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Insolvenzverfahren - Soll ich Steuererklärung machen?

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knut1981

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#1
Hallo

Ich bin mittlerweile im Inso verfahren. Ein Anwalt wurde vom gericht beauftragt, alles fertig zu machen und nochmal meine Gläubiger anzuschreiben. Habe seit diesem persönlichem gespräch nicht mehr gehört.

Überlege jetzt ob es sich lohnt eine Steuererklärung zu machen, da ich denke das das geld welches ich zurückbekomme direkt zu dem Inso Anwalt wandern würde oder?
 
E

ExitUser

Gast
#2
Hallo

Ich bin mittlerweile im Inso verfahren. Ein Anwalt wurde vom gericht beauftragt, alles fertig zu machen und nochmal meine Gläubiger anzuschreiben. Habe seit diesem persönlichem gespräch nicht mehr gehört.

Überlege jetzt ob es sich lohnt eine Steuererklärung zu machen, da ich denke das das geld welches ich zurückbekomme direkt zu dem Inso Anwalt wandern würde oder?
Jo, denke, das wäre wohl weg dann.

(Bin auch in Inso)
 

farger4711

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#3
Wenn Du einen versicherungspflichtigen Job hast, bist Du verpflichtet eine Steuererklärung zu machen. Ansonsten wirst Du dann einen "bösen" Brief vom Finanzamt bekommen mit einer Fristsetzung.

Wenn Du ALGII erhalten hast in dem Zeitraum, in dem Du gearbeitet hast, wird die Arge die (eventuelle) Steuernachzahlung einstreichen. Sprich: Du bekommst die Nachzahlung auf Dein Konto und das Amt wird diese Summe durch 12 Monate geteilt von Deinem Regelsatz abziehen.

Wenn Du kein ALGII beziehst wird die Steuernachzahlung in die Inso fließen.
Bei Bekannten von Uns, wird dieses Geld, wenn die Inso rum ist, für die Schlußzahlung an den Treuhänder gehen. Will heißen, Du beendest die Inso ohne gleich neue Schulden zu haben.
 

knut1981

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#4
hmm ich habe keine besonderen ausgaben oder ähnliches geltend gemachtr und mein steuerberater sagte letztes jahr das ich dann auch keine machen brauche
 

farger4711

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#5
Dann würde ich an Deiner Stelle den Treuhänder fragen, wie Du Dich verhalten sollst. Auch da hast Du ja Mitwirkungspflicht. Wenn die sagen, Du brauchst keine Steuererklärung machen, dann bist Du auf der sicheren Seite.
 

knut1981

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#6
ja ich werde mal schauen was sache ist .. rufe am montag noch mal steuerberater an..

der treuhänder wollte ja auch keine sachen vom finanzamt sehen...
 

farger4711

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#7
Ruf den Treuhänder an. Unsere Bekannten haben die Steuererklärung gemacht und haben einige Zeit gewartet, als der Steuerbescheid kam, hatte die Inso das Geld schon eingestrichen. Mit dem Treuhänder wurde damals auch nicht darüber geredet.
Das heißt, wenn Dir vll. doch eine Rückerstattung zusteht und Du die Steuererklärung nicht machst, kommst Du Deiner Mitwirkungspflicht nicht nach.

Also nicht nur den Steuerberater fragen.
 

desmona

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#8
Hast du die Verbraucher- oder die RegelInso beantragt?

...oder bist du schon im Inso-Verfahren? (wird vom AG eröffnet und dauert ca. 1 Jahr)

Wenn du in der RegelInso bist heißt das du warst oder bist selbstständig, dann mußt du zwingend eine Steuererklärung machen.

Der/ Dein InsO-Verwalter teilt dem Finanzamt seine Zuständigkeit mit.

Jegliche Rückzahlungen des FA fließen in die Inso-Masse - da hat der Inso-Verwalter die Hand drauf und FA ist verpflichtet zu informieren.

D.h. du siehst das Geld gar nicht...hast keinen Zugriff drauf.


Wenn Du ALGII erhalten hast in dem Zeitraum, in dem Du gearbeitet hast, wird die Arge die (eventuelle) Steuernachzahlung einstreichen. Sprich: Du bekommst die Nachzahlung auf Dein Konto und das Amt wird diese Summe durch 12 Monate geteilt von Deinem Regelsatz abziehen.
Unsinn...das hätten sie gern...wenn man sich in der Inso befindet geht eine Rückzahlung in die Masse und ist kein tatsächliches Einkommen...deine o.g. Rechnung betrifft nur Leute ohne Inso.
Sprich eine Steuerrückzahlung geht immer in die Inso-Masse und ARGE hat keine gesetzl. Handhabe zur Verrechnung.

Bei Bekannten von Uns, wird dieses Geld, wenn die Inso rum ist, für die Schlußzahlung an den Treuhänder gehen. Will heißen, Du beendest die Inso ohne gleich neue Schulden zu haben.
Das ist regelmäßig so, wenn Restschuldbefreiung beantragt und durch AG beschlossen wurde.

