Inkassogebühren infoscore

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Siebenstein

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Hallo zusammen,
ich habe ein Problem. Meine Tochter ist in Berlin schwarzgefahren und hat die Strafe von 40 € verspätet bezahlt. Jetzt kommt ein Brief von infoscore mit einer restforderung über 42,54 €.
Ich habe dort angerufen und man sagte mir,
32,50 Inkasso
7 € Kto. Und 2,80 fuer Porto wg. Adressnachforschung.
Der Herr am Telefon meinte, die Gebühren gehen nach d Gebührenordnung für Anwälte.
Auf meine Nachfrage um Reduzierung, da meine Tochter sehr wenig Geld zur Verfügung hat, meinte er, sie könne es in 10 € Raten bezahlen.
Ich sagte, ich rede mit meiner Tochter und wir verblieben, dass ich ihm Bescheid gebe, ob sie einverstanden ist.
Jetzt lese ich hier, dass Inkassogebühren nicht einklagbar sind.
Soll ich nun der Förderung widersprechen und nur die Gebühren und Kto-führungsgebühren zahlen? In dem Brief war auch keine Aufstellung, wie sich der Betrag zusammensetzt, das hat mir der Herr nur am Telefon gesagt. Allerdings fehlen da ja 1,54. € ?
Was mache ich jetzt am besten?
Vielen Dank schonmal fuer eure Hilfe.
 

Inkasso

Super-Moderation
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Jetzt kommt ein Brief von infoscore mit einer restforderung über 42,54 €.
Es werden also nur noch die Gebühren des ext Inkassobüros Infoscore eingefordert !

ICH würde wie folgt gegenüber infoscore schriftlich retournieren :

"....Sehr geehrtes Inkassoteam,
ich weise die Forderung vollumfänglich zurück und setze sie darüber in kenntnis das es keine offene Forderung seitens Ihres Auftraggebers gegen mich gibt.
Weitere Briefe Ihres Hauses sowie Ihrer Vertagskanzlei werden zu keiner Zahlung führen. Mit der Weitergabe meiner Daten bin ich gem BDSG nicht einverstanden. Bitte unterlassen sie die Kontaktaufnahme per telefon ..."

Man sollte sich trotzdem auf 2 bis 3 nervende Briefe in - welchem man versucht dem Schuldner zu "erklären" das Inkassogebühren als den Verzugsschaden grundsätzlich zu erstatten ist - einstellen

Bei uns in FFm sind werden sehr oft noch 1 bis 2 RA Briefe nachgeschoben





Hier 3 aktuelle AZ aus deiner Region nur zur eignen Information
also nicht ans Inkasso schicken ;-))

LG Berlin 4. Zivilkammer
Entscheidungsdatum: 08.02.2012
Aktenzeichen: 4 O 452/11
Dokumenttyp: Versäumnisurteil

Verzugsschadensersatz: Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht bei Einschaltung eines Inkassounternehmens durch einen geschäftserfahrenen Leasing-Finanzierer
Leitsatz
Eine Gläubigerin mit hinreichender Geschäftserfahrung (hier: Leasing-Finanzierer) verstößt gegen ihre Schadenminderungspflicht, wenn sie durch Einschaltung eines Inkassounternehmens weitere Kosten verursacht.
AG Brandenburg
Entscheidungsdatum: 27.08.2012
Aktenzeichen: 31 C 266/11
Dokumenttyp: Urteil
Die Mahnungen von Inkassounternehmen sollen im Übrigen zwar in mehreren Fällen Erfolg haben, in dem Sinne, dass der Schuldner auf diese Mahnungen leistet. Da aber die Mitarbeiter des Inkassounternehmens in der Regel weder über besondere Rechtskenntnisse verfügen, noch über ein nachhaltiges Druckmittel, das über die eigenen Möglichkeiten des Gläubigers hinaus geht, ist dieser Erfolg wohl nur unter den Aspekten zu würdigen, dass der Schuldner ohnehin auf nachdrückliche und mehrfache Mahnungen des Gläubigers geleistet hätte oder der Schuldner den Mahnungen des Inkassounternehmens aus irrationalen Gründen eine größere Bedeutung beimisst als den Mahnungen des Gläubigers selbst und nur deswegen die Forderung bedient. Beides rechtfertigt jedoch noch nicht, dem säumigen Schuldner deswegen allein schon auch die Inkassokosten aufzuerlegen. Denn der behauptete Erfolg von Inkassounternehmen - so dies den überhaupt zutrifft - beruht entweder auf einer Tätigkeit (Mahnwesen), die zunächst eine Aufgabe des Gläubigers selbst ist und auf Kosten des Schuldners in unwirtschaftlicher Art und Weise auf das Inkassounternehmen ausgelagert wird oder ggf. sogar auf der Ausnutzung einer unterschwelligen irrationalen Angst.Zahlt der Schuldner nicht innerhalb der üblichen Frist, ist es nämlich zunächst Sache des Gläubigers, sich um die Erfüllung der Forderung zu bemühen. Dazu gehören nach herrschender Auffassung die Überwachung der Zahlungseingänge und Zahlungsfristen sowie zumindest eine zweimalige Mahnung. (...) Die Beauftragung des Inkassounternehmens dient insofern nämlich ausschließlich der Bearbeitung und außergerichtlichen Abwicklung des Anspruchs. Solche Aufwendungen kann der Gläubiger von dem Schuldner aber regelmäßig gerade nicht ersetzt verlangen (BGH, BGHZ Band 181, Seiten 233 ff. = ZGS 2009, Seiten 369 ff. = NJW 2009, Seiten 2530 ff. = Das Grundeigentum 2009, Seiten 974 ff. = VersR 2009, Seiten 1121 ff. = Schaden-Praxis 2009, Seiten 304 f. = NZM 2009, Seiten 595 ff. = WM 2009, Seiten 1664 ff. = DAR 2009, Seiten 515 ff. = ZfSch 2009, Seiten 558 ff. = MDR 2009, Seiten 1166 ff. = VRS Band 117, Seiten 23 ff., Nr. 7; BGH, NJW 1977, Seite 35; BGH, BGHZ Band 66, Seiten 112 ff. = NJW 1976, Seiten 1256 ff. = VersR 1976, Seiten 857 ff. = MDR 1976, Seiten 831 f.; OLG Dresden, NJW-RR 1994, Seiten 1139 ff.; OLG Köln, WM 1989, Seiten 246 ff.; LG Berlin, Urteil vom 20.07.2009, Az.: 5 O 468/08, u. a. in: "juris"; AG Kehl, Urteil vom 26.04.2011, Az.: 4 C 19/11, u. a. in: "juris").Diesen grundsätzlich somit nicht ersatzfähigen Eigenaufwand für die Einziehung einer eigenen Rechnung hat die Klägerin vorliegend aber nur "ausgelagert", indem sie nach Eintritt des Verzugs ein Inkassobüro mit der Beitreibung beauftragt hat. Ihr stand selbstverständlich frei so zu verfahren. Jedoch kann sie die damit verbundenen Kosten nicht ohne weiteres auf den Schuldner umlegen, weil es sich gerade um Kosten des grundsätzlich nicht ersatzfähigen Eigenaufwands handelt.
AG Berlin Mitte vom 01.09.2009 Geschäftsnr. 8 C 118/09)
Auch wenn sich der Beklagte zum Zeitpunkt der Beauftragung des Inkassoinstitus am 09.02.2009 in Zahlungsverzug befunden hat,
kann die Klägerin Schadenersatz nicht beanspruchen, den der Anspruch ist unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen die
Schadensminderungspflicht gemäß §254 BGB ausgeschlossen….
Ein Gläubiger darf sich zur Betreibung einer Forderung nur der Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind,
wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.Ein Inkassobüro verfügt aber nicht über Möglichkeiten,
die denen des Gläubigers überlegen wären.
-------------------------------------

42 € Gebühren wären in dieser Höhe nicht mal ansatzweise durchsetzbar - und weniger einzufordern würde sich für das Masseninkassounternehmen aus wirtschaftlichen Gründen nicht rechnen
Ich wollte auf einen Artikel in der WELTonline.de hinweisen.

Zitat:
...Es gilt hier als Obergrenze die Sätze der Rechtsanwaltsvergütungsordnung (RVG). 34 Euro sind hier kaum haltbar. Da die schlichte Zahlungsaufforderung eines Inkassobüros weder schwierige rechtliche Ausführungen noch eine besondere sachliche Auseinandersetzung enthält, wäre analog des RVG für sogenannte einfache Schreiben nur eine reduzierte Gebühr angemessen. Bei einer Bußgeldforderung von 40 Euro wären das 13,92 Euro............
....

Rechtsprechung Inkassogebhren - Inkassogebhren nicht erstattungsfhig Blog
 

Siebenstein

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Danke für die ausführliche Antwort. Ich hoffe, meine Frage nach Raten und in welcher Höhe nicht als Einverständnis gilt, denn ich habe ausdrücklich gesagt, ich bespreche das mit meiner Tochter und melde mich.
 

Inkasso

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Ich hab doch noch eine Frage- reicht vorab faxen und normale Post hinterher ?
FAX reicht aus

dann werde ich den Brief aufsetzen und mich melden, auch bei Erfolg,

Infoscore / Haas wird mir an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einige Begründungsbriefe schreiben.
Ich würde die Tochter darauf vorbereiten :icon_pause:
 

Siebenstein

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Ich bin gespannt was sie schreiben, also aussitzen und dem mahnbescheiid widersprechen, falls einer kommt. Ich werde mich aber melden, fdenn der Ablauf des Briefeterrors wird ja hoffentlich ähnlich sein und hier gibt es ja viele Erfahrungen dieser Art:icon_smile:
VG
 

Inkasso

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klage brauchts nicht. ich habe einen anspruch auf unterlassung, wenn ich die gegenpartei auf den rechtsweg verwiesen habe.

unerwünschte post brauche ich mir nicht gefallen zu lassen. das "corpus delicti" landet ja nach aufforderung zur unterlassung im briefkasten. :icon_kinn:
 

Inkasso

Super-Moderation
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Kannt ich bisher nicht

...Musste erst mal bei wiki checken was das Bedeutet :icon_confused:

Das Corpus Delicti ist der Gegenstand (lateinisch corpus – „Körper“) des Verbrechens
Diese Dingsymbole können in der Volksmeinung bis hinunter zu einfachen, ja banalen Vergehen interpretiert werden. Demnach wird auch z. B. der Fußball, der die Fensterscheibe durchschlagen hat, oder etwa der unerwünschte „Hundehaufen“ im Vorgarten umgangssprachlich ebenfalls als Corpus Delicti bezeichnet.
 
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