Interessantes zum 450,- Eurojob

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
S

Snickers

Gast
Mein Minijob (450,-), AG hatte im Arbeitsvertrag nur den Stundenlohn ausgewiesen, mit 12,- die Stunde.

Mit der Aussage, ich lasse mir doch nicht die Pistole auf die Brust setzten, und muss monatlich dann 450,- Euro bezahlen, war er nicht bereit 450,- in den Vertrag zu schreiben. Somit konnte ich kein Wohngeld beantragen, denn es gab meines Wissens nach keine kontinuierlichen Einnahmen aus dem Minijob zur Berechnung für das Wohngeld, das sah das Amt ebenfalls so.

Nun war ich gestern beim RA, da der AG nun gar nichts bezahlen will für 3 Wochen arbeit und habe folgendes daraus gelernt.


Im Gegenteil, es könnte mit so einem Vertrag noch teurer werden für ihn. Bzw, könnte ich früher aufhören zu arbeiten, auch wenn ich nicht arbeite.

Denn das Gesetz hat es so geregelt:

Arbeit auf Abruf

Arbeit auf Abruf (kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit) findet im täglichen Arbeitsalltag überall dort statt, wo Arbeitnehmer je nach Bedarf eingesetzt werden. In § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetzt jedoch werden Mindeststandards geregelt, die jeder Arbeitsvertrag zu erfüllen hat, die das Abrufprinzip mehr als zweifelhaft erscheinen lassen. So muss zum Beispiel eine bestimmte wöchentliche und tägliche Arbeitszeit festgelegt werden. Ist dies nicht geschehen gilt eine Mindestarbeitszeit von 10 Stunden als vereinbart. In der Konsequenz bedeutet dies, dass Minijobber immer dann einen Aufstockungsanspruch auf 10 bezahlte Arbeitsstunden haben, wenn sie weniger als diese Stunden gearbeitet haben und der tatsächlich gearbeiteten Stundenzahl nach bezahlt worden sind.

Darüber hinaus gilt, dass der Arbeitgeber die Arbeitsleistung für mindestens 3 Stunden in Anspruch nehmen und bezahlen muss. Bei kürzeren Arbeitseinsätzen besteht daher trotzdem ein Zahlungsanspruch in dieser Höhe.

Der Minijobber als Angestellter - wirklich ein Vorteil für den Arbeitgeber? - Rechtsanwältin Sandra Hippke, LL.M. Taxation


Wollte Euch das gesagt haben, falls ihr mal in eine ähnliche Situation kommen solltet.
 

Anna B.

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 Juli 2011
Beiträge
7.798
Bewertungen
5.420
der AG von meiner Schwester handhabt das ähnlich...

auf Abruf....früher stand sie immer in der nähe des Telefons..heute ist ihr das egal...da er die Stundenlöhne auch nicht vernünftig auszahlt..wenn ich nicht da bin, sagt sie, dann hat er Pech...

es gibt auch Monate, da zahlt er gar nicht...der zahlt selbst bei AU nicht...

als sie sich mal beschwerte bekam sie zur Antwort, dass sie ja frei wäre und sich jederzeit einen anderen Arbeitsplatz suchen könne...

sie bekommt jetzt ca. 8,95 Stundenlohn.....

nach der letzten Lohnerhöhung hat er aber die Stundenzahl verringert..so dass sie das gleiche Gehalt bekommt wie vorher..

gekündigt hat sie nicht, weil die Arbeitsstelle gleich hinter ihrem Garten liegt und sie durch den Garten zur Arbeit kann...

hat alles Vor- und Nachteile...
 
S

Snickers

Gast
Hallo Anna,

kannst ihr das Gesetz ja nennen..........einen Anspruch auf 10 bezahlte Stunden die Woche hat sie.

