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Interne Arb.h. der BA zur Mindestkontaktdichte im SGB II

Laa Luna

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#1
Unterstützung der Ausbeutungsprozesse durch dezentrale Kundenmindestkontaktdichtekonzepte im SGB II.

Die haben die Befüllung des Niedriglohnsektors perfektioniert.
Hierzu werden die Kunden verschiedenen Profilen zugeordnet.

Das Aktivierungsprofil bedeutet somit Höchststrafe.
Den hiervon Betroffenen Kunden wird eine mangelnde Motivation (willkürlich) unterstellt.
Es sieht eine Kontaktdichte von 5 Vorladungen im Halbjahreszeitraum vor.
Die häufigen Vorladungen sollen scheinbar die Motivation dieser Kunden beflügeln.
Meiner Meinung nach soll durch Schikane deren Wille gebrochen werden.

Ich hab keine Ahnung welchem Profil ich zugeordnet wurde, denn ich wurde von Juli 2013 bis Dezember 2013 sage und schreibe: 12 mal vorgeladen.
Ich habs überstanden, die konnten mir nichts.

An alle Kunden im Aktivierungsprofil: lasst Euch von diesen BA-Schergen nicht manipulieren. Knickt nicht ein. Die haben keine Macht über euch.
Ihr habt die Fäden in der Hand.
 

Paolo_Pinkel

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#3
Schikanöse Meldeaufforderung sind unzulässig!
Ob und wann eine Meldeaufforderung ergeht, liegt im pflichtgemäßen Ermessen des JC d.h., dass sie nur zur Erreichung eines konkreten Meldezwecks dienen darf. Ist der Meldezweck durch mildere Mittel (Brief oder Telefon) durchführbar, ist eine persönliche Meldung unangemessen und nicht verhältnismäßig. Grenze sind aufgrund von objektiver Anknüpfungspunkte erkennbar „schikanöse“ Meldeaufforderungen. (Vgl. Birk in LPK-SGB II, 3. Aufl., § 59 Rn. 4; 5. Aufl., Rn 2 u. § 32, Rn 6 a.a.O ). Der Meldezweck muss in der schriftlichen Meldeaufforderung konkret bezeichnet werden (LSG BE-BB 16.1.2008 – L 28 B 2119/07 AS ER) oder wenigstens stichwortartig angegeben werden (LSG BE-BB vom 121.7.2011 – L 14 AS 999/11 B ER).
==> http://www.elo-forum.org/infos-abwehr-behoerdenwillkuer/69498-meldetermine-richtig-wahrnehmen.html

Siehe auch hier
==> http://www.elo-forum.org/allgemeine...-jc-einladung-meldeaufforderung-rechtens.html
 

götzb

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#4
Mann könnte sich so verhalten, das man von menschenverachtenden Zwangsvorladungen in dieser Anzahl absieht.

:icon_mrgreen:
 

PeterMM

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#5
wie wäre es mit einem Gutachten "Was bringt eine erhöhte Kundendichte wirklich":biggrin:
ausser einer höheren Sanktionsquote..
 

ThisIsTheEnd

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#6
In meiner Bilanz für 2014 stehen bis jetzt sieben Vor ääh Einladungen. :icon_frown:

Sind doch "nur" sieben.
 

Roter Bock

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#7
Erinnert mich doch an irgendwas...was war das nur? Jo ich hab's die sogenannten "Kontaktbereichsbeamten" von der Popelzei.

...und ganz früher war das mal der "Blockwart"

Roter Bock
 

0zymandias

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#8
Ich spüre da immer die Verbesserung der Dienstleistung am Kunden.

Eigeninitiativ und proaktiv konnte ich meinem SB meine Berufsbezeichnung mitteilen.
 
E

ExitUser

Gast
#9
wie wäre es mit einem Gutachten "Was bringt eine erhöhte Kundendichte wirklich"
Es gibt zumindest schon eine erste qualitative Erhebung dazu, die im Kontext der Auswertung der Berliner Joboffensive erstellt wurde. Hier einige Zitate daraus:

"Insgesamt hat sich somit die Kundenkontaktdichte durch den besseren Betreuungsschlüssel deutlich erhöht. Dennoch konnten die Kontaktdichtevorgaben in manchen Fällen noch nicht eingehalten werden. Daher stellt sich die Frage, wie wichtig eine höhere Kontaktdichte für die Qualität des Betreuungsprozesses ist. Im Rahmen der Interviews auf der strategischen Ebene hat sich diesbezüglich eine einheitliche Tendenz herausgestellt.

Nahezu alle Akteure waren der Auffassung, dass eine hohe Kontaktdichte an sich sinnvoll sei und zur Erfüllung der Integrationsziele beitrage. Allerdings wiesen auch fast alle Vertreter/innen der strategischen Ebene darauf hin, dass die starren Vorgaben zur Kontaktdichte problematisch seien, weil dadurch nicht ausreichend auf die individuellen Gegebenheiten jedes Falles eingegangen
werden könne.

