeten ab. Deswegen passt auch eine Atommacht Israel den USA ins Konzept und deswegen würde dieselbe militärische Ausstattung des Iran für sie einen nicht zu duldender Kontrollverlust über eine Weltgegend darstellen, auf die der „freie Westen“ sich ein Zugriffsrecht zurechnet.

Grass kennt – wenigstens in seinem Gedicht – erstens keine, die Lage im Nahen Osten bestimmenden politischen Zwecke, sondern sieht nur „Wahn“ von Führern am Werk. Zweitens reduziert er die Gefahrenlage in der Region auf einen Atomschlag Israels, verharmlost damit jenes Arsenal an Drohungs-, Erpressungs- und Eingriffsinstrumentarien, über das die führenden Imperialisten nun einmal verfügen und mit dem sie unterhalb des militärischen Zuschlagens identische Ergebnisse zu erreichen versuchen. Drittens unterschätzt er die Abhängigkeit der Außenpolitik des Staates Israel von den USA. So ernst es der israelischen Führung auch ist, diesen Feind militärisch kleinkriegen zu wollen - ohne Zustimmung und vor allem ohne Unterstützung durch das militärische Arsenal der USA wird dieser Staat nicht losschlagen. Weswegen es viertens auch von einer gewissen Blauäugigkeit zeugt, ausgerechnet „internationale Instanzen“, die ohne eine in ihnen festgezurrte Führungsrolle der USA nur Papiertiger sind, mit der Domestizierung jenes doch gerade von der Weltmacht Nr.1 eingeplanten und aufgerüsteten israelischen Militarismus beauftragen zu wollen. Schließlich – fünftens - erweckt Grass den Anschein, als ginge es Deutschland bei der Lieferung von U-Booten an Israel nur ums Geschäft. Dem ist nicht so. An keinen Staat der Welt liefert der Rüstungsexporteur Deutschland militärisches Gerät von diesem Kaliber, wenn er nicht die Zwecke teilt, für die sie eingekauft werden. Deutschland betätigt sich vielmehr an führender Stelle als ein Verbündeter der Nah-Ost-imperialistischen Absichten der USA.

Soweit zu den politischen Einlassungen von Grass, zu den zutreffenden Urteilen und zu ihren Mängeln.

2. Das Gedicht

Grass, den Dichter, treibt aber leider noch mehr um. Er ist ganz deutscher Dichter und als solcher von einer ihn recht widersprüchlich umtreibenden Gewissensnot gepeinigt. Auf der einen Seite antizipiert er, dass er sich mit der Kritik am Staate Israel und seiner Führung bei jenen Deutschen den Antisemitismusvorwurf zuzieht, die zwischen rassistischem Antisemitismus und einer theoretischen Befassung mit der Außenpolitik dieses Staates nicht unterscheiden können bzw. dies gar nicht wollen. Grass weiß also um die polit-moralische Funktion dieser Gleichsetzung, weiß um die Heuchelei, die damit betrieben wird, und weiß folglich, dass deutsche Israel-Politik nichts mit „Wiedergutmachung“ zu tun hat, sondern unter diesem Titel jene anti-arabischen Übergriffe des Staates Israels im Nahen Osten billigt und sowohl finanziell als auch materiell stützt, die für die USA das zentrale imperialistische Einfallstor in den Nahen Osten waren und sind.

Auf der anderen Seite jedoch entblödet sich der Dichter nicht, seine Israel-Schelte als Zugeständnis in diese national-moralische Heuchelei einzuwickeln. So heißt das Gedicht nicht etwa: „Israel gefährdet den Weltfrieden“, sondern: „Was gesagt werden muss“. Ein ums andere Mal ist ihm das demonstrative Vorführen seines schlechten Gewissens bei der Israel-Schelte fast wichtiger als diese selbst. Immer wieder – insgesamt fünfmal – hebt er mit der Vorführung seiner Seelenqual neu an: „Warum schweige ich...“, „warum untersage ich es mir, dieses Land beim Namen zu nennen...“, „das allgemeine Verschweigen..., dem sich mein Schweigen untergeordnet hat...“, „sage ich, was gesagt werden muss...“, „warum sage ich jetzt erst...“ Der Mann ist also zugleich selbst durch und durch infiziert von jener deutschen Nachkriegsmoral, derzufolge sich Kritik von Deutschen an der Politik Israels nicht gehört; natürlich „wegen unserer Vergangenheit!“ Grass bekennt sich also zu dieser Direktive, die bei der Beurteilung von Krieg und Frieden im Nahen Osten immer nur ein Opfer kennt, den Staat Israel, und diesen ausschließlich von Täterstaaten umzingelt weiß, die ihm das „Existenzrecht“ rauben wollen – wenngleich ein Blick auf die jüngere Geschichte und die aktuelle Landkarte der Region das Gegenteil zeigt.