Wenn sie drauf verzichten will, ist es ihre Sache.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Mein Minijob (450,-), AG hatte im Arbeitsvertrag nur den Stundenlohn ausgewiesen, mit 12,- die Stunde.
Damit ist das kein 450€-Job mehr. (12€ x 10 Std. x 4 Wochen = 480€ Minimum)
In § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetzt jedoch werden Mindeststandards geregelt, die jeder Arbeitsvertrag zu erfüllen hat,
Wäre noch hinzuzufügen, daß Abweichungen zuungunsten des Arbeitnehmers nur per Tarifvertrag zulässig sind, nicht per Arbeitsvertrag! (TzBfG §12 Abs.3)
 
S

Snickers

Gast
Ich hatte mit dem AG einen 450,- Euro Job vereinbart. Als dann nach 2 Wochen der Vertrag endlich mal ausgefertigt wurde, stand nur noch etwas von 12,- die Stunde drinnen.

Und man sagte mir, das ich auf abruf zu arbeiten hätte..........mit Sicherheit nicht!
Der ganze Vertrag ist für die :icon_tonne:

Die haben gestern eine Rechnung für 30 Stunden bekommen.
Ansonsten Arbeitsgericht......auch AG`s haben das Recht zu lernen.
 

Hafenkasper

Elo-User*in
Mitglied seit
6 September 2013
Beiträge
223
Bewertungen
156
Ich hatte mit dem AG einen 450,- Euro Job vereinbart. Als dann nach 2 Wochen der Vertrag endlich mal ausgefertigt wurde, stand nur noch etwas von 12,- die Stunde drinnen.
Wie sieht der Vertrag den genau im Einzelnen aus ? Grade in bezug auf die abzuleistenden Stunden und auf wieviele Tage die sich in der Woche verteilen .
Und man sagte mir, das ich auf abruf zu arbeiten hätte..........mit Sicherheit nicht!
Das siehst du falsch. Lese dir mal genau §12 Abs. 1 Satz 1 durch.
Der Arbeitgeber muss sich dann zwingend an §12 Abs. 2 halten .
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.539
Bewertungen
1.947
so ist das eben, wenn man zu blöd dazu ist, tz-arbeitsplätze von 450€-jobs auseinander zu halten :icon_neutral:

man spricht bei den 450€-jobs auch von den 450€basisjobs, dh. die basis der berechnung ist die(steuerrechtliche)höchstgrenze von 450€.

dh. aber auch nur, dass der monatliche durchschnitt nicht über 450€ liegen darf, einige monate aber drüber und andere drunter liegen dürfen

NIE aber wirklich NIE hat man einen anspruch auf nicht geleistete stunden, wie das bei tz-arbeitsplätzen der fall ist, die aber ihrerseits voll steuer- u. abgabenpflichtig sind.

nachtrag:

man hat eben bei einem stundenlohn von 12€, nicht automatisch auch 450€/monat.
wenn ich 450€ pro monat bekomme, ist mein stundenlohn von den geleisteten stunden abhängig.
wer also 10€ pro stunde verdienen will, lässt nach 45€/monat den hammer fallen :icon_idee:
äääh, natürlich im durchschnitt :tongue:
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.403
Bewertungen
4.585
arbeitslos in holland meinte:
so ist das eben, wenn man zu blöd dazu ist, tz-arbeitsplätze von 450€-jobs auseinander zu halten :icon_neutral:
[...]
NIE aber wirklich NIE hat man einen anspruch auf nicht geleistete stunden, wie das bei tz-arbeitsplätzen der fall ist
§ 2
Begriff des teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmers

[...]

(2) Teilzeitbeschäftigt ist auch ein Arbeitnehmer, der eine geringfügige Beschäftigung (= Minijob = "400-Euro-Job" - Anmerkung biddy) nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch ausübt.
Quelle: § 2 TzBfG Begriff des teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmers Teilzeit-
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.403
Bewertungen
4.585
ein tz-beschäftigter ma ist nicht automatisch ein minijobber !
Häh, woraus liest Du, dass ich das behauptet hätte? Hab' ich nicht, nönö. :icon_evil:
Andersherum trifft's zu.

