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#1
warum hat sicheigentlich im deutsche staat soviel (finanziell und politisch) zum negativen verändert?

z.b.:

strom=, früher bezahlbar, heute luxus ,teuer ohne ende horrende nachforderungen

busfahrkarten,bahntickets= früher war das "mal eben so ne ticket gekauft",heute kann mna n sich nicht mal mehr eine busfahrkarte leisten ohne zu überlegen ob es geht.

mieten=vorher oft moderat und bezahlbar,heute mieten in spitzenhöhen,wohn raum kaum bezahlbar

hartz 4 und sozialleistungen= ......

Dm und euro= .....

medikam.zuzahlungen,etc= früher musste man kaum was zuzahlen, wenn überhaupt, heute zu allem muss zugeleistet werden


dazu lebensmittelpreise, gastronomiepreise,immer mehr armut und so weiter.

woher kommt dieser wahnsinn bei den "täglichen dingen des lebens"?
 

Fritz Fleißig

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#2
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Steuern und Abgaben, sprich der immer mehr steigende Staatsanteil an den Preisen.

Vom Benzinpreis an der Tankstelle entfallen heute fast zwei Drittel auf Steuern und Abgaben (Mineralölsteuer einschließlich Ökosteuer, Bevorratungsbeitrag und obenauf 19 % Umsatzsteuer).

Beim Strompreis liegt der Staatsanteil mittlerweile bei über der Hälfte (19 % Umsatzsteuer, Energiesteuer, Förderung erneuerbarer Energieen, Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, diverse andere Umlagen, Konzessionsabgabe an die Stadt oder Gemeinde).

Bei allen anderen Käufen würden die Leute staunen, wenn die Steuern (Konsumsteuern wie Kaffeesteuer oder die Lotteriesteuer) nicht im Kaufpreis versteckt, sondern offen ausgewiesen und womöglich noch direkt an eine staatliche Behörde gezahlt werden müßten.

Auch der Verkäufer einer Ware kann nicht einfach die Handelsspanne als Gewinn kalkulieren, sondern muß auf seine eigenen Ausgaben Steuern zahlen sowie schließlich seinen Gewinn versteuern, ehe er ihn verkonsumieren kann.

Andere Preissteigerung wie im Bereich Lebensmittel sind eine direkte Konsequenz staatlicher Steuerung, so daß beispielsweise Pflanzen wie Mais zur Gewinnung von Bio-Kraftstoffen angebaut werden, anstatt daß wie früher Ackerland zur Ernte von Brotgetreide genutzt wird.

Überlege dir mal, wieviel Stunden ein qualifizierter Handwerker arbeiten muß, um sich von seinem Nettolohn nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialabgaben eine Arbeitsstunde (wohlgemerkt: zum Normaltarif und auf Rechnung bezahlt) eines ähnlich qualifizierten Handwerkerkollegen zu leisten - dann siehst du sehr schnell den Effekt. Dann wird auch klar, wieso sich kaum noch einer Handwerksarbeit mehr leisten kann.
 

Claus.

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#4
So arg sind die Steuern und Abgaben gar nicht mal gestiegen; mit Ausnahmen beim Benzin, Tabak und Strom. Dafür sind die Gewinne exorbitant gestiegen.

Ich glaube, daß es bei uns steil bergab geht seit die DDR hoffnungslos überstürzt wirtschaftlich eingestampft wurde. Die Ausschaltung der dortigen Konkurenz mit der anschließenden Globalisierung und gleichzeitiger Deregulierung, Vorschriften- und Kontrollenabbau war alles andere als gut.

Und die Euroeinführung war der letzte Todesstoß. Reel müsste man m.M.n. wohl von einer Preissteigerung i.H. von 70-80% seit 2002 reden. Und früher hat man sich noch über Preise und Preiserhöhungen Gedanken gemacht, mittlerweile ist da eher eine vollständige Resignation zu spüren. Jetzt war auch wieder ´ne Zeit lang Ruhe bei den Preisen, im Moment seh ich mal wieder einen deutlichen Schub nach oben ...

Der Männerhaarschnitt ist letztes Jahr von 10€ auf 11€ hochgegangen. Neuerdings ist er überall bei 14€. Die Schere wird aber trotzdem noch exakt nach 10min fallen gelassen mit dem entsprechendem grausigen Ergebnis. Nur daß die Friseurinnen immer noch öfter zwischen 2 Kunden dumm in der Gegend rumstehen.
Preisunterschiede beim Benzin von 12ct bei 500m Entfernung zwischen 2 Tankstellen - 12ct sind auch kein Geld mehr, früher waren das glatt 25 Pfennig und damit enorm viel.
Die Arbeitsstunde in der freien Autowerkstatt kostete früher dem Kunden 60 DM/h. Heute sind nur noch gaaanz selten 45€ anzutreffen und stattdessen 60€/h völlig normal.

Die Marktwirtschaft funktioniert nicht (mehr?). In meiner Schulzeit hieß es daß Inflation und Deflation völlig normal sind und sein müssen; jetzt hör sich einer die EZB an. In der Schule hieß es, steigende Nachfrage = steigende Preise, sinkende Nachfrage = sinkende Preise; und reel läufts steigende Nachfrage = steigende Preise, sinkende Nachfrage = steigende Preise -> die Gewinne dürfen doch nicht stagnieren ogottogottogott.

Andere Preissteigerung wie im Bereich Lebensmittel sind eine direkte Konsequenz staatlicher Steuerung, so daß beispielsweise Pflanzen wie Mais zur Gewinnung von Bio-Kraftstoffen angebaut werden, anstatt daß wie früher Ackerland zur Ernte von Brotgetreide genutzt wird.
Ich komme vom Land, daher hab ich da eine etwas andere Meinung. Die Landwirtschaft gehört allmählich dringenst angezündet - genauer gesagt was heißt hier noch Landwirtschaft, Industrie die mit grünen Kennzeichen rumfährt wäre passender.
Der Landwirt fährt weiterhin fleissig mit unbesteuertem Diesel durch die Gegend, selbstredend ohne Rußpartikelfilter. Bio-Sprit war nochmal 2ct. billiger, ist aber mittlerweile wieder out weil das Zeug die Motordichtungen fleissig angreift; kriegen die LaMa-Hersteller einfach nicht richtig in den Griff und die Karren lassen sich nur mehr mit dem Landmaschinenfachhändler-Laptop reparieren. Mais geht in die Biogasanlagen. Hochwertiger Weizen geht nach Italien in die Nudelproduktion, der Rest vornehmlich in die Biogas. Kartoffeln gehen Lkw-weise in die holländische Pommesproduktion. Wir kriegen stattdessen B-Ware aus Italien und Spanien... :icon_motz:
 

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Elo-User/in

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#5
woher kommt dieser wahnsinn bei den "täglichen dingen des lebens"?
Meine (ungeprüfte) Theorie...
Bei der Euro-Umstellung wurden die Preise für Produkte und Dienstleistungen etwa 1:1 umgerechnet, während die Löhne zum exakten Umrechnungskurs von ca. 1:2 berechnet wurden.

Den Rest erledigt(e) die Lohn-Preis-Spirale, die der deutschen Wirtschaft liebstes Spiel ist.
 

Claus.

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#6
Stimmt, die wenigsten haben korrekt umgerechnet.

Mein damaliges Stammlokal hatte dann 1,85€ für ´ne halbe Bier; den krummen Preis hab ich mir doch merken können. War meine ich auch damals üblich 3,60 - 4,20 DM für die Halbe zu zahlen.
Mittlerweile zahlt man mind. 2,80€ dafür. Und einen simplen Hamburger für 6,10€ hätte man früher in keiner Kneipe weit und breit bekommen; 11,90 DM hätten einfach deutlichst über jeglicher Schmerzgrenze gelegen. Wenn nicht damals sogar ein Wiener Schnitzel mit Pommes üblicherweise 9,90 DM und ein Cordon Bleu inkl. Pommes und Salat 11,90 DM gekostet haben.

War da nicht sogar mal was von wegen ´wir brauchen keine Umrechnungskontrollen, der Markt reguliert das schon´?
 
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