Es fragt sich da schon, was den Dichter eigentlich im Letzten umtreibt. Die Sorge um den Weltfrieden – was er im SZ-Interview vom 7.4. unterstreicht - oder die literarisch aufgemotzte Demonstration, dass er als Deutscher natürlich den Staat Israel nie ohne schlechtes Gewissen kritisiert. Aber wahrscheinlich passt letztlich beides gut zusammen: Wo sich dieser deutsche Großdichter schon so quält, seine Schelte zu Papier zu bringen, und diese Seelenqual immer wieder kalkuliert ins Gedicht selbst einbringt, da muss doch jedem Leser deutlich werden, von welchem Gewicht seine Anklage ist. Hätte sie für ihn leichter gewogen, wäre sie doch weder zu Papier gebracht noch zeitgleich in vier der größten Zeitungen der Welt untergebracht worden. Ärgerlich ist diese Tour schon: Als ob mit der Schmerzhaftigkeit von Geburtswehen bereits die Güte des hervorgebrachten Produkts feststehen würde!

Da äußert sich ein Dichter von Rang als Weltgewissen kritisch gegen die Politik des Staates Israel, und legt als deutscher Literat zugleich Wert auf die Feststellung, dass er sich dem hierzulande gebotenen Philosemitismus verpflichtet weiß: „..dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will“. Was denn nun, Herr Grass?

3. Die Folgen

Doch hat dieses kalkulierte Wirrwarr von heftiger politischer Kritik und Offenbarung innerster Seelenpein dem Grass gar nichts genützt. Wer als Deutscher Israel kritisiert ist Antisemit. Punkt. So der Aufschrei nach der Publikation aus Politik, Kultur- und Geistesleben. Und wenn die Kanzlerin vermelden lässt, dass sie zu Grass nichts weiter zu vermelden hat, dann weiß man, was sie damit vermelden möchte. Dasselbe nämlich, was von der Jüdischen Gemeinde, vom offiziellen Botschafter des Staates Israels und von all seinen inoffiziellen Botschaftshelfern sofort vermeldet wird: Grass ist ein Nestbeschmutzer und noch vieles mehr. Das Gedicht sei ein „Anschlag auf Israels Existenz“ verkündet R.Giordano, der nicht zwischen etwas Druckerschwärze und einem Militärschlag unterscheiden will; ähnlich H.M.Broder, der dem Gedicht allen Ernstes Absicht und Wirkkraft unterstellt, den „Verursacher der erkennbaren Gefahr zu entwaffnen“. Welch abenteuerliches Verhältnis von Geist und Macht spukt in diesen Köpfen herum! Nur weil sie als schreibende Knechte der Macht so geschätzt sind und hofiert werden, fingieren sie sich und die Zunft der Schreiberlinge gleich selbst als Teil der Macht.

Festzuhalten ist jedoch, dass diese inzwischen auch von Literaturpapst Reich-Ranicki – „ekelhaftes Gedicht“ - abgesegnete Philippika nicht das zwangsläufige Resultat des literarischen Erzeugnisses des Nobelpreisträgers ist. Da muss man den Grass in Schutz nehmen. Es ist vielmehr das zwangsläufige Ergebnis der gekonnten politischen Instrumentalisierung der Nachkriegsattitüde von Schuld und Scham im Dienste neuer, „raumgreifender“ deutscher Außenpolitik. Das begann mit Ex-Außenminister J.Fischer, der die deutsche Beteiligung am Krieg gegen Serbien mit der „Verantwortung“ begründete, die „wir Deutschen gegenüber den Diktatoren der Welt“ hätten. Und das setzt sich jetzt fort, wenn die imperialistische Sicherung des gesamten Nahen Ostens als geostrategischer Raum gen Osten, als strategische Rohstoffreserve und als Absicherung der „Freiheit der Meere“ für das weltweite Geschäft des Großkapitals nur als Schutz des Existenzrechts Israels vor dem Vernichtungswahn der iranischen Führung vorgestellt wird, dem „wir Deutsche“ verpflichtet zu sein haben.

So kommt es denn wie es kommen musste: Alle wichtigen Fragen, die neue politische Ausrichtung der USA unter Obama den Nahen Osten betreffend, geraten zur Nebensache oder werden gleich erledigt mit dem Schwall der Empörung über den vermeintlichen antisemitischen Skandal. Es werden mit der Berufung auf deutsche Schuld folglich ganz modern gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erledigt: Erstens ist die deutsche Beteiligung an der imperialistischen Offensive gegen den Iran eine moralische Pflicht Deutschlands und nicht etwa der Beleg für das nationale Interesse, auch im Nahen Osten hegemoniale Ansprüche zu etablieren; und zweitens ist jeder, der das zu kritisieren wagt, nicht etwa Feind imperialistischer Friedens- und Kriegspolitik, sondern ein Antisemit.

PS: Grass hat seinem ersten moralischen Verbrechen in Interviews ein zweites hinzugefügt. Von „Gleichschaltung“ der öffentlichen Kritik hat er im Land der Meinungsfreiheit zu sprechen gewagt. Das konnten deren Hüter nicht auf sich sitzen lassen. Heftigste Zurückweisung erfolgte – gleichgeschaltet. (Quelle, Text von Freerk Huisken 2012)
 

Feind=Bild

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Und die SPD reagiert ähnlich "eingeschnappt" wie die israelische Regierung - auch bei deren Wahlkampf hat Grass künftig quasi "Einreise-Verbot". Nachdem er sie jahrelang unterstützen durfte...

Nach umstrittenem Gedicht - SPD will auf Wahlkämpfer Grass verzichten - Politik - sueddeutsche.de



Unabhängig davon hier noch ne Reaktion:

... Das gilt auch für das Grass-Gedicht (ohne dass ich hier seine lyrische Qualität beurteilen möchte); es bedient Reflexe - aus Reflexen heraus, diese sich in der Öffentlichkeit dann prompt vermehren. Wohin man schaut: Reflexe.

Was ich über Grass immer schon mal sagen wollte, aber nie zu sagen wagte, ist ...
 

Fairina

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Wie wäre es mit einem Kaufboykott von israelischen Produkten gerade auch bei Obst und Gemüse und Blumen? Ich werde jedenfalls beim nächsten Einkauf darauf achten. Wenn da Israel drauf steht, werde ich es nicht kaufen. Bei umgepackter ware kann ich es nicht nachvollziehen, aber wenn ich es kann, boykottiere ich. Hach ich fühle mich wieder in die Zeit der Apartheid zurück versetzt. Monatelang haben damals die Verbraucher Waren aus Südafrika nicht gekauft.
 

hartz5

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Ich hoffe nur, dass nicht alle Israelis, die sich an der Kampagne "Israel loves Iran" beteiligen, demnächst aus Israel ausreisen müssen. Bei der Anzahl derer die mitmachen, verbietet es sich für die israelische Regierung von einer Beleidigung des ganzen israelischen Volkes zu sprechen.....(etwas OT, sorry)
 

Regelsatzkämpfer

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Es gibt auch andere Meinungen und Ansichten zum Thema-Grass, dem ich mich, wie nachfolgend, anschließe.


Deutscher Großdichter als Weltgewissen - national abgewatscht


PS: Grass hat seinem ersten moralischen Verbrechen in Interviews ein zweites hinzugefügt. Von „Gleichschaltung“ der öffentlichen Kritik hat er im Land der Meinungsfreiheit zu sprechen gewagt. Das konnten deren Hüter nicht auf sich sitzen lassen. Heftigste Zurückweisung erfolgte – gleichgeschaltet. (Quelle, Text von Freerk Huisken 2012)

Nun, dass unsere Medien unter einer freiwilligen Gleichschaltung leiden, erlebt man ja im Bereich ALG II auch ständig. Nur hin und wieder wagt es ein Journalist und dann meist weichgespült aus dem Gleichschritt auszubrechen. Grass hat also durchaus Recht, wenn er eine solche Gleichschaltung beklagt. Auch die Nachdenkseiten haben über mehrere Jahre immer wieder derartiges nicht grundlos aufgezeigt.

Wenn man gleichzeitig von Deutschland als Land der Meinungsfreiheit spricht, aber die Meinungsfreiheit von Herrn Grass nicht anerkennt, dann beißt sich hier die Katze sehr heftig in den Schwanz. Wobei die Freiheit des Künstlers noch weiter geht, als die des "normalen" Bürgers. Entweder Meinungsfreiheit oder keine, so lange damit nicht strafrechtliche Grenzen z.B. durch Beleidigung überschritten werden. Ja was denn nun?

Im Zusammenhang möchte ich auf einige sehr treffende Ansichten verweisen:

Was auch noch gesagt werden muss!
Intellektuelle melden sich in Hintergrund zu Wort. Kommentare zur Grass-Debatte von Moshe Zuckermann, Noam Chomsky, Domenico Losurdo, Rolf Verleger, Ekkehart Krippendorff und Norman Paech


Exemplarisch:

ADAM KELLER
Günter Grass kann seiner Wahrheit nicht ausweichen, auch wenn sie Kontroversen auslöst. Das Traurige daran ist, dass das Aufzeigen der gefährlichen und selbstmörderischen Seiten israelischer Regierungspolitik – wie wir es ebenfalls sehen – etwas berührt, „was nicht gesagt werden kann“.

Adam Keller ist Sprecher der israelischen Friedensinitiative Gush Shalom

Hinweise des Tages*|*NachDenkSeiten – Die kritische Website

Der Israelit: Was gesagt werden muss - Solidarität mit Günter Grass

Und zu Grass sehr gerne zur Denunzierung bemühter Nazivergangenheit:

Im Zweiten Weltkrieg meldete sich Günter Grass mit 15 Jahren (!) – nach eigenen Angaben, um aus der familiären Enge zu entkommen – freiwillig zur Wehrmacht. Nach dem Einsatz als Luftwaffenhelfer und der Ableistung des Reichsarbeitsdienstes wurde er am 10. November 1944 im Alter von 17 Jahren (!) zur 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ der Waffen-SS einberufen.

Merke auch: Waffen-SS ungleich normale SS
 

zuteuer

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Nun, dass unsere Medien unter einer freiwilligen Gleichschaltung leiden, erlebt man ja im Bereich ALG II auch ständig. Nur hin und wieder wagt es ein Journalist und dann meist weichgespült aus dem Gleichschritt auszubrechen.

Von "freiwilliiger Gleichschaltung" kann keine Rede sein. Journalisten, die kritisches berichten, sind sehr schnell ihren Job los.
 

Regelsatzkämpfer

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Von "freiwilliiger Gleichschaltung" kann keine Rede sein. Journalisten, die kritisches berichten, sind sehr schnell ihren Job los.

Die freiwillige Gleichschaltung bezog sich auf die Zeitungsverlage, nicht auf den einzelnen Journalisten, obwohl es dort durchaus auch welche gibt, die sich freiwillig in das Heer der Hetzer einreihen. Korrekt ist leider wirklich, dass so mancher kritische Journalist sehr schnell auf Kurs gebracht wird, wenn er seinen Job behalten will. Dagegen hilft manchmal ein bekannter Name, aber auch nicht immer.

Aber zurück zu Grass und dem brutalen Mobbing gegen ihn.
 

AEMR

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Hallo Regelsatzkämpfer,

Aber zurück zu Grass und dem brutalen Mobbing gegen ihn.
wo siehst du das? Bisher hat mich deine gesamte Argumentation zum personifizierten Weltgewissen und verheimlichten Waffen-SS-Mitglied Grass nicht überzeugt.

Mein Vorschlag:

Aber zurück zu Grass und seinem brutalen Mobbing
Ich finde es nicht nur konsequent, Grass nicht nach Israel einreisen zu lassen, sondern völlig selbstverständlich. Soll Herr Grass doch in den Iran reisen.

Es geht bekanntlich (auch) um das Grass-Gedicht Was gesagt werden muss:

Einige von ihnen beanstandeten aber, dass sich Grass als moralische Instanz und Kritiker Israels durch sein – im Gedicht nicht thematisiertes – jahrzehntelanges Verschweigen der eigenen Waffen-SS-Angehörigkeit als Jugendlicher persönlich disqualifiziert habe.
Was gesagt werden muss ? Wikipedia

im selben Wiki-Text gefallen mir diese Argumente hier sehr:

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, nannte Grass zwar einen „hervorragenden Autor“, den Text aber „ein aggressives Pamphlet der Agitation“, denn es sei der Iran, der den Frieden bedrohe, dessen Regime die Bevölkerung unterdrücke und den Terrorismus finanziere.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte am Tag der Veröffentlichung, er sei „über (...) Tonlage [und] (...) Ausrichtung dieses Gedichtes entsetzt“. Ruprecht Polenz, CDU-Abgeordneter und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, widersprach der einseitigen Schuldzuweisung an Israel. „Das Land, das uns Sorgen bereitet, ist der Iran.“ Grass verwechsele Ursache und Wirkung. Auch die SPD-Politiker Andrea Nahles und Rolf Mützenich äußerten sich ablehnend. Der Grünenvorsitzende Cem Özdemir hielt Grass Populismus vor, da er sich als Überwinder eines Tabus inszeniere, das es gar nicht gebe. Antisemitismusvorwürfe als Indiz dieses vermeintlichen Tabus ins Feld zu führen, sei „perfide“. Volker Beck nannte das Gedicht „ein verbrämtes ‚Man muss doch einmal sagen dürfen‘“ sowie eine „Kolportage des antisemitischen Stereotyps eines vermeintlichen Tabus der Kritik an israelischer Politik“. Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe Jerzy Montag von den Grünen nahm Bezug auf die Kunstfreiheit, meinte aber einschränkend, wenn Grass einen politischen Meinungsartikel mit diesen Argumenten geschrieben hätte, wäre dieser „verheerend“. ...

Literaturkritiker Jörg Magenau wiederum bezeichnete das Gedicht als „kitschig“ und „pathetisch“. Grass nehme eine Form für sich in Anspruch, die er nicht mit dem fülle, was Dichtkunst ausmache, und überhöhe damit auf perfide Weise seine schlichte politische Meinungsäußerung. Dieser Plan sei nicht aufgegangen. Grass habe ein Recht auf seine Meinung, müsse aber mit berechtigter Kritik leben.

Ein „ekelhaftes Gedicht“ nannte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki den Grass-Text, dessen Absicht es sei, den „Judenstaat zu attackieren.“ Grass sei immer schon an Sensationen, an Affären, an Skandalen interessiert gewesen. Er habe viele Sachen fabelhaft beschrieben und sei der wichtigste deutsche Vertreter der Nachkriegsliteratur. Sein Werk enthalte keine antisemitischen Klischees. „Im Gegenteil. Ich fand die jüdischen Figuren in der Blechtrommel zum Beispiel sehr gut. Er hat den Antisemitismus in sich komplett verdrängt, besiegt. Aber im Alter wird das alles anders. Weil auch die Erinnerung an die Jugend stärker wird.“ Der Iran wolle Israel auslöschen und Günter Grass dichte das Gegenteil. Ein Antisemit sei er nicht, allerdings gebe es eine große Anzahl von Bürgern in diesem Land mit antisemitischen Neigungen. „Und Grass drückt das aus.“

Endlich kriegt Grass mal Echo - Persona non grata und Einreiseverbot - wie beim Fußball: gelbe Karte, rote Karte, Platzverweis. Kinder brauchen Grenzen.

https://www.amazon.de/Kinder-brauchen-Grenzen-Jan-Uwe-Rogge/dp/3499193663

Mit menschenrechtsuniversalistischen Grüßen
AEMR
 
E

ExitUser

Gast
Wie wäre es mit einem Kaufboykott von israelischen Produkten gerade auch bei Obst und Gemüse und Blumen? Ich werde jedenfalls beim nächsten Einkauf darauf achten. Wenn da Israel drauf steht, werde ich es nicht kaufen.

Uiuiui, pass bloss auf, da begibst dich auf gefährliches Terrain.

Zu Grass:
Den Typen halte ich für unsäglich. Diese selbsternannten Gewissen der Nation sind immer mit Vorsicht zu geniessen. Ebenso wie dieser gewisse Paolo (nicht unserer hier, das Original).
Ebenso unsäglich ist aber auch dieser Vorschlag aus Israel. War aber zu erwarten. Wer auch nur bisschen an deren Unantastbarkeit kratzt, ist ein Antisemit. Das alte ewige Spielchen. Wohlgemerkt, hier geht es um die israelische Politik und nicht um das Volk als solchem. Das vermischen die aber selber immer allzu gerne, wenns dem Keulen dienlich ist.

Man könnte Herrn Grass aber tatsächlich den Nobelpreis entziehen und ihn stattdessen Herrn Ferchichi (Bushido) für seine Biografie geben. Der macht sich neben seinem Integrationsbambi sicherlich toll auf dem Kaminsims. :biggrin:
 
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