Es geht hier im Thread aber lt. Eingangsposting um einen Minijobber bzw. soll das angeblich so sein lt. Arbeitgeber.

Nachtrag:
ein tz-beschäftigter ist nicht automatisch steuer- u. abgabenfrei !
Und wer behauptet das?
 
S

silka

Gast
Die haben gestern eine Rechnung für 30 Stunden bekommen.
Ansonsten Arbeitsgericht......auch AG`s haben das Recht zu lernen.
Stimmt. Deshalb schreiben die meisten Minijob-Anbieter-AG:
-Auf Minijob-Basis
oder
-Auf Basis 450,-
viele jetzt noch
-Auf 400,-Basis

Deiner muß gelernt bekommen.
Hauptsache, ihr könnt nachweisen, daß 450,- vereinbart waren.
Oft haperts daran, weil alles nur *gesagt* war.
Die 30,- Std. hast du aber dokumentiert?
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.539
Bewertungen
1.947
ja, jetzt wird versucht 30h einzufordern, weil dem ra nach tz-arbeitsplatz=minijobber :icon_neutral:

wenn im av von @snickers aber steht "geringfügig" oder "450€-basis" ist da nix mit mindestens 10h, weil das nur für tz gilt. und ein tz-beschäftigter ist nicht mit einem minijobber gleichzusetzen !

im gegenteil: wenn ich einen stundenlohn von 12€/h vereinbart habe, dann bekomme ich diese 12€ nur für die geleisteten stunden.
der AG bestimmt dann, wieviele stunden er mich einsetzt !
und ich muß darauf achten, dass ich die 450€ im monatsdurchschnitt nicht überschreite.
und weil in d viele zu doof zum lesen sind, gibt es auch genug die für den monatsdurchnittsverdienst oder die 450€-basis, 160h/monat arbeiten :icon_eek:
 
S

Snickers

Gast
@ArbeitslosinHolland...extra noch einmal für Dich!
Übrigens habe ich meine Auskünfte von einer Richterin beim Arbeitsgericht erhalten, die sollte es wissen.

Arbeit auf Abruf

Arbeit auf Abruf (kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit) findet im täglichen Arbeitsalltag überall dort statt, wo Arbeitnehmer je nach Bedarf eingesetzt werden. In § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetzt jedoch werden Mindeststandards geregelt, die jeder Arbeitsvertrag zu erfüllen hat, die das Abrufprinzip mehr als zweifelhaft erscheinen lassen. So muss zum Beispiel eine bestimmte wöchentliche und tägliche Arbeitszeit festgelegt werden. Ist dies nicht geschehen gilt eine Mindestarbeitszeit von 10 Stunden als vereinbart. In der Konsequenz bedeutet dies, dass Minijobber immer dann einen Aufstockungsanspruch auf 10 bezahlte Arbeitsstunden haben, wenn sie weniger als diese Stunden gearbeitet haben und der tatsächlich gearbeiteten Stundenzahl nach bezahlt worden sind.

Darüber hinaus gilt, dass der Arbeitgeber die Arbeitsleistung für mindestens 3 Stunden in Anspruch nehmen und bezahlen muss. Bei kürzeren Arbeitseinsätzen besteht daher trotzdem ein Zahlungsanspruch in dieser Höhe.
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.403
Bewertungen
4.585
@aih

Ich glaube, Du verstehst da was nicht.

aih meinte:
wenn im av von @snickers aber steht "geringfügig" oder "450€-basis" ist da nix mit mindestens 10h, weil das nur für tz gilt. und ein tz-beschäftigter ist nicht mit einem minijobber gleichzusetzen !

Im entsprechenden Gesetz steht ausdrücklich (bereits vorhin von mir zitiert mit Quellenangabe):
§ 2
Begriff des teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmers

[...]