Viele Führungskräfte der Jobcenter erwähnten, dass es vorteilhaft wäre, wenn die Kontaktdichtevorgaben flexibler und individueller angewendet werden könnten. Zum Beispiel sei es nicht bei allen marktnahen Kunden/innen nötig, dass sie alle zwei Wochen kontaktiert würden. Bei Akademikern/innen dauerten Bewerbungsprozesse beispielsweise in der Regel länger, so dass hier eine Taktung von zwei Wochen unangebracht sei.

Ferner wurde argumentiert, dass es auch bei sehr engagierten Kunden/innen, welche die IFK bereits sehr gut kennen, nicht unbedingt notwendig sein müsse, diese alle zwei Wochen zu einem persönlichen Gespräch
einzuladen. Hingegen könne es auch Kunden/innen geben, bei denen eine noch engere Taktung als alle zwei Wochen für eine stringente Betreuung notwendig sei. Aufgrund dieser individuellen Unterschiede sei eine höhere Flexibilität bei der Handhabung der Kontaktdichte sinnvoll. So wurde auch mehrmals geäußert, dass die Kontaktdichte ein Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck sei. Entscheidend sei vielmehr die Qualität des jeweiligen Kontakts." (S. 249)

"Die Implementationsstudie legt den Schluss nahe, dass zwischen direkten Effekten der höheren Kundenkontaktdichte und indirekten Effekten in Form einer Qualitätsverbesserungin Folge der höheren Kontaktdichte unterschieden werden muss. Folgende Effekte können unmittelbar auf die erhöhte Kontaktdichte zurückgeführt werden:

• Das Aufdecken von Vermeidungsstrategien und illegaler Arbeit und in Folge dessen der Rückzug eines Teils der eLb aus dem Leistungsbezug: So hat sich ein Teil der Kunden/innen durch eine Abmeldung aus dem Leistungsbezug der intensiveren Betreuung entzogen.
• Der abnehmende Verwaltungs- und Informationsaufwand in jedem Kundengespräch: Weil Informationen bereits vorhanden waren, mussten sie nicht in jedem Gespräch neu erhoben werden. Aus den regelmäßigen Kontakten erfolgte automatisch eine bessere Kundenkenntnis, weil bestimmte Probleme erst im Laufe des Prozesses zur Sprache kamen. Die Bedarfe konnten somit in Folge der höheren Kontaktdichte besser erkannt werden." (S. 326-327)

Insgesamt bräuchte es freilich einer Vergleichsstudie mit statistischen Zwillingen, um auch quantitativ zu erfassen, ob eine höhere KKD wirklich positiv auf die Integrationswahrscheinlichkeit wirkt (was ich persönlich bezweifele). Aber eine quantitative Studie ist ungleich schwerer zu realisieren als eine qualitative. Nur soviel: Die pAps selbst haben kaum Lust, ihre "Kunden" so oft zu sehen. Die "laden" deshalb so oft ein, weil sie selbst kontrolliert werden. Das alles kann man der verlinkten Studie entnehmen.
 

Laa Luna

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#10
@DonOs

wenn ich wüsste wie es geht hätte ich es getan.

@Paolo

ich hab mich an Deine Vorgaben gehalten (Meldetermine richtig wahrnehmen).
Nur habe ich auf die Häufigkeit der Vorladungen keinen Einfluss.

@Burns Torn

ich werde mich garantiert nicht aus dem Leistungsbezug abmelden.
Selbst wenn die mich täglich vorladen und besonders intensiv betreuen.

Wie wurde eigentlich dieses Integrationskonzept entwickelt?
Haben da auch soziologische/psychologische Erkenntnisse eine Rolle gespielt?
So auf die Art:
Wie ticken die Massen, wie manipuliert man Erwerbslose am besten,usw.
Wie erklärst Du Dir 12 Einladungen in nem halben Jahr?
Sonderbehandlungsprofil? Oder wie?
 

Paolo_Pinkel

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#11
Laa Luna;1703762[... sagte :
@Paolo

ich hab mich an Deine Vorgaben gehalten (Meldetermine richtig wahrnehmen).
Nur habe ich auf die Häufigkeit der Vorladungen keinen Einfluss.

[...]
Indirekt schon. Denn wie schon im Text und auch im verlinkten Thread erwähnt, stellt eine Meldeaufforderung ein Verwaltungsakt inkl. Rechtsmittel dar. Die sollte man dann auch nutzen, um mal gerichtlich klären zu lassen, inwiefern eine Kausalität zwischen Quantität Meldeaufforderung(en) und der daraus resultierenden erfolgreichen Vermittlung besteht. Vielleicht hat das Auswirkungen für die Zukunft. Nur weil man die Aufgabe der Arbeitssuche einem immer größer werdenden Kreis von betroffenen stellt, wird sie dadurch nicht automatsich einfacher.
 
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