Übrig bleibt bei jedem die Zahlung von Verfahrenskosten/ Gebühren in derzeitiger Höhe von ca. 650-700 € die nach Wohlverhaltensphase in Raten abgezahlt werden (auch das nur wenn ganz zum Anfang beantragt wurde- Stundungsantrag)
 

farger4711

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#9
@desmona:
Unsinn...das hätten sie gern...wenn man sich in der Inso befindet geht eine Rückzahlung in die Masse und ist kein tatsächliches Einkommen...deine o.g. Rechnung betrifft nur Leute ohne Inso.
Sprich eine Steuerrückzahlung geht immer in die Inso-Masse und ARGE hat keine gesetzl. Handhabe zur Verrechnung.

Unsere Steuernachzahlung streicht die Arge ein. So wie oben geschrieben.
 

desmona

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#10
Unsere Steuernachzahlung streicht die Arge ein. So wie oben geschrieben.
Nochmal: NUR wenn du nicht in der Inso bist. Dann ist Steuerrückzahlung anrechenbares Einkommen.

Bei Inso ist die Anrechnung als E durch ARGE rechtswidrig, da kein tatsächlicher Zufluß.
 

farger4711

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#11
Woher weißt Du das so genau?
Hast Du etwas Schriftliches? Irgendeinen Paragraphen oder vll. einen Link?
 

penelope

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#12
Wenn sich das Verfahren sich noch im eröffneten Insolvenzverfahren befindet geht die Steuererstattung zu 100 % an den Treuhänder.

Wenn das Verfahren aber nach § 200 InsO aufgehoben wurde, und sich der Insolaner somit in der WVP befindet dann gehört ihm die Steuererstattung zu 100 % , es sollten aber keine Schulden beim FA bestehen.


Sollte die Erstattung in der Inso irgendwann "verschwinden", dann wird sie deine TH- und Verfahrenskosten senken und das ist ja auch nicht zu verachten:wink:
 

knut1981

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#13
also ich bin in der verbraucher insolvenz. das verfahren wurde wurde vom ag eröffnet, habe einen anwalt von PLUTA zur seite, der momentan eine tabelle macht fürs gericht.

mehr weiss ich auch nicht.

denke das des geld an den treuhänder geht , also diesen anwalt der Pluta
 

penelope

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#14
also ich bin in der verbraucher insolvenz. das verfahren wurde wurde vom ag eröffnet, habe einen anwalt von PLUTA zur seite, der momentan eine tabelle macht fürs gericht.

mehr weiss ich auch nicht.

denke das des geld an den treuhänder geht , also diesen anwalt der Pluta

aber sicherlich!:wink:
 

Catharsis

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#15
Hallo zusammen,

auf gar keinen Fall, der Bundesgerichtshof hat dazu entschieden. Nur die Unterlagen die nötig sind zur Erstellung der Steuererklärung dem Verwalter zu senden.

Wenn das Verfahren gemäß Insolvenzordnung aufgehoben wurde d.h. ein Eintritt in die sog. Wohlverhaltensphase eingetreten ist, kann es möglich sein, dass wenn man arbeitet auch die Steuerstattung zurückbekommt.

Achtung : Insolvenzverwalter drohen ständig mit der Versagung der Restschuldbefreiung, auch das ist unwirksam, der Bundesgerichtshof hat dazu eine Entscheidung gefunden.

Anbei der Text zur Entscheidung des
BGH, Beschluss vom 18. 12. 2008 - IX ZB 197/07


12
b) Der Verwalter hat gemäß § 34 Abs. 1 und 3 AO die steuerlichen Pflichten des Schuldners zu erfüllen, soweit seine Verwaltung reicht. Die Verwaltungsbefugnis des Verwalters (§ 80 InsO) erstreckt sich auf das zur Insolvenzmasse (§§ 35, 36 InsO) gehörende Vermögen (BGH, Urt. v. 24. Mai 2007 - IX ZR 8/06, WM 2007, 1340, 1341 Rn. 9). Demgemäß hatte der Verwalter auch im Streitfall den dem Schuldner obliegenden steuerlichen Pflichten nachzukommen und für ihn eine Einkommensteuererklärung bei dem Finanzamt einzureichen (BFH, Urt. v. 23. August 1994 - VII R 143/92, ZIP 1994, 1969, 1970; vgl. BGHZ 74, 316, 318; 160, 176, 178). Da der Schuldner durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens seine steuerliche Handlungsfähigkeit verliert (Kübler in Kübler/Prütting/Bork, InsO § 155 Rn. 81), kann nur der Verwalter für ihn eine Steuererklärung bei dem Finanzamt abgeben. Auf Verlangen des Verwalters ist der Schuldner lediglich zur Vorlage der zur Erstellung der Steuererklärung notwendigen Unterlagen verpflichtet (HmbKomm/InsO-Streck, 2. Aufl. § 290 Rn. 34).

a) Der Versagungsgrund des § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO setzt eine Verletzung von Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten "nach diesem Gesetz", also nach der Insolvenzordnung, voraus. Die Nichterfüllung einer Anordnung kann nur dann zur Versagung der Restschuldbefreiung nach dieser Vorschrift führen, wenn die erteilte Auflage rechtmäßig gewesen ist, also selbst den Vorschriften der Insolvenzordnung entsprach (BGH, Beschl. v. 20. März 2003 - IX ZB 388/02, WM 2003, 980, 983).
 
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