(2) Teilzeitbeschäftigt ist auch ein Arbeitnehmer, der eine geringfügige Beschäftigung (= Minijob = "400-Euro-Job" - Anmerkung biddy) nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch ausübt.
Quelle: § 2 TzBfG Begriff des teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmers Teilzeit-
 
S

Snickers

Gast
Eine geringfügige Beschäftigung (auch „Minijob“ oder „450-Euro-Job“ genannt) ist nach deutschem Sozialversicherungsrecht ein Beschäftigungsverhältnis, für das bestimmte sozialversicherungsrechtliche und in der Folge auch lohnsteuerrechtliche Besonderheiten gelten. Ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis liegt entweder bei einer geringen absoluten Höhe des Arbeitsentgelts vor (geringfügig entlohnte Beschäftigung) oder bei einem Beschäftigungsverhältnis von kurzer Dauer (kurzfristige Beschäftigung). Ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis ist für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei mit Ausnahme der Rentenversicherungspflicht bei geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen. Eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist möglich. Auch im Lohnsteuerrecht gibt es Besonderheiten. Die Arbeitsentgeltgrenze bei geringfügig entlohnter Beschäftigung wurde in Deutschland zum 1. Januar 2013 von 400 Euro auf 450 Euro angehoben.[1]

Geringfügige Beschäftigung

Bleibe bitte in Holland.
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.539
Bewertungen
1.947
nö, du warst nur blöd genug, dass du dich 30h hast ausnutzen lassen :icon_razz:

und wenn du nur einen stundenlohn vereinbart hast und keine arbeitszeit dazu, dann hast du recht auf tatsächlich abgeleistete stunden.

ist mir aber mittlerweile zu blöd, leuten zu erklären, dass sich ein 450€ job nur dann lohnt, wenn ich dafür nicht mehr als sagen wir mal höchstens 45h/monat zu leisten habe.

und wenn mir ein AG das so nicht unterschreibt, dann zeige ich ihm den ausgestreckten mittelfinger.

-> wenn du weisst was ich damit meine :tongue:

da kann dir dein hergelaufener winkeladvokat erzählen, was er will. zu was glaubt du denn, dass diese beschi§§en arbeitsverhältnisse geschaffen wurden und zu wessen nutzen :icon_cool:
 

arbeitslos in holland

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 August 2010
Beiträge
9.539
Bewertungen
1.947

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.403
Bewertungen
4.585
aih meinte:
hier werden unzulässig tz-arbeitsplätze mit 450€-jobs gleichgestellt.
Also ist das Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG für Dich ein Gesetz, das nicht zu beachten ist - ein Minijob ist also nicht gleichzeitig ein Teilzeitarbeitsplatz, obwohl's so im Gesetz steht?

Begründung der Bundesregierung im Gesetzentwurf:

Zu § 2 Absatz 2:
Die Regelung tritt einem weit verbreiteten Irrtum entgegen
und stellt klar, dass auch geringfügig Beschäftigte (§ 8
Abs. 1 Nr. 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch –
SGB IV) teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer im Sinne dieses
Gesetzes sind.
Quelle: https://dipbt.bundestag.de/doc/btd/14/043/1404374.pdf
 
S

Snickers

Gast
@biddy....vorab DANKE

:danke:

Aus dem Arbeitsvertrag...

- Die Arbeitnehmerin wird als Sachbearbeiterin in "geringfügiger Beschäftigung" eingestellt.

-Die Arbeitnehmerin erhält einen Stundenlohn von 12,- Brutto

-Die Arbeitzeit gestaltet sich nach Bedarf und Absprache, teilweise auch an den Wochenenden.

Ich habe dem AG keine Rechnung geschrieben, nur mit einer Frist, den ausstehenden Lohn eingefordert.

Und diesen gebe ich lieber dem JC.......als das ich die Klappe halte und nichts mache.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten