Inkasso wird erstmals nach 28 Jahr mit Zwangsvollstreckung tätig! (1 Betrachter)

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Opfer111

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Meine Frau hatte vor 20 Jahren bei diversen Gläubigern Außenstände, untere anderem einen Titel von 89 einer Versicherung den sie an die Creditreform als bevollmächtigten abgab (bis heute keine Abtretung).2002 suchte sie einen Schuldenberater auf der einen Schuldebereinigunsplan erstellte und es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. Nach 3jahren war alles getilgt und die Schufa war weiß. Die Creditreform schickte trotzdem in unregelmäßigen abständen Zahlungsaufforderungen die wir bis heute immer ignorierten da wir ausgingen es hat sich alles erledigt. Jetzt kam der Gerichtsvollzieher mit der Durchsetzung des Titels von 89.Leider haben wir vor ein paar Monaten alle alten Papiere weggeschmissen,auch die Schuldenberatung hat nichts mehr und bei dem Gläubiger, also der Versicherung exestiert ebenfalls nichts mehr woraus hervorgehen könnte das eine Vorderung gegen meine Frau besteht oder überhaupt bestanden hat! Nun glauben wir das der Gläubiger dem Inkassodienst versäumt hat zu unterrichten das es eine außergerichtliche Tilgung gegeben hat. Kann mir jemand sagen wie es rechtlich in so einem Fall aussieht? Ich lösche doch als Gläubiger keine Forderung wenn noch kein Geld geflossen ist oder? Die Versicherung ist immer noch laut Vollstreckungsbescheid der Gläubiger und weiß aber gar nichts davon???
Lieben Dank für eure Antworten im voraus!
 

axellino

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Guten Morgen,

ich versuche mal auf dein Anliegen zu antworten, denn so ganz nachvollziehen kann ich das ganze nicht.

2002 suchte sie einen Schuldenberater auf der einen Schuldebereinigunsplan erstellte und es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. Nach 3jahren war alles getilgt und die Schufa war weiß. Die Creditreform schickte trotzdem in unregelmäßigen abständen Zahlungsaufforderungen die wir bis heute immer ignorierten da wir ausgingen es hat sich alles erledigt.
Nach Erledigung der ganzen Sache durch einen ausgehandelten Vergleich, hätte man sich den Orginaltitel aushändigen lassen sollen/müssen und wieso der Schuldnerberater, das nicht mit beachtet hat und somit deine Frau darauf hingewiesen hat, erschliesst sich mir absolut nicht und das absolute ignorieren der darauffolgenden Zahlungsaufforderungen des Inkassos, war aufjedenfall auch ein grosser Fehler.

Leider haben wir vor ein paar Monaten alle alten Papiere weggeschmissen,auch die Schuldenberatung hat nichts mehr und bei dem Gläubiger, also der Versicherung exestiert ebenfalls nichts mehr woraus hervorgehen könnte das eine Vorderung gegen meine Frau besteht oder überhaupt bestanden hat
Und somit hat man jetzt ein grosses Problem, da man sich den Orginaltitel nicht aushändigen hat lassen und man auch ggfls. selbst keine Nachweise mehr hat, das die Angelegenheit eigentlich erledigt wurde.

Jetzt kam der Gerichtsvollzieher mit der Durchsetzung des Titels von 89.
Kann mir jemand sagen wie es rechtlich in so einem Fall aussieht?
Fakt ist, wenn der GVZ aufkreuzt, muss ihn vorab ein Vollstreckungsauftrag erteilt worden sein.
Dazu muss der Titel im Orginal vorgelegt werden und das Inkasso hat sich als Verfahrensbevollmächtigter zu legitimieren und das ganze wird sicher wohl so auch geschehen sein.

§ 62 GVGA
Auftrag zur Zwangsvollstreckung
(§§ 753 - 758 ZPO)
1.Der Auftrag zur Zwangsvollstreckung wird dem Gerichtsvollzieher unmittelbar vom Gläubiger oder seinem Vertreter oder Bevollmächtigten - nicht durch das Gericht - erteilt. Der Auftraggeber darf die Vermittlung der Geschäftsstelle in Anspruch nehmen. Der durch Vermittlung der Geschäftsstelle beauftragte Gerichtsvollzieher wird unmittelbar für den Gläubiger tätig; er hat insbesondere auch die beigetriebenen Gelder und sonstigen Gegenstände dem Gläubiger unmittelbar abzuliefern. Ist eine einstweilige Anordnung nach dem Gewaltschutzgesetz ohne mündliche Verhandlung erlassen, so gelten der Auftrag zur Zustellung durch den Gerichtsvollzieher unter Vermittlung der Geschäftsstelle und der Auftrag zur Vollziehung als im Antrag auf Erlass der einstweiligen Anordnung enthalten.
2.Der Prozessbevollmächtigte des Gläubigers ist auf Grund seiner Prozessvollmacht befugt, den Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung zu beauftragen und den Gläubiger im Zwangsvollstreckungsverfahren zu vertreten. Der Gerichtsvollzieher hat den Mangel der Vollmachten grundsätzlich von Amts wegen zu berücksichtigen. Ist Auftraggeber jedoch ein Rechtsanwalt oder Kammerrechtsbeistand (§ 26 Nr. 3 Satz 3), hat er dessen Vollmacht nur auf ausdrückliche Rüge zu überprüfen. Zum Nachweis der Vollmacht genügt die Bezeichnung als Prozessbevollmächtigter im Schuldtitel.
Jedoch ermächtigt die bloße Prozessvollmacht den Bevollmächtigten nicht, die beigetriebenen Gelder oder sonstigen Gegenstände in Empfang zu nehmen; eine Ausnahme besteht nur für die vom Gegner zu erstattenden Prozesskosten (§ 81 ZPO). Der Gerichtsvollzieher darf daher die beigetriebenen Gelder oder sonstigen Gegenstände nur dann an den Prozessbevollmächtigten abliefern, wenn dieser von dem Gläubiger zum Empfang besonders ermächtigt ist. Die Ermächtigung kann sich aus dem Inhalt der Vollmachtsurkunde ergeben. Der Gläubiger kann sie auch dem Gerichtsvollzieher gegenüber mündlich erklären.
Nun ist guter Rat teuer, über ein weiteres Vorgehen hier, denn deine Frau braucht was Nachweisbares in den Händen, um ggfls. auch mit einen Rechtsbehelf gegen die Vollstreckung aus den Titel vorzugehen.

Vielleicht setzt man sich nochmals mit der Kopie des Vollstreckungsauftrags mit der Versicherung in Verbindung und versucht das ganze irgendwie zu klären, so dass das Inkasso von der Versicherung zurück gepfiffen wird und der Orginaltitel an deine Frau auszuhändigen ist.
Egal was, aufjedenfall sollte man versuchen etwas schriftliches von der Versicherung, für ein weiters Vorgehen in die Hand zu bekommen.

Mit den Inkasso in Verbindung setzen und darlegen, das die Angelegenheit durch einen ausgehandelten Vergleich, unter Mithilfe eines Schuldnerberaters, mit den Auftraggeber in 2005 ? erledigt wurde und somit der Orginaltitel auszuhändigen ist.

Sollte man hier gar nicht weiter kommen, sollte man aufjedenfall einen Rechtsbeistand zu rate ziehen und ggfls. müsste/sollte man den Weg über die Einrede der Verwirkung § 242 BGB gehen und dazu ggfls. auch eine Vollstreckungsabwehrklage / Vollstreckungsschutz erheben.

Gruss
axellino
 
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Couchhartzer

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2002 suchte sie einen Schuldenberater auf der einen Schuldebereinigunsplan erstellte und es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. Nach 3jahren war alles getilgt und die Schufa war weiß.
Würde es eventuell etwas nützen hier mal zu versuchen, ob man dazu noch Informationen vom Schuldnerberater über Tilgungsablauf und ggf. Tilgungspanüberwachung, oder auch von der Schufa bezüglich Löschung, bekommen kann? (Nur so 'ne Idee)
 

axellino

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Hallo @Couch,

Würde es eventuell etwas nützen hier mal zu versuchen, ob man dazu noch Informationen vom Schuldnerberater über Tilgungsablauf und ggf. Tilgungspanüberwachung, ..
Hierzu hat sich der TE ja schon geäussert, aber natürlich könnte man hier nochmals nachhaken.

oder auch von der Schufa bezüglich Löschung, bekommen kann?
Natürlich auch ein Versuch wert, obwohl ich da meine Zweifel habe, das da noch was im Datenbestand der Schufa ist und auch überhaupt sein darf, nachdem die Forderung angeblich 2005/2006 als erledigt gemeldet wurde und daraufhin noch 3 Jahre mit Erledigungsvermerk in der Schufa gestanden haben muss.
 
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